• Red deer stag between ferns in autumn forest.
    Der Wald stellt für das Wild den wichtigsten Lebensraum dar.  (ysbrandcosijn)

Jäger distanzieren sich von wildfeindlichen Aussagen

Nun äussern sich auch Liechtensteins Jäger zum Wald-Wild-Konflikt. Sie betonen zwar, dass der Schutzwald Priorität habe, distanzieren sich aber von wildfeindlichen Aussagen, die unter anderem auch im Landtag gemacht wurden: Die Wildbestände sollen nicht mit unethischen, drastischen Massnahmen im Sinne einer «Ungezieferbekämpfung» reguliert werden.

Die Liechtensteiner Jägerschaft hat der Redaktion einen Forumsbeitrag zur aktuellen Diskussion rund um Schutzwald und Wild zugestellt. Anbei der Beitrag im Wortlaut:

«Die Landtagsdebatte vom 8. Mai zum Thema Waldverjüngung und Wildtiere hat gezeigt, dass das Thema Schutzwald ein sehr emotionales Niveau erreicht hat. Die grosse Mehrheit der Voten von Abgeordneten hat sich auf die Aussage konzentriert, dass katastrophale Zustände in unseren Wäldern herrschen, dass die nächste Generation gar keinen Schutzwald mehr habe und dass das Wild der Sündenbock sei, den es zu eliminieren gelte. Die Liechtensteiner Jägerschaft hat sich in dieser Welle von Panikmache nicht öffentlich zu Wort gemeldet, distanziert sich aber klar von wildfeindlichen Wortmeldungen. Die Voten von Michael Ospelt, Susanne Eberle-Strub und Jürgen Beck haben das Thema um die Waldverjüngung und der Wildtiere sachlich und fachlich richtig dargestellt. Es geht darum, die Probleme um die fehlende Waldverjüngung ernst zu nehmen, die Wildbestände entsprechend zu regulieren und mit allen beteiligten Gremien zusammen zu arbeiten. Dabei müssen auch die schon lange geforderten und gutachterlich belegten Massnahmen zum Schutz des Wildlebensraumes umgesetzt werden. Mit diesem und weiteren Beiträgen über die Tätigkeiten der Jägerinnen und Jäger hat sich die Jägerschaft zum Ziel gesetzt, über die Zusammenhänge von Wild, Wald und Jagd zu informieren.

Die Liechtensteiner Jägerinnen und Jäger sind sich bewusst, dass die Naturverjüngung in weiten Teilen des Liechtensteiner Waldes, insbesondere in Schutzwäldern ungenügend ist. Das ist unbestritten. Die Wildbestände werden deshalb seit Jahren stark bejagt und nach Massgabe von wildbiologischen Kriterien auch laufend reduziert. Diese Reduktion wird weiter geführt, ist aber nicht ganz so einfach, wie gewisse nicht jagdkundige Personen sich das vorstellen. Die Förderung und Sicherung der natürlichen Waldverjüngung ist den Liechtensteiner Jägern ein grosses Anliegen. Die Anpassung der Wildbestände soll aber nicht mit unethischen, drastischen Massnahmen im Sinne einer „Ungezieferbekämpfung“ erfolgen. Gemäss den Statuten der Jägerschaft ist die Erhaltung und Regulierung eines artenreichen, ausgewogen zusammengesetzten, gesunden und dem Lebensraum angepassten Wildbestandes oberste Priorität. Des weiteren richten sich die Tätigkeiten der Jägerschaft auf die Erhaltung und Sicherung der Wildlebensräume. Der Wald stellt dabei den wichtigsten Lebensraum dar. Die Jägerschaft unterstützt auch  die Bestrebungen des Natur- und Landschaftsschutzes. Fast zwanzig Hektaren steile Bergwiesen, die sich für die Landwirtschaft nicht mehr lohnen, werden jährlich von Jägern gemäht, wodurch eine reichhaltige Flora und Fauna erhalten werden kann. Die Aus- und Weiterbildung der Jäger in allen Fragen der Wildtierkunde, der Wildökologie und der praktischen Jagdausübung wird gefördert, Öffentlichkeitsarbeit geleistet und vieles mehr. (www.fl-jagd.li )

Der Wildtierlebensraum ist ein offenes System, das über die Landesgrenzen hinausreicht. Deshalb ist die Regulierung der Wildtiere auch abhängig davon, was in den benachbarten Ländern passiert. Vor allem beim Rotwild, das in der Regel weite Strecken zurücklegt, ist eine koordinierte Planung der Jagd mit den Nachbargebieten notwendig. Die Bemühungen um die Anpassung der Wildbestände in Liechtenstein ist deshalb umso erfolgreicher, je besser diese jagdliche Koordination funktioniert. Die Jägerschaft und die Behörden arbeiten daran. Die erforderliche Senkung des Wildbestands kann zeitnah erreicht werden, von heute auf morgen funktioniert das aber nicht.» (red)

19. Mai 2019 / 13:30
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