• FBP-Medieninformation -  Entscheidung zu Landtagswahlen 2021
    Regierungschef Adrian Hasler (rechts) und Parteipräsident Marcus Vogt liessen gestern die Katze aus dem Sack.  (Michael Zanghellini)

Hasler hört auf: So reagieren die Parteien

Das «Vaterland» hat sich bei den Parteien umgehört, was sie dazu sagen, dass Adrian Hasler bei den Wahlen 2021 nicht mehr antritt.

VU-Parteipräsident Günther Fritz
«Dass sich Regierungschef Adrian Has ler nicht mehr  für eine dritte Kandidatur  zur Verfügung stellt, nehmen wir als Koalitionspartner zur Kenntnis. Für die verbleibenden Monate hoffen wir auf eine weiterhin vertrauensvolle Zusammenarbeit in der Koalition und insbesondere auch innerhalb der Regierung in dieser besonderen Situation für unser Land. Für die Würdigung der beiden Amtszeiten von Regierungschef Hasler wird sich im März 2021 Gelegenheit bieten. Das Präsidium der Vaterländischen Union ist übereingekommen, den Fokus auf die aktuell anstehenden Arbeiten und Herausforderungen für unser Land zu legen und über Entscheide im Hinblick auf die Landtagswahlen 2021 nach der Sommerpause zu kommunizieren. Ich kann der Bevölkerung als Präsident der Vaterländischen Union aber versichern, dass die VU mit einem kompetenten Regierungsteam und einem starken und ausgewogenen Landtagsteam zu den Wahlen 2021 antreten wird.»

Freie Liste: Georg Kaufmann
«Den Entscheid von Adrian Hasler, sich nach acht Jahren aus der Regierung zu verabschieden, kann ich sehr gut nachvollziehen. Die Verantwortung, welche die Regierungstätigkeit mit sich bringt, lässt sich nur schwer über eine noch längere Zeit tragen. Verschleisserscheinungen in einem solchen Amt sind kaum zu vermeiden. Und es kommt die Zeit, wo andere Prioritäten gesetzt werden. Persönlich danke ich Adrian für seinen grossen Einsatz und wünsche ihm für die restliche Amtszeit gutes Gelingen. Auch wenn wir in politischen Themen nicht immer auf der gleichen Linie sind, fühle ich mich als Abgeordneter und als Bürger von ihm ernst genommen.»

DU-Chef Harry Quaderer
«Mich überrascht weder der Zeitpunkt noch die Ankündigung.  Innerhalb der FBP hat es in den letzten Jahren immer wieder Zerreissproben gegeben. Der damalige Zwist mit dem Präsidenten Alexander Batliner war vielleicht schon der Anfang vom Ende. Die unrühmliche Absetzung der Ministerin Aurelia Frick und die Posse mit dem Abgeordneten Johannes Kaiser dürften seinen Entscheid auch geebnet haben. In all diesen Fällen war Hasler mittendrin. Was unübersehbar war: Der Regierungschef wurde in seiner Fraktion immer wieder vor den Kopf gestossen. Zuletzt geschah dies durch diese Petition, allen Landesangehörigen einen 200-Franken-Gutschein auszustellen. Diese Aktion seiner Partei quittierte der Finanzminister mit einem unübersehbaren Kopfschütteln. Adrian Hasler hat sich mit Leib und Seele für sein Land eingesetzt und als äusserst integre Person bewiesen. Ich bin gespannt, wer nun innerhalb der FBP das Ruder an sich zu reissen versucht.»

DpL-Präsident Thomas Rehak
«Ich war durchaus überrascht, dass Adrian Hasler nicht mehr kandidieren wird. Aber der Zeitpunkt, dies mitzuteilen, ist sicher der richtige. Somit hat die FBP nun genügend Zeit, sich nach Kandidaten umzusehen. Ich möchte nicht darüber spekulieren, warum Hasler diese Entscheidung getroffen hat. Sicher ist aber, dass das Amt physisch und psychisch fordert. Ausserdem sind acht Jahre im Amt eine gute Zeitdauer. Die Corona-Krise birgt noch einige Herausforderungen in der Zukunft, und es ist sicher nicht schlecht, wenn dies nun jemand in die Hand nimmt, der unbelastet ist. Dass wir beide keine Parteifreunde sind, habe ich im Landtag natürlich schon gespürt. Als Oppositionspartei stösst die DpL naturgemäss nicht immer auf Gegenliebe. Dass wir ihn bei den wichtigen Vorlagen unterstützt haben, war aber klar. Wer der neue Spitzenkandidat der FBP wird, darüber wird schon länger spekuliert. Wir haben natürlich Ideen – Namen möchte ich aber keine nennen. Das ist Sache der FBP.»


Die vergangenen acht Jahre sind an Regierungschef Hasler nicht spurlos vorbeigegangen

Der Parteiaustritt von Johannes Kaiser, die Absetzung von Regierungskollegin Aurelia Frick, Sparprogramme gegen den Willen der Bevölkerung bzw. die Sanierung des Staatshaushalts, schwierige Reformen und das Blockchain-Gesetz: Wohl nicht ein einzelnes Vorkommnis, aber am Ende hat das Ganze dazu geführt, dass Regierungschef Adrian Hasler gemeinsam mit seiner Familie die Entscheidung getroffen hat, dass er für keine weitere Amtsperiode zur Verfügung steht.

Hasler erinnerte sich an der Medienkonferenz an seinen Amtsantritt, bei dem er schon wusste, dass es keine einfache Zeit werden würde. Er sprach mit Blick auf die anstehenden Aufgaben und den angeschlagenen Staatshaushalt von einer «Mammutaufgabe» und von einem «Himmelfahrtskommando». Kein Wunder, möchte er nach Beendigung dieser Legislaturperiode erst einmal «durchatmen», den «Kopf lüften» und sich eine Auszeit nehmen. Insofern hat Hasler, der im Februar kommenden Jahres 57 Jahre alt wird, noch keine Pläne für seine Zukunft. «Was kommt, ist völlig offen.»

Keine Stellungnahme zu Personalvorschlägen

Wie es bei der FBP nun weitergeht, nachdem auch bekannt wurde, dass Regierungsrat Mauro Pedrazzini für keine weitere Legislaturperiode zur Verfügung steht, ist offen. «Zu Personalvorschlägen nehmen wir jetzt noch keine Stellung», so FBP-Parteipräsident Marcus Vogt auf die Frage, ob allenfalls Regierungsrätin Katrin Eggenberger als Spitzenkandidatin antreten wird. Adrian Hasler habe das Präsidium frühzeitig über seinen Entscheid informiert, damit seien die Spekulationen beendet, es herrsche nun Klarheit. Mit seiner Entscheidung erhalte das FBP-Präsidium aber sicher einen grossen Auftrag mit Blick auf die Landtagswahlen. Neue Kräfte und neue Ideen sollen nun an die Front.

(dv)

28. Mai 2020 / 08:44
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