• Stimmkarte Wahlen 2013
     (Daniel Schwendener)

Corona macht die Kandidatensuche nicht leichter

Am 7. Februar 2021 finden die Landtagswahlen statt. Doch die Corona-Krise führt bei den Parteien zu diversen Planungsunsicherheiten.

In weniger als neun Monaten finden die Landtagswahlen statt: Neu gewählt wird das 25-köpfige Parlament, welches wiederum eine neue Regierung wählen wird. Es ist also eine zukunftsweisende Wahl.

Dass es immer schwieriger wird, Menschen zu finden, die sich für ein politisches Amt zur Verfügung stellen, ist zwar keine Neuigkeit. Doch die Wirren rund um das Coronavirus erschweren den Parteien die Suche nach geeigneten Kandi­daten zusätzlich, wie die Prä­sidenten der beiden Gross-  und Regierungsparteien VU und FBP bestätigen. 

«Was fehlt, ist das persönliche Gespräch»

Grundsätzlich seien die Findungskommissionen in den Ortsgruppen bei der Rekrutierung von Landtagskandidatinnen und -kandidaten trotz Corona-Krise auf gutem Weg, so VU-Parteipräsident Günther Fritz. Doch er gibt auch zu: «Die einschneidenden Massnahmen in den Wochen ab Mitte März haben die Suche nicht leichter gemacht.» Mit «Abstandhalten» bzw. über Telefon und digitale Kanäle eine Person für eine Kandidatur zu motivieren, sei natürlich schwieriger als in einem persönlichen Gespräch. Zudem hätten potenzielle Kandidatinnen und Kandidaten aufgrund der ausserordentlichen Lage vielfach andere Sorgen gehabt, als über eine Kandidatur nachzudenken. Die jüngsten Lockerungen würden nun aber wieder spürbar mehr Schub in den Rekrutierungsprozess bringen. «Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir in beiden Wahlkreisen eine volle Liste erreichen», so Günther Fritz. Trotzdem: Was die Wahlvorbereitungen betrifft, so ist die Vaterländische Union aufgrund der Corona-Pandemie mit vielen Planungsunsicherheiten konfrontiert. Ab wann wieder Sitzungen des Parteivorstandes und Nominationsversammlungen der einzelnen Orts- grup­pen mit unter 100 Leuten und Parteitage mit über 100 Leuten durchgeführt werden könn­ten, sei ungewiss. «Wir hoffen sehr, dass dies zumindest ab September unter Einhaltung entsprechender Schutzkonzepte wieder möglich sein wird. Ansonsten werden wir alternative Lösungen vorbereiten, um die einzelnen Mitglieder der jeweils zuständigen Parteigremien informieren und befragen zu können.»

Und auch der Wahlkampf wird sich wohl in mancher Hinsicht anders gestalten als üblich, da noch längere Zeit mit dem Virus gelebt werden muss. «Mehr mediale Auftritte unserer Kandidatinnen und Kandidaten und weniger persönliche Begegnungen mit den Wählerinnen und Wählern könnten allenfalls die Folge sein», bedauert Fritz.

«Parteitag über Videochat? Nein danke»

Auch bei der Fortschrittlichen Bürgerpartei FBP sieht die Situation ganz ähnlich aus. «Wir befinden uns derzeit in der Phase, in der wir Gespräche mit möglichen Kandidaten führen. Insofern ist es wie immer. Aber die Pandemie macht die Suche sicher nicht einfacher», sagt auch FBP-Parteipräsident Marcus Vogt. Üblicherweise finde nach einem ersten Telefongespräch mit potenziellen Kandidaten ein persönliches Treffen statt. Dies sei in den vergangenen Wochen allerdings nur unter erschwerten Umständen möglich gewesen. «Das grösste Manko, dass diese Corona-Kri­se in der Politik ausgelöst hat, ist mit Sicherheit der persönliche Austausch», so Vogt. Dies sowohl mit Blick auf die Ortsgruppen, aber auch auf den Landesvorstand. «Der direkte Austausch ist extrem wichtig und nicht zu ersetzen. Das fehlt.» Auch er hofft, dass sich die Situation bis zum Herbst weiter stabilisiert und normalisiert. Denn in diesem Zeitraum finden üblicherweise Nominationsveranstaltungen und Parteitage statt. «Allenfalls unter Einhaltung von Schutzkonzepten. Falls dies nicht möglich ist, müssen wir uns etwas einfallen lassen.» Sicher ist aber: «Ein Parteitag über Videochat? Nein danke.» 

Eine grobe Terminplanung stehe zwar – diese sei aber unter den gegebenen Umständen mit vielen Klammern versehen. «Wir rechnen durchaus mit Verzögerungen, trösten uns aber damit, dass wir damit ja nicht alleine sind.»

Freie Liste hat nun  «Appetit auf mehr»

Für die Freie Liste sind die kommenden Landtagswahlen eine besondere Herausforderung: Denn die Gemeinderatswahlen 2019 brachten einen durchschlagenden Erfolg, die Sitze konnten mehr als nur verdoppelt werden. «Auf dieser Erfolgswelle zu reiten, macht Appetit auf mehr. Die Freie Liste ist auf Kurs, viele persönliche Gespräche laufen, einige Kandidaten bzw. Kandidatinnen haben sich auch von sich aus gemeldet, wir sind zuversichtlich, dass wir eine motivierte, paritätisch besetzte Liste präsentieren können», so Conny Büchel Brüh­wiler und Pepo Frick vom Co-Präsidium. Aber auch sie bestä­tigen: «Corona hat uns alle verlangsamt.» Persönliche Gespräche mit allen Abstandsregeln seien aber möglich gewesen. Trotzdem: Die Themen der Freien Liste liegen schon bereit: «Wir werden ein wachsames Auge darauf werfen, dass es nach dieser Corona-Krise vor allem bei den unteren Einkommen keine Verlierer geben wird.» Die Klimakrise werde zudem in Zeiten von Corona noch deutlicher – es sei jetzt noch offensichtlicher, dass auf Nachhaltigkeit geachtet werden müsse. «Die Corona-Krise hat viele Fragen aufgeworfen, die Freien Liste freut sich, an neuen Lösungsmöglichkeiten für ein intaktes Sozialsystem und an einem enkeltauglichen Klima mitzuarbeiten.» (dv)

22. Mai 2020 / 09:11
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