• Erbprinz Alois
    Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein: «Ich konnte zuvor weder in Gesprächen mit EU-Vertretern noch mit Vertretern unserer Behörden irgendwelche Anzeichen feststellen, dass eine Aufnahme Liechtensteins auf diese schwarze Liste droht.»  (Elma Korac)

«Für die Reputation nicht förderlich»

Die Nennung Liechtensteins auf der aktuellen EU-Liste nicht kooperativer Staaten ist nach Ansicht von Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein für die Reputation des Finanzplatzes nicht förderlich. Der Thronfolger hofft aber, dass der Wert dieser Liste noch erheblich sinken werde.

Durchlaucht, waren Sie überrascht, als Sie mit der Meldung konfrontiert wurden, dass die EU-Kommission Liechtenstein auf eine «schwarze» Liste gesetzt hat, auf der 30 Länder ausserhalb der EU zu finden sind, die in Steuerangelegenheiten nicht kooperieren würden?

Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein: Ja. Ich konnte zuvor weder in Gesprächen mit EU-Vertretern noch mit Vertretern unserer Behörden irgendwelche Anzeichen feststellen, dass eine Aufnahme Liechtensteins auf diese schwarze Liste droht. Im Gegenteil, in den letzten Wochen und Monaten wurde von Vertretern der EU bzw. EU-Staaten die konstruktive Zusammenarbeit Liechtensteins beim Informationsaustausch in Steuerfragen immer wieder sehr positiv erwähnt.

Laut dem für Steuerfragen zuständigen EU-Kommissar Pierre Moscovici sind diejenigen Länder aufgeführt, die von mindestens zehn EU-Mitgliedstaaten als Steueroasen gesehen werden. Offenbar verfolgt die EU das Ziel, die unterschiedlichen Unternehmensbesteuerungen zwischen den Staaten anzugleichen. Was halten Sie von diesem Vorgehen?

Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein: Ich halte es für äusserst fragwürdig, auf welche Weise die schwarze Liste zusammengestellt wurde. Aus den Rückmeldungen, die mittlerweile von den relevanten EU-Kreisen bei uns eingetroffen sind, lässt sich schliessen, dass eine Aufnahme Liechtensteins auf die schwarze Liste selbst von breiten Kreisen der EU als ungerechtfertigt beurteilt wird.

Wie wird sich die Nennung Liechtensteins auf dieser neuen Liste auf die Reputation des Finanzplatzes bzw. des ganzen Werkplatzes auswirken?

Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein: Natürlich ist die Nennung Liechtensteins auf dieser Liste für die Reputation des Finanzplatzes nicht förderlich. Ich hoffe aber, dass der Wert dieser Liste noch erheblich sinkt, nicht zuletzt weil er auch schon von Medien in den EU-Staaten selbst hinterfragt wird und sich dadurch der Reputationsschaden in Grenzen halten könnte.

Was kann das offizielle Liechtenstein nun aus Ihrer Sicht unternehmen, um so schnell als möglich wieder von dieser «schwarzen» Liste der EU herunter zu kommen?

Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein: Wichtig war, dass gleich eine scharfe und deutliche Reaktion von Seiten der Regierung erfolgte – sowohl über die Medien in Richtung der breiten Öffentlichkeit als auch über unsere Botschafterkanäle in Richtung EU-Kommission und EU-Staaten. Angesichts der bisherigen Rückmeldungen – auch von Vertretern bedeutender EU-Staaten – bin ich zuversichtlich, dass wir bald wieder von dieser schwarzen Liste herunterkommen. (güf)

 

19. Jun 2015 / 22:23
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...

Wettbewerb
Citytrain
2 x 1 Familienticket für die «Städtletour» zu gewinnen.
30.04.2019
Facebook
Top