• Thomas Keller ist der soziale Aspekt des Architekturberufes wichtig. Dies will er mit der Filmvorführung beim Filmfest zeigen.

Zu ebener Erde und im ersten Stock

Gemeinsam mit dem Architektenbüro kaundbe präsentiert das Filmfest Vaduz heute um 20.30 Uhr den Spielfilm «High-Rise». Architekt Thomas Keller erklärt, warum soziale Nachhaltigkeit in der Planung so wichtig ist.
Vaduz. 

Zwei Architekten. Beide Männer. Beide im mittlerem Alter. Doch abgesehen davon, dass einer fiktional und einer real ist, gibt es einen grossen Unterschied zwischen ihnen. Anthony Royal, Architekt des namensgebenden Gebäudes im britischen Kinofilm «High-Rise», konzentriert sich bei seinem Entwurf ganz auf das Gebäude und vergisst dabei die Menschen darin. Dagegen sieht Thomas Keller (51), Geschäftsleiter von kaundbe Architekten, seine Gebäude als Gefäss für das Leben, das darin stattfindet. Diese soziale Komponente der Architektur fasziniert ihn und ist einer der Gründe, warum seine Firma den Film gemeinsam mit dem Filmfest Vaduz am Dienstag präsentieren wird.

Ein Architektenbüro und ein Filmfest, das ist eine eher ungewöhnliche Kombination. Doch abgesehen davon, dass die Veranstalter des Festes und die Architekten seit Jahren an der Planung des Neubaus des TAKino zusammenarbeiten, könnte es für diesen Film kaum einen passenderen Partner geben. Gesehen hat Thomas Keller den Film noch nicht. Er will bis zum Filmfest warten. «Es scheint aber spannend zu sein. Nicht, dass das jetzt umlesbar auf unsere Verhältnisse hier ist, aber ich denke, es wirft den Blick auf die soziale Komponente der Architektur.»

Erbitterter Kampf um Ressourcenverteilung
High-Rise erzählt die Geschichte eines Wolkenkratzers am Rand von London aus der Perspektive von Robert Laing (Tom Hiddleston). Der junge Arzt bezieht gerade seine Wohnung in der Mitte des Turms. Architekt Anthony Royal (Jeremy Irons) hat die Vision, den Bewohnern seines Hauses ein fast autarkes und ruhiges Leben in seinem architektonischen Meisterwerk zu ermöglichen. Bei seiner Planung hat er aber vergessen, eine Komponente mit einzubeziehen - die menschliche Natur.

Schnell entsteht im Hochhaus ein soziales Gefälle, bei dem die weniger Wohlhabenden in den unteren Etagen und die Oberschicht in den oberen wohnt. Als Ressourcen wie Strom und Essen knappwerden, entwickelt sich ein erbitterter Kampf um deren Verteilung.

Der Film basiert auf dem dem dystopischen Roman von James Graham Ballard aus dem Jahr 1975. Die Geschichte ist jedoch immer noch zeitgemäss. Themen wie Ressourcenverteilung, soziale Ungleichheit und die architektonische Verdichtung der Innenstädte sind Dauerbrenner.

Architektur hat soziale Aspekte
Gerade deshalb sei das Thema Nachhaltigkeit nicht nur in ökologischer und ökonomischer, sondern auch in sozialer Hinsicht in der Architektur so bedeutsam, meint Thomas Keller. «Wir wollen Gebäude, die nachhaltig ihren Nutzen behalten - nicht nur für die unmittelbaren Nutzer, also den Bauherren oder den Bewohner, sondern für die gesamte Gesellschaft.» Seit zwanzig Jahren ist Keller Teil von kaundbe Architekten. Die Firma hat in Liechtenstein und der Schweiz mehr als hundert Bauvorhaben realisiert. Am bekanntesten ist das Liechtensteinische Landesarchiv in Vaduz. «Oft wird Architektur nur in der eigenen Disziplin beurteilt. Das heisst, der Investor beurteilt die Rentabilität, der Bewohner beurteilt die Funktionalität, die weitere Gesellschaft die Ästhetik des Gebäudes.Aber dassdas Ganze eine Wirkung auf unser soziales Zusammenleben hat, wird in der Regel nicht thematisiert.» ( Lisa Marie Herbers)

Infos und Tickets unter www.filmfest.li

21. Aug 2018 / 13:33
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