• 2. Triennale in Liechtenstein
    Gertrud Kohli griff das Thema Naturmaterialien und Rohrstoffe auf.  (Tatjana Schnalzger)

Fünf Welten im Rössle Mauren

Bis zum 6. Oktober zeigen acht Kulturhäuser des Landes aktuelle Arbeiten von 40 Visarte-Mitgliedern. Fünf davon, Lilian Hasler, Getrud Kohli, Evi Kunkel, Karin Ospelt und Helga Wiedmann, stellen im Kulturhaus Rössle in Mauren aus.
Mauren. 

Die Idee der alle drei Jahre stattfindenden Gemeinschaftsausstellung von visarte.liechtenstein ist es, das aktuelle Kunstschaffen der in Liechtenstein tätigen Künstlerinnen und Künstler vorzustellen. Dieses Jahr sind 40 von 45 visarte-Mitgliedern mit Werken in acht Kulturhäusern vertreten. Die fünf ausstellenden Frauen im Rössle in Mauren wählten kein übergeordnetes Thema, sondern bezeichneten ihren Auftritt schlicht als «Ein Haus – fünf Welten». Die fünf Positionen waren denn auch vom Keller übers Tenn bis ins Obergeschoss verteilt. 

Fotostrecke: Triennale in Liechtenstein
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Triennale 2018
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Die Vielfältigkeit von Naturmaterialien
Ähnlich einer Einzelausstellung bespielte Gertrud Kohli das gesamte Kellergeschoss zum Thema «Come to light». Mit den unterschiedlichsten Werken thematisiert die Künstlerin die Vielfältigkeit von Naturmaterialien; einmal anhand von Bildern aus Naturfarben, einmal in Form von Holzstücken, die sie als Skulpturen aufstellte und einmal anhand von Installationen. So inszenierte sie beispielsweise Mais – als Symbol für Lebensmittel, die früher wichtig waren, heute aber als gegeben betrachtet werden – auf einem goldenen Teller, um deren Wichtigkeit wieder hervorzuheben. In einer anderen Installation legte die Künstlerin Kohlestücke in zahlreiche Mundschutzmasken, um aufzuzeigen, dass Kohle als Rohstoff einerseits lebensnotwenig ist, andererseits für die Minenarbeiter aber auch eine Gefährdung ihrer Gesundheit darstellen kann. Desweiteren schuf Kohli in einem mit Heu ausgelegten Zelt im hintersten Kellerwinkel einen Ort der Stille, wo man sich ausruhen und die Idylle geniessen soll. 

Die Alltagsachtlosigkeit durchbrechen
Das Thema, Lebensmittel wieder vermehrt zu schätzen, griff auch Karin Ospelt mit ihrer raumfüllenden Installation im Tenn des Kulturhauses auf. Einerseits hängte sie fein gebackene Fladenbrote auf Netze; beleuchtete diese und projizierte sie auf die Wand. Andererseits inszenierte sie Mehlabdrücke auf dem Boden als Kunstwerk. Damit weist sie dem im täglichen Leben oft achtlos weggeworfenen Mehl wieder mehr Bedeutung zu. «Wenn man etwas ins rechte Licht rückt, bekommt es wieder Achtung», sagt die Künstlerin dazu und möchte damit die vielfach herrschende Alltagsachtlosigkeit durchbrechen.  

Was gibt einem ein Raumgefühl?
Einen Stock weiter oben lädt Helga Wiedmann dazu ein, sich Gedanken zum Raumgefühl zu machen. So setzte sie anhand von Guckkästen zwei kleine Räume in einen grossen Raum. Die Guckkästen, die als Vorgänger von Kino und Fernsehen betrachtet werden können, zeigen im ersten zwei Aktfiguren als Schausteller in einer wilden Landschaft, im anderen sind mehrere Hirsche bei der Paarung zu sehen. Damit wirft sie die Frage auf, was einen das Raumgefühl geben lässt. Ist es die Tiefe, die Grösse oder die Atmosphäre?

Das Gewicht der Gegenwart
Nebenan greift Lilian Hasler mit einer hellgrünen Puppe «das Gewicht der Gegenwart» auf. Dabei kombiniert sie Abstossendes mit Faszinierendem. Auf den ersten Blick scheint die Installation zwar irritierend, trotzdem fesselt sie den Blick. Hinter der kopfüber auf einem Brett liegenden Puppe hängen tapetenartige Tücher, auf denen eine Müllhalde abgebildet ist, die in einen blühenden Baum übergeht. Damit will die Künstlerin zeigen, dass die Gegenwart der Menschen auch Spuren hinterlässt. Dieses Gewicht soll damit auch auf die Schulter des Betrachters übertragen werden. 

Kunstwerke der Natur
Bei Evi Kunkel dreht sich alles ums Thema Stein, das «Kunstwerk der Natur». Für ihre Ausstellung sammelte sie verschiedene Gesteine, darunter auch Schiefer, die sie unterschiedlich inszenierte. Als Höhepunkt stellte sie einige ihrer besonderen Fundstücke auf einen Sockel und erhebt sie dadurch zum Kunstwerk. Nicht nur mit der Auswahl der Steine, sondern auch mit ästhetischen Fotografien von Baumstämmen lenkt sie den Blick auf das, was die Natur alles bietet. Damit will sie bewusst machen, welche Kunstwerke die Natur hervorbringt. (mk)

Öffnungszeiten Kulturhaus Rössle: Fr, 16 bis 20 Uhr, Sa/So 14 bis 18 Uhr

An der Langen Nacht der Museen, am 6. Oktober, tritt Karin Ospelt als Sängerin mit ihrer Band Kassiopeia auf.

28. Sep 2018 / 17:56
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