• Mummenschanz-Mitgründerin Floriana Frassetto. Am 12. Oktober ist die visuelle Theatercompany im SAL in Schaan zu Gast.  (Donato Caspari)

Stille in einer lauten, schnellen Welt

Floriana Frassetto ist Mitgründerin von Mummenschanz. Am kommenden Samstag ist die Company im SAL in Schaan zu Gast.

Seit seiner Entstehung 1972 ist Mummenschanz auf den ganz grosssen Bühnen der Welt unterwegs. Was zieht euch auf die etwas kleinere Bühne im SAL in Schaan?
Floriana Frassetto: Wir freuen uns sehr, nach 14 Jahren wieder einmal im Fürstentum spielen zu dürfen. Mit dem SAL hat Schaan eine Halle mit einer genügend grossen Bühne. Ich wohne zudem in Altstätten und freue mich, so quasi vor meiner Haustüre spielen zu dürfen.

Mummenschanz ist ein Maskenspiel ohne Worte – was glauben Sie, weshalb funktioniert das wortlose Theater noch heute?
Die Leute lieben es zu spielen, zu träumen, interaktive Momente zu haben und ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen. Wir bringen Ruhe und Stille in diese laute und schnelle Welt. Unsere Kommunikation ist einfach, und ich stelle immer wieder fest, dass diese Reduktion auf Gefühle und Fantasie etwas ist, was die Menschen heute suchen.

Wie haben sich in all den Jahren die Techniken des Maskenspiels entwickelt?
Die Grundlagen unserer Kunst liegen in der Pantomime. Wir haben sie aber auf unsere ei­gene Weise weiterentwickelt. Neue Materialien inspirieren uns zu neuen Geschichten, zu neuen Masken. Dazu kommt die Zusammenarbeit mit den jungen Darstellern in der Company. Auch sie bringen neue Ideen und vor allem ihre Persönlichkeiten mit. 

Gibt es mehrere Formationen von Mummenschanz beziehungsweise wie setzt sich diese zusammen?
Heute sind neben mir sieben Darstellerinnen und Darsteller in der Company. Pro Abend stehen vier Darsteller und ich auf der Bühne. Meine jungen Kollegen sind zwischen 30 und 38 Jahre alt und bringen einen wunderbaren, neuen und jungen Moment in die Truppe. Ebenso wichtig wie die Darsteller ist auch unser technischer Leiter, der mit seinem Licht ­unsere Formen und Figuren schliesslich zum Leben erweckt.

Es spielen also Gründungsmitglieder wie auch jüngere Schauspieler zusammen – wie funktioniert dieses Zusammenspiel?
Es funktioniert sehr gut, wir sind professionelle Schauspieler und haben dieselbe Leidenschaft. Wir haben eine gute Stimmung in der Truppe, die sich auch auf unser Spiel überträgt.

Was ist die ganz grosse Herausforderung, wenn man ohne Worte kommuniziert?
Wir müssen es schaffen, dass wir die Emotionen ehrlich und pur auf das Publikum übertragen können. Wir wollen das Publikum berühren, in ihren Emotionen und Fantasien. 

Welche Botschaft erwartet die SAL-Besucher im aktuellen Programm «you & me»?
Mit «you» meinen wir das Publikum. «Me» sind wir auf der Bühne. Wir wollen mit dem Publikum in einen Austausch von Emotionen treten. Dabei ist das Publikum der Dirigent. Mit ihren Reaktionen geben sie den Rhythmus vor. Unsere Sketches zeigen aber auch menschliche Gefühle und menschliche Interaktionen zwischen zwei Menschen oder Dingen.

Wird es Mummenschanz noch weitere 50 Jahre geben?
Mummenschanz wird es hoffentlich noch länger als 50 Jahre geben. 2022 werden wir unser 50-Jahr-Jubiläum mit einer grossen Tournee und verschiedenen Projekten feiern.

Gibt es neue Wege, die ­Mummenschanz einschlagen möchte?
Mummenschanz wird auch in Zukunft bleiben, was wir sind. Wir werden auch in Zukunft mit verschiedenen Materialien und Formen experimentieren und daraus neue Nummern kreieren. Das ist die Stärke unserer Sprache, die bis heute einmalig geblieben ist.

Tickets: Mummenschanz.com/tickets oder www.starticket.ch

10. Okt 2019 / 15:18
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