• Liechtenstein Vaduz Jahreskonzert 2019 Harmoniemusik Vaduz
    Zum Landesjubiläum vertonte die Harmoniemusik Vaduz die Sage um «Die drei Schwestern».  (Eddy Risch)

Sagenhafter Abend mit der HM Vaduz

Die Harmoniemusik Vaduz rückte am Samstag mehrfach Liechtenstein ins Zentrum. Zum Landesjubiläum gab es sogar eine Uraufführung.

In schmucken, neuen Uniformen marschierten sie am Samstagabend auf die Bühne im Vaduzer Saal, die Musikantinnen und Musikanten der Harmoniemusik Vaduz. Dunkle Hose, weisses Hemd mit dem Emblem auf der linken Brust und Krawatte – zum ersten Mal präsentierte sich der Vaduzer Musikverein in seiner neuen Konzertuniform. Im Mai wurden die rund 50 aktiven Vereins­mitglieder neu ausgerüstet. Zur traditionellen Liechtensteiner Hauptmannsuniform wur­de dabei auch eine eigene Konzertuniform entworfen, erklär­te der Obmann Lukas La­tern­-­ser. In ihr werde die Vaduzer Harmoniemusik von nun an ihre Konzerte bestreiten.

Dass es dabei nicht nur was Fesches zu sehen, sondern auch Entsprechendes zu hören gibt, wurde gleich beim ersten Stück klar. Nach dem festlichen Auftakt blitzte die Landeshymne geschmackvoll verpackt auf und fand zu einer harmonisch geschärften Schlusswendung. «Liechtenstein feiert» von Markus Götz führte gleich mitten ins Thema des heurigen Jahreskonzerts der HMV. Denn: «Liechtenstein feiert, die Harmoniemusik Vaduz feiert mit!», erläuterte die Vereinspräsidentin Angelika Moosleithner das Motto des Abends. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Liechtensteins werde musikalisch thematisiert, machte sie neugierig. Neben Mitgliedern von Landtag und Gemeinderat begrüsste Moosleithner auch Bürgermeister Manfred Bischof und Christian Hemmerle als Präsidenten des Liechtensteiner Blasmusikverbandes im voll besetzten Vaduzer Saal.

Klingendes Geburtstagsständchen
Das Eröffnungsstück war am 15. August vom Gesamtchor der liechtensteinischen Blasmusikvereine aus der Taufe ­gehoben worden – als Auftragskomposition des Blasmusikverbandes zum 300. Ge­burts­tag des Landes. Aus Anlass der 200-jährigen Souveränität ­hatte der Verband 2006 ein Stück bei Otto M. Schwarz bestellt. Hinter seinem Titel «Dragon Fight» verberge sich die alte Liechtensteiner Sage über den «Riesen von Gu­fli­na», verriet Barbara Ospelt in ihrer charmanten Mo­de­ration. Nebelschwaden hüllten die Musiker ein und in die beschauliche Stimmung mischten sich bedrohliche Töne. Otto M. Schwarz schilderte die idyllische Landschaft auf Silum, aber auch den fau­chen­den Lindwurm, der von dort oben die Triesenberger be­droh­te. Er wurde durch ein ­gefährliches Säuseln markiert, hervorgerufen durch un­auf­hör­liche Klarinetten-Triller. Doch der Riese, der auf Gu­flina hauste, stellte ihn und liess nach hitzigem Kampf mit aufjaulenden Hörnern seine Knochen krachen. Fabienne Laurence verkündete mit klarem Trompetenton den Sieg über das Untier.

Am Flügelhorn stellte sie – abwechselnd mit Beat Schenk – das Thema in Josef Gabriel Rheinbergers «Cantilene» vor. Die beiden reichten die gesangliche Melodie an den Klarinettisten Herbert Stäheli weiter, ehe das volle Orchester übernahm. Kapellmeister Attila Buri hat diesen Satz aus Rheinbergers 11. Orgelsonate gekonnt für seine Musiker adaptiert. In der geschmackvollen Ausgestaltung mit den satten, flächigen Farbwechseln wurde der Duktus des Werkes wunderbar getroffen.

Sagenhafte Uraufführung
Ein Volltreffer war auch der Auftrag der Harmoniemusik an Mario Bürki. Der Berner Komponist stand schon öfters bei der HMV auf dem Programm. Nun hat er zum Landes­jubi­läum die Sage um «Die drei Schwestern» vertont – mit englischem Titel für die weltweite Verbreitung. Über einem Basso ostinato stellten die tiefen Holzbläser das Thema vor. Der majestätische Blick über die Berge wird genauso suggeriert wie der beschwingte Wanderschritt der drei Mädchen oder die drohende Warnung des Alten auf Alpila. In dem thematisch stark verwobenen Tongemälde zog die HMV alle Register und erzielte ein strahlendes Finale – genauso wie nach der Pause: Hier ging’s mit straf­fen Beats von Queen zum Sisi-Musical, ehe das Publikum zum «Final Countdown» der schwedischen Rockband «Europe» einzählte. Feinste Marsch­musik war die obligatorische Zugabe.

02. Dez 2019 / 13:24
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