• Hundertöflerbuach
    Zeichnerin Jess de Zilva aus London, Grafikerin Anna Stenek, die Autoren Heinz Ritter, Adolf Marxer, Trudy Bricci Marok, Herbert Oehri, Loretta Federspiel-Kieber und der Moderator des Abends, Freddy Kaiser (v. l.).  (Rudi Schachenhofer)

«s’Hundertölferbuach» – eine Kulturchronik

Als heimelig-heitere Reverenz an die in Mauren gesprochene Mundart könnte man bezeichnen, was gestern Abend im Kulturhaus Rössle in Buchform vorgestellt wurde. Aber es ist auch bewusste Sprach- und damit Kulturpflege.
Mauren. 

Das Maurer Dialektbuch «s’Hundertölferbuach» wurde im Rahmen einer Veranstaltung vorgestellt, die nicht nur ein volles Haus bescherte, sondern auch rhetorisch wie musikalisch-kabarettistisch («Eni Vier») aufs Angenehmste unterhielt. Die Mundart als solche ist immerhin nicht nur sprachlicher Ausdruck eines Wir-Gefühls, sondern auch verbindendes Element einer Gemeinschaft, die sich aus unterschiedlichsten Wurzeln zusammensetzt und ein Ganzes bildet.

Erinnerung und Dokument

Zu verdanken ist das Werk dem «Gemeinnützigen Verein für Ahnenforschung, Pflege der Kultur und des Brauchtums Mauren», bekannt auch durch seine Buchreihe «Menschen, Bilder & Geschichten – Mauren von 1800 bis heute». Ein Vorwort zu dem auch grafisch hervorragend gestalteten Buch schrieben neben Kulturministerin Aurelia Frick Vorsteher Freddy Kaiser, Herbert Oehri als Präsident des Ahnenforschungsvereins und die Illustratorin Jess de Zilva, die in London lebt und deren Arbeiten gestern Abend erstmals zu sehen waren. Verschiedene Stiftungen haben das Dialektbuch ermöglicht. 34 Autorinnen und Autoren kommen mit ihren Schilderungen, Erinnerungen und Anekdoten zu Wort, und wie die im Verlauf des Abends nach den Ansprachen gehörten Kostproben von Trudy Bricci-Marok und Heinz Ritter belegten, gibt es viel zu lachen und zu schmunzeln. Manche unter den Besuchern erinnerten sich auch an dieses und jenes, zumindest aus Erzählungen daheim, oder an Personen wie das Landes-Original Köfferli-Schädler.

«Mauren ist stolz darauf»

Stolz sei Mauren über diese grosse Dokumentation der Geschichte, Kultur und Wurzeln Maurens, sagte auch Vorsteher Freddy Kaiser, nicht ohne zuvor ein wenig wehmütig dem Vergessen anheim gefallener Begriffe einige Gedanken zu widmen. Dabei zog er auch eine kurze Bilanz des Wandels der Gemeinde, einschliesslich der Mitte des 19. Jahrhunderts bestehenden 111 Haushalte mit ca. 600 Einwohnern gegenüber den heute 1820 Haushalten, 1440 Gebäuden und 4200 Einwohnern. 111 Kurzgeschichten aus den letzten hundert Jahren sind es daher auch, die die Autorinnen und Autoren aus Mauren/Schaanwald zum Buch beigesteuert haben.

Vor dem Vergessen bewahrt

«Gäbe es dieses Buch nicht, dem als Moderator auch Johannes Kaiser vom Medienbüro Oehri & Kaiser AG an diesem Heimatabend überzeugende und dankbare Worte widmete, wäre dieses Kulturgut unweigerlich verloren», sagte Adolf Marxer in seiner lebendigen Schilderung der Hintergründe der Entstehung des Buches unter anderem. Er und Herbert Oehri sowie Loretta Federspiel-Kieber, die auch das Korrektorat übernommen hat, übten die Projektleitung für das in 700 Exemplaren von der BVD Druck+Verlag AG qualitativ hochwertig gedruckte Werk aus. Die grafische Gestaltung hatte Anna Stenek inne. Von Loretta Federspiel-Kieber stammt auch die Umsetzung in die gleiche Maurer Dialektform aller Beiträge und die fantasievolle Auslese der vorgelegten Geschichten. Bei diesem Anlass, der mit einem Apéro endete, wurden Bücher an die Anwesenden verteilt. (hv)

Mehr in der Print- und ePaper-Ausgabe des «Liechtensteiner Vaterlands» von Samstag.

21. Nov 2015 / 14:45
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