• Clemens Kaufmann ist überzeugt, dass die Gesellschaft ihre Lehren aus dieser Krise ziehen wird. Dies ist auch die Botschaft in seinem Corona-Song «D’Nase».

«Naturtrüebler» schreibt Corona-Song

Clemens Kaufmann von der Liechtensteiner Band «Naturtrüeb» hat ein Lied von Mani Matter auf die Corona-Krise umgeschrieben.

Herr Kaufmann, Sie treffen sich mit Ihren Bandkollegen von «Naturtrüeb» einmal wöchentlich zur Bandprobe. Derzeit ist dies allerdings nicht möglich. Verfallen Sie schon langsam dem Lagerkoller oder ist es noch auszuhalten?
Clemens Kaufmann: Es ist auf alle Fälle noch auszuhalten. Das gerade gar nichts läuft, ist ein wenig untertrieben. Mein Bandkollege Marco Hoch nimmt jeden Abend fleissig einen Song in unserem Probelokal auf. Auch meine musikalische Arbeit steht nicht still, ich arbeite von zu Hause aus. Was aber schon so ist: Die Proben mit den Musikerkollegen fehlen mir schon. 

Es fallen nicht nur Proben weg, auch musste «Naturtrüeb» Konzerte absagen, oder?
Ja, leider. Bislang sind es fünf Konzerte, die wir absagen oder verschieben mussten. Was das öffentliche musikalische Leben anbelangt, steht derzeit wirklich alles still. 

Begegnen Sie dieser Situation gelassen oder schwingt auch ein wenig Enttäuschung oder Ärger mit?Nein, Ärger schon gar nicht. Ich verstehe die Massnahmen und bin damit grösstenteils auch damit einverstanden. Ich bin in der priviligierten Lage, der Krise relativ gelassen zu begegnen. Schliesslich ist die Musik nicht mein Hauptverdienst. Andere Musikschaffende trifft es da viel härter. Finanziell hat es für mich keine bemerkenswerten Konsequenzen. 

Sie haben es soeben angesprochen: Der Hauptverdienst ist Ihr Job als Bademeister im Hallenbad Balzers. Derzeit müssen allerdings auch die Hallenbäder leer bleiben – bleibt somit auch Ihr Alltag leer oder wissen Sie ihn zu füllen?
Auf alle Fälle! Ein leeres Hallenbad heisst nicht, dass es auch nichts zu tun gibt. Die Zeit wird genutzt für Revisionsarbeiten und allfällige Reparaturen, was normalerweise im Herbst erledigt würde. Jetzt können wir diese Zeit dafür nutzen. Ausserdem wurde ich nun im Werkhof in die Werkgruppe eingeteilt. Ich bin sehr froh um diese Arbeit, so muss ich nicht zu Hause bleiben. Kurzum, eigentlich habe ich gleich viel Arbeit als vor der Corona-Krise. 

Auch musikalisch sind Sie nicht untätig und haben aus einem Mani-Matter-Song einen Corona-Song komponiert. Wie ist dieser Song entstanden?
Dazu angespornt hat mich Marco Hoch. Und warum Mani Matter? Weil ich ein grosser Fan von ihm bin. Er ist ein Musiker, der den Inhalt der Texte in den Fokus stellt, und das gefällt mir. Als ich mir kürzlich einen Song von ihm angehört habe, hat es einfach «Klick» gemacht. Erst dachte ich schon, dass ich nun nicht auch noch einen Corona-Song machen muss. Aber ich konnte es dann doch nicht 
lassen ...

«D’Nase» heisst das Lied auch im Original – welche Botschaft möchten Sie rüberbringen?
Mani Matter ist dafür bekannt, eine alltägliche, komische Situation kurz und prägnant zu erzählen. Das war auch meine Absicht. In Matters Song geht es um einen Mann, der glaubt, eine zu lange Nase zu haben und sie sich deshalb abschneiden lässt. Doch dann fehlt ihm die Richtung, denn «der Nase nach» kann er nicht mehr laufen. Will heissen: Ihm fehlt der gesunde Menschenverstand. Angepasst auf die aktuelle Situation glaube ich, dass wir auch aus dieser Krise die eine oder andere Lehre ziehen werden. Soweit meine Botschaft.



Serie – Teil 31

Das «Vaterland» hat sich bei freischaffenden Kulturschaffenden, die im In- und Ausland arbeiten, erkundigt, wie es ihnen derzeit geht und was die derzeitige Lage für sie konkret bedeutet. Heute mit dem Liechtensteiner Musiker von «Naturtrüeb», Clemens Kaufmann, weitere Kulturschaffende fol-gen. Das Interview mit Clemens Kaufmann ist auch zu sehen auf www.vaterland.li/417476. Ebenso präsentiert er dort seinen Corona-Song.

30. Apr 2020 / 08:13
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