• TAK Theater in Schaan
    In «Nacht Licht» erwachen allerlei Schrankbewohner wie von Geisterhand zum Leben.  (Daniel Schwendener)

Magisch durch die Nacht

Das Festival Prima präsentiert derzeit in der ganzen Schweiz Theater für die Jüngsten.

Nach dem Babytheater von Benoit Sicat standen die vergangenen zwei Tage bei Andy Manley und dem Theater Refleksion und ihrem Stück «Nacht Licht» die Kinder zwischen drei und sechs Jahren im Fokus. Für die zwei Aufführungen im TAK hatte die dänisch-britische Koproduktion nicht nur ein gemütliches Zelt mitgebracht, sondern auch allerlei technisch ausgestattete Requisiten. 

«Das ist Zauberei», rufen die Kinder
Als die gut 60 Kinder am Montag Vormittag im TAK eintrafen, wartete der schottische Schauspieler Andy Manley bereits in seinem kleinen Reich inmitten von zahlreichen antiken Kindermöbeln. Auf seinem kleinen Holzstuhl sitzend, polierte er gemütlich ein Glas, während die Kinder vor ihm Platz nahmen. Plötzlich steht Manley auf, geht auf die andere Seite seiner Stube und befehlt einem kleinen Porzellanhund mitzukommen. Seine verzweifelten Befehle sorgen für ein erstes Gelächter bei den Kindern. Er geht zurück, nimmt den Hund auf den Arm und verstaut ihn in einem der Schränke. Kaum ist der Hund ausser Sichtweite, beginnt er zu bellen und winseln. Nach beruhigendem Zureden wird es ruhiger, doch dann dringt ein Kinderlachen aus einem anderen Schrank, ein Babyweinen aus einer Schublade. Manley lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, deckt seinen Tisch und nimmt ein Stück Kuchen aus einer Kommode. «Das ist Zauberei», ruft eines der Kinder. «Nein, das ist echt», entgegnet ein anderes, als der Schauspieler genüsslich das Kuchenstück verspeist. Wenige Sekunden später geht das Theater weiter: Ein helles Kinderlachen dringt erneut aus demselben Seitenschrank, Baby­schreie aus der Kommode. Kaum öffnet Manley die Schublade, spritzt ihm ein Wasserstrahl ins Gesicht. Die Kinder lachen: «Das Baby hat ihn angepinkelt.» Kaum ist ein Schrank­bewohner versorgt, meldet sich der nächste. Aus der Wanduhr erklingt Strassenlärm. Kurzerhand dreht Manley der Minutenzeiger um 360 Grad weiter. Der Mond geht auf, doch die Kinder können immer noch nicht schlafen. Auch der Hund winselt schon wieder. Nach einer rastlosen Nacht klingelt der Wecker, die Vögel zwitschern wieder und Banley legt sich erschöpft ins Bett. 

Wie von Geisterhand bewegt
Mit zahlreichen Tricks, wie zum Beispiel, das Licht oder die Musik durch Pusten einzuschalten, und durch Schnippen wieder zu löschen, schaffte es der Schauspieler, die Kinder während des ganzen Stücks in seinen Bann zu ziehen. Mehrmals sprechen die Kinder von Zauberei und können es kaum glauben, was der Mann alles mit Magie in Bewegung setzt. Sei es, dass auf der Zeltwand plötzlich ein leuchtendes Fischlein schwimmt oder in einem Schrank die Tassen und Unterteller Karussell spielen. Manche verspürten gar etwas Bammel, als beispielsweise ein Kind ängstlich seine Lehrerin fragt, ob es denn wirklich Zauberei gäbe. Nach dem Ende verlassen die Kindern noch etwas zögernd das Zelt, verabschieden sich dann aber beim Theaterausgang energiegeladen mit den Worten «cools Theater gsi» von Georg Biedermann, dem Verantwortlichen des Kinder- und Jugendbereichs des TAK. 

Erstes Theaterfestival geht erfolgreich zu Ende
Mit den Vorstellungen von «Astons Steine» geht das erste schweizweite Kindertheaterfestival Prima am Mittwoch zu Ende. Georg Biedermann ist mit der Resonanz mehr als zufrieden: «Das Festival wurde überall sehr positiv angenommen. Sowohl die Icila-Vorstellungen für Babys wie auch die Vorführungen für Kindergartenkinder waren fast alle ausverkauft.» Besonders freue ihn, Kinder und Erwachsene gleichermassen begeistern zu können. «Das ist grosse Kunst», so der Theaterpädagoge. (mk)

Letzte Karten für die Aufführung von Astons Steine gibt es nur noch für Mittwoch, 16 Uhr, unter www.tak.li

03. Feb 2020 / 17:35
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