• Präsentation Jahrbuch 13, Schaan
    Gestern präsentierten Hansjörg Quaderer, Sabine Bockmühl, Roman Banzer und Josef Hürlimann (v. l.) das 13. Jahrbuch des Literaturhauses, das dem Förderer Peter Sprenger gewidmet ist. Er ist am 23. Oktober 2018 auf dem Grauspitz tödlich verunglückt.  (Tatjana Schnalzger)

Literarisches Andenken an Peter Sprenger

Das Literaturhaus widmet sein 13. Jahrbuch dem verstorbenen Demokraten Peter Sprenger, der den Verein langjährig unterstützt hat.

Beim Namen Peter Sprenger erinnert sich die Öffentlichkeit  vor allem an den VU-Landtagsabgeordneten und Treuhänder. Mitunter auch an den waghalsigen Bergsteiger, der unter anderem den Mount Everest und den Kilimandscharo bestieg. Dem Germanistik-Dozenten Peter Gilgen soll er einmal erklärt haben, dass dies keine grosse Kunst sei. «Man brauche dazu vor allem Respekt vor dem Berg. Nur Angst haben dürfe man nicht. Dort oben denkt man anders, langsamer, wenn die Luft dünn wird und man dem Tod ins Gesicht blickt», schreibt Gilgen über seinen gleichnamigen Weggefährten. Am 23. Oktober 2018 ist Peter Sprenger auf dem Grat zwischen Schwarzhorn und Grauspitz bei einem Sturz tödlich verunglückt.

Zu finden sind Gilgens Zeilen im 13. Jahrbuch des Literaturhauses, das gestern an der Poststrasse 27 in Schaan vorgestellt wurde. Darin widmen zehn Sprachkünstler aus Liechtenstein ihre Texte der Persönlichkeit Peter Sprenger. Darin offenbart sich eine weitere Rollen von ihm, die manchmal neben all seinen anderen Funktionen in Vergessenheit gerät: Jene des ambitionierten Kulturförderers, wofür ihm gestern ein
literarisches Denkmal geschaffen wurde. 

Persönliche Erinnerungen und historische Abrisse
Zur Einführung las Josef Hürlimann aus dem Vorwort des Sammelbands mit dem Titel «Der aufrechte Gang» vor. Dieses gibt nicht nur Einblick in die nachfolgenden Texte, sondern schildert auch die Beziehung zwischen Peter Sprenger und dem Literaturhaus. Angefangen habe sie 2009, als Roman Banzer ihm in der Universität Liechtenstein, auf der Betonstiege des Foyers, begegnete. Die beiden Triesner kamen ins Gespräch, wobei sich der Literaturhaus-Präsident über die «blöde Absage eines Treuhänders» aufregte. Sofort wurde er von Sprenger in sein Büro eingeladen. Dort nannte Banzer ihm die notwendige Summe. Eine Woche später war das Geld auf dem Konto. «Und so läuft das von jetzt ab immer. Kurz, entschlussfreudig, klar in der Sache», heisst es im Text von Roman Banzer.

Im Vorwort wird die Begegnung zwischen Banzer und Sprenger als «der Anfang einer langen und unkomplizierten Geschäftsbeziehung» bezeichnet. Daraus sei laut Hürlimann ein inniges Verhältnis entstanden, das über den Tod hinaus dauert. Sprenger sei klar gewesen, dass ihm vieles ohne Eigenleistung «in den Schoss gefallen war». Umso mehr wisse es das Literaturhaus zu schätzen, einen solchen Partner im Rücken zu haben. «Wir haben Peter als Freund und grossen Gönner verloren», nannte der Herausgeber den Beweggrund hinter dem Gedenkband.
Anschliessend an das Vorwort betraten Sabine Bockmühl und Roman Banzer die Bühne, um abwechselnd Auszüge aus dem neuen Jahrbuch vorzutragen. Gewisse Texte sind persönliche Erinnerungen der Autoren, die sie mit Peter Sprenger verbinden. Andere, dazu gehören die Beiträge von Wilfried Marxer und Arthur Brunhart, setzen sich mehr aus einem historischen Blickwinkel mit dem Politiker auseinander. Aber auch Gedichte und eine Parabel in Form der «Wildmandli»-Sage, die auf die Verfassungsreform 2003 verweist, finden ihren Platz im Jahrbuch. Hansjörg Quaderer nutzt die Plattform für die Prämisse, dass die Kultur die «eigentliche Staatsraison» sei.

Peter Sprengers Wunsch: «repräsentative Monarchie»
Rupert Quaderer vergleicht Sprenger mit VU-Mitbegründer Wilhelm Beck und Historiker Peter Kaiser, weil sie den demokratischen Grundsatz des Landes verkörpern. Deutlich wird dies auch in Sprengers letztem Landtags-Votum (Dezember 2004), das ebenfalls im Jahrbuch abgedruckt ist. Darin kritisiert der Politiker, dass die Verfassungsnovelle 2003 zu einer «dramatischen Machtverschiebung vom Volk weg hin zum Fürsten» geführt habe. Er gelangt zum Fazit, dass die Monarchie in Liechtenstein nur eine Überlebenschance habe, «wenn sie einen repräsentativen Charakter annimmt». Beim Durchblättern des Jahrbuches wird klar, dass Peter Sprengers Tätigkeitsfeld über das des Demokraten hinausging. (gk)

06. Dez 2019 / 22:47
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