• Fatma Tek und Gülsah Kas, Schellenberg
    Fatma Tek (links) und Gülsah Kas von der Külsat Theater Academy.  (Tatjana Schnalzger)

Külsat verbindet Kunst und Kultur

Nach «Falsches Glück» macht die Külsat Theater Academy eine kurze Pause, bevor das nächste Stück ansteht.
 
Schellenberg ist flächenmässig die kleinste Gemeinde Liechtensteins – und birgt gleich noch eine Besonderheit in sich: Sie hat eine Akademie. Die Külsat Theater Academy. Dahinter steht ein Verein mit rund 50 Mitgliedern, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Kunst und Kultur hierzulande und insbesondere in der Gemeinde zu fördern. Der Vorstand besteht aus insgesamt sechs Verantwortlichen, zwei von ihnen sind Gülsah Kas und Fatma Tek. Über die Einladung, mehr über die Külsat Theater Academy zu berichten, freuen sich die beiden Frauen sehr – «es ist sehr wertvoll, wenn wir uns in der Öffentlichkeit präsentieren dürfen», sagt Gülsah Kas. 
 
Auf sich aufmerksam hat die Akademie auch vergangene Woche mit ihrem Stück «Falsches Glück» auf der TAK-Bühne gemacht. Ein Stück, in dem es um das Schicksal verschiedener junger Menschen geht, die glauben, in den Drogen die Lösung gefunden zu haben. Unter anderem haben sich mehrere Schulklassen das Stück angeschaut, um so das derzeit hoch aktuelle Thema auch in der Schule ins Zentrum zu rücken. Die Schauspielerinnen und Schauspieler haben überzeugt, und die Külsat-Academy darf ihr viertes aufgeführtes Stück «Falsches Glück» als Erfolg verbuchen. Deshalb hat die Academy die Spielzeit im TAK verlängert. 
 
Külsat bietet auch eine berufliche Plattform
 
Was die Külsat Academy ausserdem freut: Wie Fatma Tek sagt, sind auch mehrere Schülerinnen und Schüler auf die Akademie zugekommen mit der Anfrage, im nächsten Stück mitspielen zu dürfen. «Denn genau das ist unser Ziel: So viele Interessierte als möglich zu gewinnen.» Mitmachen kann jeder, der sich für das Theater und die Kunst interessiert.
 
Die Külsat Academy trifft sich einmal wöchentlich immer sonntags. Derzeit ist Theater-Pause – die Musikkurse finden aber nach wie vor statt. Auch dort gilt: Willkommen ist, wer Freude an der Musik hat. Die Teilnehmer werden in Gruppen eingeteilt, so dass Anfänger unter sich sind wie auch Fortgeschrittene. Derzeit sind es zwölf Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die sich regelmässig im Gemeindehaus in Schellenberg treffen. 
 
Für alle, die den Weg in die Theaterwelt nicht nur hobbymässig, sondern auch beruflich einschlagen möchten, bietet die Külsat Academy ebenfalls eine Plattform. Im Rahmen einer vierjährigen Ausbildung – jeweils am Wochenende – gibt es ein Zertifikat, das im Kunstbereich an der türkischen Universität anerkannt ist. Wie Gülsah Kas sagt, sind es derzeit fünf junge Erwachsene, die diese Ausbildung absolvieren. 
Die Külsat Theater Academy wurde ursprüngich vom Theaterschauspieler, -regisseur und -pädagogen Nurettin Kücükmotor , dem Vorstandsvorsitzenden des Vereins, im Jahr 2010 in Istanbul gegründet. Die Zweigstelle in Liechtenstein wurde im April 2017 ins Leben gerufen. Es finde ein regelmässiger Austausch mit Istanbul statt, sagt Gülsah Kas. Auch die Stücke werden mit dem Regisseur in Istanbul ausgewählt und besprochen. Im ersten Jahr der Külsat Theater Academy war dies das französische Musical «Notre Dame de Paris», darauf folgte das türkische Spiel «Insanlik hali» (zu deutsch: «menschlich»), dann ein Kindertheater mit Konzert, bevor vergangene Woche ihr aktuellstes Stück «Falsches Glück» aufgeführt wurde.
 
Integrationsgedanke an oberster Stelle
 
Ziehen Fatma Tek und Gülsah Kas ein Fazit der vergangenen drei Jahre, sind sie sich einig: «Wir sind zufrieden und stolz auf das, was wir bislang erreicht haben.» Und sie sind dankbar: «Die Gemeinde Schellenberg steht uns sehr offen gegenüber und unterstützt uns, indem sie uns die Räumlichkeit für die regelmässigen Treffen und Proben zur Verfügung stellt.» Die beiden Frauen rufen Interessierte dazu auf, an einem Sonntag zwischen 12 und 14 Uhr im Gemeindehaus bei der Külsat Theatre Acadamy vorbeizukommen. «Egal welche Herkunft, Religion oder politische Zugehörigkeit: Alle sind herzlich willkommen», sagt Fatma Tek und Gülsah Kas ergänzt dann: «Der Integrationsgedanke steht an oberster Stelle.» (bfs)
11. Mär 2020 / 07:00
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