• Manisha Singhania in Triesen
    Yoga-Meisterin Manisha Singhania bringt ein Stück indische Kultur nach Liechtenstein.  (Daniel Schwendener)

Körper und Seele im Einklang

Während der India-Week gibt es im Gasometer indische Kultur zu entdecken. Unter anderem Yoga.

Musik braucht es keine, der eigene Atem gibt den Takt vor. Der Brustkorb hebt und senkt sich, durch den Körper strömt ein wohliges Gefühl. Mit aufeinandergelegten Handflächen begrüsst Yoga-Trainerin und –Therapeutin Manisha Singhania die Kursteilnehmerinnen. Noch bis Freitag lädt die Yoga-Meisterin aus Indien viermal täglich zu einem 45-minütigen Kurs ein – passend zur India-Week, die diese Woche dem Motto «East meets West» gewidmet ist. Zweifelsohne – Yoga gehört zu Indien wie das Mausoleum Taj Mahal in Agra. Kaum irgendwo lässt sich die Spiritualität authentischer erleben als in dem grossen Land in Südasien. Weil es aber nicht gerade um die Ecke liegt, hat Manisha Singhania ein Stück dieser bunt schillernden Kultur nach Liechtenstein gebracht. Seit Montag lehrt sie im Raum der Kleinkunstbühne in der Alten Weberei in Triesen, schräg gegenüber vom Gasometer, das klassische Hatha-Yoga. Das ist eine Form des Yoga, bei der das Gleichgewicht zwischen Körper und Geist vor allem durch körperliche Übungen, durch Atemübungen und Meditation angestrebt wird. 

Gegenseitig die Kultur näherbringen
Bevor es an die eigentlichen Übungen geht, gibt es erst ein Warm-up. Manisha Singhania fordert auf, zwölfmal mit den Augen im Uhrzeigersinn zu rollen, dann zwölfmal gegen den Uhrzeigersinn. Dann diagonal: Der Blick wandert von rechts oben nach links unten. Zehnmal, dann von links oben nach rechts unten. Mit Kopfkreisen wird das Genick aufgewärmt, nach und nach kommt jeder Körperteil mit kleinen, wiederholenden Bewegungen zum Einsatz – von Kopf bis Fuss. Dann geht es an die Übungen – jede Bewegung wird durch die Atmung begleitet. Die Energie soll fliessen, insbesondere zwischen den sieben Chakren, die Hauptenergiezentren des Menschen. 
Manisha Singhania lebt und arbeitet in Hyderabad, der Hauptstadt des südindischen Bundesstaates Telangana. Als Yogalehrerin und Therapeutin arbeitet sie eng mit Spitä­lern zusammen, wie sie nach 
dem Kurs erzählt. Sie hilft Kindern, unterstützt insbesondere schwan­gere Frauen und arbeitet mit Menschen mit einer Behinderung. Bereits zum fünften Mal ist sie nun schon nach Liechtenstein gereist – eigens für die India-Week. Es ist kein bisschen übertrieben, wenn man sie Yoga-Meisterin nennt – «sie ist wirklich eine Koryphäe», sagt Pankaj Agarwal, Präsident des India-Clubs, der sich 2015 gegründet hat. Ziel des Vereins ist es, den Austausch zwischen den beiden Ländern Indien und Liechtenstein zu fördern und sich gegenseitig die Kultur näherzubringen. Highlight für den Verein ist jeweils die India-Week, die der Verein nun zum zweiten Mal mit dem Gasometer organi­siert. Ganz zur Freude von Gasometer-Leiterin Petra Büchel.

Werke mit Aquarell-Tusch und Ölkreide
«Herzstück der India-Week ist die Ausstellung von Alka Mukerji», sagt Petra Büchel. Die New Yorker Malerin mit indischen Wurzeln stellte ihre Arbeiten unter anderem in Tokyo, Pune, New York und Mumbai aus. Exklusiv der 300-Jahr-Feier gewidmet, präsentiert sie im Gasometer ihre Kunstwerke «300 years Liechtenstein from an Indian perspective». Mit ihrer Vernissage am vergangenen Samstag machte sie den Auftakt zur diesjährigen India-Week. Noch bis Sonntag bereichern ihre Werke den Gasometer. Insbesondere arbeitet die Künstlerin mit Aquarell-Tusch und Ölkreide nach alter, indischen Tradition. Ihre Bilder sind geprägt von Bergen, vom Rhein und dem Schloss, ebenso wie von typisch indischen Motiven. Erwähnenswert sind die bunten Farben, wie das leuchtende Orange oder das grelle Gelb. Genauso gern verwendet sie aber auch Farben wie ein liebliches Rosa oder zartes Grün. 
Auch die Musik soll an der India-Week nicht zu kurz kommen. Mit dem Tal Gamlielo Trio gibt es morgen, Mittwoch, um 20.30 Uhr in der Musikschule Triesen eine aussergewöhnliche Mischung aus original indischer Musik und Jazz mit Einflüssen aus Indien und Israel. Weiters gibt es morgen, Mittwoch, einen Business Round Table im Gasometer. Beginn ist um 17.30 Uhr, mit dabei ist Richard Fritschi und Maurice Pedergnana. Moderiert wird das Gespräch von Thomas Zwiefelhofer. 
Am Donnerstag ist im Gasometer ein Filmabend angesagt. Gezeigt wird um 20.30 Uhr ein Dokumentarfilm über die ergreifende Geschichte des Jack Preger «Docteur Jack», ein britischer Arzt, der sich und seine Arbeit als Mediziner den Armen und Kranken der indischen Grossstadt Kolkatta widmete.  
Mit einer Abschlussparty am kommenden Samstag, ab 20 Uhr, geht die India-Week schliesslich zu Ende. Aufgetischt werden leckere Köstlichkeiten aus Indien. 

Perfekter Start in den Tag: Namasté
Zurück im Raum der Kleinkunstbühne in der Alten Weberei: Der Brustkorb hebt und senkt sich und es fühlt sich an, als werde der ganze Körper von Energie durchflutet. In der letzten Stunde hat Yoga-Meisterin Manisha Singhania Übungen vorgezeigt, die Teilnehmerinnen haben es ihr nachgemacht. Nicht immer war es einfach, das Gleichgewicht zu halten und richtig mit der Bewegung zu atmen. Die Beweglichkeit hat ausserdem auch ihre Grenzen. Diese sei aber auch gar nicht so wichtig, wie Manisha Singhania sagt. Wichtig sei vielmehr, dass die Übung korrekt ausgeführt wird. Darauf legt die Yogalehrerin viel wert – und korrigiert entsprechend die Teilnehmerinnen. 
Nach 75 Minuten verabschiedet sich Manisha Singhania wieder, nach einer kurzen Meditation am Ende der Yoga-Stunde. Der Geist fühlt sich frei, der Körper zwar gefordert und dennoch leicht. Kurzum: Der Start in den Tag könnte nicht perfekter sein. In diesem Sinne: Namasté! Denn die dazugehörige Geste steht für die Überzeugung, dass sich in jedem Menschen etwas Höheres befindet – und zwar im Herzen. (bfs)

12. Nov 2019 / 07:00
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