• Eine Künstlerin mit Humor und viel Optimismus: Bella Farny aus Schellenberg.

«Ich bin ein Stehauf-Frauchen»

Musikerin und Schauspielerin Bella Farny hat schon andere Krisen, wie ihre Brustkrebsdiagnose vor rund zehn Jahren, gemeistert.

Als Madonna-Double mit ihrer Madonna-Tribut-Show ist sie schon im BMW-Haus aufgetreten, bevor die wirkliche Madonna die Bühne im Olympiastadion betrat: Bella Farny. Auch die beiden Grössen Marilyn Monroe und Marlene Dietrich hat die Künstlerin schon gedoubelt. Sie tanzte schon als Showgirl im Polygon Varieté in Zürich, spielte Theater in Solothurn, tourte mit der Musical-Show «The Best of Broadway» durch ganz Europa und auf Kreuzfahrtschiffen durch die Karibik. Derzeit steht ihr künstlerisches Schaffen still, so auch ihr aktuelles Musikkabarett-Solo-Programm «Gesack&Radau». «Die Aktivierung des Programms ist noch lahmgelegt, denn die Theaterhäuser schweben in der Ungewissheit, wann es denn endlich wieder losgehen darf oder ob es überhaupt wieder losgeht», sagt Bella Farny. Ausserdem hätte sie schon rund 40 Konzerte und Auftritte zugesagt bekommen, doch auch diese sind nun alle abgesagt beziehungsweise verschoben.   

«Ein medizinisches  Wunder»

«Diese Krise beeinflusst mich total», sagt Bella Farny. Finanziell habe es sie «total flachgelegt.» Sie versuche, Wege zu finden, ganz lasse der Staat einen ja auch nicht hängen. «Und das ist nicht selbstverständlich.» Sie verfolge natürlich auch das Weltgeschehen und lasse sich davon inspirieren – «denn es muss ja und wird auch irgendwann mal wieder weitergehen». Manchmal könne man die Dinge eben nicht planen und alles komme anders als gedacht. «Aber ich bin ein Stehauf-Frauchen!» Dass sie wirklich eines ist, hat Bella Farny bereits 2011 bewiesen, als sie die Diagnose Brustkrebs bekam. Aufgeben war für sie keine Option – auch wenn sie manchmal glaubte, mit der Diagnose das Todesurteil erhalten zu haben. Schliesslich konnte sie den Krebs besiegen, für die Ärzte sei sie ein medizinisches Wunder. «Es ist schon so: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.» Song: «Schluss mit em Coronavirus» Aktuell arbeitet Bella Farny an neuen Songs für ein Album. «Dies dauert und dafür brauche ich Zeit, Inspiration und hoffe, dass die Muse mich dabei küssen wird», sagt die Künstlerin. Ein Album auf die Beine zu stellen sei für sie ein intensiver Prozess – zusätzlich gebe es noch viele Dinge, die sie gerne mal machen möchte, wie beispielsweise ein Buch schreiben, vielleicht sogar ihre Biografie. Ebenso plant sie ein zweites Musikkabarett-Comedy-Programm.   Auch musikalisch hat sich Bella Farny mit der Pandemie beschäftigt und den Song «Schluss mit em Coronavirus» auf Berndütsch geschrieben. «Den habe ich im hinteren Schellenberg im Wald drinnen aufgenommen», erzählt sie. «Es war eine Inspiration, verwurzelt in der Natur mit diesen Wurzeln in der Erde.» Alleine die Vögel, die zum Song mitgepfiffen hätten, seien ein «absolutes Highlight und ein magisches Erlebnis» gewesen. 

Gutes Netzwerk in England wie auch in den USA

Zwei weitere Songs von ihrer EP-CD sind zeitlos und passen ebenfalls perfekt in diese Corona-Zeit: «I bruche Zyt» und «Go and Change». «Wir alle brauchen jetzt eben Zeit für ganz unterschiedliche Dinge», sagt Bella Farny. Mit dem Song «I bruche Zyt» oder auf englisch «Time For Myself» hat Bella Farny übrigens ihre einstige Brustkrebsdiagnose auf kreativer Ebene verarbeitet. Denn auch damals musste sie sich Zeit nehmen – für sich und ihre Gesundheit.  Aufgewachsen ist Bella Farny in bernerischen Ostermundingen. Ihre Mutter ist gebürtige Liechtensteinerin, ihr Vater Berner. Schliesslich hat es die Künstlerin nach Schellenberg verschlagen. Im Kunstbereich in Liechtenstein Fuss zu fassen, sei gar nicht einfach: «In dem viertkleinsten Staat Europas, dem sechstkleinsten Staat der Welt und bei 160 Quadratkilometern ist dann bald mal Schluss.» Die Kultur habe in Liechtenstein allerdings einen sehr hohen Stellenwert, sagt sie. «Die Liechtensteiner sind ein lustiges Volk, immer up to date, total interessiert und neugierig.» Künstlerisch bewege sie sich aber auch in den Nachbarländern wie der Schweiz, Deutschland und Österreich und gebe dort private wie auch öffentliche Konzerte. Ausserdem pflege sie ein gutes Netzwerk in England wie auch in den USA. 

Den Künstlernamen  zusammengebastelt

Wie es zu ihrem Künstlernamen «Bella Farny» gekommen ist, sei eine lange Geschichte, wie die Musikerin und Schauspielerin sagt. Kurz und knapp erklärt sie: «Bella kommt von Bellä aus Bern.» Dort würden alle Namen verhunzt – beispielsweise heisse eine Beatrice Bellä, ein Martin Tinu, aus Monika wird Monä und aus Silvia Silä. Ihr Vater stammte ursprünglich aus der Gemeinde Fahrni in Bern. «Ich wollte etwas Internationales daraus basteln, deshalb Farny.» Und: Es gebe sogar ein Bier, das Farny heisst: «Ich habe es zum ersten Mal im Casino in St. Gallen entdeckt und musste grad schmunzeln.»  Ist die Corona-Krise vorbei, möchte Bella Farny dort weitermachen, wo sie stehen geblieben ist – «ich möchte zurück auf die Bühne, Konzerte geben, mit meinem aktuellen Musikkabarettprogramm «Gesack&Radau» Auftrittsmöglichkeiten bekommen, ich möchte Songs schreiben und weiter akquirieren und einfach die Menschen glücklich machen und verzaubern.» Mit Witz, Humor ebenso wie Tiefgang wolle sie das Publikum auf eine Reise mitnehmen, so dass die Besucher am Ende freudig nach Hause gehen. «Wenn mir dies gelingt, bin ich auch happy.»

Serie – Teil 47
Das «Vaterland» hat sich bei liechtensteinischen freischaffenden Kulturschaffenden, die im In- und Ausland arbeiten, erkundigt, wie es ihnen derzeit geht und was die derzeitige Lage für sie konkret bedeutet. Heute mit der Musikerin und Schauspielerin Bella Farny aus Schellenberg, weitere Kulturschaffende folgen. 

14. Mai 2020 / 11:26
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