• Princely Liechtenstein Tattoo in Schellenberg
    Trotz des Regens ein tolles Spektakel: Das Princely Tattoo.  (Tatjana Schnalzger)

Hochgefühl und Gänsehaut

Das «Princely Tattoo» feierte am Donnerstag Premiere. Die Darsteller glänzten trotz Dauerregen.
Schellenberg. 

Schon von weitem erklangen Dudelsäcke – jeder Schritt, mit dem sich die Besucher der Burgruine Schellenberg näherten, liess die Instrumente lauter hallen. Und damit bei den Besuchern betörende schottische Hochland-Atmosphäre aufkommen. Nicht zuletzt auch deshalb fühlte es sich überaus authentisch an, gehört zu Schottland der Regen doch wie die Pfeifen zum Dudelsack. Und an jenem Donnerstag Abend, an dem vor zwei Tagen das «Princely Tattoo» seine Premiere feierte, regnete es nur einmal – und zwar von Anfang an bis zum Schluss – und bis spät in die Nacht hinein. 

Fotostrecke: «Princely Tattoo» in Schellenberg
Princely Liechtenstein Tattoo, Schellenberg
Princely Liechtenstein Tattoo in Schellenberg
Princely Liechtenstein Tattoo in Schellenberg
Princely Liechtenstein Tattoo in Schellenberg
Princely Liechtenstein Tattoo in Schellenberg
Princely Liechtenstein Tattoo in Schellenberg
Princely Liechtenstein Tattoo in Schellenberg
Princely Liechtenstein Tattoo in Schellenberg
Princely Liechtenstein Tattoo in Schellenberg
Princely Liechtenstein Tattoo in Schellenberg

Eingepackt in warmen Kleidern, die wiederum grüne, blaue, rote, ebenso wie durchsichtige Regenpellerinen vor Nässe schützen sollen, wollten sich die Besucher vom Wetter allerdings nicht hindern lassen, das Spektakel hoch über der Gemeinde Schellenberg auf der geschichtsträchtigen Ruine zu geniessen. So hiess es schliesslich auch kurz nach 20.30 Uhr  – begleitet von einem donnernden Kanonenschuss – im Chor: «Ruine frei!»  

Mit Stimmen geglänzt und unter die Haut gegangen
«Bühne frei» hiess es dann erst einmal für die Eröffnungszeremonie mit «The Princely Tattoo Salute» und Vertretern aller Teilnehmer sowie dem Liechtensteiner Scharfschützen Militär-Kontingent «Letzter Auszug 1866». Es folgte die Polizeimusik St. Gallen. Rund 40 Mitglieder brachten nach einem anmutigen Eröffnungs-Auftakt Schwung zwischen die Mauern der Burgruine. Währenddessen wartete der Divertimento Chor Schaan – unter der Leitung von Christian Nipp – auf seinen Auftritt. In Regenmäntel gehüllt, traten sie schliesslich auf die Bühne, ab und an blitzten die wunderschönen roten Abendroben zwischen den schwarzen und grauen Mänteln hervor. Dem Erscheinungsbild tat dies allerdings keinen Abbruch – ihre Stimmen glänzten umso mehr und gingen unter die Haut. 

Perfekte Performance, trotz Schmierseife
Das Markenzeichen eines jeden Tattoos sind die vereinigten Dudelsackspieler und Trommler, die Massed Pipes and Drums. Und natürlich fehlten sie auch an diesem «Princely Tattoo» nicht. Wieder wusste die Formation zu begeistern, schliesslich übertönte der Applaus den Regen, der schier ununterbrochen in Strömen vom Himmel fiel. Auch die Tänzerinnen der «Rojahn Academy of Irish Dance» liessen sich vom Regen nicht einschüchtern, auch Rutscher nahmen die taffen Frauen in Kauf. Durch den Dauerregen muss sich der steinerne Boden wie Schmierseife angefühlt haben. Damit umzugehen, zeichnet richtige Profis aus. 
Wenn die Rede von Profis ist, dürfen die vier jungen Frauen der «Cyclingformation» aus der Schweiz nicht ausser Acht gelassen werden. Trotz Rutschpartie brillierten sie auf ihren Kunsträdern, bewahrten Nerven und wurden mit Applaus und «Bravo-Rufen» belohnt. «Bravo-Rufe» ernteten ebenso die «Lucerne Marching Band» sowie die beiden Schweizer Formationen «Drumscorps» und «Drumpact», die sich ein imposantes Battle lieferten. Genauigkeit, Fingerfertigkeit, Rhythmusgefühl – allesamt beherrschten sie die hohe Kunst genauester Choreografie. 

Gemeinsam dem Spektakel i-Pünktchen verliehen
Die rund 60-köpfige Marchingband Door Vriendschap Sterk aus Holland ist bekannt für ihren unverwechselbaren Sound und gehört zu den Top Marchingbands der Welt. Für das «Princely Tattoo» sind die Holländer eine Bereicherung und nach ihrem Auftritt war es kaum vorstellbar, dass es noch irgendjemand schafft, diesem Spektakel das i-Pünktchen aufzusetzen. Das Sahnehäubchen kam dann aber tatsächlich noch und zwar im grossen Finale, bei dem alle 300 Musikerinnen und Musiker – inklusive der Princely Castle Band – ein unvergessliches Programmende bescherten. 

Heiter und charmant führte Marcus Vogt durch das «Princely Tattoo». Und zwar durch ein sehr gelungenes. Für die einen oder anderen war die Aufführung vielleicht eine Zitterpartie, mutierte die grosse Premiere wetterbedingt quasi zur Hauptprobe. Denn diese musste am Nachmittag wegen der heftigen Regenfälle abgebrochen werden. Demnach könnte man sagen: Doppelt geglückt. Zum einen die Hauptprobe, die dann eben auch gleich zur Premiere wurde. 

Wermutstropfen: Schleppende Finanzierung
Begeistert von dem «Princely Tattoo» waren nicht nur die Besucher, sondern auch der Gründer dieses Spektakels: Pascal Seger. Nur einen Wermutstropfen erwähnte der Veranstalter, und das war noch nicht einmal wegen dem Regen: «Noch immer ist die Finanzierung des Princely Tattoo weder mittel- noch langfristig geregelt», bedauerte er. Hoffnungsvoll blicke er aber in die Zukunft, sagte er, bevor das grosse Finale noch einmal bewusst machte, wie schade es wäre, auf das «Princely Tattoo» künftig verzichten zu müssen. Am Donnerstag Abend waren es definitiv nicht das kühle Nass vom Himmel herab, das für Gänsehaut sorgte. Vielmehr war es der besondere Mix von Tradition und Moderne, der unter die Haut ging und das Publikum mit Hochgefühl erfüllte. (bfs)

Letzte Aufführung am Samstag, 7. September. Arealöffnung 18 Uhr, Showbeginn 20.30 Uhr.

Weitere Infos unter www.princely-tattoo.li

06. Sep 2019 / 19:36
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