•  (Tatjana Schnalzger)

Geschicktes Spiel mit Vorurteilen

Noch knapp eine Woche, dann feiert die neuste TAK-Eigenproduktion «im finsteren Haus» Premiere. Derzeit sind die Endproben mit den drei Schauspielern Christiani Wetter, Philip Heimke und Nikolaus Schmid in vollem Gange.

«Nur zu! Sie können loslegen und durchspielen», fordert eine junge Frau (Christiani Wetter) einen Besucher (Nikolaus Schmid) auf dem Minigolfplatz auf. «Ich muss sowieso warten», entgegnet der zirka 30-jährige Mann, während die junge Frau die Golfbahnen reinigt. Als der Mann ihr Tipps zu den besten Putzmitteln für verstopfte Abflüsse gibt, fragt die junge Frau halb erstaunt, halb anzüglich: «Sind sie professioneller Werbeträger? Sie haben so was an sich; gutaussehend und so was». Im Verlaufe der Diskussion stellt sich heraus, dass die junge Frau die 16-jährige Tochter des Platzbesitzers ist und weil sie in seinem zweiten Standbein, einem Kiosk, noch keinen Alkohol verkaufen darf, stattdessen den Platz in Schuss hält. 

Das Schweigen wird gebrochen
Der Minigolf spielende Mann ist Terry, ein seriöser Sicherheitsfachmann, der seit langer Zeit wieder einmal auf seinen Bruder Drew (Philip Heimke) trifft. Die Beiden haben sich nichts zu sagen, denn die Brüder sind komplett verschieden: Drew ist ein erfolgreicher Anwalt, Terry ein verschlossener Einzelgänger, der mit seiner von Missbrauch geprägten Kindheit zu kämpfen hat. Als Drew Terrys Hilfe braucht, will Terry endlich mal seine verstörende Vergangenheit aufarbeiten und mit Drew über lange Zeit verschwiegene Ereignisse reden. «Du bist doch kein Idiot? Du weisst, was ich sagen will?», fährt es aus Terry heraus. «Schade, dass wir verwandt sind! Sonst könnt ich dich einfach verhauen!» Und weiter: «Machs gut, kleiner Wixxer». Doch Drew lässt nicht locker und entschuldigt sich bei seinem Bruder, bis dieser sein Herz öffnet. «Es gab kein einziges Mal, wo es mir nicht gefallen hätte. Das ist das Komische daran.» Während das Publikum schon längst dachte zu ahnen, auf was die Geschichte hinausläuft, nimmt die Handlung ständig neue Wendungen. 
Was der Autor Neil LaBute in seinem Psychothriller aufdeckt, ist erschreckend und faszinierend zugleich. «Es geht nicht darum, dass es nur Gut und Böse gibt», erklärt Regisseur Oliver Vorwerk. Im Endeffekt ginge es darum, dass wir alle Mittel benutzen, um unsere Ziele zu erreichen. «Der Autor spielt sehr geschickt mit unseren Vorurteilen». 
Die Inszenierung und auch das Stück an sich führt den Zuschauer in die Falle, dass der Betrachter denkt, er weiss, wie die Geschichte ausgeht. Durch den ausgeklügelten Spannungsbogen zieht die Handlung den Zuschauer stark ins Geschehen hinein, mitunter auch darum, weil es immer wieder zu Überraschungen kommt. 

Spannende Erzählung
Oliver Vorwerks Inszenierung kommt mit einfachsten Hilfsmitteln aus – arrangiert von Ausstatterin Christine Bertl; wie einem Ästehaufen in der Mitte der Bühne, der immer wieder als Hindernis knacksend zum Einsatz kommt. Im Zentrum steht die Sprache, die Dialoge wie auch die kleinsten Bewegungen, auf die Oliver Vorwerk bei den Proben eine grosse Bedeutung legt. Trotz des ernsten Themas sollen die Besucher gut unterhalten werden, sagt Vorwerk. Wie der Einblick beim Probenbesuch zeigte, verspricht der Regisseur dabei nicht zu viel. (mk) 


«In einem finsteren Haus» von Neil LaBute feiert am Sa, 15.9. um 20.09 Uhr Premiere im TAK in Schaan. Weitere Aufführungen am 22.9. und 27.9.

10. Sep 2018 / 15:46
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