• Kulturprojekt in Vaduz
    Freuen sich auf das Projekt «Mit #Abstand auf Kultour»: Kulturministerin Katrin Eggenberger und der Vaduzer Bürgermeister Manfred Bischof.  (Daniel Schwendener)

Eine rollende Bühne für Künstler

Vom 22. Juli bis zum 2. September heisst es jeweils mittwochabends: Bühne frei für Liechtensteins Kulturschaffende. Die Anmeldung läuft.

Eine schwierige Zeit liegt hinter den Kulturschaffenden – denn was ist ein Künstler ohne Bühne? Restlos alle Auftritte seit März hat Covid-19 den Künstlerinnen und Künstlern geraubt. Das Ministerium für Äusseres, Justiz und Kultur sowie die Gemeinde Vaduz möchten all den Betroffenen während mehrerer Wochen wieder ein Stück ihrer verlorenen Bühnenzeit zurückgeben. «Alle sollen zurück auf die Bühne können», sagte Kulturministerin Katrin Eggenberger. Gemeinsam mit Bürgermeister Manfred Bischof  stellte sie gestern das Projekt «Mit #Abstand auf Kultour» mitten im Vaduzer Städtle den Medien vor. In gemütlichem Rahmen – zwar ohne Kuchen, aber mit Kaffee. Serviert von Roman Eggenberger vom Granville Café aus dem liebevoll renovierten alten Citroën heraus. 

Pferdeanhänger zu Bühne umfunktioniert

Alleine der Anblick dieses alten Citroëns lässt die Herzen der Oldtimer-Liebhaber gleich höher schlagen. Dass er von Juli bis September aber gleich zum Hauptakteur in Vaduz wird, wusste bis gestern kaum jemand. Denn er wird die rund vier Meter lange Bühne ziehen, auf der Liechtensteins Künstler ihren Platz bekommen werden. Eine Bühne, wie sie zuvor so noch niemand gesehen hat. Denn Roman Eggenberger und Kurt Ospelt, die Inhaber des Granville Cafés, haben nichts anderes als einen Pferdeanhänger zu einer Bühne umfunktioniert. Der Citroën wird während rund fünf Wochen an verschiedenen Plätze durch das Vaduzer Städtle rollen und dabei mittels Vorrichtung die Bühne jeweils mittwochabends zu diversen Schauplätzen ziehen. Roman Eggenberger freut sich auf dieses Projekt, entsprechend seien die notwendigen Vorkehrungen bereits getroffen. «Wir sind bereit!», sagt er. Nun liegt es an den Künstlern, diese Bühne auch zu nutzen und mitten im Städtle für Begeisterung zu sorgen. Sei es mit Musik, Literatur, Theater oder darstellender Kunst. «Alle Sparten sind auf dieser kleinsten Bühne auf Rädern herzlich willkommen», sagt Katrin Eggenberger. 

Projekt hat sich aus Privatinitiative entwickelt

Die Erlebnisbühne ist aus einer Privatinitiative entstanden: Mit ihrer Idee stiessen Roman Eggenberger und Kurt Ospelt beim Ideencamp 2019 auf Begeisterung. Sie gehörten zu den zehn Gewinnern, die von den Mentoren unterstützt wurden, eine Crowdfunding-Kampagne zu lancieren. In ihrem Citroën rollen die beiden seit Mai 2019 durchs Land und servieren Kaffee und Kultur. Mit ihrer Kampagne vergangenes Jahr sammelten sie das nötige Geld, um eine mobile Bühne zu finanzieren. Diese ist beschriftet und verfügt über eine modulare Erweiterung; ein professionelles Licht- und Soundsystem gehört ebenfalls zur Ausstattung. 

«Kultur wieder leben, spüren, sehen»

«Wir sind uns natürlich bewusst, dass ein solches Projekt nicht der Rettungsschirm für die Kulturschaffenden des Landes sein kann», sagte Katrin Eggenberger. Es sei aber vielmehr ein erster Schritt, um vor allem die Wahrnehmung der Kultur wieder zu steigern. «Wir müssen Kultur wieder leben, sie spüren und sehen, damit wir sie auch wertschätzen.» Das Projekt sei daher nur eine von mehreren Massnahmen, um den Kulturschaffenden den Weg in die neue Normalität zu ebnen und sie zu unterstützen. 

Mit ihr freut sich auch Bürgermeister Manfred Bischof auf die verschiedenen Darbietungen der Kulturschaffenden. «Die kleinste Bühne auf Rädern in Liechtenstein heisst alle Besucher herzlich willkommen, ganz nach dem Motto «Wir schaffen Raum für Begeisterung».

Anmeldung für Künstler läuft per sofort
Kulturschaffende können sich ab sofort auf auftritt@kultour.li anmelden, die Unterlagen können unter www.vaduz.li/kultour oder www.kultour.li heruntergeladen werden. Es braucht nicht viel: Name, Kontaktdaten, Wunschdatum für einen Kulturmittwoch und eine Idee für den Auftritt genügen. Mit den Interessierten wird sodann Kontakt aufgenommen und die Planung besprochen. 

Finanziert von der Regierung und der Gemeinde Vaduz, bekommen die Kulturschaffenden eine Gage. Die Künstler haben die Möglichkeit, zusätzlich zu der fixierten Gage während ihres Auftrittfensters auch ein Hutgeld zu sammeln. Es handelt sich um eine rollende Planung; das Ministerium wird jeweils kurz vor dem Kulturmittwoch informieren, wer auf der Bühne stehen wird. (bfs)

10. Jul 2020 / 06:00
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