• Vaduz Classic Youtube Stars
    Die US-Amerikanerin Caroline Campbell ist nicht nur in der Welt der Klassik sehr erfolgreich sondern auch in der populären Musikszene, was ihr den Spitznamen «Violinistin der Stars» einbrachte.  (Rudi Schachenhofer)

Ein Tanzabend mit grossem Orchester

Einen Abend voller Ohrwürmer und Evergreens aus der klassischen Musik präsentierte das SOL am Samstag Abend beim Vaduz Classic.

Den Zugang zur klassischen Musik «auf spielerische Weise zu vermitteln», sei ein grosses Anliegen der Stiftung Vaduz Classic, so Stiftungsrat Franz Berger bei der Begrüssung. Dieses Anliegen hatten an diesem Abend die Programmverantwortlichen auf alle Fälle berücksichtigt, denn es erklang kaum eine Melodie, die das Publikum nicht kannte. Die Stars des Abends waren mit Caroline Campbell und Petrit Çeku, zwei Vertreter einer «völlig neuen Generation von Musikern», die Youtube als Bühne für klassische Musik erkannt und Millionen Fans  gewonnen haben.

Die US-Amerikanerin Caroline Campbell ist nicht nur in der Welt der Klassik sehr erfolgreich sondern auch in der populären Musikszene, was ihr den Spitznamen «Violinistin der Stars» einbrachte. Auftritte und Aufnahmen mit Sting, Michael Bublé oder Rod Stewart zeugen davon, ebenso war sie an berühmten Filmmusiken wie «Pirates of the Carribean» – die auch an diesem Abend erklang – beteiligt. Der junge Kosovare Petrit Çeku hat sich als Virtuose an der klassischen Gitarre international etabliert und konnte einige Wettbewerbe gewinnen. Klassik-Fans aus der Region kennen ihn vom Festival «Next Generation» in Bad Ragaz.

Solisten mit Perfektion und Leidenschaft

Bevor die Solisten im Rampenlicht standen, sorgte das SOL unter der Leitung von Kevin Griffiths mit einem Jig aus der «Irish Suite» von Leroy Anderson für einen beschwingten Auftakt. Griffiths führte auch als Conférencier durch den Abend, wobei er des öfteren für Unterhaltung sorgte, denn er hatte ein besonderes Anliegen: Das Publikum zum Tanzen zu bringen. Denn Tänze aus aller Welt waren ein Schwerpunkt des Abends: vom Walzer über Tango bis zu armenischen Volkstänzen. In eine bezaubernde rote Robe gehüllt, betrat Caroline Campbell die Bühne und begann mit einer Passage aus Bizets «Carmen» – man merkte ihr die Leidenschaft und Spielfreude an jedem perfekt getimten Strich des Geigenbogens an. Auch den feurigen Csárdás spielte sie in beeindruckender, aber nicht unterkühlter Perfektion. Eher sanfte Melodien folgten, Tschaikowski’s «Dornröschenwalzer» und die Cavatina aus Stanley Myers Filmmusik zu «The Deer Hunter» an. Bei letzterer schwelgte das SOL geradezu in Çekus verträumtem Gitarrenspiel. Für einen kurzen Ausflug in die Popmusik sorgte «Eleanor Rigby» von den Beatles, überraschenderweise wurde das A-Capella-Stück mit den berühmten Streicherpartien von Çeku auf der Gitarre interpretiert. Er versuchte, der an sich einfachen Melodie mit seinem Spiel Virtuosität einzuhauchen, was stellenweise doch etwas manieriert wirkte.

Ein Walzer zum Mittanzen

Ein grosser Sprung war es von dort zu Aram Chatschaturjans turbulentem «Säbeltanz», auch so ein Klassiker. Die SOL-Bläser zeigten dabei ihr Können, ebenso im darauffolgenden Sirtaki, wobei sogar zwei Saxofonisten mit Strohhüten Urlaubsstimmung verbreiteten. Klappte es dabei noch nicht so ganz, das Publikum zum Mitstampfen zu bringen, gelang es Kevin Griffiths nach der Pause, das Eis zu brechen. Erst eines, dann zwei, dann drei und immer mehr Paare tanzten den bekannten «Walzer Nr. 2» von Schostakowitsch mit. Sonst standen in der zweiten Hälfte hauptsächlich lateinamerikanische Tänze auf dem Programm, zweimal Tango, «America» und «Mambo» aus dem Musical «Westside Story», zum Finale dann «Danza española» aus der Oper «La vida breve», wo beide Solisten auf der Bühne standen. Die Kastagnetten klapperten und Campbell und Çeku setzten sich noch einmal in Szene. Doch es blieb nicht dabei, auch in der ersten Zugabe spielten sie ein hörenswertes Duett, «Fields of Gold» von Sting, an.

Doch der tosende Applaus riss nicht ab und das SOL spielte noch zwei Zugaben, ein Stück aus der Tanzshow «Lord of the dance» und die Filmmusik zu «Mission Impossible». So ging ein schillernd buntes Programm zu Ende, das sicher bei einigen das Interesse für klassische Musik weckte. (jk)

 

25. Aug 2019 / 15:37
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