• eniVier, Ruggell
    EniVier umarmten ihr Publikum ein letztes Mal musikalisch.  (Tatjana Schnalzger)

Ein Hoch auf EniVier

Nach fast 100 Konzerten beendete «EniVier» im Restaurant Kommod in Ruggell mit einer Abschiedsvorstellung die Bandkarriere.

Nicole hatte alle Hände voll damit zu tun, den Besuchern ihre Plätze aufzuzeigen, ihnen ein Cüpli zur Begrüssung einzuschenken und immer wieder an der Bar neue Flaschen zu öffnen. EniVier sassen dabei im Hintergrund, beobachteten das Geschehen und freuten sich. Über 100 Leute waren zu ihrem Konzert ins Restaurant Kommod gekommen. Für mehr reichten die Plätze nicht. Das Konzert war schon lange im Voraus geplant gewesen. «Bei der Proben dachten wir auf einmal, wir hören auf. Das wird unser letztes Konzert sein», erzählt Peter Beck. So kam es, dass sich EniVier am Freitag in Ruggell in einem überschaubaren und familiären Rahmen von ihrem Publikum verabschiedeten. Und das nicht, weil sie keinen Spass mehr haben, Menschen zu unterhalten, sondern gerade deswegen. Man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist, sagt der Volksmund und so handhabte es die Mundartband. Es wurde ein langer und herzlicher Abschied.

EniVier – das sind Pet­er Beck, Heinz Keller, Thomas Lorenz und Norbert Hasler – schufen an diesem Abend noch einmal eine unglaubliche Hochstimmung, liessen ihre jungen Oldies aufleben und umarmten mit ihrer Musik ihr Publikum.

Mit viel Musik in den Abschied

Peter Beck sprach in seiner Begrüssung von einer Beerdigung und meinte: «Zum Leichenschmaus kommen immer die meisten Leute». Die «Leiche» war jedoch an diesem Abend sehr lebendig und voller Tatendrang.

EniVier unterhielten ihr Publikum wie immer mit flotten Sprüchen, fetzigen songs und frechen Texten. Sie liessen ihr Publikum sogar zu den «Capri Fischern» mitsingen und hatten dazu die passenden Bildtafeln parat, damit alle auch die jeweils fehlenden Wörter richtig einsingen konnten.

Die Highlights von EniVier und mehr

Sechzig Songs haben EniVier in ihrem Repertoire, der Abend reichte natürlich nicht aus, um alle zu spielen, aber die Highlights und Publikumsrenner waren dabei wie «Miss Unterland» und «Cholesterin». Dabei bewiesen alle vier Musiker aufs Neue ihre Vielseitigkeit. An die 20 Instrumente spielen sie, darunter sind Saxophon, Klarinette, Trompete, Querflöte, Blockflöte, Gitarre, Handorgel, Bass und Piano.

Bei diesem Abschiedskonzert wurde auch noch einmal klar, wie klug die Lieder arrangiert waren. Beim Song «Gruppentherapie» und der Frage: «Braucht es mich noch?» setzte die Trompete einen ungemein starken Auftakt. Bei der «Unterländer Hymne» bestach die Handorgel mit ihrem volkstümlichen Klang. Beim «Jammer-Lied» klagte die Klarinette, der Bass brummte und die Gitarre schien seltsam wehmütig. Ob Rock’n’Roll, Tango, Schlager, Blues oder Ländler, EniVier können alles spielen und sind dabei immer authentisch.

Die Band mit volkswirtschaftlichem Nutzen

Passend zu den jeweiligen Themen hatten sich EniVier bekannte Songs ausgesucht und sie entsprechend umgetextet, wie «Annabelle» von Reinhard Mey für das Ego-Problem der Männer, oder «Fürstenfeld» von S.T.S. mit ihrem «I will wieder ham, fühl mi do so allan». Peter Beck rechnete dem Publikum sogar den volkswirtschaftlichen Nutzen der Band vor: «Bei 60 Stück im Repertoire und 12 Stunden Üben ohne Probezeit ergab das 2300 Stunden, diese Stunden mal vier gerechnet ergeben insgesamt 9200 Stunden.

Bei einem Stundensatz von 500 Franken ist das eine Summe dies 4,6 Millionen Franken.» Dabei hatte er den betriebswirtschaftlichen Nutzen der Konzerte vergessen, denn nur schon an diesem Abend hatte Kommod-Gastronom Markus Stemer mit der Bewirtung der Gäste alle Hände voll zu tun.

Soll es in Zukunft über EniVier wirklich nicht mehr heissen: „Das sind müar. Osem Liechtaschtooner Unterland. Kaum zu glauben bei diesen Vollblutmusikern und ihrer Lust am gemeinsamen Musizieren. Wer weiss, vielleicht gibt es ja einmal pro Jahr ein Revival. Damit es wieder heisst; «üsere nögste Uftrett, do kasch üs losa». Inklusive Unterländer Hymne. (agr)

27. Okt 2019 / 17:00
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