• Das erste Konzert der Musikakademie wird am Sonntag um 17 Uhr übertragen.  (pd)

Die Musik hält Einzug in die Stube

Bis Ende April übertragen die Musikakademie und das Sinfonieorchester Liechtenstein (SOL) klassische Musikkonzerte auf 1FLTV.

Durch die Ereignisse rund um das Coronavirus sind die Konzertabende mit Publikum derzeit ausgesetzt. Der Konzertgenuss soll den Menschen dadurch aber nicht komplett ver­wehrt bleiben. Dafür sorgen Aufnahmen der Internatio­nalen Musikakademie sowie des Sinfonieorchesters Liechtenstein, kurz SOL. Während die Musikakademie jeweils sonntags um 17 Uhr auf 1FLTV zu geniessen ist, sendet das SOL dienstags um 20 Uhr und mittwochs um 19 Uhr eine erlesene Auswahl seiner Auftritte. Zu sehen und hören sind diese musikalischen Schmuckstücke zudem auf den Webseiten der Musikakademie www.musikakademie.li und des Sinfonieorchesters www.sinfonieorchester.li. Das erste virtuelle Konzert findet bereits am kommenden Sonntag statt. 

«Ich habe in meinem Leben gelernt, langfristig zu denken», sagt Drazen Domjanic, SOL-Intendant und Geschäftsführer der Internationalen Musikakademie in Liechtenstein. So habe er vor zwei Jahren angefangen, die Konzerte professionell aufzeichnen zu lassen. «Entstanden ist ein Fundus an hochqualitativen Aufnahmen», so Domjanic. Ein Fundus, der rund 150 Stunden Musikgenuss beschert. «Ganz besonders in diesen Zeiten ist es uns ein Anliegen, die zahlreichen Musikverbundenen im Land an diesem facettenreichen Repertoire an Kompositionen teilhaben zu lassen und damit eine willkommene Ablenkung von weniger Erfreulichem bieten zu können», so Drazen Domjanic. 

Zwölf Konzerte in 40 Tagen
Zwar waren die Aufnahmen bereits vorhanden, für Drazen Domjanic galt es nun aber, das Material auszuwählen und anzupassen, sowie bei den Künstlerinnen und Künstlern die Erlaubnis einer Ausstrahlung einzuholen. «Alle Musiker haben ihre Rechte freigegeben», freut sich der SOL-Intendant. Hinter ihm und seinem Team liegt nun eine Woche, in der er dafür täglich fast 24 Stunden investierte. «Aber es hat sich gelohnt, zweifelsohne.» Den insgesamt zwölf Konzerten in den kommenden 40 Tagen steht nun nichts mehr im Wege. 
Drazen Domjanic ist sich bewusst, dass dies natürlich nicht der gleiche Genuss wie an einem Live-Konzert ist. «Es fehlt die Stimmung – für die Künstler wie auch für die Zuhörer.» Um diese Frage gehe es aber auch nicht. «Entweder du gibst dich machtlos der aktuellen Situation hin, oder du versuchst mit Leidenschaft nach Lösungen zu finden.» Eine Lösung hätte auch sein können, dass die Musiker wie geplant im SAL spielen, allerdings ohne Publikum. Denn dieses hätte das Konzert im Internet live mitverfolgen können. «Doch dann gingen die Grenzen zu und die Lösung war gar nicht mehr realisierbar.» Ebenso nicht durch das Verbot, mit mehr als fünf Menschen in einem Raum sein zu dürfen. 

Sorge um freischaffende Musiker
Die derzeitige Situation macht Drazen Domjanic zu schaffen. Einerseits ist er besorgt, dass alle Musiker gesund bleiben, andererseits fährt er durch all die Konzertabsagen auch einen wirtschaftlichen Schaden ein. «Worüber ich aber sehr froh bin: Wir müssen keinen der 14 Mitarbeiter entlassen.» Er habe in der Vergangenheit jeden Rappen umgedreht, bevor er ihn ausgegeben habe. «So konnte ich mir eine Reserve aufbauen, worüber ich heute sehr dankbar bin.» Auch seine Mitarbeiter seien bislang wohlauf, seit Montag arbeiten alle im Home-Office. «Wirkliche Sorgen mache ich mir um die freischaffenden Musiker», sagt Drazen Domjanic. Er wolle deshalb nicht tatlos zusehen, wie diese in finanziellen Nöte geraten – «ich arbeite derzeit an einem sozialen Konzept, das eine Unterstützung für die Betroffenen vorsieht.» 

Domjanic täglich mit Evergreen auf Facebook
Grundsätzlich versuche er dieser schwierigen Zeit mit Kreativität entgegenzutreten, sagt Drazen Domjanic. Als ausgebildeter Pianist und ehemaliger Bar-Pianist im ehemaligen «En Vogue» in Vaduz, veröffentlicht er zusätzlich täglich um 22 Uhr auf seiner Facebook-Seite je einen Evergreen aus dieser Zeit. Am gestrigen Vatertag entschied er sich beispielsweise für «Father and Son» von Cat Stevens, heute Abend spielt er «Strangers in the Night» von Frank Sinatra. Drazen Domjanic ist überzeugt: «Musik ist Balsam für die Seele.» Balsam, der besonders in solch schwierigen Zeiten von grosser Bedeutung ist. (bfs)

19. Mär 2020 / 16:37
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