• Ausstellung Global Happiness in Vaduz
    Die Ausstellung Global Happiness überzeugt nicht nur mit einem spannenden Design.  (Tatjana Schnalzger)

Das Glück multimedial und interaktiv entdecken

Ab heute, Freitag, gastiert die Ausstellung «Global Happiness» im Landesmuseum.

Neben den Gastronomiebetrieben dürfen heute auch die Museen und Kulturhäuser Liechtensteins wieder ihre Türen öffnen. Das Landesmuseum startet dabei gleich mit einer Ausstellung, die Informationsgehalt und Spass verbindet, und bei der jeder Besucher auch individuelle Erkenntnisse gewinnen kann.

Fotostrecke: Ausstellung Global Happiness in Vaduz
Ausstellung Global Happiness in Vaduz
Ausstellung Global Happiness in Vaduz
Ausstellung Global Happiness in Vaduz
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Ausstellung Global Happiness in Vaduz

«Global Happiness: Was brauchen wir zum Glücklichsein?» wird ihre Besucher ab heute und noch bis zum 28. Februar 2021 zum Nachdenken bewegen und sie auf ihre ganz persönliche, gemeinschaftliche und auch globale Spur des Glücks führen. Die multimediale Ausstellung stellt nicht nur Glücksgeschichten und -konzepte aus aller Welt vor und zeigt, was Glück mit Nachhaltigkeit zu tun hat, sondern sie nimmt mit der Zusatzausstellung «solidarisch – weil Liechtenstein das Wohl aller am Herzen liegt» auch Bezug auf das Fürstentum. Der Liechtensteiner Bevölkerung sollen die 17 Ziele der nachhaltigen Entwicklung der Agenda 2030 ins Bewusstsein gerufen werden und so aufzeigen, dass sich auch das kleine Land und seine Einwohner weltweit engagieren. Gestern wurden die Liechtensteiner Medien zu einem exklusiven Rundgang eingeladen, um einen ersten Einblick in die Ausstellung zu erhaschen.

Liechtenstein engagiert sich mit drei Mechanismen

«Wir haben die Ausstellung vor einem Jahr bei der Eröffnung in Aarau besucht und waren begeistert», erklärt Peter Ritter, CEO des Liechtensteinischen Entwicklungsdiensts (LED). Sie würde das Glücklichsein auf eine feine und subtile Art erklären und den Besuchern aufzeigen, dass es manchmal gar nicht viel dafür brauche. «Sie will nicht moralisieren, sondern schafft mit dem Thema Glück einen Zugang, der hoffentlich zum Gewinn an Lebensqualität beiträgt und einen weiteren Schritt in Richtung nachhaltige Entwicklung ermöglicht», sagt Peter Ritter. Deshalb stand für den LED schnell fest, dass die Wanderausstellung auch in Liechtenstein gastieren soll. Wegen der Corona-Pandemie ist der Start später erfolgt als geplant, dafür wird die Ausstellung von Helvetas, einer unabhängigen Schweizer Organisation für Entwicklungszusammenarbeit, nun länger im Landesmuseum zu bestaunen sein. Und mit ihr auch die Zusatzausstellung. Diese sei laut dem CEO des LED eine gute Chance, um das Fürstentum zu präsentieren und aufzuzeigen, wie sich Liechtenstein global engagiert.

Der Raum der Zusatzausstellung besticht durch drei

Farben: Grün, Rot und Blau. Erstere deckt das zivilgesellschaftliche Engagement in Liechtenstein ab. Laut Peter Ritter gebe es viele gemeinnützige Vereine, die weltweit aktiv sind. 40 von ihnen haben sich im Netzwerk für Entwicklungszusammenarbeit zusammengeschlossen und werden im Rahmen der Ausstellung vorgestellt. Gleichzeitig haben andere Vereine die Möglichkeit, sich vor Ort für das Netzwerk anzumelden. Ebenso wird die Geschichte des zivilgesellschaftlichen Engagements aufgezeigt. Waren es ab Ende der 1870er-Jahre vor allem kirchliche Institutionen, welche die liechtensteinische Solidarität mit den Ärmsten der Welt teilten, kamen in den 1960er-Jahren zusammen mit der ersten staatlichen Entwicklungshilfe vermehrt auch zivilgesellschaftliche Initiativen dazu.

«Der rote Bereich», erklärt Peter Ritter, «repräsentiert das private Engagement für nachhaltiges Wirken.» Dieses wird auch Philanthropie genannt. Hier finden verschiedene Akteure wie etwa die Vereinigung liechtensteinischer gemeinnütziger Stiftungen einen Platz. Als Letztes wird im blauen Bereich das staatliche Engagement in den Fokus gestellt, zu dem auch der LED gehört. Hier werden die Ziele des staatlichen Engagements – die Katastrophenhilfe, die internationale Flüchtlings- und Migrationshilfe sowie die multilaterale und bilaterale Entwicklungszusammenarbeit – beleuchtet und erklärt.

Jeder sollte sich selbst ein wenig an der Nase nehmen

Auf der gegenüberliegenden Seite des Raums sind die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung nachzulesen, die sich wie ein roter Faden durch die gesamte Ausstellung ziehen. Wie der CEO des LED erklärt, seien diese vor fünf Jahren ins Leben gerufen und von allen UNO-Mitgliedstaaten unterzeichnet worden. Ziel 10 (weniger Ungleichheit) würde von allen drei Mechanismen des liechtensteinischen Engagements erfüllt werden. «Ziel 12 – verantwortungsvoller Konsum und Produktion – müssen sich das Land Liechtenstein und seine Einwohner zu Herzen nehmen», so Peter Ritter. Es liege an jedem Einzelnen, beispielsweise mit dem Rad statt dem Auto zur Arbeit zu fahren, weniger Fleisch zu essen und auf die eine oder andere Flugreise zu verzichten. «Viele kleine Taten können Grosses bewirken», sagt Peter Ritter.

Die vielen verschiedenen Aspekte des Glücks

Helvetas organisiert schon seit den 1950er-Jahren Ausstellungen. Wie Nadja Buser, Kuratorin der «Global Happiness»-Ausstellung erklärt, hätten sie dieses Mal ein positives Thema aufgreifen wollen. Und was eignet sich da schon besser als das Glück? Dieses ist etwas, das alle anspricht und wo alle mitreden können. So stützt sich die Ausstellung neben dem gesellschaftlichen und dem globalen Glück nämlich auch auf das persönliche Glück in Verbindung mit der Nachhaltigkeit. Rund drei Jahre hat es gedauert, bis die Idee zur Realität wurde. Der Aufwand hat sich gelohnt.

Während des Rundgangs können die Besucher in Erfahrung bringen, was für andere Menschen auf der Welt Glück bedeutet, wie es für sie schmeckt und welche Farbe das Glück für die Befragten aus der Schweiz, Mali, Bhutan und Guatemala hat. Des Weiteren wird der wissenschaftliche Aspekt des Glücks beleuchtet. In diesem Bereich wird zum Beispiel die Frage geklärt, was alle Menschen in Bezug auf das Glück gleich beeinflusst und exemplarisch herausgestrichen, welche verschiedenen Glücksansätze es auf der Welt gibt. «Yin und Yang sind wohl den meisten ein Begriff», sagt Nadja Buser. Dies sind zwei Begriffe der chinesischen Philosophie, wonach die Menschen glauben, dass nach dem Glück das Unglück kommt. «Je mehr Glück man hat, desto grösser wird auch das Unglück sein», erklärt sie. Das sei ein komplett anderer Ansatz als beispielsweise jener, nach dem grössten Glück zu streben.

Die Besucher können dann gleich auch auf einer Skala von eins bis zehn einen Chip bei der Zahl einwerfen, die ihrem Ermessen nach dem bisherigen

Lebensglück entspricht. Durch die Plexiglasscheiben auf der Hinterseite können die anderen Besucher die Auswertung sehen. Laut Nadja Buser sollten die meisten Chips bei den Num­mern sieben und acht liegen – denn das entspricht dem von der Wissenschaft errechneten durch­schnittlichen Glück der Liechtensteiner Bevölkerung. «Wir sind auf das Ergebnis gespannt», sagt die Kuratorin. Ebenfalls interaktiv gestaltet sich die Station «Teste dein Glück», die mittels diverser Fragen dem Gast zeigt, wie sein persönliches, gemeinschaftliches und globales Glück aussieht. Eindrücklich ist auch der Glücksfundus. Er besteht aus Glücksobjekten von Menschen aus Liechtenstein, der Schweiz und anderen Ländern weltweit. Sie symbolisieren für je eine Person das Glück. Kurze Textpassagen ergänzen die so unterschiedlichen Objekte wie etwa eine Zahnbürste oder eine Schnur mit Knoten darin. 

Rahmenprogramm

Zusätzlich ist eine Reihe von Vorträgen, Filmvorführungen und Angeboten für Schulen und Familien geplant. Diese sollen ab August durchgeführt werden. (jka)

14. Mai 2020 / 23:42
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