• Hazel Brugger im SAL
    Hazel Brugger am Samstag auf der Bühne im SAL.  (Julian Konrad)

Bis an die Grenzen und darüber hinaus

Hazel Brugger war am Samstag mit ihrem neuen Programm «Tropical» im SAL in Schaan zu Gast. Mit gewohnt böser Zunge und unzähligen Themen konnte sie das Publikum überraschen, überzeugen und manchmal auch in Verlegenheit bringen.
Schaan. 

Aus der deutschsprachigen Comedy-Szene ist Hazel Brugger nicht mehr wegzudenken. Die im Grossraum Zürich aufgewachsene Slam-Poetin mit amerikanischem und Schweizer Pass versteht es, das Publikum zu fesseln und zum Nachdenken zu bringen. Während sie bei ihren Auftritten in der «heute-show» besonders für ihre sozialkritischen und politischen Gags bekannt ist, verzichtet Brugger bei ihrem neuen Programm bewusst auf diese Themen. In einem Interview mit dem Schweizer Journalisten Michael Graber darauf angesprochen, erklärte sie Anfang dieses Jahres: «Ich denke auch, dass das Publikum ein Recht hat, nach zweieinhalb Jahren Präsident Trump und dem Erstarken der politischen Satire wieder mal zwei Stunden zu lachen, ohne dass es noch einen moralischen Einschlag haben muss.» Das Publikum am Samstag im SAL bekam bei Hazel Bruggers neuen Programm «Tropical» vieles zu hören. Die 25-jährige Schweizerin gab Erlebnisse aus ihrem Leben preis und unterhielt mit viel Witz und beiläufig derben Gags. «Ich teste einfach ein bisschen eure Grenzen.» Aber das erwartete schliesslich jeder von der «bösesten Frau der Schweiz», wie sie einmal von einer Zeitung genannt wurde. 

«Ich habe die Pille abgesetzt»

«Ich mache heute keine Übergänge. Wer sich also auf Übergänge zwischen den Themen gefreut hat, wird enttäuscht», erklärte Hazel Brugger während ihrer Show. Die Plätze im SAL waren bis auf den letzten Stuhl ausverkauft und gespannt folgte das Publikum Brugger auf einer knapp zweistündigen Irrfahrt durch die unterschiedlichsten Themengebiete. Ein roter Faden war nicht oft zu erkennen, sie wirbelte von einem Thema zum nächsten, wie ein trophischer Wirbelsturm. Erst erzählte sie noch von ihrer Youtube-Show, zu der keine prominenten Gäste kommen wollten. Und im nächsten Satz platzte sie heraus: «Ich habe die Pille abgesetzt.» Und schon ging es weiter und die Poetry-Slamerin nahm das Publikum mit zu einem Frauenarztbesuch und den damit verbundenen Schwierigkeiten. «Wenn ich mich untenrum ausziehe, weiss ich nie, ob ich die Socken und Schuhe auch ausziehen soll.» Während ihrer Ausführungen schweifte sie regelmässig ab, liess sich von Gedanken treiben, bevor sie schliesslich den Bogen spannte. Jedes Thema gipfelte in einer Einsicht: Familie sind keine Freunde. Starke Frauen sind deshalb stark, weil sie schwache Frauen erkennen und diese ausnutzen. Und Männer und Fluggesellschaften haben eines gemeinsam: Beide haben erreicht, dass man von ihnen kaum etwas erwartet. (lat)

 

10. Feb 2019 / 23:30
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
Lesertrend
Meistkommentiert
25. März 2019 / 14:59
01. April 2019 / 11:58
17. April 2019 / 11:41
Aktuell
24. April 2019 / 12:33
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...

Wettbewerb
rhema
Zu gewinnen 5 x 2 Tickets für die Rheintalmesse (ohne Abendbetrieb 26. und 27.4)
11.04.2019
Facebook
Top