• Karl Gassner, Eschen
    Karl Gassner: «Jazz ist heute auch in Liechtenstein eine anerkannte Musikrichtung.»  (Tatjana Schnalzger)

«Bei Jazzmusikern weltweit ein Begriff»

Der Jazzclub Tangente in Eschen feiert dieses Jahr sein 40-jähriges Bestehen. Vereinspräsident Karl Gassner blickt zurück auf die Entwicklung der Tangente vom Allzweckraum zum kultigen Jazzclub.
Eschen. 

Nach Jahren des Aufbaus hat sich die Tangente in Eschen zu einer festen Kulturinstitution des Landes entwickelt. «Die Tangente ist mittlerweile DER Jazzclub in Liechtenstein», sagt Gründer Karl Gassner stolz. Früher sei der Jazz in Liechtenstein eher ein Nischenprodukt gewesen, heute jedoch sei er viel stärker ins Zentrum gerückt, erzählt Gassner: «Jazz ist heute auch in Liechtenstein eine anerkannte Musikrichtung.» Die Tangente verfüge über ein treues Stammpublikum, worüber sich Karl Gassner sehr freut. Er freut sich aber natürlich auch über neue Besucher. Ob Modern Jazz, Freejazz oder Konzerte mit Einflüssen aus anderen Musikrichtungen, solche Angebote würden immer wieder neue Menschen auf den Jazz aufmerksam machen. 

Treffpunkt der Jazzszene
Die Tangente ging in den vergangenen Jahren vermehrt Kooperationen mit anderen Veranstaltern ein. So zum Beispiel mit dem TAK, der Onassis Stiftung Liechtenstein, den Little Big Beat Studios in Eschen, der österreichischen Botschaft und dem Honorargeneralkonsulat in Liechtenstein. Zuletzt sorgte der Jazzclub im Frühjahr mit der Organisation eines grossen Jazzfestivals gemeinsam mit dem TAK für eine breitere Aufmerksamkeit, denn im Programm befanden sich so gut wie alle Liechtensteiner Jazzformationen. Und solche gibt es viele: renommierte wie die Big Band Liechtenstein, die Royal Funk Force, die Sandro Pallua Group, das Amik Guerra Quintett, das Stefan Frommelt Trio, Balduin Hirschsteins Hypervitaminose oder das Duo Gsell/Unternährer wie auch neu gebildete Ensembles wie Pioneer Plant, This is Pan oder The Outer String. Doch hinter diesen noch neueren Namen verbargen sich ebenfalls in Liechtenstein bekannte Gesichter wie zum Beispiel Sängerin Karin Ospelt, Trompeter Werner Hasler oder Schlagzeuger Gregor Hilbe. Neben dem Jazzfestival blickt Karl Gassner auf zahlreiche weitere Highlights der vergangenen Jahre zurück: So bezeichnet er zum Beispiel die Auftritte der Billy Cobham Band, dem John Abercrombie Organ Trio, Nik Bärtschs Ronin, dem Jakob Bro Trio oder dem Marc Copland Zenith Quartet als Höhepunkte der letzten Jahre. Auch die Sabotage-Konzertreihe ist Karl Gassner wichtig, die er zusammen mit dem Tangente-internen Club Saboteur zur Förderung junger Musiker in der Region ins Leben rief. «Die Sabotage-Konzerte hatten unter anderem zur Folge, dass die jungen Jazzer wie Karin Ospelt, Manuel Elias Büchel den Schritt in den Berufsalltag als Musiker wagten», sagt Karl Gassner stolz. 
Wo Weltstars gerne zu Gast sind
Während die Tangente in den Anfängen mit einfachen technischen Mitteln startete, ist der Jazzclub heute technisch wie instrumentell gut ausgerüstet. Nicht nur dies, sondern auch die lange Tradition und die Gastfreundlichkeit des Vereins führten dazu, dass nicht nur lokale Musiker gerne in dem Eschner Kultlokal auftreten, sondern auch internationale Musiker. «Die Tangente ist weltweit bei den Jazzmusikern ein Begriff, ein Auftritt in der Tangente liest sich gut in der Band-Vita», ist sich Karl Gassner sicher. Obwohl die Tangente nicht mehr als hundert Personen Platz bietet, gibt es mehrere Weltstars, die bereits zum wiederholten Male in der Eschner Tangente auftraten. Für den Erfolg der Tangente ist zu einem grossen Teil Vereinspräsident Karl Gassner zuständig, der zusammen mit seinem Team bei Konzerten nicht nur die Technik selbst übernimmt, sondern sich auch um die Bandbetreuung sowie das ganze Marketing kümmert. 

Nachfolge in Aussicht
Ob er nach 40 Jahren nicht langsam müde sei vom Konzertbusiness und daran denke, kürzerzutreten? «Sicher denke ich daran, etwas kürzerzutreten und es zeichnet sich auch ab, wie es weiter gehen könnte», antwortet Gassner. Aber so lange es seine Gesundheit ihm erlaube, dabei zu sein, möchte er auch gerne im Team mitarbeiten. «Aber ich muss dann nicht mehr das Zepter führen». Es gäbe bereits jetzt Leute, die sich für das Weiterleben der Tangente einsetzen, aber der Prozess sei ein fliessender, das bedeute, dass die Personen eingearbeitet und auf all die Eventualitäten vorbereitet werden müssen, die für die Organisation und Durchführung eines Anlasses benötigt werden. 
Doch bis es so weit ist, blickt Karl Gassner zuerst voller Vorfreude auf den anstehenden Jubiläumsanlass am 5. Oktober wie auch auf die Jazztage im November mit Bands wie Muthspiel-Swallow, das griechische Sokratis Sinopoulos Quartet, das österreichische Brot & Sterne Trio und das spanische Daniel Garcia Trio. 

Jubiläumsanlass am Samstag, 5. Oktober: Ansprachen von Janine Köpfli, Vertreterin von Kulturminister Dr. Mauro Pedrazzini sowie von Dr. Tino Quaderer, Gemeindevorsteher von Eschen 
Präsentation von Konzertmitschnitten sowie der 4. Tangentechronik 2009 – 2019 
Solokonzerte von Christian Wallumrød am Piano und Björn Meyer am E-Bass

03. Okt 2019 / 15:50
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