• Eliane Schädler stellt derzeit jeden Tag ein selbst gezeichnetes Ausmalbild für Kinder auf ihre Homepage.  (pd)

Ausmalbilder für Kinder gezeichnet

Illustratorin Eliane Schädler muss sich dank eines Stipendiums derzeit nicht um Aufträge sorgen. Dafür zeichnet sie Bilder für Kinder.

Die Triesenberger Illustratorin Eliane Schädler lädt seit Kurzem täglich selbst kreierte Ausmalbilder für Kinder zum freien Herunterladen auf ihre Homepage. Wie sie auf diese Idee gekommen ist? «Beim Grübeln, was ich zur allgemeinen Unterhaltung in dieser ungewohnten Situation beisteuern könnte, war diese die am einfachsten realisierbare. In fast jedem Haushalt gibt es Internetzugang, einen Drucker und ein paar Farbstifte. Das reicht schon, um sich die Ausmalbilder selbst zu Hause auszudrucken und loszulegen», erklärt Eliane Schädler ihr Projekt. Bis jetzt habe sie noch nicht viele direkte Rückmeldungen erhalten. Dies erwarte sie jedoch auch nicht. Die Statistik ihrer Webseite verrate ihr aber, dass die Ausmalbilder in den letzten drei Tagen schon über 1000 Mal heruntergeladen wurden. «Das freut mich natürlich und motiviert mich, jeden Tag ein weiteres Bild zu zeichnen», so die 27-Jährige.

Wirtschaftliche Einschränkungen spürbar
Die Massnahmen im Zusammenhang mit dem Coronavirus treffen Eliane Schädler in ihrem künstlerischen Schaffen derzeit nicht direkt. «Ich habe das Glück, dieses halbe Jahr im Liechtenstein-Atelier in Berlin verbringen zu dürfen. Hier habe ich die Möglichkeit, mich einem eigenen Projekt zu widmen und brauche mich deshalb momentan nicht um Aufträge zu kümmern», sagt Eliane Schädler. Die wirtschaftlichen Einschränkungen seien jedoch trotzdem auch für sie spürbar: Druckereien verschieben die Liefertermine, Offerten bleiben unbeantwortet und eine Ausstellung von ihr während des Comicfestivals Fumetto in Luzern wurde abgesagt, da das Festival diesen Frühling nicht stattfinden kann. «Die Unsicherheit ist leider ein Stück weit Berufsrisiko und nun wird diese ausgereizt. Verglichen mit anderen Künstlern und Kulturbetrieben habe ich aber keinen Grund zum Jammern», so die freischaffende Illustratorin.
Ob es auf ihr künstlerisches Schaffen vielleicht sogar positive Auswirkungen der Virusverbreitung gäbe? Natürlich sei es unglaublich spannend, die Erde und ihre Bewohner in dieser Ausnahmesituation zu erleben und zu beobachten. «Ich habe den Eindruck, dass genau in dieser Zeit die Bedeutung von Unterhaltung stärker wahrgenommen wird.» Da komme die Kunst und Kultur zum Zug. Auch wenn Veranstaltungen ausbleiben, habe sie doch erlebt, dass Bücher, Filme und Musik in dieser Zeit eine neue Wertschätzung erlangen. «Um über positive Auswirkungen zu spekulieren, ist es nun aber wahrscheinlich noch zu früh und die negativen Aspekte stehen wohl im Vordergrund.»

An welchen Projekten Eliane Schädler derzeit während ihres Berlin-Aufenthalts arbeitet, möch­te die Illustratorin noch nicht verraten. Geplant sind dieses Jahr jedoch gar mehrere Veröffentlichungen. Anfang Herbst bringt Eliane Schädler ein Kinderbuch heraus, dessen Hauptfigur ein Hase ist, der nichts lieber macht, als sich den Bauch mit allerhand Lecke­reien vollzuschlagen. Ende Jahr soll ein schweizerisch-chinesisches Buch über Brauchtum erscheinen, an dem Eliane Schädler zusammen mit einem chinesischen Illustrator arbeitet. Zudem soll im Oktober ein von Eliane Schädler gestaltetes Kartenspiel auf den Markt kommen. «Es ist jedoch gut möglich, dass diese Termine aufgrund der aktuellen Einschränkungen verschoben werden», so Schädler. (mk)

Ausmalbilder zum Herunterladen: www.elianeschaedler.com

31. Mär 2020 / 09:09
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