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«Wir befinden uns auf der Zielgeraden»

Vorschläge einer neuen Variante der Hochspannungsleitung in Balzers liegen auf dem Tisch und werden heute im Gemeinderat behandelt.
Hochspannungsleitung in Balzers
Der Gemeinderat kann nun über die möglichen Varianten zur Verlegung der Leitung diskutieren. (Bild: Daniel Schwendener)

Darauf hat Balzers lange ge­wartet, nachdem seit 2004 feststeht, dass der Dienstbarkeitsvertrag für die Hochspannungsleitung Bonaduz–Sarelli– Win­keln nicht verlängert wird. Endlich liegen vonseiten der Leitungsinhaberin Swissgrid konkrete Varianten auf dem Tisch des Balzner Gemeinderats. Dieser wird heute Abend in seiner Sitzung darüber informiert – ob bereits ein Entscheid für eine der Varianten folgt, ist allerdings noch unklar. Die Swissgrid hofft dies auf jeden Fall. Denn sie wartet nur auf grünes Licht, um anschliessend über die Fakten informieren und auf die betroffenen Grundeigentümer zugehen zu können.

Variante und Kosten müssen nun geklärt werden
Wie Jan Schenk, zuständig für die Projektkommunikation von Swissgrid, bestätigt, wurden verschiedene Varianten aus­gearbeitet. Unter anderem ­wurden Freileitungs- als auch Verkabelungsvarianten im Rah­men des Korridors beruck­sich­tigt. «Aber auch die bestehende Leitung ist eine Variante», bestätigt er. Ziel sei eine bewilligungsfähige und akzeptable ­Alternative zur bestehenden Trasse. «Sie muss technisch und raumplanerisch, aber auch kostenmässig und aus umwelttechnischer Sicht machbar sein», so Schenk. Dies sei bei allen den liechtensteinischen Behörden vorgelegten Varianten der Fall. «Ich würde gerne detaillierter informieren, aber vorgängig sind einfach noch Fragen zwischen allen Beteiligten zu klären. Dabei geht es nicht nur um die Variante, sondern auch um die Kostentragung. Die liechtensteinischen Behörden müssen ebenfalls noch einige Abklärungen treffen und dann einen Entscheid fällen – wir hoffen, noch in dieser Woche.» Swissgrid selbst favorisiert laut Schenk keine der Varianten: «Letztlich gilt es, eine Gesamtabwägung verschiedener Interessen vorzunehmen.»

«Das wäre ein sportlicher Zeitplan»
Balzers bzw. Liechtenstein sei zwar nicht direkt an die Hochspannungsleitung angeschlossen und profitiere insofern auch nicht davon, gibt Jan Schenk zu. Allerdings führe die Leitung ins Unterwerk Rüthi über Meiningen und dann ins Verteilnetz. Über dieses Verteilnetz werde der Strom wiederum nach Liechtenstein geführt. «Diese Verbindung Bonaduz–Sarelli– Winkeln ist deshalb eine ganz wichtige Verbindung im gesamten Übertragungsnetz», so Schenk. Das erkläre auch, warum der Strom auf dieser Leitung nicht einfach «gekappt», werden könne, sollte bis zum Vertragsablauf am 12. August 2021 keine Lösung gefunden werden. Bzw. sollte die Lösung bis zum Stichtag nicht umgesetzt werden können. Denn je nach Variante, für die man sich gemeinsam entscheidet, gibt es unterschiedliche Zeithorizonte bezüglich der Umsetzung. «Sicher ist uns bewusst, dass schnell eine Lösung gefunden werden muss. Aber der Bau einer solchen Leitung, die einer Stromautobahn gleichkommt, ist eine grosse Sache. Und die bewilligte Variante muss zudem noch ein Bewilligungsverfahren durchlaufen.» Laut Schenk liegt aber auch eine Variante vor, die bis zum Stichtag 12. August 2021 allenfalls realisierbar wäre – «auch wenn das ein sportlicher Zeitplan wäre». Schenk geht aber davon aus, dass – egal welche Variante am Ende umgesetzt wird – Swissgrid auf den Goodwill der über 60 Grundeigentümer (darunter befinden sich auch die Gemeinde sowie die Bürgergenossenschaft – die meisten sind allerdings privat)  angewiesen ist. Denn so ein Leitungsbau brauche einfach etwas Geduld. Hat die Swissgrid also einfach zu spät mit der Planung begonnen? «Nein. Dazu ist zu sagen, dass wir die Leitung und damit auch die Verträge erst 2013 als Rechtsnachfolger der Axpo übernommen haben», so Schenk. Bereits 2014 hätten erste Gespräche mit der Gemeinde und den Behörden sowohl in der Schweiz wie auch Liechtenstein stattgefunden. «Wir sind also schon lange an der Ausarbeitung der Varianten – doch Bewilligungsverfahren sowie verschiedene rechtliche Situationen in der Schweiz und Liechtenstein nehmen naturgemäss eine bestimmte Zeit in ­Anspruch.»

Informationsveranstaltung im kommenden Jahr
Nun liegen aber die Varianten auf dem Tisch – «wir sind auf der Zielgeraden», freut sich Schenk. «Wir brauchen jetzt Fakten, dann können wir sauber kommunizieren. Sobald wir den Entscheid haben, werden wir die Grundeigentümer und auch die Öffentlichkeit informieren», so Schenk. Er geht davon aus, dass die Informationsveranstaltung in Balzers im Jahr 2021 durchgeführt werden kann. (dv)

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