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Der Biber untergräbt Strasse und Ackerland

In Ruggell sind zwei Biberfamilien ansässig. Eine ist am Mölibach, mitten in landwirtschaftlich genutztem Ackerland, aktiv. Eine regelmässige Kontrolle ist notwendig.
Eine Biberfamilie ist im Mölibach aktiv und untergräbt immer wieder den Fussgänger- und Landwirtschaftsweg.

Die Freude war gross, als sich im Jahr 2008 der erste Biber Liechtensteins am renaturierten Kanal in Ruggell niederliess. Mittlerweile ist der Nager zu einer Herausforderung für Behörden, aber auch Landwirte geworden. In Ruggell leben heute zwei Biberfamilien: Eine besetzt immer noch den Bau beim Kanal und eine ist seit einigen Jahren im Mölibach beim Naturschutzgebiet Schneckenäule aktiv. Während sich die Biber im Kanal austoben können, gibt es am Mölibach Konfliktpotenzial. Fussgängern fällt dies vor allem durch grosse Löcher am Wegrand auf, die der Biber immer wieder gräbt.

Luftlöcher werden regelmässig aufgefüllt
Der Gemeindesekretär Christian Öhri schildert die Situation beim Mölibach wie folgt: «In diesem Gebiet hat es im Bach einige Staubauten hintereinander. Der Wasserspiegel ist entsprechend erhöht und die Böschungskanten stürzen immer weiter ein.» 
Werkhofleiter Markus Büchel ist der Biberverantwortliche in der Gemeinde Ruggell. Er hat ein waches Auge auf den Mölibach: «Das Hauptproblem ist, dass der Biber den parallel zum Bach verlaufenden Weg für seine Luftlöcher untergräbt», sagt er. Der Weg wird gerne von Fussgängern sowie auch mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen genutzt. Um Unfälle zu vermeiden, kontrollieren die Mitarbeiter des Werkhofs den Weg regelmässig und füllen die Löcher auf der Strasse oder am Wegrand wieder auf. «So mussten in der letzten Zeit wieder zwei Löcher gefüllt werden.»
Die Gemeinde Ruggell hat auch erste Präventivmassnahmen getroffen. Zum einen wurden erhaltenswerte Bäume eingezäunt beziehungsweise mit Drahtgeflecht umhüllt. Der Biber bevorzugt zwar weiche Hölzer, «aber mittlerweile steht auch die Eiche auf seinem Speiseplan, die ebenfalls geschützt werden muss», erklärt Christian Öhri. Eine bauliche Massnahme wurde im Zusammenhang mit dem Neubau der Brücke beim Neugrütweg getroffen: Der Hang im Bereich der Brücke wurde auf beiden Seiten mit Drahtnetzen gesichert. Ansonsten halte sich der Aufwand und die Kosten rund um den Biber noch in Grenzen, sagt Markus Büchel. Am meisten falle der zeitliche Aufwand ins Gewicht. 

Traktor wegen Biberloch auf Ackerfeld eingesackt
Auch das am Mölibach angrenzende Ackerland ist von den Bibertätigkeiten betroffen. «Im Sommer ist die Bewirtschaftung der Felder für die Landwirte zum Teil problematisch geworden», sagt Christian Öhri. Löcher und Untergrabungen sind kaum zu erkennen – Traktoren können einstürzen. Was im vergangenen Sommer bereits passiert ist, als ein Fahrzeug auf dem Feld absackte. 
Für die Kontrolle der privaten Felder ist die Gemeinde allerdings nicht zuständig. «Das Zusammenleben mit dem Biber wird die Landwirte wie auch die Gemeinde weiterhin fordern», resümiert Öhri. (manu)

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