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Mariä Geburt: Besondere heilsgeschichtliche Rolle

Was genau am Fest Mariä Geburt gefeiert wird und warum.
Die Zahl der Marienbilder und -Statuen ist schier endlos, was ihre besondere Verehrung durch die Gläubigen als Vermittlerin zu Gott verdeutlicht. Diese künstlerische Darstellung ist in der Kirche Unteressendorf, einem Ortsteil des baden-württembergischen Ortes Hochdorf, zu sehen. (Bild: vv)

Das Fest Mariä Geburt, soviel vorweg, wird nicht nur im Kirchenjahr der römisch-katholischen Kirche gefeiert, sondern auch in den anglikanischen Glaubensgemeinschaften und den orthodoxen Kirchen. Als auch staatlich anerkannter Feiertag wird das Fest Mariä Geburt zwar nur hierzulande begangen, aber auch das mit einer Unterbrechung: 1969 wurde es in Liechtenstein als gesetzlicher Feiertag aufgehoben, da zuvor der 1. Mai Feiertag geworden war, 1986 aber wurde der 8. September wieder zum Feiertag bestimmt, und zwar unter dem Eindruck des Pastoralbesuchs des (später heiliggesprochenen) Papstes Johannes Paul II. am 8. September 1985 in Liechtenstein. Um die Anzahl der gesetzlichen Feiertage insgesamt nicht zu erhöhen, wurde dabei zugleich das Fest Mariä Verkündigung als gesetzlicher Feiertag gestrichen, das daran erinnert, dass ein Engel die Geburt der Maria ankündigte, Tochter der hochbetagten Anna und des Joachim, die bis dahin kinderlos geblieben waren.

Das Leben Marias seit ihrer Geburt
Vom Fest Mariä Geburt aus – also genau neun Monate zuvor – entwickelte sich parallel das Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria am 8. Dezember – im Osten seit dem 10./12. Jahrhundert gefeiert, im Westen durch die Dogmatisierung der Unbefleckten Empfängnis 1854 verstärkt.

Maria als Mutter Jesu
Maria taucht nicht ständig in der Bibel auf. Sehr jung, wohl im Alter von 16/17 Jahren, wird Maria mit Joseph, einem Witwer, verlobt, heisst es da. Noch vor der Hochzeit wird dieser, der sich wegen ihrer Schwangerschaft unauffällig von ihr trennen will, durch eine Engelserscheinung im Traum zum Bleiben bewegt. Das erinnert an die Prophezeiung des Engels – gefeiert mit dem eben erwähnten Hochfest «Mariä Verkündigung»: Gemäss Lukas-Evangelium sendet Gott den Engel Gabriel nach Nazareth, um Maria die Geburt Jesu anzukündigen. «Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn wirst du gebären; dem sollst du den Namen Jesus geben.» Auf die Frage Marias, wie sie denn schwanger werden könne, wo sie doch «keinen Mann erkenne», antwortet der Engel: «Der Heilige Geist wird über dich kommen und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten.»

Die Heilige Familie als Flüchtlinge
Auf dem Weg zur Volkszählung in Betlehem wird Jesus geboren. Die Heilige Familie flüchtet auf Weisung des Engels nach Ägypten, von wo sie nach Nazareth zieht. Mit Joseph taucht Maria noch einmal auf, als beide den zwölfjährigen Jesus im Tempel zu Jerusalem suchen. Für 18 weitere Jahre schweigen die biblischen Quellen dann; während des öffentlichen Wirkens Jesu bleibt Maria im Hintergrund. Seinen schrecklichen Tod und seine Beisetzung erlebt sie jedoch unmittelbar mit, ebenso das Pfingstereignis. Von Maria heisst es weiter in der Hl. Schrift, sie sei gestorben und leiblich in den Himmel aufgenommen worden (Fest Mariä Himmelfahrt).

Die Besonderheit der Gottesmutter Maria
Die Besonderheit der Gottesmutter Maria spricht das «Ave Maria» aus, wenn es formuliert: «Gegrüsset seist du, Maria. Du bist voll der Gnade.» Voller Gnade ist Maria nicht physisch nur in der Zeit ihrer Schwangerschaft und als Gottesgebärerin, sondern als von der Erbschuld Befreite, als erste Christin, mit der ein neuer Abschnitt zwischen Gott und den Menschen beginnt. (vv)

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