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Viele verscherbeln jetzt ihr Altgold

Wer verwaiste Ohrringe oder eine kaputte Golduhr daheim hat, kann sie zu Geld machen. 
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Altgold wird ähnlich wie Altglas recycelt und wieder zu neuem Schmuck verarbeitet. (Bild: STEVEN SENNE)

Mit dem Höhenflug des Goldpreises an der Börse ist auch der Ankaufspreis für Altgold gestiegen. Der Richtpreis variiert wie der Preis für die Feinunze Gold täglich, ist jedoch seit der Coronakrise stabil hoch. Wer ein altes Schmuckstück, ein Einzelteil oder ein Erbstück, das er nicht trägt, jetzt verkauft, verdient leichtes Geld.  

Schmuckkästchen ausgemistet
So wie es aussieht, haben während der Krise einige nicht nur ihre Keller ausgemistet, sondern auch die Schmuckschatulle aussortiert. «Wir haben wirklich markant mehr Altgold angekauft», sagt Gaby Vogt vom Schmuckgeschäft Ospelt Uhren & Schmuck in Vaduz. 

Vor allem alte Schmuckstücke, einzelne Ohrringe, Manschettenknöpfe oder die defekte Golduhr, deren Reparatur sich nicht mehr lohnt, wandern in den Schmelztiegel. In fast jedem Haushalt findet sich irgend­wo alter, längst verges­sener Schmuck. Vielleicht handelt es sich um ein Erbstück, das aus der Mode gekommen ist und nicht mehr getragen wird. «Der Preis für Altgold ist allerdings nicht so hoch wie der Goldpreis, der an der Börse gehandelt wird», so Vogt.

Die Erklärung ist einleuchtend: Schmuck besteht selten aus purem Gold. Meist ist ein Anteil von Silber oder Kupfer darin verarbeitet. Je nachdem, ob es sich um 24- oder 18-Karat-Goldschmuck handelt, variiert auch der Ankaufspreis. Ihre Kunden erhielten für die Schmuckstücke eine Offerte, die sich nach Karat, Gewicht und Tageskurs richte, sagt Vogt. Werde das Geschäft besiegelt, wandere das Altgold in die Schmel­ze, wo es wie Altglas oder Papier recycelt werde. Da Gold, Silber und Kupfer unterschiedliche Schmelzpunkte aufweisen, können die Edelmetalle einfach getrennt werden. 

Die neu geformten Feinbarren von Gold, Silber und Kupfer würden danach wieder an die Schmuckindustrie und die Goldschmieden weiterverkauft. Recycling-Gold sei kein neuer Trend der Nachhaltigkeit, sondern werde bereits einige Zeit produziert, sagt Vogt. Bevor jemand aber sein Erbstück verkaufe, müsse er sich bewusst sein, dass er nie den Kaufpreis erhalten werde: «Das ist eine Illusion», so Vogt. Der Wert steige nur ideell. In der Realität verliere in der Regel alles an Wert. (nb)

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