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«Für mehr Popularität fehlt die Sportstätte»

Eine Sportart, die in Liechtenstein nur wenig Aufmerksamkeit geniesst, stiess ausgerechnet im kleinen Schellenberg auf grosses Interesse. Der EHC Vaduz-Schellenberg will Eishockey nun im ganzen Land populärer machen.
EHC Vaduz-Schellenberg
Der Verein wurde 1998 in Schellenberg gegründet

Es gilt als die schnellste Mannschaftssportart der Welt: Eishockey. Während bei uns Fussball dominiert, ist Eishockey gerade in den nordischen Ländern der Mannschaftssport schlechthin. In Kanada gilt Eishockey sogar als Nationalsport. In Deutschland, Österreich oder der Schweiz schafft es das Spiel auf dem Eis immerhin auf Rang zwei. Für Liechtenstein gilt das jedoch nicht.

Zwölf Schüler gründen den HC Schellenberg

Der Anfang des Eishockeysports in Liechtenstein liegt zwar nicht in Schellenberg, dennoch wäre der Eishockeysport ohne Schellenberg wohl nicht das, was er heute ist. 1996 wurde der EHC Vaduz gegründet und nahm im Jahr darauf zum ersten Mal beim Meisterschaftsbetrieb teil. 1998 entschlossen sich 12 Jugendliche aus Schellenberg, ebenfalls diesen Sport auszuüben. «Ich war dazumal Lehrer in Schellenberg und habe etwas Eishockey gespielt. Da hat mich eine Gruppe Jungs gefragt, ob wir nicht ein Eishockeyteam machen könnten», erzählt Christian Fuchs, Präsident des EHC Vaduz-Schellenberg, der sofort von der Idee seiner Schüler begeistert war. Kurz darauf gründeten sie 1998 den HC Schellenberg. «Wir haben dann ein Jahr lang geübt und dann eine Trainingsgemeinschaft mit Vaduz gebildet.» Im Winter spielte man auf dem Eis und im Sommer stand Inline-hockey auf dem Trainingsplan. Drei Jahre darauf schloss man sich mit dem EHC zusammen und gründete den Hockeyverband. Da nur die Eishockeyabteilung mit Vaduz fusionierte, blieb der HC Schellenberg fürs beliebte Inlinehockey weiterhin bestehen.

«Für mehr Popularität fehlt uns eine Sportstätte»

Zur Zeit zählt der EHC Vaduz-Schellenberg etwa 30 Mitglieder.  Zum Vergleich: es gibt rund 1 700 aktive Fussballer in Liechtenstein. Doch warum stösst der Eishockeysport bei uns auf so wenig Interesse? «Das Interesse in unserem Land ist durchaus vorhanden», sagt Fuchs. «Der Sport ist auch hier populär und wird mitverfolgt. Bei uns in der Region hat Eishockey einen hohen Stellenwert. Vor allem im Bündnerland und in Feldkirch, aber auch im Sarganserland und Rheintal ist Eishockey nichts Unbekanntes.» Doch trotzdem gibt es nur wenige Liechtensteiner, die aktiv Eishockey spielen. Für Christian Fuchs ist klar, warum das so ist. «Uns fehlt eine Sportstätte im Land, wo man unseren Sport ausüben könnte. Ausserdem sind auch die finanziellen Mittel begrenzt.» Da es keine Eishalle in Liechtenstein gibt, weicht der EHC ins Ausland aus. Die Heimspiele werden in Grüsch ausgetragen und trainiert wird in Schiers, Widnau oder Feldkirch.

Trotz dieser beschränkten Mittel hat der EHC Vaduz-Schellenberg Erfolg. In den letzten drei Jahren konnte man in der Vorarlberger Eishockeyliga 2 gleich zweimal den Meistertitel gewinnen. Vor zwei Jahren reichte es «nur» für die Vizemeisterschaft. Dennoch ist man nicht etwa überlegen oder will sogar eine Liga höher spielen. «Unsere sportlichen Ziele sind bescheiden. Es würde nicht viel Sinn ergeben, eine Liga höher zu spielen, da es finanziell nicht geht und wir in dieser Liga gut mithalten können. DieErfolge der letzten Jahre waren zum Teil auch etwas glücklich», so Fuchs.

Der Bezug zu Schellenberg fehlt momentan etwas

Aber was hat der EHC Vaduz-Schellenberg noch mit der Gemeinde Schellenberg zu tun? «Der Name ist noch da und wird auf jeden Fall beibehalten. Auch wenn der Bezug zur Gemeinde etwas fehlt, können wir immer auf deren Unterstützung zählen», sagt Fuchs. Man habe immerhin noch ein aktives Mitglied und etwa vier im Hintergrund, die aus Schellenberg stammen. «Aber wer weiss, vielleicht wird eines Tages eine Eishalle in Schellenberg stehen, wo der EHC Vaduz-Schellenberg seine Heimspiele austrägt.» (rb)

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