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Holzkohle am Dorfrand

Was heute kaum einer weiss: In Eschen wurden früher auf einem Platz Holzkohlen hergestellt.
Bushaltestelle Kohlmarkt in Eschen
Am Kohlplatz wurden früher Holzkohlen hergestellt. Kann man sich heute kaum mehr vorstellen. (Bild: Daniel Schwendener)

Wer mit dem Bus durch das Land fährt, fragt sich bei manchen Haltestellen, wieso sie heissen, wie sie eben heissen. In der Serie #näherdran erklären wir einige davon. Heute die Haltestelle Kohlplatz in Eschen.

Der Kohlplatz war ein Platz, wo Holzkohle gebrannt wurde, heisst es in der Bücherreihe «Liechtensteiner Namenbuch». Mit dem essbaren Kohl scheint der Platz also nichts zu tun haben, obwohl das heute vielleicht fast naheliegender wäre.

Heute aus Sicherheitsgründen nicht mehr möglich
Denn heute verbindet man das Thema Holzkohle kaum noch mit dem Kohlplatz in Eschen – ausser eben mit der Namensgebung des Platzes. Jürgen Schindler, Historiker aus Eschen sieht aus heutiger Betrachtung der Örtlichkeit keine Verbindungen mehr mit der früheren Holzkohleherstelltung. «Heute stehen da diverse Siedlungen, da kann man sich kaum mehr vorstellen, dass Holzkohlen am Platz hergestellt wurden», sagt Schindler. Nur schon aus Sicherheitsgründen. Früher sei das anders gewesen, da sei die Gegend beim Kohlmarkt am Rande von Eschen gelegen.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Kohlmarkt verstärkt besiedelt. «Was ein Hinweis sein könnte, ist die Lage im flachen und trockenen Gelände», sagt Schindler. Das könnte Sinn machen im Vergleich zum ansonsten eher sumpfigen Gebieten in der näheren Umgebung.

Seit 16. Jahrhundert spielte Kohle keine Rolle mehr
Die Köhlerei hatte in Liechtenstein wohl nie eine sehr grosse Bedeutung. Historiker fanden jedenfalls keine ent­sprechenden Hinweise. Es wird vermutet, dass die Köhlerei als Nebengewerbe betrieben wurde.
Im Band «Die Köhlerei», verfasst von Arthur Brunhart heisst es, «dass die Köhlerei als Gewerbe in Liechtenstein nie eine wesentliche Bedeutung hatte.» Die historischen Belege zum Thema seien dürftig. Es wird vermutet, dass spätestens seit dem 16. Jahrhundert keine merkliche Bedeutung hatte.

Bei Flurnamen, die teilweise seit hunderten von Jahren bestehen, bekommt das Thema Holzkohle jedoch eine gewichtigere Bedeutung. So findet man im Land diverse Namen, die auf die Kohleherstellung zurückzuführen sind. In der Gemeinde Eschen etwa Kolmad, in Ruggell die Kolhöttamad, in Schellenberg der Kolrüttiweg oder in Schaan der Kolplatz.
Im 1986 erschienen Büchlein über die Köhlerei im Land ist zu lesen, dass in Liechtenstein wohl vorallem bei erhöhter Nachfrage sporadisch Holzkohle hergestellt wurde. Es wird vermutet, dass dazu vor allem Rodungs- und Abfallholz verwendet wurde. (jeb)

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