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Eine Kaffeemaschine für Nostalgiker, made in Eschen

William Hoop (1927 bis 2011) stellte von 1962 bis 1980 Kaffeemaschinen aus Keramik her. Eine Neuheit, die er europaweit verkaufte.
Kaffeemaschine in Triesen
Die Kaffeemaschine Hoop Karat aus den 60er Jahren. Sie ist im Lawena Museum in Triesen ausgestellt. (Bild: Daniel Schwendener)

Sie war ein Nischenprodukt, europaweit begehrt, eine Neuheit und nicht für die Masse gedacht: die Kaffeemaschine Karat Hoop aus Eschen. Aus Keramik gefertigt und mit Malereien verziert, verkaufte sie William Hoop (ehemaliger Regierungsrat von 1970 bis 1974) an Kaffeeliebhaber. Eine solche Maschine war dazumal eine Neuheit und nur in wenigen Haushalten vorzufinden. Heute gibt es sie eigentlich nicht mehr, wenn, dann nur noch als Erinnerungs- oder Sammlerstück, so wie jene im Lawena-Museum in Triesen. 

In einem Internetforum wurde in den Jahren 2011 und 2012 über eine Karat-Hoop-Espressomaschine diskutiert. Eine Nutzerin hatte eine erworben, präsentierte sie im Netz und schrieb, dass sie schon darauf gespannt sei, wie der Espresso daraus schmecke. Daraufhin meldeten sich auch andere zu Wort, die noch eine Karat Hoop besitzen und sogar noch benutzen. Eine Nutzerin fand eine Kaffeemaschine dieser Marke aus den 70er-Jahren bei ihrer Mutter zu Hause und testete sie. Einige Dichtungen seien nicht mehr ganz in Ordnung gewesen. Auch einige Experten meldeten sich mit Ratschlägen zu Wort. Der letzte Eintrag über die Karat Hoop erfolgte 2017. 

Langlebiges Produkt «made in Liechtenstein»

Das Geschäft, in dem die Kaffeemaschinen verkauft wurden, hiess dazumal Inelectra und befand sich an der Essanestrasse. Die Keramik, aus dem die Maschine bestand, wurde ebenfalls in Liechtenstein verarbeitet. Die Karat-Hoop-Maschinen wurden zwischen den Jahren 1962 und 1980 verkauft. Bis die Masse den Markt eroberte, war die Kaffeemaschine ein Nischenprodukt. Die Herstellung mit den grossen Teilen und dem Material war sehr aufwendig und auch die Entwicklung kostete viel Geld. Jedoch war es, wie es auch die Diskussion im Netz zeigt, eine langlebige Maschine, schliesslich funktionieren einige noch heute. 
In einer Produktebroschüre von 1964 in englischer Sprache wird die Kaffeemaschine, die im Lawena-Museum ausgestellt ist, beschrieben. Sie war dazumal für den modernen Haushalt gedacht. Darin steht, dass nach einer langen Zeit der Entwicklung und Testperiode eine komplett neue und hoch effiziente Kaffeemaschine im internationalen Markt eingeführt wurde. Sie sei die Antwort auf die Nachfrage der modernen Zeit und das, was man brauche. Die Maschine sei allzeit bereit und überall einsetzbar. Sie müsse lediglich am Strom angeschlossen sein, mit Kaffee gefüllt und eingeschaltet werden, folglich ein kinderleichtes Kaffeekochen. Eine Füllung der Maschine ergebe um die 12 Tassen Kaffee oder auch Tee. Zu damaliger Zeit war sie laut Beschreibung damit sparsamer und effizienter als andere Kaffeekocher. 

Zwei Tassen Kaffee in nur zwei Minuten

Und so funktioniert sie: Oben in den grossen Behälter wird das Wasser eingefüllt. Für den Aufsatz verwendet man Kaffeepulver. Auf der Seite am Drehknopf wird sie eingeschaltet, um das Wasser zu erhitzen. Der hohe Druck, der durch die Erwärmung entsteht, presst die Flüssigkeit durch das Pulver. Vom Einschalten der Maschine bis der Kaffee fertig ist, dauert es ungefähr zwei Minuten. Die Karat Hoop wurde als ein sicheres Produkt beworben, an dem man sich nicht verbrennen konnte. Sie sei durch ihre Handlichkeit auch überall einsetzbar. Da das Wasser in einem Gefäss aus Keramik aufbewahrt wird, bleibe das Wasser frisch. Auch sei die Maschine durch das Material sehr robust. Sie war in verschiedenen Farben erhältlich und sei laut dem Werbeprospekt ihrer Zeit voraus gewesen. (ms)

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