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Die Winzer vom Eschnerberg

Die Winzer in Eschen produzieren jedes Jahr 60 000 Flaschen Wein. Nächste Woche beginnt die Haupternte.
Winter aus Eschen
Uwe Hoop, der nun auf Bio umstellt, zusammen mit Norbert Goop. (Bild: Daniel Schwendener)

Bis zu 60 000 Flaschen Wein produzieren die Winzer am Eschnerberg jedes Jahr. Schon vor dreissig Jahren haben die Weinbauern zusammengespannt, um die Weine «bekannter zu machen», sagt Norbert Goop als Präsident des Vereins. 42 aktive Winzer sind es heute, die ihre Reben hegen und pflegen. Während es die meisten «nur» als ein Hobby betrachten, haben drei davon im Weinbau ihre Berufung gefunden und können davon leben. Dazu gehört auch Uwe Hoop.

Sein Vater hatte einst im Jahr 1986 mit 450 Rebstöcken angefangen. Als er vor der Entscheidung stand, was er damit machen sollte – ob aufhören oder professionalisieren –, hat er nur kurz überlegen müssen. Im Jahr 2009 hat er angefan­gen. Auf drei Hektar produziert er heute Rot- und Weisswein.

Uwe Hoop stellt ganz auf Bio um
Dem Trend entsprechend ist Bio auch bei den Winzern in Eschen ein grosses Thema. Daher stellt Uwe Hoop, der eigentlich Koch gelernt hat, seine Reben anfang des nächsten Jahres komplett auf Bioproduktion um. «Die Natur regelt viel selber», ist der Winzer überzeugt. Der Bioweinbau gewinnt immer mehr an Bedeutung. Im einschlägigen Marktspiegel von Bio Suisse, dem Dachverband der Bioproduzenten mit dem Label «Knospe», heisst es zum Beispiel: «Das Jahr 2017 kann als Rekordumstellungsjahr bezeichnet werden.» Auch die Winzer am Eschnerberg beschäftigen sich mit dem Thema Bioweine und welchen schädlichen Einfluss Pflanzenschutzmittel auf den Boden haben. Im Verein können sie sich über solche Themen austauschen. «Die Winzer geben sich gegenseitig Tipps», erzählt Goop. Gerade die Hobby-Weinbauern sind manchmal froh über die Tipps der Profis. Sie spannen auch zusammen, wenn es ums Wimmeln geht. Mit der Ernte des Müller-Thurgau habe man bereits begonnen. Doch das regnerische Wetter im Laufe der Woche machte den Winzern einen Strich durch die Rechnung: Sie mussten eine Zwangspause einlegen. Nächste Woche soll es dann im grossen Stil losgehen. «Jetzt kommen die Sekttrauben», erzählt Hoop. Dann geht es aber erst richtig los mit der Haupternte. Die roten Trauben Merlot, Zweigelt und Blauburgunder werden dann von den Rebstöcken geholt. Heute hat sich das Portfolio an Rebsorten in Liechtenstein erweitert, weil sich inzwischen auch das Know-how der Winzer erweitert habe, ist Uwe Hoop überzeugt. Dies habe nicht nur mit klimatischen Bedingungen zu tun. Auch wenn es natürlich Sorten gebe, die in Liechtenstein und dem St. Gal­ler Rheintal nicht mehr rechtzeitig abreifen.

Trend geht in Richtung Weisswein
Dass er aus seiner Leidenschaft einen Beruf gemacht hat, das liege nicht nur am Produkt selbst, sondern auch an einem Trend. «Immer mehr Liechtensteiner stehen auf heimische Weine», erzählt er. Das beflügelt ihn. Der Trend gehe dabei klar in Richtung Weisswein. Das Verhältnis am Eschnerberg liegt bei 60 Prozent roten Weinen und bei 40 Prozent Weisswein. Im Pfrundhaus in Eschen haben die Winzer erst gerade ihren Weinkeller umgebaut. Jenen öffnen sie zum Beispiel bald am Jahrmarkt, um ihre edlen Tropfen zu präsentieren. Für dieses Jahr erwarten die Winzer übrigens wieder ein gutes Weinjahr. (dal)

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