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Schulische Heilpädagogin Claudia Sprenger

Mit Kuscheltier und Köpfchen

Manche Kinder brauchen eine zusätzliche Erklärung, andere mehr Ruhe oder jemanden, der ihnen Sicherheit gibt. Claudia Sprenger schaut genau hin, was ein Kind gerade braucht.
von Bianca Cortese
Seit zwölf Jahren arbeitet Claudia Sprener als schulische Heilpädagogin in Eschen. (Bild: eingesandt)

Warum kann ein Kind schon lesen, während ein anderes noch mit einzelnen Buchstaben kämpft? Für Claudia Sprenger ist das nichts Ungewöhnliches. «So wie jedes Kind sein eigenes Tempo beim Laufen- oder Sprechenlernen hat, sind auch die Wege beim Lernen unterschiedlich.»

Seit zwölf Jahren arbeitet sie als schulische Heilpädagogin, kurz SHP, in Eschen. Zuvor war sie Klassenlehrerin. Als sie die Möglichkeit bekam, als SHP auszuhelfen, war sie sofort begeistert und liess sich dafür ausbilden. Heute unterstützt sie die Lehrpersonen und arbeitet mit Kindern direkt in der Klas­se, einzeln oder in kleinen Gruppen. Manchmal reicht eine zusätzliche Erklärung, damit es im Unterricht wieder weitergeht. Andere Kinder begleitet sie über längere Zeit.

Ich versuche, die Kinder dort abzuholen, wo sie gerade stehen.

Jedes Kind lernt auf seine Weise

Rechnen, Lesen und Schreiben sind dabei nur ein Teil ihrer Arbeit. Mindestens genau­so wichtig ist Claudia Sprenger die Beziehung zu den Kindern. «Ich leiste auch ganz viel Beziehungsarbeit», sagt sie. Das bedeutet: Sie lernt die Kinder gut kennen und versucht herauszufinden, was ihnen gerade hilft. Denn wer sich wohl und sicher fühlt, kann oft auch besser lernen. 

Dafür hat die Heilpädagogin besondere Helfer parat: Mutmachkarten etwa, deren Botschaften sie zunächst gemeinsam mit den Kindern bespricht. Später genügt manchmal schon die passende Karte auf dem Pult. Dazu gibt es kleine «Lernfreunde» – Kuscheltiere, die beim Arbeiten Gesellschaft leisten – und eine Konzentrationskiste mit Stressbällen und anderen Hilfsmitteln.

Ob ein Kind wieder mehr Vertrauen in sich gewinnt, merkt Claudia Sprenger oft ganz ohne Worte: Es sitzt plötzlich aufrechter da, lächelt wieder oder kommt gerne in ihre Stunde.

Wenn ein Kind plötzlich strahlt

Besonders gerne arbeitet sie mit Erstklässlern. «Sie sind voller Motivation, neugierig und wollen jeden Tag etwas Neues lernen.» Oft könne es ihnen gar nicht schnell genug gehen. Gerade deshalb ist die erste Klasse für sie eine wichtige Zeit: Die Freude, mit der Kinder in die Schule starten, soll möglichst lange bleiben.

Wie viel ihre Begleitung bewirken kann, zeigte ihr einmal eine Schülerin. Zum Abschied schrieb sie Claudia Sprenger,diese sei der Grund gewesen, warum sie so fleissig war und gerne zur Schule kam. Solche Worte bleiben. Genauso wie die Momente, in denen ein Kind sie anstrahlt und sagt: «Jetzt habe ich es verstanden. Du hast mir echt geholfen.»

Auch nach zwölf Jahren lässt sich Claudia Sprenger von der Neugier und Be­geis­terung der Kinder anstecken. Besonders stolz ist sie darauf, ihnen noch immer mit genauso viel Freude und Gespür zu begegnen. Den neuen Erstklässlern wünscht sie vor allem einen guten Start – und dass ihnen die Freude am Lernen möglichst lange erhalten bleibt.

Artikel: http://www.vaterland.li/liechtenstein/gesellschaft/mit-kuscheltier-und-koepfchen-art-758953

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