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Dorfplatz Balzers: Der Sieger steht fest

Nachdem bereits im September mit dem Bau der Alterswohnungen gestartet werden kann, geht es auch in Sachen Dorfplatzgestaltung voran: Der Projektsieger ist ermittelt. Doch ob und wann die Bagger auffahren, darüber entscheidet die Bevölkerung.
Vorsteher Hansjörg Büchel informierte über laufende und anstehende Projekte in der Gemeinde Balzers.
Vorsteher Hansjörg Büchel informierte über laufende und anstehende Projekte in der Gemeinde Balzers.

Es tut sich etwas in Balzers – oder anders gesagt: Wenn die Balzner wollen, dann haben sie neben ihren 12 Alterswohnungen in wenigen Jahren auch einen neuen Dorfplatz. Wie Vorsteher Hansjörg Büchel gestern im Rahmen einer Informationsveranstaltung mitteilte, wurde der Sieger des internationalen Wettbewerbs ermittelt und am Mittwoch vom Gemeinderat zur Kenntnis genommen bzw. das entsprechende Projekt in seinen Grundzügen genehmigt. Obwohl der Wettbewerb anonym stattfand, wie Büchel versicherte, ging – es sollte wohl so sein – ein Balzner als Sieger hervor. Genauer gesagt handelt es sich um ein Team, bestehend aus Team Vogt Landschaftsarchitekten AG, Zürich, BBK Architekten AG, Balzers, und der Arbeitsgemeinschaft Bänziger Partner Ingenieure und Planer, St. Gallen, sowie STW AG für Raumplanung, Chur.

Detailliertes Projekt wird im August ausgestellt
In Stein gemeisselt sei noch nichts, schickte Hansjörg Büchel gleich  vorweg, als er das Projekt in seinen Grundzügen vorstellte. Und viel ist bisher nicht bekannt. Klar ist nur, dass der rund 40 Meter breite und 60 Meter lange grosse Platz, der an der Fürstenstrasse und der Gnetschstrasse (angrenzend zum Hallenbad) entstehen soll, mit Bäumen umrandet und beschattet sein soll. Auch geplant ist im Siegerprojekt derzeit eine Tiefgarage. Kostenpunkt: Rund 12 Mio. Franken inkl. Bepflanzung, Strassenraumgestaltung, öffentliche WC-Anlage sowie ein sogenanntes Buvette – also eine Ausschankstelle, die für Feierlichkeiten genutzt werden kann. Weitere Details werden der Öffentlichkeit erst im Rahmen der Ausstellung vom 
28. August bis 1. September vorgestellt. Im Kleinen Gemeindesaal in Balzers sind neben dem Siegerprojekt dann auch die zehn Projekte der weiteren Wettbewerbsteilnehmer ausgestellt. 
«Ja, wir würden uns wünschen, dass dieser Dorfplatz umgesetzt und so das Zentrum aufgewertet werden kann», so Vorsteher Hansjörg Büchel. Er weiss aber auch, dass noch viel Arbeit vor dem Gemeinderat liegt, wenn es nun darum geht, über die Details des Dorfplatzes zu beraten. «Die Fragestellungen wurden im Rahmen des Wettbewerbs bewusst offengehalten. So ist noch nichts fix. Das Tolle am Siegerprojekt ist aber, dass es auch ohne Tiefgarage funktionieren würde», ist sich der Vorsteher bewusst, dass hierüber wohl noch nicht das letzte Wort gesprochen ist bwz. noch einige Diskussionen geführt werden müssen – auch mit der Bevölkerung. Denn diese dürfte am Ende so oder so entscheiden, ob sie einen Dorfplatz will und wie dieser aussieht. «Überschreiten die Kosten 8,9 Mio. Franken, müssen wir das Projekt zwingend der Bevölkerung vorlegen. Sollte es kostengünstiger – also ohne Tiefgarage – umgesetzt werden, steht es den Balznern natürlich offen, das Referendum zu ergreifen.
Matchentscheidend, wie schnell das Projekt bei einem Ja der Balzner umgesetzt werden könnte, ist laut Büchel das Grundwasser. Nur wenn wirklich alles glatt laufe, sei ein frühester Baubeginn im Winter 2020 möglich. «Bis dahin gibt es aber noch viel zu tun. Zu klären. Zu diskutieren. Und am Ende auch zu informieren und zu überzeugen», so Büchel.

Gemeindeverwaltung:«Neubau irgendwann nötig»
Dass der Vorsteher sich für die Tiefgarage im Dorfzentrum einsetzt, hat noch weitere Gründe als jene, dass die heutigen oberirdischen Parkplätze neben dem Gemeindezentrum bei einer Realisierung des Parks wegfallen würden. Gemeinsam mit dem letzten Gemeinderat wurde nämlich bereits in die Zukunft gedacht und daran, dass das heutige, nicht barrierefreie Gebäude der Gemeindeverwaltung in ferner Zukunft neu gebaut werden könnte. Und zwar auf der gegenüberliegenden Strassenseite (Alte Metzgerei). Spätestens dann, so der Vorsteher, würden ohnehin 20 überdachte Parkplätze sowie einige Aussenparkplätze vorgeschrieben.

Weiterer Bau von Alterswohnungen denkbar
Keine Tiefgarage vorgesehen ist hingegen bei den 12 Alterswohnungen, die in der Nähe des Altersheims gebaut werden. Baustart ist übrigens bereits im September diesen Jahres, die Fertigstellung ist per Ende 2020 geplant. Die Gemeinde hat sich in Triesen und Schaan kundig gemacht und geht davon aus, dass die Bewohner der Alterswohnungen nicht mehr über ein Auto verfügen und keine Parkplätze benötigen. Weil allerdings aufgrund des Bauprojekts ebenfalls Parkplätze wegfallen, sollen in der Elgagass rund 40 bis 50 oberirdische Parkplätze realisiert werden – und das relativ günstig, wie Hansjörg Büchel versichert. Diese kommen sicher auch den Mitarbeitern und Besuchern des Altersheims zugute, die heute kaum über Parkierungsmöglichkeiten verfügen.
Übrigens haben sich bereits einige Wohnungsinteressenten bei der Gemeinde gemeldet. Weitere Anmeldungen sind über die Gemeindeverwaltung oder über den Verein Lebenshilfe möglich. «Übersteigt am Ende die Zahl der Interessenten die Anzahl an Wohnungen, müssen wir Gespräche führen. Und ein Auswahlverfahren festlegen», so Büchel. Und stelle die Gemeinde Balzers fest, dass eine enorm hohe Nachfrage nach solchen Wohnungen vorliege, verfüge sie direkt hinter dem Altersheim noch über so viel Bauplatz, um 30 weitere Alterswohnungen zu realisieren. «Das haben wir bereits angedacht», so Büchel. Die Nachfrage bestimmt also das Angebot.

Finanzielle Reserven lassen Projekte zu
Finanziell steht die Gemeinde Balzers zwar nicht so gut da wie etwa Vaduz oder Schaan – aber stemmen könnte sie die geplanten Projekte allemal. So konnte sie in den letzten Jahren einiges an Reserven aufbauen, diese würden allerdings von 30 auf 12 Mio. Franken schrumpfen, sollten tatsächlich alle geplanten Projekte umgesetzt werden –aber dazu gehören natürlich auch einige Tiefbauarbeiten, Sanierungsarbeiten am Hallenbad, Erweiterung der Reithalle oder Dachstuhlsanierung der Mariahilf Kappelle. Für Büchel keine Ausgaben, sondern Investitionen. (dv)

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