• Maria Kaiser-Eberle, Gemeindevorsteherin, Alexander Kuhn, Verkehrsingenieure Eschen, Emanuel Matt, Leiter Bauverwaltung
    Maria Kaiser-Eberle, Gemeindevorsteherin, Alexander Kuhn, Verkehrsingenieure Eschen, Emanuel Matt, Leiter Bauverwaltung  (Daniel Ospelt)

Verkehr und Abwasser beschäftigen Ruggeller

Der Informationsabend der Gemeinde Ruggell bot am Montagabend Einblick in die bevorstehenden Bauprojekte – und was die Einwohner beschäftigt.

Vorsteherin Maria Kaiser-Eberle freute sich in ihrer Begrüssung über das grosse Interesse am Gemeindewesen. Mehr als 250 Personen füllten gestern Abend den Gemeindesaal in Ruggell, womit gemäss aktueller Zahlen der Verwaltung (2335 Einwohner) rund jeder zehnte Einwohner die Informationsveranstaltung besuchte. Zu Beginn stellte Kaiser-Eberle die Finanzplanung für die Jahre 2020 bis 2023 vor. «Erfreulich ist der hohe Selbstfinanzierungsgrad, der uns weniger abhängig vom Land macht», betonte sie. Doch diese Rücklagen werden auch dringend benötigt: «In den nächsten Jahren stehen zwei grössere Bauprojeke an.» Gemeint sind der Industriezubringer und die Sanierung der Turnhalle, die gestern Abend neben zahlreichen weiteren Projekten angesprochen wurden.

Verkehrsrichtplan steckt in «finaler Phase»
In zwei Bevölkerungs-Workshops und unter Einbezug der Schüler wird an einem Verkehrsrichtplan für die Gemeinde Ruggell gearbeitet. «Es geht um Massnahmen, die über das Auto hinausgehen und die Aufmerksamkeit stattdessen auf die schwächsten Verkehrsteilnehmer lenkt», fasste Alexander Kuhn vom Büro Verkehrsingenieure in Eschen zusammen. Dabei werde ein besonderes Augenmerk auf den Schulweg der Kinder gelegt. Potenzielle Massnahmen aus dem Plan könnten etwa Tempo-30-Zonen, ein besserer ÖV-Anschluss oder eine neue respektive sanierte Langsamverkehrsbrücke über den Rhein sein. Letzteres Anliegen sei innerhalb des Agglomerationsprogramms Werdenberg-Liechtenstein deponiert worden, ergänzte Emanuel Matt, Leiter Bauverwaltung.  

Bezüglich des aktuellen Stands des Verkehrsrichtplans informierte Kuhn: «Wir stehen kurz vor der Fertigstellung des Entwurfs.» Soll heissen, dass dieser bald zur Vorprüfung an das Amt für Bau und Infrastruktur (ABI) geht. Nach einer Abstimmung mit den Nachbargemeinden wird dann das 14-tägige Auflageverfahren starten. Während dieser zwei Wochen sollen die Einwohner noch einmal eine dritte Gelegenheit erhalten, um sich über den Verkehrsrichtplan zu informieren und ihre Meinung kundzutun. Anschliessend braucht es vor der Umsetzung noch den Beschluss des Gemeinderats und die Genehmigung vonseiten der Regierung.

Sanierung der Landstrasse startet im Frühjahr
Emanuel Matt, Leiter Bauverwaltung, gab Einblick, welche Hoch- und Tiefbauprojekte im vergangenen Jahr umgesetzt beziehungsweise fortgesetzt wurden. Zu den grössten zählten die Renovation der Frei-zeitanlage Widau und der Bau des neuen Feuerwehrdepots. Dieses Jahr und darüber hinaus wird sich die Gemeinde in dieser Hinsicht keinesfalls zurücklehnen. Als eine der nächsten Aufgaben wird das ABI die Sanierung der Landstrasse starten, welche in drei Etappen erfolgen soll. Das erste Teilstück geht vom Kreisel bis zum ehemaligen REC. Dabei soll der Fussweg auf beiden Seiten um je 25 Zentimeter verbreitert werden. Im Gegenzug wird die Autostrasse entsprechend schmaler. «Davon erhoffen wir uns einen langsameren Verkehr», so Matt.


Was den Industriezubringer betrifft, konnte Maria Kaiser-Eberle keine Neuigkeiten vermelden. Dies, weil die Gemeinde noch nicht alle Grundstücke besitzt.  «Mit einigen Beteiligten laufen weiterhin Verhandlungen. Wir müssen diese abwarten, bevor wir einen genauen Verlauf des Zubringers mitteilen können», erklärte die Vorsteherin. Voraussichtlich im Sommer soll das Mehrfamilienhaus an der Rheinstrasse 31 auf jener Liegenschaft abgerissen werden, welche die Gemeinde 2017 erworben hat. Vorgesehen ist ein Kreisel vor der Rheinbrücke, bei dem eine Ausfahrt in die Industrie führt. Wie Emanuel Matt ausführte, bestehe die Möglichkeit, die mitunter parallel laufende Sanierung der Landstrasse während der Bauarbeiten am Industriezubringer zu unterbrechen.

Zusätzlich zu diesen grösseren Strassenarbeiten blickt die Gemeinde Ruggell mittelfristig auch anspruchsvollen Hochbauten entgegen. Zum Thema Altersheim meinte die Vorsteherin: «Wir arbeiten mit Hochdruck daran, dass das nächste LAK-Gebäude in Ruggell gebaut wird.» Aus diesem Grund seien auch gewisse andere Projekte in diesem Bereich zurückgestellt worden, um sie auf das geplante Altersheim abzustimmen. Ausserdem soll der Gemeinderat dieses Jahr darüber entschieden, ob die Turnhalle der Primarschule renoviert wird oder ein Neubau erfolgt. «Dabei spielt die Diskussion rund um das SZU II eine wichtige Rolle. Sollte dieses in Ruggell umgesetzt werden, können die Einwohner auch ihre Turnhallen nutzen.» Auch bei der Kirche sieht die Gemeinde Handlungsbedarf, da für die aktuellen Lichter keine Ersatzteile mehr geliefert werden. Aus diesem Grund soll, wie schon bei anderen öffentlichen Anlagen passiert, eine energieeffizientere LED-Beleuchtung installiert werden.

Mehrere Beschwerden wegen Hochwasser

Bei der Fragenrunde zum Schluss des Informationsabends rückten drei Tage des vergangenen Jahres in den Vordergrund: der 27. Juli, der 2. August und der 28. August. An
diesen Daten sorgten starke Niederschläge in der tiefstgelegenen Gemeinde des Landes dafür, dass manche Keller und Erdgeschosse kurzfristig unter Wasser standen. Bei der
Gemeinde seien 2019 mehrere Beschwerden eingegangen. Emanuel Matt nutzte deshalb die Gelegenheit, um ausführlich das Abwassersystem in Ruggell zu erklären. «Das Problem ist nicht, dass die Abwasserbecken der Gemeinde gefüllt waren. Gemäss meinen Kontrollen hängt es vielmehr mit Engpässen bei den privaten Anlagen zusammen. Wir hatten nun einmal sehr intensive Niederschläge.» Doch die Gemeinde wolle kein Anliegen der Einwohner unbeantwortet lassen. Insofern lud Matt jeden dazu ein, sich für eine Beratung bei ihm zu melden. In manchen Fällen könnte schon mit kleineren Massnahmen dem Hochwasser entgegengewirkt werden. (gk)

 

17. Feb 2020 / 23:34
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