• Patrick Birrer (r.), Leiter Denkmalschutz, lässt sich von Nic Wohlwend (BBK-Architekten) das Siegerprojekt erläutern.  (Klaus Schädler)

Triesenberg gestaltet Zentrum neu

Die Gemeinde Triesenberg konnte gestern das Siegerkonzept zur Dorfzentrumsentwicklung präsentieren.
 
Seit der Abstimmung über den Nutzen des Madleni-Hus im Zentrum von Triesenberg ist die Dorfzentrumsentwicklung in der Walsergemeinde ein grosses Thema. Auch im Leitbild «läba erläba», das 2017 mit Einbezug der Bevölkerung erarbeitet wurde, ist festgehalten, dass das Dorfzentrum zum Treffpunkt der Bevölkerung werden soll. Auch eine Umfrage zeigte diesen Wunsch auf. Um eine Grundlage für dieses Ziel zu schaffen, wurde eine Studiendurchführung zur Zentrumsentwicklung in Auftrag gegeben. 6 Architekten haben nach Zukunftslösungen gesucht. Gestern konnte das Siegerkonzept der Arge Erhart und Partner AG/BBK Architekten AG präsentiert werden, welches am Dienstag vom Gemeinderat einstimmig angenommen wurde. «Alle sechs Projekte haben die Rahmenbedingungen erfüllt. Es ist beachtlich, was sie abgeliefert haben», sagte der Raumplaner und Berater der Gemeinde, Beat Aliesch. Doch das Siegerprojekt überzeugt durch seine stabile Strategie für eine Entwicklung des Zentrums. «Denn uns war wichtig, dass die Umsetzung Etappenweise erfolgen kann», so Christoph Beck. 
 
Laut dem Gemeinderat ist ein weiterer Pluspunkt des Projekts, dass die Schlossstrasse nicht tangiert wird. Alle anderen Konzepte hätten die Strasse in den Dorfplatz eingebunden, was als nicht ideal empfunden wird. 
 
Grosse Herausforderung für Planungsbüros
 
Aus diesem Grund wurde bewusst ein Studienauftrag und nicht ein Wettbewerb ausgeschrieben. Denn die Konzepte sollen eine Idee zur Entwicklung des Dorfzentrums geben. Der Feinschliff erfolgt erst in einem zweiten Schritt – und, wie Christoph Beck betont, mit Einbezug der Bevölkerung. Die Architekturbüros hatten trotzdem einige Vorlagen zu erfüllen: Beispielsweise müssen der Lebensmittelladen und die Ärzte wieder Platz finden und sie müssen auch während den Bauarbeiten ihre Dienstleistung anbieten können. Auch will die Gemeinde «Wohnen im Alter» im Dorfzentrum ermöglichen. «Es war eine komplexe Aufgabe. Die vielen verschiedenen Nutzungsvorgaben unter einen Hut zu bringen, war eine grosse Herausforderung und hat einige Zeit in Anspruch genommen», sagte Martin Erhart vom Architekturbüro Erhart und Partner. 
 
Das Hauptanliegen, den Dorfplatz zu einem Treffpunkt zu machen, ist der Schwerpunkt des Siegerprojekts. Der Dorfplatz wurde um einiges erweitert und ein neues Zentrumsgebäude mit Dorfladen, Ärztepraxis etc. nach Norden versetzt gebaut. Verschiedene Elemente laden auf dem Dorfplatz zum Verweilen ein und ermöglichen grosse und kleine Veranstaltungen. Der Gemeinderat ist vor allem auch begeistert, dass auf dem neuen Dorfplatz wieder die Aussicht ins Tal genossen werden könnte – was heute nicht möglich ist. Allgemein haben die Planer versucht, die Aussicht nicht weiter zu verbauen. 
 
Ein weiterer Schwerpunkt des Siegerprojekts ist ein Gebäude, in dem «Wohnen im Alter» Platz finden soll. Dieses findet auf dem «Alparosa»-Parkplatz Platz und soll die Lücke, welche seit dem Abbruch des «Alparosa»-Gebäudes nie wirklich von der Bevölkerung akzeptiert wurde, wieder füllen. Dabei könnte das neue Gebäude architektonisch der alten «Alparosa» ähneln – wenn auch um einiges grösser. Das Parkplatzproblem soll indes unterirdisch gelöst werden. Auch eine Erweiterung des bestehenden Pflege- und Wohnheims ist im Konzept berücksichtigt.
 
Historische Bauten können stehenbleiben
 
In wichtiger Punkt im Studienauftrag war auch der Umgang mit den historischen Bauten im Zentrum. Gemeint ist unter anderem auch das Madleni-Hus. «Alle sechs Projekt-Teams haben das Madleni-Hus stehen lassen», betonte Christoph Beck. Das Siegerprojekt hatte gleich alle drei historischen Bauten involviert und alle geplanten Gebäude auf Gemeindeboden realisiert. «Im Madleni-Hus könnte man nach einer sanften Renovierung ‹Ferien im Baudenkmal› realisieren. In einem der anderen Häusern könnte das Walsermuseum unterkommen und im dritten Gebäude Wohnungen im Sinne von ‹Wohnen im Baudenkmal›», erklärte Martin Erhart die Idee zu diesem Thema.
 
Kreative Lösungen zur Finanzierung suchen
 
Vier Jahre hat sich die Arbeitsgruppe der Gemeinde mit dem Vorprojekt befasst. «Die Studienpräsentation ist nun das Ende und gleichzeitig aber auch der Start für einen neuen Prozess», sagte Christoph Beck. Man wolle nun schauen, wie das Projekt bei der Bevölkerung ankomme. Erst dann geht es in die Detailplanung. Denn es gibt noch sehr viele offene Fragen, die noch geklärt werden müssen. Und auch die Finanzierung wird für die Gemeinde Triesenberg ein Hosenlupf werden. «Die Gemeinde wird kaum alleine für die Kosten aufkommen können. Aber es gibt auch kreative Finanzierungslösungen. Beispielsweise mit Einbezug von Privaten», so der Vorsteher. Auch wenn es nicht einfach werde, habe die Gemeinde nun einen gewissen Druck, in Sachen Zentrumsentwicklung vorwärts zu machen. «Und das wollen wir auch. Das Projekt soll nicht ein Gipsmodell bleiben», betonte er. (manu)
 
Ausstellung Studienaufträge
Die verschiedenen Studienaufträge zur Dorfzentrumsentwicklung können wie folgt in der Galerie des Dorfsaals besichtigt werden: Montag, 7. Oktober, bis Mittwoch, 9. Oktober; Mittwoch, 16. Oktober, bis Freitag, 18. Oktober; Mittwoch, 23. Oktober, bis Freitag, 25. Oktober, jeweils von 18 bis 20 Uhr.
05. Okt 2019 / 07:00
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1 KOMMENTAR
Für saudumm verkaufen wollen.....
Der Abbruch vom Gasthaus "Alparosa" sei in der Bevölkerung bis heute nie wirklich akzeptiert worden, schreibt der T'berger Vorsteher. So ein fertiger Blödsinn!!! Diesem viereckigen Klotz mit Walmdach trauert mit Sicherheit niemand nach. Zudem wurde dieses Gebäude vor ca. 40ig Jahren abgebrochen. Wie alt wären dann wohl die "trauerden" heute? Glaubt der T'berger Gemeinderat wirklich mit solch heuchlerische Argumenten, könne er von den Bärger/innen mehr Zuspruch für das geplante neue Projekt erwarten? Habt Ihr diese "schleimige" Vorgehensweise im Tal unten gelernt? Ist der Gemeinderat bereits wieder vom Vorsteher derartig "geimpft" worden, dass auch hier wieder von einem "Einstimmigen" Ergebnis ausgegangen werden kann?
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 06.10.2019 Antworten Melden

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