• «Kein Luxusbau mit goldenen Hahnen»
    Im «Vaterland»-Interview sagte Feuerwehrkommandant Martin Konrad: «Ein Nein ist keine Lösung. Und gespart wird dadurch sicher nicht.»  (Daniel Schwendener)

Stimmbürger entscheiden Zukunft der Feuerwehr

In Vaduz wird am Wochenende über den 25,5 Millionen Franken schweren Neubau des Feuerwehr- und Samariterdepots entschieden.
Vaduz. 
 
 
 
 
 
 
Für 25,5 Millionen Franken soll in Vaduz im Gebiet «Schaanerstrasse West», unmittelbar neben dem Wasserwerk, ein neues Depot für Freiwillige Feuerwehr, Stützpunktfeuerwehr und Samariterverein entstehen. Im Betrag enthalten sind neben den Kosten für den Bau auch jene für die Durchführung eines Architekturwettbewerbs.
 
Handlungsbedarf steht ausser Frage
 
Noch ist das Ganze allerdings blosse Theorie. Die Realisierung hängt ganz allein vom Vaduzer Stimmvolk ab, dessen Votum aufgrund der Höhe des benötigten Kredits zwingend einzuholen ist. Mit dem morgigen Sonntag wird diesbezüglich Gewissheit einkehren. Das Wahllokal schliesst seine Türen um 12 Uhr.
 
Für Gemeinde wie Feuerwehr ist der Handlungsbedarf unbestritten. Zu umfangreich ist die Liste an Missständen mittlerweile geworden. Das bestehende, gut 40 Jahre alte Depot ist beispielsweise weder hochwasser- noch erdbebensicher, die sanitären Anlagen sind alt und lediglich auf Männer ausgelegt, und für die 65 Feuerwehrleute stehen lediglich zehn Parkplätze zur Verfügung. Hinzu kommt, dass die Gerätschaften der landesweit operierenden Stützpunktfeuerwehr, deren Aufgaben ebenfalls von den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Vaduz wahrgenommen werden, heute auf drei verschiedene Standorte verteilt sind. «Das Material muss im Ereignisfall zuerst geholt werden – dies bindet Ressourcen, und wir verlieren Zeit, wichtige Zeit!», betonte der Vaduzer Feuerwehrkommandant Martin Konrad kürzlich in einem Interview mit dem «Liechtensteiner Vaterland».
 
Feuerwehr sieht begründeten Platzbedarf
 
Gerade die bestehenden Platzprobleme lassen einen Neubau für die Verantwortlichen als einzig sinnvolle Lösung erscheinen. «Wir sind auf drei Seiten durch Strassen eingegrenzt. Und nordseitig befin-den sich Wohnhäuser», erklärt Konrad. Ein Anbau sei daher keine Option. «Hier wurde gemacht, was möglich war – mehr geht nicht.»
 
Doch müssen in ein neues Depot tatsächlich über 25 Millionen Franken gesteckt werden? Angesichts der Kosten für andere Depotneubauten – elf Millionen Franken in Schaan  oder 16,3 Millionen Franken in Balzers – ist dies sicher eine mehr als berechtigte Frage. «Das Depot in Vaduz kostet zwar doppelt so viel wie das in Schaan, es wird aber auch doppelt so gross» meinte Martin Konrad hierzu an einer öffentlichen Informationsveranstaltung am 10. September im Vaduzer Rathaussaal. Neben den Flächen, die vom Land für die Stützpunktfeuerwehr gemietet werden, liege dies auch an der langfristigen Auslegung der Planung, wie er später gegenüber dem «Vaterland» konkretisierte: «Das Gebäude soll für die nächsten 50 Jahre Bestand haben. Entsprechend wurde auch berücksichtigt, dass sowohl die Samariter wie auch wir linear zur Bevölkerung wachsen werden.» Der Platzbedarf sei von allen Involvierten detailliert ermittelt worden. «Es wird kein Luxusbau mit goldenen Wasserhähnen – es handelt sich um einen reinen Zweckbau.» Als weiteren Punkt verweist der Feuerwehrkommandant auf die spezielle Vaduzer Ausgangslage mit einem grossen täglichen Touristen- und Arbeitskräfteaufkommen. «Daher muss unsere Feuerwehr auch entsprechend grösser aufgestellt und darauf vorbereitet sein.»
 
Ob die Stimmberechtigten den Argumenten der Befürworter folgen, wird sich morgen am frühen Nachmittag herausstellen. Das Fehlen einer öffentlich in Erscheinung getretenen Gegnerschaft scheint aber zumindest für einen solchen Ausgang zu sprechen. Feuerwehr und Samariter könnten ihre neue Heimat dann voraussichtlich Anfang 2025 beziehen. Ein Nein wäre dagegen wohl gleichbedeutend mit dem Verbleib der Feuerwehr am bestehenden Standort – verbunden mit umfassenden Sanierungsmassnahmen. «Die 25 Millionen Franken», ist sich Martin Konrad sicher, «wären letztlich nicht gespart.» (bo)
05. Okt 2019 / 14:00
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