• Hochspannungsleitung in Balzers
    Die Hochspannungsleitung in Balzers wird wohl noch länger bleiben.  (Daniel Schwendener)

Still und heimlich Verträge mit Swissgrid abgeschlossen

Die Bürgergenossenschaft Balzers hat bereits im November 2018 drei Dienstbarkeiten mit Swissgrid auf Fläscher Gebiet abgeschlossen.
Balzers. 

Es ist seit Jahren das grosse Thema in Balzers: die Hochspannungsleitung. Die politische Gemeinde hat der Betreiberin Swissgrid mitgeteilt, dass der Vertrag im Jahre 2021 nicht verlängert wird. Im Gemeindewahlkampf waren sich noch alle einig, dass die Hochspannungsleitung weg  bzw. endlich eine andere Lösung gefunden werden muss. «Leider ist das Projekt zum heutigen Zeipunkt noch nicht so weit fortgeschritten, wie gewünscht», erklärte der wiedergewählte Vorsteher Hansjörg Büchel im Februar 2019. Doch die «Gemeinde in der Gemeinde» – die Bürgergenossenschaft Balzers – hat mit dem Leitungsbetreiber Swissgrid auf der  Fläscher Parzelle Alp Lida und zwei Parzellen im Elltall bereits am 8. November 2018 die Verträge für die Durchleitungsrechte verlängert. Dies geht aus dem Jahresbericht der Bürgergenossenschaft hervor. Damit hat Swissgrid die notwendigen Rechte bis an die liechtensteinische Landesgrenze in der Tasche. Und dies, ohne die Öffentlichkeit oder den gewählten Gemeinderat darüber zu informieren.

Swissgrid hat nur mässiges Interesse

Gemäss Swissgrid hätten diese Verträge keinen Präjudizcharakter für die Verhandlungen mit der Gemeinde Balzers. Es sei ein Standardablauf in der Schweiz, da es sich um eine bestehende Leitung handle. Dass Swissgrid selbst nur ein mässiges Interesse daran hat, das Trassee der Hochspannungleitung zu verlegen, ist selbstredend. Schliesslich handelt es sich um eine gewartete und funktionierende Leitung. Swissgrid ist aber angesichts des auslaufenden Vertrages in Balzers und der damit verbundenen Rechte der Betroffenen gefordert, zeitnah entsprechende Alternativen aufzuzeigen. 

Einen Trumpf aus der Hand gegeben

Auf diese wartet man in Liechtenstein derzeit noch. So erklärte Regierungschef-Stellvertreter Daniel Risch auf eine Kleine Anfrage des Balzner Abgeordneten Manfred Kaufmann am 9. November 2018: «Bis heute liegt lediglich der Planungskorridor vor, welcher die gesamte Breite des Rheintals zwischen Balzers und Trübbach umfasst. In diesem Korridor sollen anschliessend verschiedene Varianten einer möglichen Leitungsführung erarbeitet werden.»

Da bis heute keine Variantenvorschläge vorliegen, ist davon auszugehen, dass die Hochspannungsleitung in Balzers noch mindestens bis 2024 in Betrieb sein wird. Wahrscheinlich noch länger. Den Trumpf in Fläsch hat die Bürgergenossenschaft Balzers bereits im letzten Jahr aus der Hand gegeben. Hätte sie die Dienstbarkeiten mit dem Verweis auf die ungeklärte Situation in Liechtenstein nicht verlängert, hätte Swissgrid höchstens ein Verfahren zur Enteignung gemäss den schweizerischen Gesetzen anstreben können. Ein eher unwahrscheinlicher Schritt. Denn damit wäre die Hochspannungsleitung in Balzers zu einem Fall für die Diplomatie geworden. (sap)

15. Mai 2019 / 07:00
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...

Wettbewerb
hierbeimir_Logo_basic
Zu gewinnen ein Gutschein im Wert von 20 Franken von hierbeimir
30.04.2019
Facebook
Top