• Landgasthof Mühle Vaduz
    Landgasthof Mühle Vaduz  (Daniel Ospelt)

Offene Jugendarbeit signalisiert Gesprächsbereitschaft

Aha, Vaduzer und Schaaner Jugendtreff in der ehemaligen «Mühle» unter einem Dach vereint? Die Stiftung OJA ist «grundsätzlich offen».
Vaduz. 

Seit zwei Jahren befindet sich der ehemalige Landgasthof Mühle im Besitz der Gemeinde Vaduz. Klarheit über die Nutzung der Liegenschaft an der Ortsgrenze zu Schaan besteht allerdings bis heute nicht – weshalb die Gemeinde im Rahmen eines Tags der offenen Tür vor wenigen Wochen gezielt Meinungen und Vorschläge aus der Bevölkerung einholte. Eine Idee, die damals artikuliert wurde, stammte von Stefan Biedermann. Der Geschäftsführer der Jugendorganisation Aha bekundete in deren Namen, dass man es sich durchau vorstellen könne, vom heutigen Standort im Haus Melliger in Vaduz in die Räumlichkeiten des ehemaligen Gastronomiebetriebs überzusiedeln.

Vergangene Woche konkretisierte er das Ansinnen gegenüber dem «Vaterland» nochmals. Durch den 2018 vollzogenen Umzug vom Schaaner Bahnhofsgebäude an die dezentral gelegene Vaduzer Kirchstrasse habe das Aha deutlich an Sichtbarkeit eingebüsst. «Unsere Besucherzahlen haben sich stark reduziert.» Eine neue Heimat in der ehemaligen Mühle – unweit des Schulzentrums Mühleholz, des Mühleholzmarkts und des Schwimmbads und dazu noch bestens an den öffentlichen Verkehr angebunden – wäre nach Ansicht des Vereins ein probates Mittel, um die Jugendlichen künftig wieder besser zu erreichen.

Mögliches Zuhause für drei Institutionen

Für Biedermann wäre in diesem Kontext auch ein Zusammenspannen mit den Jugendtreffs Camäleon (Vaduz) und Popcorn (Schaan) ein Gedanke, der eingehender geprüft werden könnte. Schliesslich, so der Aha-Geschäfstleiter, seien auch diese nicht eben mit einem zentralen Standort gesegnet und könnten bei einer Dislozierung an Attraktivität gewinnen. Die Grösse der Liegenschaft lässt eine gemeinsame Nutzung im Sinne einer zentralen Jugendstelle in seinen Augen ohne Probleme zu. Und sie wäre aus Perspektive des Ahas auch absolut sinnvoll, wie Biedermann sagt: «Wir könnten unsere Informationen dann auf direktestem Weg an die Jugendlichen weitergeben.» Entweder, indem diese selbst bei der Beratungs- und Informationsstelle vorbeischauen, oder indem ihnen das Aha von den Jugendtreff-Mitarbeitern ans Herz gelegt wird.

Doch stösst ein derartiges Ansinnen auf der Gegenseite überhaupt auf Gegenliebe? Wie steht die Stiftung Offene Jugendarbeit Liechtenstein (OJA) als Betreiberin der beiden Jugendtreffs zur Idee einer zentralen Anlaufstelle für Jugendliche an der geografischen Schnittstelle der beiden Gemeinden? «Grundsätzlich», sagt der Stiftungsratspräsident und Schaaner Vorsteher Daniel Hilti, «sind wir gegenüber einem solchen Vorschlag offen.» So wie man es auch für Gespräche mit den Verantwortlichen des Aha wäre, wie er ergänzt. Deren Ausgang wäre es – Stand jetzt – wohl ebenso. Eine dezidierte Meinung über die Sinnhaftigkeit der Schaffung einer zentralen Jugendstelle hat sich die OJA jedenfalls noch nicht gemacht. Bis anhin habe sich eine solche Frage gar nicht gestellt, deshalb könne er hierzu auch nicht abschliessend etwas sagen, so Hilti.

Eine gewisse Skepsis scheint vorhanden zu sein

Zumindest zeugen die Ausführungen des Stiftungsratspräsidenten aber von einer gewissen Skepsis. Auf der einen Seite könnten die Jugendlichen Liechtensteins von einem zentralen Treff zwar durchaus profitieren, wie er sagt. Für die einzelnen Treffs der Gemeinden sowie das OJA-Team vermag Hilti auf der anderen Seite gegenwärtig allerdings «direkt keine Vorteile» zu erkennen – wenngleich es je nach Konzept selbstredend zu Synergien kommen könne.

Das Problem eines ungünstigen Standorts von Vaduzer und Schaaner Jugendtreff wiederum sieht er nur bedingt gegeben. «Jugendarbeit ist nicht nur Treffarbeit. Durch die dezentrale Arbeit, welche die Stiftung Offene Jugendarbeit Liechtenstein eingeführt hat, werden die Jugendlichen gut erreicht. Wenn Jugendliche ein Anliegen haben, finden sie den Weg zu uns. Die Wege in Liechtenstein sind kurz.» Ferner gibt Hilti zu bedenken, dass mit einer zentralen Jugendstelle die von der OJA für ihre Arbeit als wichtig erachtete lokale Verbindung unweigerlich schwächer würde. «Obwohl es der Stiftung OJA ein wichtiges Anliegen ist, im Land vermehrt gemeinsam Jugendarbeit zu leisten, ist ein starker Gemeindebezug wichtig.» Ein unüberwindbares Hindernis sieht Hilti hierin indes nicht. Eine gemeindeübergreifende Jugendstelle für Vaduz und Schaan sei mit dem OJA-Konzept vereinbar und lasse sich grundsätzlich realisieren. (bo)

 

14. Okt 2019 / 22:04
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