• Gestaltung Dorfplatz, Balzers
    3300 Quadratmeter gross soll der neue Dorfplatz östlich der Gemeindeverwaltung sein.  (Tatjana Schnalzger)

Balzers soll neuen Dorfplatz und Tiefgarage bekommen

In Balzers soll ein Dorfplatz für 14,5 Millionen Franken entstehen. Die Details wurden am Mittwoch der Bevölkerung präsentiert.

Will Balzers auch in Zukunft in seinem Zentrum Wochenmärkte, den traditionellen Jahrmarkt oder Grossveranstaltungen wie etwa das Verbandsmusikfest durchführen, braucht die Gemeinde einen Dorfplatz. Denn, wie in vielen anderen Gemeinden Liechtensteins auch, verdichtet sich das Dorf zunehmend. Die Grünflächen im Zentrum werden nach und nach verschwinden.

Die Gemeinde hat bereits mehr als einen Anlauf gewagt, um ein solches Projekt zu realisieren. Bis anhin jedoch ohne Erfolg. Mit dem Siegerprojekt «Ordo» des letzten Projektwettbewerbs von 2019 soll das Vorhaben nun in die Tat umgesetzt werden. 
Gestern stellten der Gemeindevorsteher Hansjörg Büchel, Dominik Frommelt, Leiter der Bauverwaltung, und Lars Ruge, Mitglied des Planungsteams, die Details des Projekts, basierend auf einer Kostenschätzung, der Bevölkerung vor. 

Gestaltung Dorfplatz, Balzers

Dominik Frommelt, Lars Ruge, Nic Wohlwend, Johannes Brunner und Hansjörg Büchel (v. l.).

Ein Platz für Begegnungen und Veranstaltungen
3300 Quadratmeter gross soll der neue Dorfplatz östlich der Gemeindeverwaltung sein. So gross, dass ein Festzelt mit den Massen von 25 mal 45 Meter aufgestellt werden kann. Ausserdem soll er von einer grünen Fassade, bestehend aus insgesamt 58 Bäumen verschiedener Arten, umrahmt werden.

Der Dorfplatz würde sich damit abgrenzen, seinen Besuchern Schatten spenden, ein Ort des Wohlfühlens sein und sich in das bestehende Erscheinungsbild integrieren, ohne sich jedoch vom Rest des Zentrums zu isolieren. Ebenfalls vorgesehen  sind Toiletten, eine Pergola, in der zum Beispiel Spielgeräte für Kinder aufgestellt werden, ein Getränkekiosk und ein Lager sowie etliche Nischen, die für temporäre Bauten im Rahmen von Veranstaltungen genutzt werden könnten.

«Damit ist der Dorfplatz funktional, aber eben auch schön», erklärte Lars Ruge von der Vogt Landschaftsarchitekten AG. Ein weiterer Blickfang soll der Belag mit einem veredelten Beton sein. «Mit diesem können wir auf die Naturgeschichte des Orts hinweisen. Eine grosse Vielfallt an Gesteinssorten fliesst tagtäglich den Rhein hinunter und wäre auch auf dem Belag zu sehen», sagte Ruge.

Heute befindet sich auf dieser Fläche ein unattraktiver Kiesplatz, der als Parkplatz genutzt wird. Kommt der Dorfplatz, müssen neue Parkmöglichkeiten her. Deshalb hat der Gemeinderat ebenso dem Bau einer einstöckigen Tiefgarage zugestimmt. Sie war laut Frommelt für den Gemeinderat der grösste Knackpunkt. Immerhin würde die Tiefgarage 59 Prozent der Kosten von insgesamt 14,5 Millionen Franken beanspruchen.

Schliesslich sei aber das Ziel, den Alltag und Veranstaltungen mit den vorhandenen Parkplätzen grösstenteils abdecken zu können. «Heute stehen uns rund 110 Parkplätze zur Verfügung. Mit dem Projekt wäre die Parkierung höher», erklärt er. An der Zahl wären es in der Tiefgarage dann 104 Parkplätze für Autos und 23 Abstellplätze für Motorräder. Weitere zehn Parkmöglichkeiten, ein Car-Parkplatz wie auch die Veloabstellplätze sind um den Dorfplatz geplant.

Die bisherigen Parkmöglichkeiten, beispielsweise bei der Kirche, sollen ausserdem erhalten bleiben. Und in einem weiteren Schritt sind punktuelle Einengungen in den Strassen Gnetsch und Fürstenstrasse geplant, um die Geschwindigkeit im Zentrum auf einem tiefen Niveau halten zu können. 

Applaus als gutes Omen 
Zu Wort kamen am Ende auch die Besucher der Informationsveranstaltung, denn die Balzner Bürger sind es schliesslich, die für den Kredit für das Projekt zur Urne gebeten werden und damit entscheiden, ob dem Dorfplatz grünes Licht gegeben wird. Die Wortmeldungen vielen mehrheitlich positiv aus.

Eine Sorge schienen die Balzner dann aber doch zu haben. Nämlich, dass der geplante Dorfplatz nicht ausreicht, um das Verbandsmusikfest durchführen zu können. Doch Dominik Frommelt konnte beruhigen: «Die Nischen und Achsen, die auch noch vorhanden sind, nachdem das Festzelt aufgestellt worden ist, reichen aus, um dort die nötige Infrastruktur unterbringen zu können.»

Um sicher zu gehen, dass damit alle Besorgnisse aus der Welt geschafft sind, fragte der Vorsteher noch einmal nach, wie die Anwesenden nun zum Projekt stehen würden. Der Applaus, der daraufhin im Saal ertönte, wurde von Hansjörg Büchel als ein gutes Omen gedeutet. «Ich bin positiv gestimmt, dass das Projekt angenommen wird. Der Dorfplatz soll ein Ort sein, an dem alles möglich ist. Gleichzeitig ist er nebst dem Pausenhof der Primarschule der einzige Platz, der dafür übrig bleibt.» (jk)

30. Jan 2020 / 10:20
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