•  (Daniel Schwendener)

«Der Leistungsausweis spricht für mich»

Gefragt Nach seiner erneuten Kandidatur für das Plankner Vorsteheramt spricht Rainer Beck über seine Motivation zu diesem Entscheid. Es seien etliche Projekte gewesen, die während seiner Amtszeit realisiert wurden. Rückschläge habe er nur wenige einstecken müssen.

Herr Beck, am Montagabend haben Sie das Geheimnis gelüftet und Ihre erneute Kandidatur bekannt gegeben. Was motiviert Sie zu Ihrer vierten Kandidatur?
Rainer Beck:
Nach zwölf Jahren als Gemeindevorsteher kandidiere ich erneut, weil wir vieles umgesetzt haben, aber noch längst nicht alles. Ich bin nach wie vor hochmotiviert und mit Herzblut bei der Arbeit, die mir immer noch grosse Freude bereitet.

Schon oft wurden Sie in den vergangenen Wochen und Monaten nach einer erneuten Kandidatur gefragt, Sie haben jeweils geantwortet, Sie würden sich erst kratzen wenn’s beisst. Wollten Sie die Katze einfach noch nicht aus dem Sack lassen oder haben Sie die Zeit für Ihre Entscheidungsfindung gebraucht?
Beides. Mit ein Gedanke war sicherlich, die Spannung hoch zu halten und nicht einen unnötig langen Wahlkampf führen zu müssen. Die Wahlvorschläge sind bis zum 8. Februar einzureichen und wir haben unsere Planung auf dieses Datum ausgelegt. Zudem habe ich mir nach drei Amtspe­rioden Gedanken gemacht, wie es weitergehen soll. Ich bin zur Überzeugung gelangt, dass ich mit ganzem Herzen bei der Sache bin und das auch bleiben möchte.

«Es kunnt, wia’s kunnt» lautet Ihr Motto – was überzeugt Sie, dass auch bei diesen Wahlen für Sie alles «guat kunnt», zumal Gegenkandidat Gaston Jehle von 1999 bis 2007 schon einmal das Steuer als Plankner Vorsteher in den Händen hatte und damit ihr direkter Vorgänger ist?
Die Plankner FBP hatte bei den letzten Gemeinderatswahlen rund 60 Prozent Stimmenanteil, die VU rund 40 Prozent. Aus dieser Sicht ist es sicherlich eine grosse Herausforderung, gegen einen FBP-Kandidaten anzutreten. Andererseits hatte ich bei der letzten Vorsteherwahl einen Stimmenanteil von 67,3 Prozent. Ich betrachte die Vorsteherwahl als eine Personenwahl und rechne mir entsprechende Chancen aus.

Ist die Konstellation, dass Gaston Jehle ihr Vorgänger war, eine besondere Herausforderung für Sie?
Nein, im Gegenteil. Ich denke, die Stimmberechtigten, die seit 20 Jahren in Planken wohnen, können konkret vergleichen, wie sich Planken von 1999 bis 2007 und dann von 2007 bis heute entwickelt hat. Ich wage zu behaupten, der Leistungsausweis spricht für mich.  

Wie sollte denn Plankens Reise in die Zukunft aussehen mit Ihnen als Vorsteher? Was muss so bleiben und was muss sich in der kleinen Gemeinde verändern?
Ich möchte den eingeschlagenen Weg weitergehen. Wie gesagt, wir haben einiges erreicht, einiges ist in Bearbeitung und einiges ist geplant. Ich möchte die verschiedenen Themen des VU-Strategiepapiers «Ziele und Massnahmen zur räumlichen Entwicklung der Gemeinde Planken» weiter vorantreiben und umsetzen. Dazu zählen die abschliessende Klärung des Gemeinderichtplans mit weiteren Rodungen, die Verbesserung der Verkehrssicherheit mit der Beibehaltung von Tempo 40 im Dorfgebiet sowie der Bau von weiteren Wanderwegen und Fusswegverbindungen. Weiters soll es ein Fahrradweg von Schaan nach Planken geben und ich möchte die Umsetzung des vom Gemeinderat einstimmig genehmigten Parkplatzkonzeptes und des Werkhof-Raumkonzeptes und die Etablierung von Oberplanken als Naherholungsgebiet vorantreiben. Des Weiteren gilt es, den Dorfeingang neu zu gestalten und die Dorfstrasse mit ­einem richtigen Trottoir auszubauen.

Klingt nach jeder Menge Vorhaben – was ist denn Ihr grösstes Anliegen für Plankens Entwicklung?
Eine der grössten Herausforderungen wird der Finanzausgleich des Landes sein. Wir haben derzeit 472 Einwohnerinnen und Einwohner und erhalten 2,4 Millionen Franken aus dem Finanzausgleich in der Stufe 2, welche die Kleinheit der Gemeinde berücksichtigt. Bis 500 Einwohner steigt der Beitrag des Landes auf 2,52 Millionen Franken. Ab 501 Einwohner vermindert sich der Einwohnerzuschlag markant, wodurch der Finanzausgleich in Summe auf 1,767 Millionen abnimmt, sich also um rund eine Dreiviertelmillion reduziert. Dies wird ganz gravierende Auswirkungen auf den Gemeindehaushalt haben, der sich derzeit ausgabenseitig auf rund 4,7 Millionen beläuft. Mein Anliegen ist es, eine Verminderung dieser markanten Kürzung zu erreichen, indem das Finanzausgleichsgesetz angepasst wird. Andernfalls wird es zukünftig sehr schwierig werden, die notwendigen Investitionen ohne Defizit tätigen zu können. Ich werde mich weiterhin ­dafür einsetzen, den Gemeindesteuerzuschlag bei 150 Prozent zu belassen. 

Rückblickend: Seit zwölf Jahren schon sind Sie quasi «Chef der Gemeinde» – was ist der grösste Erfolg, den Sie sich aus diesen drei Legislaturperioden auf die Fahne schreiben dürfen?
Ich möchte nicht überheblich wirken, aber es sind doch einige Erfolge und Errungenschaften, die es ohne mein Zutun nicht geben würde. Der Bau des Friedhofs in Planken war ein Jahrhundertprojekt, nicht wegen den Kosten, sondern aufgrund der Emotionen nach einem jahrhundertelangen Bestreben der Plankner für einen eigenen Friedhof. Mit grossen Gefühlen war auch die Herausgabe des ersten Plankner Familienbuchs verbunden. Das Rechenmacherhaus, das mit rund 460 Jahren älteste Haus in Planken, würde ohne mein Engagement nicht mehr stehen. Dieses konnte erfolgreich transloziert und prominent an der Dorfstrasse wieder aufgebaut werden. Auch die Erstellung des ersten Gemeinderichtplans zur zukünftigen räumlichen Entwicklung von Planken war aus meiner Sicht ein Meilenstein für die Gemeinde. Diese und weitere gute Projekte konnten jedoch nur mit dem Einbezug der Bevölkerung umgesetzt werden. 

Es gab auch Rückschläge – Stichwort Tempo 40, da konnte noch keine Einigung erzielt werden, oder einen Teil des Wegnetzes, das nicht bewilligt wurde, oder das Gasthausprojekt, welches abgelehnt wurde und nicht zuletzt auch die Jubi­läumsbrücke, die keinen ­Anklang gefunden hatte.
Das sind aber auch schon alle Rückschläge der letzten zwölf Jahre. Die Beibehaltung von Tempo 40 basiert auf einem einstimmigen Gemeinderatsbeschluss. Gemeindeseitig haben wir unseren Beitrag geleistet und die notwendigen Vorkehrungen getroffen. Es handelt sich um ein laufendes Verfahren, das nun bei der Beschwerdekommission für Verwaltungsangelegenheiten zur Entscheidung vorliegt. Wir haben aufgezeigt, dass Tempo 40 in Planken auch nach der Gesetzesänderung von 2012 möglich ist. 

Was ist mit dem Fusswegnetz, für den Sie sich eingesetzt haben?
Hinsichtlich des Fusswegnetzes in und um Planken wurde gegen die Verbindung Dorfstrasse/Birkenweg beim Dorfeingang aufgrund der hohen Kosten das Referendum ergriffen und der Gemeinderatsbeschluss anschliessend bei der Volksabstimmung gekippt. Dennoch konnten bisher 9 der 13 geplanten Fusswege gebaut werden. Auch das erfolgversprechende Gasthausprojekt, zu dem es fünf Informationsabende mit der Einwohnerschaft und eine zustimmende repräsentative Umfrage gab, wurde durch ein Referendum zu Fall gebracht. Ich respektiere selbstverständlich den Volkswillen und bin deshalb auf der anderen Seite nicht bereit, durch ein Hintertürchen eine Gastwirtschaft im Dreischwesternhaus auf Kosten der Gemeinde zu finanzieren. Die Jubiläumsbrücke war ein landesweites Projekt, welches der Plankner Gemeinderat einstimmig unterstützte, jedoch in Vaduz und Balzers keinen Anklang fand.

Dennoch und ganz ehrlich: Verschwindet damit nicht auch ein bisschen die Motivation?
Nein. Auch wenn es manchmal nicht nachvollziehbar ist, weshalb vielversprechende Konzepte und Projekte durchfallen, schmälert dies meine Motivation nicht. In den letzten zwölf Jahren wurde sehr vieles in Planken, nicht nur bauliches, auch gesellschaftliches, gemeinsam mit der Einwohnerschaft verbessert und weiterentwickelt, wodurch unsere Wohn- und Lebensqualität massgeblich erhöht wurde. Das baut auf. 

Bei den letzten Landtagswahlen hat es für den definitiven Einzug ins Parlament nicht gereicht – auch davon lassen sie sich nicht unterkriegen … 
Nein, denn ich wurde als stellvertretender Landtagsabgeordneter gewählt und konnte bisher bei einigen Landtagssitzungen einen der fünf Oberländer VU-Abgeordneten vertreten. Des Weiteren bin ich ordentliches Mitglied der Finanzkommission des Landtags und darf da meine Tatkraft und mein Wissen als Fachmann im Finanz- und Rechnungswesen mit eidg. Fachausweis und meine Erfahrung als ehemaliger Gemeindekassier und ehemaliger Leiter der Landeskasse einbringen.

Wie bewahren Sie die Ruhe in einer bis zum 24. März noch stressigen Wahlzeit?
Dies ist mein vierter Wahlkampf. Nervosität ist noch keine feststellbar, «es kunnt, wias kunnt». (bsf)

*Das Interview wurde schriftlich geführt. 

29. Jan 2019 / 22:09
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