• Eröffnung LAK Mauren Totale
    Mit 60 Bewohnerzimmern im Haus St. Peter und Paul wurde neue Kapazität in der Alterspflege geschaffen.  (Rudi Schachenhofer)

«Das Haus wird eine Seele bekommen»

In Mauren wurde gestern ein wichtiger Meilenstein gesetzt: Im Liechtensteiner Unterland konnte mit dem LAK-Haus St. Peter und Paul das zweite Pflegeheim offiziell eröffnet werden. Die Einhaltung des Zeit- und Kostenplans wurde mehrfach gelobt.

Das Haus St. Peter und Paul scheint ein besonderes Bauprojekt zu sein: Die budgetierten 26 Millionen Franken wurden nicht überschritten und auch der Zeitplan konnte von den Architekten und Bauverantwortlichen eingehalten werden. «Das Aussergewöhnliche an diesem Projekt ist, dass die LAK von Anfang an an der Detailgestaltung des Hauses beteiligt war», unterstrich gestern Regierungsrat Mauro Pedrazzini anlässlich der offiziellen Eröffnung eine weitere Besonderheit.

Vertreter aus Landtag, Regierung und Gemeinden liessen es sich nicht nehmen, das neue LAK-Haus in Mauren zu begutachten und sich vom Resultat der Zusammenarbeit zwischen einem LAK-Expertenteam und den Architekten zu überzeugen.

Schwarzer Klodeckel gibt mehr Sicherheit

Optimieren statt Maximieren war das Motto des Bauprojekt. Alle Beteiligten sind überzeugt, dieses Ziel erreicht zu haben. Thomas Riegger, Vorsitzender der LAK-Geschäftsleitung, veranschaulichte dies anhand eines Beispiels: «Klodeckel, -brille und Spülknöpfe sind schwarz. Auch wenn dies manchen Architekten die Haare sträuben wird, ist es doch überaus funktional», erklärte er. So helfe der Kontrast bei Sehbehinderung wesentlich. Auch wurde der Spülkasten nicht, wie normalerweise üblich, in die Wand versenkt, sondern an die Wand montiert. Daher mussten keine Rückenlehnen montiert werden, da sich Bewohner mit Rückenproblemen an den Kasten anlehnen können. «Damit konnten wir rund 16 000 Franken einsparen», so Riegger.

Weiteres Pflegeheim bereits angedacht

Mit 60 Bewohnerzimmern im Haus St. Peter und Paul wurde neue Kapazität in der Alterspflege geschaffen. Horst Büchel, Stiftungspräsident der LAK, ist überzeugt, dass mit dem Projekt ein wichtiger und richtiger Schritt getan wurde. «Das neue LAK-Haus ist eine gute Voraussetzung, dass wir die zukünftigen, nicht einfachen Herausforderungen bewältigen können», sagte er. Damit sprach er nicht nur den demografischen Wandel an. «Die heutigen Lebensumstände lassen es leider vielfach nicht mehr zu, dass ältere Menschen ihren Lebensabend im vertrauten Rahmen ihres Wohnortes und im Kreise ihrer Familien verbringen dürfen», so Büchel. Er ist überzeugt, dass das LAK-Haus in Mauren nicht das letzte Pflegeheim in Liechtenstein sein wird. Dessen ist sich auch Gesundheitsminister Mauro Pedrazzini bewusst. Deshalb überprüft sein Ministerium alle drei Jahre, ob und wo neue Pflegeplätze notwendig sind.

Auch er ist überzeugt, dass nach den aktuellen Prognosen mindestens noch ein weiteres Haus dieser Grösse notwendig sein wird. Die entsprechenden Vorbereitungen seien bereits angegangen. «So ein Projekt hat eine lange Vorlaufszeit.» Abklärungen in Gemeinden und Landtag seien notwendig. Und das Haus in Mauren habe gezeigt, wie wichtig eine gute Planung ist. «Dadurch war es unbestritten. Der Landtag hatte ohne zu zögern die Gelder gesprochen.» Weiters strich Pedrazzini heraus, dass er während der Projektphase keine einzige Reklamation auf dem Tisch hatte. «Das ist schon sehr ungewöhnlich», meinte er schmunzelnd.

Mauren ist überzeugt, der richtige Standort zu sein

Auch der Vorsteher aus Mauren, Freddy Kaiser, zeigte sich glücklich über das neue LAK-Haus. Mauren hatte sich schon lange für ein Pflegeheim eingesetzt. Für den Neubau stellte die Gemeinde deshalb ein Grundstück an zentraler Lage zur Verfügung. «Mit aktuell 4400 Einwohnern ist Mauren zweifellos der richtige Standort für das zweite Haus der LAK im Unterland», sagte er. Und dass das Haus sich auf dem Gebiet mit dem Flurnamen «Lacha» befindet und von der Lachenstrasse umringt wird, wertet er als positives Zeichen. «Ich wünsche mir, dass in diesem Haus künftig viel gelacht wird, denn Lachen ist bekanntlich die beste Medizin», so Kaiser.

Heute ist Tag der offenen Tür für die Bevölkerung

Die Architekten Pascal Gmür und Axel Beck sind sichtlich stolz auf ihr Werk. «Ein Pflegeheim zu planen ist etwas Spezielles, was einem auch emotional näher ist. Schliesslich wird es uns alle einmal betreffen», sagte Axel Beck. Sie hatten sich auf die Fahne geschrieben, ein Zuhause und keine Klinik zu bauen. «Und das ist uns gelungen», ist er überzeugt und fügte an: «Das Haus wird zusammen mit den Menschen altern und seine Seele bekommen.»

Charakter hat das Haus bereits jetzt. Heute kann sich die Bevölkerung am Tag der offenen Tür von 10 bis 16 Uhr selbst davon überzeugen. Und ab dem 5. November wird das Haus St. Peter und Paul mit Leben gefüllt – denn dann ziehen die ersten Bewohner ein. (manu)

26. Okt 2018 / 22:05
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