• Industriezubringer in Schaan
    58 Prozent könnten sich eine Erweiterung des Industriezubringers in Richtung Buchs vorstellen.  (Daniel Schwendener)

Daniel Hilti: «Wir haben in puncto Verkehr noch sehr viel vor»

In der Schaaner Verkehrsumfrage zeigte sich die Bevölkerung nicht nur mit dem Wunsch nach Tempo 30 offen für Neues.
Schaan. 

Die Gemeinde Schaan rund um Vorsteher Daniel Hilti hat sich  dem Thema Verkehr verpflichtet und es in den Mittelpunkt des Interesses gestellt. Nun wurde die Meinung der Bevölkerung mittels einer Umfrage zum Thema «Mobilität und Verkehr Schaan» in den Vordergrund gesetzt. 755 Teilnehmende haben anonym den Fragenkatalog ausgefüllt und Überraschendes für die Gemeinde kundgetan. Auch über die Anzahl an Teilnehmenden zeigten sich die Gemeindeverantwortlichen erstaunt, denn im Durchschnitt liege diese bei 300 bis 400 Personen. «Wir sind sehr zufrieden mit den Umfrageergebnissen und ich kann sagen, dass wir im Bezug auf dieses Thema in Schaan noch sehr viel vorhaben», erklärte Hilti am Dienstagabend an der Präsentation der Ergebnisse der Umfrage. 

Das Hauptaugenmerk schenkte der Vorsteher den Ergebnissen rund um Tempo 30. Über die Einführung einer solchen Limite wurde in Schaan schon des Öfteren gesprochen. Dies ist jedoch das erste Mal, dass sich die Bevölkerung in einer Umfrage dazu äussern konnte. 51 Prozent der Teilnehmenden empfindet die Temporeduktion als sinnvoll,  17,5 Prozent sehen darin ein «notwendiges Übel». Deshalb werde noch in diesem Jahr ein neues Konzept erstellt und in der Folge der Schaaner Gemeinderat befragt. Da sich die Kosten bei einer allfälligen Einführung wahrscheinlich auf mehr als 300 000 Franken belaufen werden, könnte die Bevölkerung ein Referendum dagegen ergreifen, so der Vorsteher. Die Kosten sind deshalb relativ hoch, da bei einer Einführung von Tempo-30-Zonen die Strassen angepasst werden müssen. Schaan würde in Sachen Tempo-30-Zone keine Vorreiterrolle einnehmen, so gibt es beispielsweise in Vaduzer oder auch Balzner Quartierstrassen eine solche Zone bereits seit Längerem. 

Nord-Einfahrt Buchs in Angriff genommen
Neben «Tempo 30» war der Informationsabend am Dienstag gespickt mit weiteren verkehrstechnischen Inputs rund um Schaan. So äusserte sich der Vorsteher zur Verkehrs-planung der Gemeinde. Dabei standen zwei Entwicklungs-aspekte im Vordergrund. Einerseits war dies die Weiterführung der Industriestrasse von der Hilcona AG in Richtung Zollstrasse und Autobahn-
anschluss Buchs. Rund 58 Prozent der Teilnehmenden würden einer Weiterführung der Strasse zustimmen. Daniel Hilti erklärte, dass, falls diese Strasse gebaut werden würde, es sicherlich, wie von einigen Personen befürchtet, keine autobahnmässige Strasse gebe, sondern diese vielmehr den Verkehr aus dem Dorf bringen soll. Dieses Vorhaben werde die Gemeinde nur dann umsetzen, wenn eine Lösung mit dem Anschluss nach Vaduz bestehe. 

Aktive Rolle in S-Bahn-Verhandlungen gewünscht
Andererseits waren auch die Bahnübergänge Thema. Sie führen zu Rückstaus an den Hauptverkehrszeiten. «Im Bezug auf die Übergänge muss etwas passieren», so Hilti. Wie das dann konkret aussehen könnte, konnte der Vorsteher noch nicht sagen. Die Gemeinde habe aber die Nord-Einfahrt Buchs in Angriff genommen und dazu vertiefte Abklärungen angestellt. Mit dieser Einfahrt würde man den Zug um das Schaaner Dorf herumführen. Damit könnte der Güterverkehr aus Schaan hinausgelotst werden. 
In der Umfrage wurde aber nicht nur die Situation rund um den Individualverkehr erfasst, es wurde auch die Meinung der Bevölkerung rund um den öffentlichen sowie den Langsamverkehr eingeholt. Dabei zeigte sich, dass sich 55 Prozent der Teilnehmenden mehr Rad- und Fusswege wünschen und auch ein Ausbau des Bahnsystems erfolgen solle. So wünschten sich 74,8 Prozent der Teilnehmenden, dass die Gemeinde eine aktive Rolle in der S-Bahn-Diskussion des Landes einnehmen solle. Zu den Fuss- und Radwegen erklärte der Vorsteher, dass auch dieser Punkt ernst genommen werde. Eine Realisierung sei aber oftmals aufgrund der Platzverhältnisse schwer. 
Auskunft über die S-Bahn-Diskussion konnte der im Publikum anwesende Verkehrsminister Daniel Risch gleich selbst geben. Er erklärte, dass er zum jetzigen Zeitpunkt allerdings keine Neuigkeiten habe, man stecke weiterhin mit den ÖBB in Verhandlungen. (qus)

19. Sep 2019 / 07:00
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