• Close Up Of Woman Doing Shopping For Senior Neighbor
    Bei der Corona Hilfe Liechtenstein engagieren sich Freiwillige, um Risikogruppen und Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, zu unterstützen – beispielsweise mit Einkaufstouren.  (iStock)

Corona Hilfe Liechtenstein ist bereit

Die Corona Hilfe Liechtenstein wurde gegründet, um Risikogruppen in den kommenden Wochen zu unterstützen. Ab heute sind Hotlines in den Gemeinden eingerichtet.

Ab heute sind in jeder Gemeinde des Landes spezielle Corona-Hilfe-Telefone eingerichtet. Menschen, die einer Risikogruppe angehören, erkrankt sind oder sich in Quarantäne befinden – also aus irgendeinem Grund ans Haus gebunden sind, finden dort eine Anlaufstelle. Die Hilfe kann beispielsweise aus Botengängen, Essenslieferungen oder anderen Formen der Unterstützung bestehen.


Die Kontaktnummern der einzelnen Gemeinden

• Balzers 388 05 14
• Triesen 399 36 36 
• Triesenberg 265 50 32 
• Vaduz 237 78 47 
• Schaan 237 72 00 
• Planken 375 81 00 
• Eschen-Nendeln 377 50 10
• Mauren-Schaanwald 375 86 86 
• Gamprin-Bendern 375 91 00 
• Schellenberg 399 20 30 
• Ruggell 377 49 20 
 
Wichtiger Hinweis
Die Telefone sind ab heute, 8 Uhr morgens, besetzt.
Weitere Infos: www.corona-hilfe.li

Initiiert wurde das Projekt von vier jungen Liechtensteinern, die erkannt haben, wie wichtig Solidarität und der gemeinschaftliche Gedanke in einer Krise wie der Coronapandemie ist – von Alexandra Meier, Stephanie Büchel, Stefanie Hasler und Philipp Foser. Innerhalb gut einer Woche haben sie den Grundstein für ein soziales Netz in Liechtenstein gelegt, dass Menschen während der Krise unterstützen soll. In Zusammenarbeit mit dem Amt für Bevölkerungsschutz und allen Gemeinden startet ab heute der flächendeckende Service. Die Bevölkerung wird mittels Inseraten über das Projekt informiert, zudem werden in den kommenden Tagen alle Haushalte einen Flyer in ihren Briefkästen haben, mit den genauen Details.

Ein Startschuss für ein gemeinsames Projekt
Bis vor dem 13. März kannten sich die einzelnen Mitglieder der Corona Hilfe Liechtenstein gar nicht. Als die Regierung am 13. März wegen der Ausbreitung des Virus strengere Massnahmen erlassen hat, wurde die Idee konkreter. Noch am selben Tag, etwa zeitgleich, gründeten Philipp Foser und Stefanie Hasler auf Facebook je eine Gruppe für solidarische Hilfe in Liechtenstein. Darin sollten sich Menschen organisieren, die andere unterstützen wollen.

Einen Tag später wurde auch Stephanie Büchel auf die Gruppen aufmerksam und über den Chat und die Kommentarfunktion tauschten sich die jungen Liechtensteiner aus. Schnell war die Idee geboren, die gemeinsamen Kräfte zu bündeln, denn das Bedürfnis, etwas zu unternehmen, war bei allen gross. Alexandra hat eine Webpage mit Anmeldeformular entwickelt – damit war die Corona Hilfe Liechtenstein geboren.

Die Initianten der Corona Hilfe Liechtenstein: Stephanie Büchel und Philipp Foser …

 

… haben das Projekt zusammen mit Stefanie Hasler und Alexandra Meier gestartet.

Ihnen war bereits zu diesem Zeitpunkt klar, dass ihre Möglichkeiten als vier Privatpersonen beschränkt sind und sie auf die Zusammenarbeit mit den Gemeinden und dem Land angewiesen sind. «Wir hatten geplant, am Montag auf die zuständigen Stellen zuzugehen und ihnen unser Anliegen vorzuschlagen. Aber bereits am Sonntag meldete sich Regierungsrätin Dominique Hasler bei uns. Sie fände unsere Aktion eine gute Idee und das Amt für Bevölkerungsschutz (ABS) würde sich bei uns wegen einer Zusammenarbeit melden», erklärt Stephanie Büchel.

Seit vergangener Woche stimmt sich die Corona Hilfe Liechtenstein mit dem Land, den verschiedenen Amtsstellen und den Gemeinden über das weitere Vorgehen ab und kann am Dienstag die ersten Massnahmen präsentieren. In jeder Gemeinde des Landes wird eine Kontaktstelle eingerichtet, wo sich hilfesuchende Menschen melden können.

Jede Helfende Hand wird gebraucht
Innerhalb weniger Tage haben die Mitglieder der Corona Hilfe Liechtenstein neben der Facebook-Gruppe auch einen Auftritt auf Instagram, eine Homepage und eine Sensibilisierungskampagne erstellt. Auf der Webseite können sich Menschen per Onlineformular melden, die ihren Mitmenschen helfen und solidarisch handeln möchten. Bisher haben sich über 450 Personen online registriert. Sie wurden in eine Datenbank aufgenommen und auf genau diese können die Gemeinden ab heute zugreifen und so vermitteln.

Nach gut einer Woche ist die Gruppe der Beteiligten rasant angewachsen. Neben den vier Gründungsmitgliedern helfen heute zahlreiche Freiwillige bei der Betreuung der sozialen Kanäle, der Beantwortung der E-Mails, dem Design der Webseiten und anderen organisatorischen Aufgaben. Und auch vonseiten der Gemeinden und der Ämter erfährt die Gruppe grosse Unterstützung. In der Facebook-Gruppe organisieren sich bereits mehr als 3000 Personen, bieten Hilfe an oder suchen diese. «Wir sind aber noch auf viele weiteren Helfer angewiesen», erklärt Philipp Foser. «Je mehr Helfer wir haben, desto mehr können wir machen. Ausserdem kann die anfallende Arbeit dann auf mehr Schultern verteilt werden, denn aktuell weiss niemand, wie viel Arbeit auf alle zukommt, also lieber mehr als weniger Schultern, auf die die Stellen zugreifen können.»

Für jeden das, was er benötigt
Wer auf der Webseite www.corona-hilfe.li das Webformular ausfüllt, kann auswählen, auf welche Art und Weise er andere unterstützen möchte. «Als grobe Kategorien bieten wir an: Einkäufe erledigen, Botengänge machen, Kinderbetreuung, Essen auf Voranmeldung kochen, als Gesprächsperson zur Verfügung stehen oder sonstige Leistungen zu übernehmen. Jeder kann sich bei uns eintragen, auch wenn das Zeitfenster auf einen Tag oder nur eine Stunde begrenzt ist», erläutert Stefanie Hasler. Die Gemeindemitarbeiter können auf die Datenbank zugreifen und die geeignete Person dann direkt kontaktieren.

Bei all der solidarischen Hilfe nehmen bei der Corona Hilfe Liechtenstein die Hygienemassnahmen natürlich einen hohen Stellenwert ein. «Wir haben uns bisher noch nie alle vier persönlich getroffen, sondern nur über das Internet kommuniziert. Wir halten also Abstand. Und für diejenigen, die sich registrieren und ihre Hilfe anbieten, haben unsere Teammitglieder seitens des ABS einen Katalog von Richtlinien und Verhaltensweisen ausgearbeitet, damit die Hygienemassnahmen auch bei den Erledigungen nie ausser acht gelassen werden», versichert Alexandra Meier.

«Für uns ist es einfach wunderbar zu sehen, wie alle mithelfen und gemeinsam an einem Strang ziehen. Die gelebte Solidarität ist etwas vom Positivsten, was ich je erlebt habe», freut sich Stephanie Büchel. Nun wartet die Gruppe darauf, wie das Angebot bei den Liechtensteinern angenommen wird. Die Botschaft ist übermittelt: «Du darfst wegen Corona das Haus nicht verlassen und hast niemanden, der dir hilft? Ruf uns an, wir sind zur Stelle.» (lat)

 

23. Mär 2020 / 18:56
Geteilt: x
1 KOMMENTAR
Daumen Hoch
Wunderbar!
Die besten Aktionen kommen eben immer noch aus der Bevoelkerung selbst.

Bis die Regierung mit etwas konkretem und effektivem kommt koennen wir lange warten...ausser man muss die Wirtschaft halten, dann reagieren die schnell.

An alle Helfer, Vielen Dank aber bitte beachtet auch eure Gesundheit.

Leider gibt es keine Mundschutzmasken, oder Desinfektionsmittel mehr (die Regierung konnte dies nicht fuer uns sicherstellen), deshalb muss man vorsichtig sein um nicht zur Verbreitung der Krankheit beizutragen.
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 24.03.2020 Antworten Melden

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...

Wettbewerb
Auto Frühling Magazin 17.03.2020
Zu gewinnen 300 Franken Gutschein für einen Frühlingscheck bei der Garage Ihrer Wahl
13.03.2020
Facebook
Top