• Installationsansicht der Ausstellung "Tadeusz Kantor: Ou sont les neiges d'antan" im Museum Tinguely in Basel.
    Installationsansicht der Ausstellung "Tadeusz Kantor: Ou sont les neiges d'antan" im Museum Tinguely in Basel.  (KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS)

"Tadeusz Kantor" im Basler Museum Tinguely

Das Basler Museum Tinguely vermittelt Einblicke in den Theater- und Kunstkosmos des polnischen Theaterpioniers Tadeusz Kantor. Die Ausstellung mit dem Titel "Tadeusz Kantor: Où sont les neiges d'antan" ist eine Koproduktion mit dem Festival Culturescapes.
Basel. 

Darstellende Künste im Museum zu vermitteln beziehungsweise auszustellen, ist keine einfache Sache. Beim Theater- und Kunstkosmos von Tadeusz Kantor (1915-1990) aber funktioniert dieser Sprung über die Grenzen der Kunstdisziplinen. Die radikalen Untergrund-Performances des Theaterpioniers aus Krakau sind aus heutiger Sicht am ehesten als Universalkunst zu verstehen.

Die Kabinettausstellung im Museum Tinguely konzentriert sich auf die Performance "Où sont les neiges d'antan", die Kantor Ende der 1970er-Jahre in Rom uraufführen liess. Sie ist im weiteren Sinne ein Totentanz der polnischen Gesellschaft zu den Posaunenklängen des Jüngsten Gerichts. Sie nimmt damit inhaltlich Bezug zur benachbarten Dauerinstallation "Mengele-Totentanz" von Jean Tinguely.

Verschmelzung zur grossen Kunstmaschine

Im Zentrum der Schau steht eine Installation mit Kostümen und Objekten der Performance, die deutlich machen, dass sie weit mehr waren als reine Ausstattung. Die Filmaufzeichnung einer Probe bestätigt dies: In Kantors Theaterkosmos verbinden sich die Darstellerinnen und Darsteller zusammen mit den Bühnenrequisiten zur grossen Kunstmaschine.

Bogdan Renczynski, einer der Gastkuratoren aus Krakau und einst selber Darsteller in Kantors Truppe, bestätigte an der Medienführung vom Dienstag diesen Eindruck: "Bei Kantor spielte die Rolle den Schauspieler und nicht umgekehrt, wie das im Theater sonst üblich war", sagte er.

In einer Sideline zur Ausstellung können die Besucherinnen und Besucher aktiv in diesen Kosmos eintauchen. Das Künstlerduo Auriea Harvey & Michaël Samyn haben, inspiriert von Kantors Totentanz, eine Virtual-Reality-Installation geschaffen. Das Publikum kann zusehen, wie sich mit Datenbrille und -sticks ausgestattete Ausstellungsbesucher mit den ausser Kontrolle geratenden Charakteren und Dingen zurechtzufinden versuchen.

Die vom Zentrum zur Dokumentation der Kunst von Tadeusz Kantor Crivoteka in Krakau gastkuratierte Ausstellung ist eine Koproduktion mit dem Schweizer Festival Culturescapes. Das multidisziplinäre Festival beleuchtet jeweils die Kulturlandschaft eines Landes oder einer Region. In diesem Jahr ist Polen das Thema. Die Ausstellung dauert bis 5. Januar 2020. (sda)

08. Okt 2019 / 16:03
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