• Auf die Kontinuität seines beruflichen Erfolges darf der Schaaner stolz sein: Filmemacher Daniel Schierscher.  (Jens Weber)

Ein Filmemacher in seinen Elementen

Egal ob Erde, Wasser, Luft oder Feuer – der Schaaner Filmemacher Daniel Schierscher fühlt sich in jedem Element auf seine eigene Weise wohl. Ob im Kleinflugzeug über den Wolken oder mit dem Tauchanzug auf dem Meeresgrund. Ob er beim Biken oder Wandern die Schönheiten der Erde erkundet oder diese mit seiner Filmkamera gleich einfängt. Denn das Filmen ist eine Leidenschaft, die wie ein Feuer in ihm lodert. Vier Elemente, die sich auch in seinem neuen Film «Entdeckung einer Landschaft» niederschlagen.

Schon in seiner Schulzeit war Daniel Schierscher gerne mit der Kamera unterwegs. Zwar nicht mit der Film-, aber mit der Fotokamera – das perfekte Bild einzufangen, hat ihn aber schon immer interessiert und tut es auch heute noch. Hat er ein Ziel im Fokus, bringt ihn so schnell nichts von seinem Weg ab. Dies macht er mit einer Ruhe, die staunen lässt. Nicht umsonst heisst es: In der Ruhe liegt die Kraft. Denn genau mit dieser Kraft und seinem Durchhaltevermögen hat der Filmemacher es vor 20 Jahren geschafft, sich mit seiner Filmfabrik selbstständig zu machen und bis heute von diesem Geschäft zu leben. Sein Organisationstalent kommt ihm dabei zugute: An Filmprojekten arbeiten, neue Ideen kreieren, Konzepte erstellen, Aufnahmen mit Drohnen machen, seinen Söhnen bei den Hausaufgaben helfen, auf dem Modellflugplatz sein und, und, und. Der 45-Jährige bringt alles unter einen Hut – ruhig und besonnen, sorgfältig und zuverlässig.

Wenn Daniel Schierscher hinter der Kamera steht, ist er in seinem Element. Doch was genau ist «sein Element»? Mit Sicherheit passt die Luft zum 45-Jährigen. Zum einen ist er ein begeisterter Modellflieger. Regelmässig ist er auf dem Modellflugplatz in Bendern anzutreffen, meist in Gesellschaft seiner beiden Jungs Elia und Laurin. Einige Jahre war Daniel Schierscher Vizepräsident der Modellfluggruppe Liechtenstein, seit Kurzem hat er Günther Matt abgelöst und engagiert sich nun als Präsident für den Verein. Zum anderen fasziniert ihn nicht nur, die Modelle in den Himmel steigen zu lassen, sondern er setzt sich auch gerne selbst als Pilot in ein Kleinflugzeug. Die Fluglizenz dafür hat er bereits vor sechs Jahren gemacht: «Es fasziniert mich, aus den Lüften auf die Erde herabzuschauen.» Seinen Gedanken lässt er dabei freien Lauf – ohne dabei den Fokus auf das Ziel zu verlieren. 

Auch beruflich hat Daniel Schierscher nie den Fokus aus den Augen verloren. Zwar wusste er während seiner Studienzeit in Bern noch nicht so genau, wo die Reise hingehen soll. Er studierte Germanistik im Haupt-, Politologie und Medienwissenschaft im Nebenfach. Wegweisend für ihn war dann aber XML, der erste liechtensteinische Fernsehsender, den er gemeinsam mit seinem ehemaligen Schulkollegen Florian Batliner hochzog. Daniel Schierscher moderierte jeweils die verschiedenen Gefässe wie News und Talks und war auch im technischen Bereich tätig. Schliesslich scheiterte der Fernsehsender finanziell. 

Daniel Schierscher ging auf seinem eingeschlagenen Weg weiter: Mit der Produktionsfirma S-Recording AG – damals in Sennwald tätig – produzierte er diverse TV-Formate, allerdings nur noch hinter der Kamera. Nach und nach bildete er sich im technischen Bereich weiter. «Das Regionalfernsehen hatte zu jener Zeit Hochkonjunktur», erinnert sich der 45-Jährige. Zu seinem Vorteil: «Es war eine intensive, aber eine sehr gute Schule.» Der Schaaner tauchte in die für ihn sehr spannende Fernsehwelt ein. 

In seiner Freizeit taucht Daniel Schierscher gerne mal ab. In den vergangenen Jahren ist das Tauchen für ihn zu einer seiner Leidenschaften geworden. Er absolvierte die Tauchschule und liess sich von da an von der Schönheit der Unterwasserwelt immer wieder gerne faszinieren. Ob mit oder ohne Kamera und nicht nur in der Luft – ausgerüstet mit Sauerstoffflaschen und Neopren-Anzug, ist Daniel Schierscher auch in den Tiefen des Meeres im Element. In seinem zweiten Element, dem Wasser. 

Schliesslich hat sich für Daniel Schierscher die Möglichkeit ergeben, die Produktionsfirma S-Recording AG zu übernehmen. Daraus gründete er 2002 die Filmfabrik AG, welche heute als Standort in Zürich fungiert. 2008 gründete er zusammen mit Tobias Wachter die Filmfabrik Anstalt in Liechtenstein. Nach unzähligen Beiträgen für Lokalsender wie Tele Ostschweiz, Tele Südostschweiz sowie den Zürcher Regionalsendern folgten auch Beiträge im SRF und ORF. Und Daniel Schierscher ist die ersten Schritte in die dokumentarischen Filmwelt gegangen. Einen wichtigen Schritt hat er 2001 gemacht, mit dem Film «Die Rheinholzer» unter der Regie von Kuno Bont. «Der Film verzeichnete bei der ersten Ausstrahlung im Schweizer Fernsehen mit 180 000 Zuschauern einen Publikumsrekord», erinnert sich Daniel Schierscher gerne zurück. Fast gleichzeitig packte er ein weiteres Projekt an und auch der Dokumentarfilm «Lenzle – Fernab von Frack und Zylinder» schlug erfolgreich ein. Diesen Film zog Daniel Schierscher alleine auf – und bekam im Vorfeld nicht nur Zuspruch für dieses Filmprojekt. Schliesslich war Lenzle ein Mann, der polarisierte. Von seiner Idee, einen kauzigen Menschen der damaligen Zeit zu zeigen, liess sich Daniel Schierscher aber nicht abbringen – und wurde mit Erfolg belohnt: «Am Tag der Premiere im Schaaner Saal ist regelrecht das Verkehrschaos ausgebrochen, so viele Interessierte wollten sich den Film anschauen.» Aufgrund dieses Besucherandrangs hätten sie den 40-minütigen Film gleich dreimal hintereinander gespielt – «wir sind an unsere Kapazitäten gestossen», erinnert sich Daniel Schierscher. Seine grosse und zufriedenstellende Erkenntnis: «Ein Film kann durchaus bewegen.» 

Apropos Bewegen – auch Sport nimmt in Daniel Schierschers Leben eine Rolle ein. Während er früher in seiner Freizeit wandern ging, ist es heute eher das Biken, das ihm gefällt. Somit gehört die Erde auch absolut zu seinem Element. Dies kann seine Donnerstags-Gruppe bestätigen – alles Freunde aus jungen Jahren und aus seiner 
Gymi-Zeit. Einmal die Woche – eben donnerstags – treffen sich die Männer zum Sport. «Mehr oder weniger regelmässig», schmunzelt Daniel Schierscher. Die Zeit mit seinen Freunden ist ihm sehr wichtig, ebenso wie diese Zeit in der Natur zu verbringen. So verwundert es auch nicht, dass sich Daniel Schierscher sechs Jahre lang als Präsident für den Alpenverein eingesetzt hat. Unbedingt zu erwähnen ist aber die Geschichte, wie er zu diesem Präsidentenamt gekommen ist: Mit Freunden wanderte er einst auf den Triesenberger Grenzberg Gorfion, um dort ein Gipfelkreuz aufzustellen – natürlich mit Bewilligung. Allerdings haben sich die Nachbarn aus Nenzing an dem Kreuz gestört und es kam zu einer Diskussionsversammlung. Von seinen Kollegen wollte keiner dabei sein – Daniel Schierscher aber schon. «Ich habe mir die Argumente dagegen angehört und danach meine Pro-Argumente formuliert. Offensichtlich überzeugend, denn das Kreuz steht noch heute und wird von Daniel Schierscher und seinen Freunden regelmässig gehegt und gepflegt. Mit seiner Redekunst hat er auch den damaligen LAV-Präsidenten Walter Seger überzeugt: Wenige Wochen nach seinem Besuch bei dieser Diskussionsrunde kam seine Anfrage mit der Bitte, dass Daniel Schierscher sein Amt übernimmt. Dies hat er schliesslich auch in den Jahren von 2005 bis 2011 übernommen.  
Die Natur liegt dem Schaaner am Herzen – ihre Besonderheiten hält er immer wieder gerne filmisch wie auch fotografisch fest. Wie auch bei seinem aktuellen Film «Entdeckung einer Landschaft», der am 4. März zum ersten Mal im Skino in Schaan gezeigt wird. Zwischen dem Lenzle-Film und seinem aktuellen Projekt liegen etliche Dokumentarfilme, die Daniel Schierscher als Kameramann realisiert hat. «Das Deckelbad», «Kicken für die Krone», «Gardi Hutter», «Respect» und «Alpsommer Guschg» sind nur einige von insgesamt 13 Filmwerken. «Auf diese Kontinuität bin ich stolz», sagt er. Er sagt diesen Satz allerdings bescheiden, eben in gewohnter Daniel-Schierscher-Manier. Er stellt sein Licht lieber unter den Scheffel als mit seinen Erfolgen zu prahlen. Es ist ihm viel wichtiger, dass er sich selbst richtig einschätzt, als wie er von anderen Menschen beurteilt wird. 

Bis zur Filmpremiere nächste Woche steht für den Filmemacher noch einiges an – mit Vorfreude blickt er aber auf den grossen Tag. «Natürlich bin ich sehr gespannt, wie der Film beim Publikum ankommen wird.» Ein Film, der die verschiedenen Lebensräume, von den alpinen Bergspitzen über die Waldzonen bis hinunter zum Rheinbett in der Talebene, zeigt. Zu sehen ist die liechtensteinische Umwelt mit Tieren und Pflanzen und die Nutzung der Natur durch den Menschen. Innerhalb dieser Bereiche finden sich weitere Themen wie Landschaftswandel, Land- und Alpwirtschaft, Geologie, Gewässer- und Waldnutzung. «Eigentlich habe ich gedacht, ich hätte bereits jeden Flecken unseres Landes abgefilmt», sagt Daniel Schierscher. Während dieses achtjährigen Projektes sei er aber auf Tiere, Landschaften und weitere Besonderheiten gestossen, die ihn staunen haben lassen. Zusammengearbeitet hat Daniel Schierscher für diesen Film mit dem Biologen Michael Fasel. 

Unerwähnt bleibt bislang nur noch ein Element, das Feuer. Und auch dieses passt zu dem Filmemacher. Denn das Filmemachen ist für Daniel Schierscher weitaus mehr als ein Beruf. Es ist seine grosse Leidenschaft, die in ihm lodert wie ein Feuer. Erloschen ist es noch nie – mit Optimismus, Willen und viel Ruhe nimmt er neben Auftragsfilmen, seinem eigentlichen Kerngeschäft, ein Filmprojekt nach dem anderen in Angriff. Der Erfolg treibt ihn an – Erfolg, den er im Stillen geniesst. (bfs)

27. Feb 2020 / 17:22
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