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Feuerwehrleute sterben auf Kreta ++ Neue Brände in Spanien

Rekordhitze und Trockenheit führen in verschiedenen europäischen Ländern zu grossen Waldbränden. Hier finden Sie die aktuellsten Entwicklungen.
Feuerwehrleute bekämpfen einen Brand in der Nähe der Gemeinde Saumos im Departement Gironde. (Bild: Mael Dubiez)
Sogar mit Poolwasser wird gelöscht: Brandbekämpfer in der Gemeinde Fermoselle in der Region Zamora. (Bild: EPA)
Die Löscharbeiten auf Kreta forderten zwei Todesopfer unter den Feuerwehrleuten, die von den Flammen eingeschlossen wurden. (Bild: EPA)
Die Flammen haben weite Teile der trockenen Vegetation im Süden Kretas zerstört. (Bild: AP)

Neue Brände in Südeuropa: In Frankreich, Spanien, Griechenland und der Türkei kämpfen Einsatzkräfte gegen Feuer und evakuieren zahlreiche Menschen. So ist die aktuelle Lage in den beliebten Ferienländern.

Frankreich

Feuerwehrleute bekämpfen einen Brand in der Nähe der Gemeinde Saumos im Departement Gironde. (Bild: Mael Dubiez)

In mehreren Regionen Frankreichs sind erneut Waldbrände ausgebrochen. Im südfranzösischen Departement Var, wo zuvor bereits Brände gewütet hatten, brach im Bereich der Kleinstadt Brignoles ein Feuer aus, wie das Departement am Mittwochabend mitteilte. 600 bis 700 Menschen mussten evakuiert werden und 100 Hektar Fläche gerieten in Brand.

Ein erneutes Feuer wurde auch aus dem Wald von Fontainebleau südlich von Paris gemeldet, wo es vor zwei Wochen bereits gebrannt hatte. Evakuierungen waren dort nicht geplant, wie die Zeitung «Ouest-France» unter Verweis auf die Einsatzkräfte berichtete. Die Feuerwehr bekämpfte die Flammen mit Unterstützung von Landwirten, die mit ihren Fahrzeugen Wasser für die Löschwagen in den Wald schafften.

Ein grösserer Brand brach im Burgund in der Gemeinde Couchey in der Nähe der Grossstadt Dijon aus. 125 Hektar Fläche wurden bereits in Mitleidenschaft gezogen, teilte das Departement mit. Wegen des gesundheitsgefährdenden Rauchs wurde die Bevölkerung aufgerufen, sich möglichst nicht draussen aufzuhalten und Türen und Fenster geschlossen zu halten.

An der Atlantikküste bei Bordeaux, wo die bislang massivsten Brände der Saison in Frankreich auf einer Fläche von 42'000 Hektar gewütet hatten, kämpfte die Feuerwehr bei Temperaturen von bis zu 41 Grad und kräftigem Wind gegen neu aufflammende Brandherde. Ein erneutes Ausbreiten des Brandes konnte die Feuerwehr mit einem Grossaufgebot verhindern.

Die Präfektin von Bordeaux, Sophie Brocas, äusserte die Hoffnung, «eine Rückkehr zur Normalität für die Einwohner und die Unternehmen, die ihrer Arbeit nachgehen müssen, ins Auge fassen zu können». 224'000 Menschen waren in der Region evakuiert worden.

Familie Clooney muss ihr Zuhause verlassen

Auch Hollywoodstar George Clooney und seine Familie haben wegen eines Waldbrands ihr Zuhause im Südosten Frankreichs verlassen müssen. Clooney persönlich berichtete dem Bürgermeister von Brignoles, Didier Brémond, von der Evakuierung, wie Clooneys Sprecher Guido Gotz der Nachrichtenagentur AP am Donnerstag mitteilte. Das Feuer wütete demnach in der Nähe des Anwesens der prominenten Familie.

Französische Medien haben berichtet, dass die Clooneys einen Teil der Zeit in ihrer luxuriösen Villa aus dem 18. Jahrhundert ausserhalb der Stadt Brignoles, rund 90 Kilometer östlich von Marseille, wohnen. Dort fallen sie nicht so auf und ihre Kinder sind dank französischer Gesetze zur Privatsphäre davor geschützt, dass nicht genehmigte Fotos von ihnen gemacht werden. Clooney, seine Frau Amal und die beiden Kinder Alexander und Ella besitzen alle die französische Staatsbürgerschaft.

Spanien

Sogar mit Poolwasser wird gelöscht: Brandbekämpfer in der Gemeinde Fermoselle in der Region Zamora. (Bild: EPA)

Drei neue Waldbrände halten die Feuerwehren in Spanien in Atem. Die Feuer seien im Nordwesten des Landes in der Provinz León ausgebrochen, berichtete das staatliche Fernsehen TVE. Rund 300 Bewohner aus der Umgebung der Ortschaft San Cipriano hätten ihre Häuser verlassen müssen. Sie seien vorübergehend in Schulen und Turnhallen untergebracht worden.

Rund 180 Kilometer südwestlich war zuvor bereits ein weiterer Brand in einem Naturpark in der Provinz Zamora nahe der Grenze zu Portugal ausgebrochen. Wegen erheblicher Risiken für die Anwohner wurden bis Donnerstagmorgen 12 Ortschaften sowie ein Campingplatz geräumt, meldete der Rundfunk. Rund 1000 Menschen seien betroffen. An zwei Fronten hätten Feuerwehrleute und Helfer die Flammen inzwischen eindämmen können, teilte ein Sprecher der örtlichen Verwaltung mit.

Die neuen Feuer fallen mit der vierten Hitzewelle des Jahres zusammen, die mindestens bis Sonntag anhalten soll. Temperaturen von mehr als 40 Grad und starker Wind erschweren vielerorts die Löscharbeiten. Im benachbarten Portugal sind auch mehrere Brände aktiv.

Erleichterung herrschte derweil in der Provinz Castellón an der Levante-Küste: Der grosse Waldbrand im Gebiet Vall d'Uixó, nördlich von Valencia, konnte eingegrenzt werden.

Ministerpräsident Pedro Sánchez will heute das Katastrophengebiet in der Provinz Ávila besuchen, wo das bislang grösste Feuer in der jüngeren Geschichte des Landes wütete. Rund 50'000 Hektar wurden dort verwüstet, das entspricht in etwa der Grösse des Bodensees. Auslöser des Brandes dort war nach Medienberichten ein grosser Bagger mit Hydraulik-Hammer, der unerlaubterweise in der Gegend im Einsatz war, um einen Weg für das Vieh anzulegen. Bei den Arbeiten seien Funken entstanden, die das trockene Gestrüpp entzündet hätten. Der Besitzer wurde vorübergehend festgenommen.

Nationaler Waldbrand-Notstand in Spanien zu Ende

Der wegen der verheerenden Waldbrände ausgerufene nationale Notstand in Spanien ist beendet. Ministerpräsident Pedro Sánchez hob ihn nach einer Entspannung der Lage auf. Die grössten Feuer rund um Madrid sowie in den Provinzen Ávila und Toledo sind inzwischen weitgehend eingedämmt oder unter Kontrolle, sodass die meisten Evakuierungen und Einschränkungen aufgehoben werden konnten. Gleichzeitig mahnte Sánchez angesichts einer neuen Hitzewelle mit Temperaturen von über 40 Grad zu erhöhter Vorsicht.

Griechenland

Die Löscharbeiten auf Kreta forderten zwei Todesopfer unter den Feuerwehrleuten, die von den Flammen eingeschlossen wurden. (Bild: EPA)

Der grosse Waldbrand im Süden der griechischen Insel Kreta ist weiterhin ausser Kontrolle. Starke Winde erschweren die Löscharbeiten erheblich und verhindern den Einsatz von Löschflugzeugen und Hubschraubern. Nach weiteren Angaben der Feuerwehr sind inzwischen 224 Einsatzkräfte mit 53 Fahrzeugen sowie Spezialeinheiten und Freiwillige im Einsatz.

Am Mittwoch waren in Griechenland drei Feuerwehrleute ums Leben gekommen. Zwei davon starben auf Kreta. Sie wurden von den Flammen umzingelt, wie die Feuerwehr mitteilte.

Auf Kreta kämpften die Feuerwehrleute die ganze Nacht über gegen die Flammen, die bereits landwirtschaftliche Flächen, Häuser und Nutztiere zerstört hatten. Mehrere Ortschaften wurden vorsorglich evakuiert. Aus dem Küstenort Agia Galini wurden nach Angaben der Behörden rund 8000 Menschen in Sicherheit gebracht.

In anderen Regionen ist die Situation nach Angaben der Behörden vom Donnerstagmorgen besser. Im Osten Kretas bei Sitia konnte ein grosser Brand unter Kontrolle gebracht werden. Die gilt auch für einen Brand auf der Insel Lesbos, berichtete der griechische Rundfunk ERT.

Die Flammen haben weite Teile der trockenen Vegetation im Süden Kretas zerstört. (Bild: AP)

Entwarnung könne aber nicht gegeben werden, sagten Feuerwehr­offiziere und Meteorologen: Im trockenen Unterholz schwelen weiterhin Glutnester, die die Brände immer wieder neu entfachen können. Und: Es soll weiter heiss und windig bleiben.

Türkei

Auch im südtürkischen Antalya bekämpft die Feuerwehr seit Dienstag mehrere Brände in der Touristenregion, von denen ein Grossteil gelöscht werden konnte, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Weil die Brände Wohngebiete erreichten, wurden vorsorglich einige Bewohner evakuiert. Ausserdem wurden Brände in den Provinzen Balikesir, Kütahya, Canakkale und Yalova gemeldet, die im Westen der Türkei südlich von Istanbul liegen. Ein weiterer Brand in der Provinz Mugla im Südwesten der Türkei wird derzeit ebenfalls bekämpft. (dpa)

Artikel: http://www.vaterland.li/international/waldbraende-in-europa-hitze-und-trockenheit-verschaerfen-lage-art-748279

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