In den USA kippt die Stimmung: So unbeliebt war Trump noch nie
Sechs Monate vor den US-Zwischenwahlen verschlechtert sich die politische Ausgangslage für die Republikaner deutlich. Laut einer neuen Umfrage der «Washington Post», ABC News und Ipsos wächst die Unzufriedenheit mit Präsident Donald Trump – insbesondere wegen des Kriegs mit Iran und der Wirtschaftslage.
Trumps Gesamtzustimmungsrate liegt zwar mit 37 Prozent nur leicht unter dem Wert vom Februar (39 Prozent). Die Ablehnung ist jedoch auf 62 Prozent gestiegen – ein Höchstwert in seiner bisherigen Amtszeit. Besonders kritisch beurteilen die Amerikaner Trumps Iran-Politik: Zwei Drittel lehnen sein Vorgehen ab. Auch in wirtschaftlichen Kernfragen verliert der Präsident an Rückhalt. Seine Zustimmungswerte zur Wirtschaft fallen auf 34 Prozent, bei Inflation auf 27 Prozent und bei den Lebenshaltungskosten sogar auf nur 23 Prozent.
Die wachsende Skepsis schlägt sich auch politisch nieder. Bei der Frage nach der bevorzugten Partei für die Wahlen zum Repräsentantenhaus liegen die Demokraten unter registrierten Wählern fünf Prozentpunkte vor den Republikanern – ein deutlicher Zuwachs gegenüber Februar. Unter besonders entschlossenen Wählern wächst dieser Vorsprung sogar auf neun Punkte. Zudem zeigen sich demokratische Anhänger deutlich motivierter zur Stimmabgabe als republikanische.
Republikanische Basis ist gespalten
Ein weiterer Faktor ist die Spaltung innerhalb der republikanischen Basis: Während sich 77 Prozent der Maga-Anhänger sicher sind, wählen zu gehen, sind es bei moderateren Republikanern nur 59 Prozent. Demokraten weisen mit 79 Prozent die höchste Mobilisierung auf.
Auch bei zentralen politischen Themen holen die Demokraten auf. In der Wirtschaftspolitik – traditionell eine Stärke der Republikaner – ist das Vertrauen der Bevölkerung inzwischen praktisch ausgeglichen. Ähnliche Verschiebungen zeigen sich bei der Inflation. Die Republikaner behalten zwar Vorteile bei Kriminalität und Migration, doch schrumpfen diese.
Gleichzeitig stossen mehrere politische Vorhaben der Trump-Regierung auf breite Ablehnung: Eine Abschaffung des Geburtsortsprinzips bei der Staatsbürgerschaft lehnen 65 Prozent ab, Kürzungen bei der medizinischen Forschung sogar 78 Prozent. Auch höhere Verteidigungsausgaben und Einschränkungen für Migranten finden keine Mehrheit.
Hinzu kommen Zweifel an Trumps persönlicher Eignung: 59 Prozent der Befragten bezweifeln seine geistige Fitness, 55 Prozent seine körperliche Verfassung. Eine klare Mehrheit stellt zudem seine Vertrauenswürdigkeit und Führungsstärke infrage.
Die Umfrage deutet damit auf ein zunehmend schwieriges Umfeld für die Republikaner hin – mit möglichen Folgen für ihre knappen Mehrheiten im Kongress.
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