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Alle Meldungen zur Lage in der Ukraine bis zum 30. April lesen Sie hier

Seit Ende Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Alle Neuigkeiten und Reaktionen dazu erfahren Sie in unserem Newsblog.
von Online-Redaktion
In der Stadt Dnipro sind mindestsens neune Menschen ums Leben gekommen. (Bild: EPA)
Der scheidende ungarische Ministerpräsident Viktor Orban. (Bild: Petr David Josek)
Selenksi bei der Preisverleihung in Middelburg, Niederlande. (Bild: AP)
Drohnen spielen auf dem Schlachtfeld eine zunehmend wichtige Rolle. Grossbritannien unterstützt die Ukraine mit vielen Tausend der Fluggeräte. (Bild: Symbolbild: Keystone)
Ein Feuerwehrmann löscht in Odessa einen Brand in einem Wohnhaus, das durch einen russischen Drohnenangriff zerstört wurde. (Bild: AP)
Ex-Premierminister Boris Johnson in der ukrainischen Stadt Orichiw. (Bild: Andriy Andriyenko)
Putin kündigt Oster-Waffenruhe für die Ukraine an (Bild: AP)
Der ukrainische Staatschef Wolodimir Selenski hat nach Gesprächen in der Türkei nun in Damaskus den syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa getroffen. (Bild: Epa)
Eines der Werke von Jacques Tilly. (Bild: Christopher Neundorf/EPA)
Das Kraftwerk Auvere in Estland. (Bild: Screenshot Google Maps)
Friedrich Merz ist verärgert. (Bild: Keystone)
Sergei Shoigu, Sekretär des russischen nationalen Sicherheitsrats, bei einem Treffen mit einem ägyptischen Minister. (Bild: Mohamed Hossam)
Menschen nehmen am Solidaritätsmarsch in Bratislava, Slowakei teil. (Bild: EPA)
EU-Ratspräsident António Costa (Bild: AP)
Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico. (Bild: EPA)
Der ukrainische Aussenminister Andrij Sybiha. (Bild: AP)
Friedrich Merz während seiner Rede bei der Eröffnung der Konferenz «Cafe Kyiv» in Berlin. (Bild: EPA)
Gennady Gatilov, Botschafter der Ständigen Vertretung Russlands bei den Vereinten Nationen in Genf, verlässt das Intercontinental Hotel in Genf (Bild: Keystone)

12:56 Uhr

Donnerstag, 30. April

Selenski wünscht sich Details zu Putin-Vorschlag für Feuerpause

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hofft auf Details zu einem Vorschlag von Kremlchef Wladimir Putin über eine Waffenruhe zum russischen Tag des Sieges am 9. Mai. «Wir haben unsere Vertreter beauftragt, das Team des US-Präsidenten zu kontaktieren und die Details des russischen Vorschlags für eine kurzfristige Waffenruhe zu klären», schrieb Selenski am Donnerstag bei Telegram. «Wir werden genau herausfinden, worüber gesprochen wird, ob es sich um ein paar Stunden Sicherheit für eine Parade in Moskau oder um etwas Längerfristiges handelt.» Die Ukraine trete für eine längerfristige Waffenruhe ein.

Laut Kreml hatte US-Präsident Donald Trump am Mittwoch bei einem Telefonat mit Putin über eine begrenzte Waffenruhe gesprochen. (dpa)

11:05 Uhr

Donnerstag, 30. April

Nach Telefonat Trump-Putin: Selenski für längere Waffenruhe

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski bittet die USA um Aufklärung über den Moskauer Vorschlag einer Waffenruhe zum russischen Tag des Sieges am 9. Mai. «Wir werden klären, worum es genau geht - um ein paar Stunden Sicherheit für eine Parade in Moskau oder um mehr», schrieb Selenski in sozialen Netzwerken.

Kremlchef Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump hatten am Vorabend bei einem Telefonat über eine begrenzte Waffenruhe gesprochen. Selenski wies sein Team an, sich mit den Amerikanern in Verbindung zu setzen. «Unser Vorschlag ist ein langfristiger Waffenstillstand, verlässliche und garantierte Sicherheit für die Menschen und ein dauerhafter Frieden», erklärte er. (dpa)

09:38 Uhr

Donnerstag, 30. April

Russische Drohnen treffen Wohnhäuser in Odessa

Durch Einschläge russischer Drohnen sind in der ukrainischen Hafenstadt Odessa Behördenangabe zufolge mindestens 18 Menschen verletzt worden. In einem Hochhaus und einem fünfgeschossigen Wohnblock seien Brände ausgebrochen, teilte Bürgermeister Serhij Lyssak auf Telegram mit.

Die Stadt am Schwarzen Meer war schon in der Nacht zuvor attackiert worden. Dabei war ein Krankenhaus beschädigt worden. Odessa ist schwer gegen Luftangriffe zu verteidigen, weil Drohnen und Raketen über das offene Meer anfliegen.

Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzte die russische Armee in der Nacht 207 Kampfdrohnen verschiedener Typen sowie eine ballistische Rakete Iskander-M ein. 172 Drohnen seien ausgeschaltet worden. Aber es habe Einschläge an 22 Orten in der Ukraine gegeben.

Ukrainische Drohnen greifen wieder Perm an

Ukrainische Gegenangriffe trafen in der zweiten Nacht in Folge eine Anlage der russischen Ölindustrie bei der Stadt Perm im Ural. Ausserdem wurde eine Sprengstofffabrik in der Stadt Dserschinsk attackiert, wie der russische Telegramkanal Astra berichtete.

Russland überzieht das Nachbarland seit mehr als vier Jahren mit einem verheerenden Krieg. Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe. Mit ihren Drohnenangriffen auf das russische Hinterland versucht sie die Ölindustrie des Gegners zu treffen. (dpa)

20:08 Uhr

Mittwoch, 29. April

Gouverneur: Drei Tote nach ukrainischem Angriff in Russland

Bei einem ukrainischen Angriff sind örtlichen Behörden zufolge drei Frauen im russischen Grenzgebiet Belgorod getötet worden. Acht weitere seien verletzt worden, schrieb Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow bei Telegram. Ein Bus sei im Dorf Wosnessenowka im Kreis Schebekino nahe der Grenze zur Ukraine getroffen worden.

Russland überzieht die Ukraine seit mehr als vier Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg. Als Teil ihres Abwehrkampfes greift die Ukraine immer wieder auch Ziele in Russland an. Die Zahl der Opfer und das Ausmass der Schäden stehen in keinem Verhältnis zu den verheerenden Kriegsfolgen russischer Angriffe in der Ukraine. (dpa)

15:52 Uhr

Mittwoch, 29. April

Ukraine greift erneut Ölanlage in Russland an

Der ukrainische Geheimdienst hat nach eigenen Angaben eine Ölpumpanlage nahe der russischen Stadt Perm angegriffen. Die betroffene Anlage stand Berichten zufolge am Mittwoch in Flammen. Sie befindet sich in der Region Perm im Uralgebirge, mehr als 1500 Kilometer von der Ukraine entfernt. Auch russische Medien berichteten über den Angriff. Der russische Gouverneur Dmitri Machonin teilte hingegen lediglich mit, eine Drohne habe eine nicht näher beschriebene Industrieanlage getroffen, wodurch es zu einem Feuer gekommen sei.

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski veröffentlichte am Mittwoch ein Video in der Kurznachrichten-App Telegram, in dem eine riesige Rauchwolke zu sehen war. Zwar teilte Selenski nicht direkt mit, ob diese auf den Angriff in Perm zurückging, doch erklärte er, sein Land vergrössere die Reichweite seiner Langstrecken-Angriffe. Er sprach von einer neuen Phase bei Bemühungen, dem Angreifer Russland in dessen Krieg gegen die Ukraine wichtige Öleinnahmen vorzuenthalten. Das Video konnte nicht von unabhängiger Seite verifiziert werden.

Der ukrainische Geheimdienst SBU teilte mit, die meisten der Behälter für die Öllagerung in der Anlage in Perm stünden in Flammen.

Am Dienstag hatte die Ukraine die Ölraffinerie Tuapse am Schwarzen Meer angegriffen. Es war ihr dritter Angriff auf die Anlage in weniger als zwei Wochen. (dpa)

10:26 Uhr

Mittwoch, 29. April

Mutmasslicher Russland-Spion in Berlin festgenommen

In Berlin ist ein mutmassliche Spion festgenommen worden, der für Russland tätig gewesen sein soll.

Der Mann soll «spätestens seit Mai 2025 von Deutschland aus fortlaufend in Kontakt zu einem russischen Geheimdienst» gestanden haben, wie die Bundesanwaltschaft, Deutschlands oberste Anklagebehörde, mitteilte. (dpa)

23:09 Uhr

Mittwoch, 29. April

Selenski sieht Chancen für Rüstungsexporte der Ukraine

Die ukrainische Rüstungsindustrie produziert nach Angaben von Präsident Wolodimir Selenski inzwischen teilweise mehr, als die eigenen Streitkräfte an Waffen benötigen. «Aktuell verfügen wir über Produktionsbereiche mit 50 Prozent Überkapazität», sagte Selenski in seiner abendlichen Videobotschaft. Angesichts der grossen Waffenexpertise, die das Land in den vier Jahren Krieg gegen Russland gewonnen habe, ergäben sich so Exportmöglichkeiten, um die Finanzen des Landes aufzubessern.

Es gebe bereits mit einigen Regionen der Welt eine besondere Art der Kooperation: Drohnengeschäfte. Selenski nannte dabei Europa, den Nahen Osten und den Kaukasus. Nach Beginn des Iran-Kriegs hatte Selenski mit mehreren Monarchien in der Golfregion Verträge über Abfangdrohnen geschlossen. Mit Deutschland wiederum baut die Ukraine gemeinsam Drohnen - und erst vor zwei Tagen vereinbarte Selenski eine Rüstungskooperation mit Aserbaidschan. (dpa)

21:25 Uhr

Dienstag, 28. April

Putin beklagt Angriffe Kiews auf zivile Infrastruktur in Russland

Kremlchef Wladimir Putin hat eine Häufung ukrainischer Angriffe gegen zivile Objekte in Russland beklagt. «Immer öfter werden auch mit Drohnen Schläge gegen zivile Infrastruktur geführt», sagte er bei einer Sitzung zu Fragen der Sicherheit bei den bevorstehenden Dumawahlen im Herbst. Er verwies dabei auf die jüngsten Attacken gegen Ölreservoirs in der Schwarzmeerstadt Tuapse.

Die Ukraine hat innerhalb der vergangenen zwei Wochen drei schwere Angriffe gegen Tuapse gestartet. Als nach der jüngsten Attacke in der Nacht zum Dienstag erneut schwere Brände ausbrachen, riefen die Behörden erstmals zur Evakuierung anliegender Strassenzüge auf. Grenzwerte für Benzol, Xylol und Russ in der Luft wurden selbst nach offiziellen Angaben um das Doppelte bis Dreifache überschritten. Als es regnete, schlugen sich die Ölpartikel in der Luft in schwarzen, schmierigen Flecken nieder, die Häuser und Autos verschmutzten - auch Menschen und Tiere litten darunter. Ölprodukte gelangten auch ins Schwarze Meer.

Putin: Keine ernsthafte Gefahr

Putin sprach in seiner Rede zwar von «potenziell schweren Folgen» für die Umwelt, dementierte aber, dass es derzeit ernste Gefahren für die Bewohner gebe. Die Behörden hätten alles im Griff, behauptete er nach einer Unterredung mit dem Gouverneur der Region Krasnodar, Wenjamin Kondratjew.

Kiew zielt bei seinen Attacken bewusst auf die Ölindustrie, weil Russland mit deren Einnahmen den von Putin befohlenen Krieg gegen die Ukraine finanziert. Auch Russland beschiesst seit mehr als vier Jahren systematisch das Hinterland des Nachbarn und setzt dazu Drohnen und Raketen ein. Bei den russischen Attacken kommen in der Ukraine fast täglich Zivilisten zu Tode, Wohnhäuser und für die Bewohner lebenswichtige Infrastruktur werden zerstört. Nach Darstellung Moskaus werden aber nur militärische und für die Rüstungswirtschaft relevante Objekte in der Ukraine angegriffen. (dpa)

15:59 Uhr

Dienstag, 28. April

Belarus entlässt Journalisten nach fünf Jahren Haft

Nach fünf Jahren Haft in Belarus ist ein prominenter polnischsprachiger Journalist im Rahmen eines Gefangenenaustauschs freigelassen worden. «Andrzej Poczobut ist frei! Willkommen im polnischen Haus, mein Freund», schrieb Polens Regierungschef Donald Tusk auf der Plattform X. Dazu postete er ein Foto, das ihn bei der Begrüssung des von der Haft gezeichneten, abgemagerten Poczobut an der Grenze zeigt. Der Gefangenenaustausch kam unter Vermittlung des US-Unterhändlers John Coale zustande.

Der 53 Jahre alte Journalist Poczobut gehört zur polnischen Minderheit in Belarus. Er hatte viele Jahre für die polnische Tageszeitung «Gazeta Wyborcza» aus dem autoritär regierten Land berichtet. Im Frühjahr 2021 wurde er festgenommen und blieb danach in Haft. Im Juli 2023 wurde er wegen «Anstiftung zum Hass» sowie «Aufrufen zu Handlungen gegen die Sicherheit des Staates» zu acht Jahren Strafkolonie verurteilt. Menschenrechtler stuften Poczobut als politischen Gefangenen ein. 2025 wurde er vom EU-Parlament mit dem Sacharow-Preis für geistige Freiheit ausgezeichnet.

Ausgehungert und erschöpft von der Haft

Poczobut sei durch die harten Haftbedingungen «ausgehungert und erschöpft», sagte Polens Aussenminister Radoslaw Sikorski. Trotzdem sei sein Wille ungebrochen, betonte Regierungschef Tusk. Coale schrieb auf X, es sei insgesamt die Freilassung von drei Polen und zwei Moldawiern erreicht worden. Nach Angaben der staatlichen belarussischen Agentur Belta wurden insgesamt neun Gefangene ausgetauscht.

Als Teil des Austauschs kehrte ein in Polen festgehaltener russischer Archäologe in seine Heimat zurück, wie der russische Inlandsgeheimdienst FSB in Moskau mitteilte. Der Wissenschaftler war auf Betreiben der Ukraine wegen «illegaler Ausgrabungen» auf der Krim festgenommen worden. (dpa)

08:52 Uhr

Montag, 27. April

Russisches Ministerium bestellt Botschafter Lambsdorff ein

Der deutsche Botschafter Alexander Graf Lambsdorff ist nach Angaben seiner Pressestelle für heute Morgen ins russische Aussenministerium einbestellt worden. Lambsdorff solle sich dort um 11.00 Uhr (10.00 Uhr MESZ) wegen angeblicher Kontakte von deutschen Politikern zu Terrororganisationen einfinden, sagte seine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur in Moskau. Details zu den Vorwürfen seien nicht bekannt.

«Der Einbestellung werde ich selbstverständlich Folge leisten. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass die russische Seite ihre Vorwürfe belegen kann», sagte Lambsdorff laut der Sprecherin vorab. Weitere Informationen werde es nach dem Termin im Ministerium geben. Die deutsch-russischen Beziehungen sind seit Jahren sehr stark angespannt. (dpa)

04:55 Uhr

Montag, 27. April

Mindestens 16 Tote bei Angriffen am Tschernobyl-Jahrestag

Angriffe am 40. Jahrestag der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl haben in der Ukraine und in Russland mindestens 16 Menschen das Leben gekostet. Russische Drohnen- und Raketenangriffe auf die Stadt Dnipro töteten mindestens neun Menschen, wie der regionale Verwaltungschef Alexander Hanscha am Sonntag mitteilte. Ein Mann wurde bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die Hafenstadt Sewastopol auf der von Russland besetzten Krim getötet, erklärten von Moskau eingesetzte Behörden am Sonntag.

In der Stadt Dnipro sind mindestsens neune Menschen ums Leben gekommen. (Bild: EPA)

Leonid Passetschnik, der von Moskau eingesetzte Verwaltungschef der ukrainischen Region Luhansk, erklärte, drei Menschen seien bei einem nächtlichen ukrainischen Drohnenangriff auf ein Dorf getötet worden, nachdem am frühen Samstagmorgen bereits zwei Todesopfer gemeldet worden waren.

Zuvor war nach Angaben lokaler Behörden eine Frau bei einem ukrainischen Drohnenangriff in der russischen Grenzregion Belgorod getötet worden.

Ukrainische Streitkräfte griffen zudem eine Ölraffinerie in Jaroslawl tief im russischen Hinterland an, wie der ukrainische Generalstab am Sonntag mitteilte. Die Angriffe lösten Brände in der Anlage aus. Russland äusserte sich dazu zunächst nicht. Die Ukraine äusserte sich zu keinem der Angriffe, die von der AP nicht unabhängig überprüft werden konnten.

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski nutzte den Tschernobyl-Gedenktag für eine Warnung. Russland bringe die Welt erneut an den Rand einer von Menschen verursachten Katastrophe, schrieb er auf Facebook. Man dürfe diesen «nuklearen Terrorismus» nicht weiter zulassen.

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, Rafael Grossi, äusserte bei einem Besuch in Kiew ähnliche Bedenken wie Selenski und erklärte, Reparaturen an der bereits beschädigten äusseren Schutzhülle des Kraftwerks müssten sofort beginnen. (dpa)

22:33 Uhr

Sonntag, 26. April

Russland verstärkt Angriffe in der Ostukraine

Das russische Militär hat seine Angriffsbemühungen im Osten der Ukraine verstärkt. Der Generalstab in Kiew teilte mit, dass im Tagesverlauf insgesamt 161 bewaffnete Zusammenstösse von den Frontlinien gemeldet worden seien. Die meisten Angriffe erfolgten demnach bei Pokrowsk, dort seien 39 russische Angriffe registriert worden.

Bei Huljajpolje im südukrainischen Gebiet Saporischschja versuchten den Angaben nach russische Truppen 24 Mal, die ukrainischen Stellungen zu durchbrechen. Bei Kostjantyniwka am Rande des Donbass habe es 15 Gefechte gegeben, teilte die Generalität in Kiew in ihrem Lagebericht mit. Die Angaben konnten nicht unabhängig geprüft werden.

Ukraines Armeechef Olexander Syrskyj sprach am Sonntag bei einem Treffen mit der kanadischen Oberbefehlshaberin Jenny Carignan von verstärkten offensiven Anläufen der russischen Streitkräfte praktisch entlang der gesamten Frontlinie. (dpa)

08:39 Uhr

Sonntag, 26. April

Toter und Verletzte nach ukrainischen Drohnenangriffen auf Krim

Bei ukrainischen Drohnenangriffen ist auf der von Russland annektierten Krim laut Behörden in Sewastopol mindestens ein Mensch getötet und vier weitere verletzt worden. Der Gouverneur sprach von einer der schwersten Attacken mit Schäden an Dutzenden Wohnhäusern. Auch im russischen Gebiet Wologda wurden bei einem Angriff auf ein Düngemittelwerk fünf Menschen verletzt, nachdem eine Leitung mit Schwefelsäure beschädigt worden war.

Russland meldete den Abschuss von mehr als 200 Drohnen. Die Ukraine greift wiederholt russische Infrastruktur an, um die Kriegswirtschaft zu schwächen. Moskau nutzt die 2014 annektierte Krim weiterhin als strategische Basis für Angriffe gegen die Ukraine. (dpa)

12:07 Uhr

Samstag, 25. April

Russische Drohne stürzt über Stadt in Rumänien ab – niemand verletzt

In Rumänien ist im Zuge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine eine Drohne abgestürzt. Das Geschoss ging über der Grenzstadt Galati nieder und traf das Nebengebäude eines Wohnhauses sowie einen Strommast, wie das rumänische Verteidigungsministerium mitteilte. Verletzt wurde niemand, die Schäden seien als gering zu bezeichnen, hiess es in der Mitteilung weiter.

Die Drohne sei mit Sprengstoff beladen gewesen, gab der Katastrophenschutz in Galati bekannt. Um sie sicher zu bergen und den offensichtlich nicht explodierten Sprengkörper zu entschärfen, wurden alle Menschen im Umkreis von 200 Metern rund um die Absturzstelle evakuiert.

Galati liegt an der Donau, die an dieser Stelle die Grenze zur Ukraine bildet. Den Angaben des rumänischen Verteidigungsministeriums zufolge war die Drohne Teil eines Drohnenschwarms, der zivile Ziele auf der ukrainischen Seite der Grenze angriff. Zwei britische Kampfjets, die auf dem rumänischen Luftstützpunkt Fetesti stationiert waren, stiegen auf, wie es hiess. Der Pilot des einen Flugzeugs habe die Genehmigung zum Abschuss einer der Drohnen über ukrainischem Gebiet erhalten.

Verteidigungsministerium verurteilt das Vorgehen Russlands

Das rumänische Verteidigungsministerium verurteilte das «unverantwortliche Vorgehen» der russischen Streitkräfte. «Derartige Vorfälle bezeugen die Missachtung des Völkerrechts durch die Russische Föderation und gefährden nicht nur die Sicherheit der Bürger Rumäniens, sondern auch die kollektive Sicherheit der Nato», hiess es in einer Mitteilung.

Russland greift immer wieder den ukrainischen Donauhafen Reni an, der Galati gegenüberliegt. Dabei kommt es immer wieder vor, dass Drohnen oder Drohnenteile über rumänischem Gebiet niedergehen. (dpa)

06:46 Uhr

Samstag, 25. April

Russland greift Ukraine mit Raketen und Drohnen an

Russland hat in der Nacht eine neue Angriffswelle gegen ukrainische Städte gestartet. Neben Drohnen und ballistischen Raketen kamen nach Angaben der ukrainischen Luftabwehr auch Marschflugkörper zum Einsatz. In beinahe allen Landesteilen wurde Luftalarm ausgelöst und die Bevölkerung aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen. Aus Charkiw und Dnipro wurden schwere Explosionen gemeldet, auch die Hauptstadt Kiew und eine Reihe anderer Städte wurden angegriffen. Allein in Dnipro seien mindestens 14 Zivilisten verletzt worden, teilte der regionale Militärverwalter Olexander Ganscha auf Telegram mit.

Nach Darstellung der ukrainischen Luftwaffe hatten russische Bomber vom Typ Tupolew Tu-95 kurz nach Mitternacht Ortszeit aus grosser Distanz über dem Kaspischen Meer eine unbekannte Zahl von Marschflugkörpern abgefeuert. Mit deren Annäherung an die Ukraine starteten die russischen Militärs noch Drohnen und ballistische Raketen, um die ukrainische Flugabwehr mit diesem Waffenmix zu überlasten. (dpa)

17:43 Uhr

Donnerstag, 23. April

Selenski nennt Details zu Drohnen-Abkommen mit drei Golfstaaten

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat Einzelheiten zu Drohnen-Abkommen seines Landes mit Saudi-Arabien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten bekanntgegeben. Die Sicherheitsabkommen sollen diesen drei Golfstaaten bei der Herstellung wesentlich günstigerer Drohnen und Drohnenabfanggeräte helfen, wie Selenski in einem Interview des Senders CNN sagte.

«Eine (günstige, im Iran konzipierte Shahed-Drohne) kann zwischen 80 und 130.000 Dollar kosten», erklärte Selenski. «Sie wird nicht mit einer Rakete im Wert von 3-4 Millionen Dollar zerstört, sondern mit einem Abfanggerät, das 10.000 Dollar kostet.» Er wolle den Golfstaaten bei der Verteidigung helfen, gab Selenski an.

Selenski hatte die Golfstaaten zuvor besucht, zunächst hatte es aber keine Details zu den unterzeichneten Abkommen gegeben. Selenski hat diesen Monat berichtet, dass die Ukraine im Gegenzug für die Teilhabe an ihrer Drohnen-Expertise Waffen für die Luftabwehr zum Schutz ihrer Energieinfrastruktur bekomme. Zudem erhalte das Land Öl, Diesel und zum Teil auch finanzielle Hilfe. (dpa)

16:09 Uhr

Mittwoch, 22. April

Moskau stoppt kasachisches Öl für Druschba-Leitung

Russland wird ab dem 1. Mai nach Regierungsangaben in Moskau kein Öl aus Kasachstan mehr durch seine Pipeline Druschba (Freundschaft) nach Deutschland leiten.

Das Öl werde über anderen Strecken umgeleitet, sagte der für Energiefragen zuständige Vize-Regierungschef Alexander Nowak der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge. «Dies hängt mit den derzeitigen technischen Möglichkeiten zusammen», erklärte er.

Er habe die kasachische Seite in der vergangenen Woche bei Gesprächen darüber informiert, sagte Nowak. Zuvor hatte der Energieminister des zentralasiatischen Landes, Jerlan Akkenschenow, erklärt, Russland habe den Öl-Transit über die Pipeline Druschba und weiter zur Raffinerie PCK Schwedt im ostdeutschen Bundesland Brandenburg mit null eingeplant. Er mutmasste, dass das den mit jüngsten ukrainischen Angriffen auf Anlagen der russischen Ölindustrie zusammenhänge.

Nowak machte auch deutlich, dass Russland kein Interesse habe, hier als Transitland zu fungieren. «Die Deutschen haben auf russisches Öl verzichtet, das heisst, bei ihnen ist alles in Ordnung», sagte er. (dpa)

13:18 Uhr

Mittwoch, 22. April

Orban gibt Blockade von Ukraine-Hilfe und Sanktionen auf

Der scheidende ungarische Ministerpräsident Viktor Orban. (Bild: Petr David Josek)

Ungarn hat seine monatelange Blockade des geplanten milliardenschweren EU-Unterstützungspakets für die Ukraine aufgegeben. Die Regierung des scheidenden Ministerpräsidenten Viktor Orban trug in Brüssel eine Entscheidung mit, die ein Darlehen in Höhe von bis zu 90 Milliarden Euro ermöglichen soll, wie mehrere Diplomaten der Deutschen Presse-Agentur sagten. Zudem konnte auch ein neues Paket mit Russland-Sanktionen auf den Weg gebracht werden - die formellen Beschlüsse müssen in einem schriftlichen Verfahren gefasst werden, das an diesem Donnerstag abgeschlossen sein soll. (dpa)

20:25 Uhr

Dienstag, 21. April

Ukraine schliesst Reparaturen an Druschba-Pipeline ab

Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodimir Selenski die Reparaturarbeiten an der beschädigten Ölpipeline Druschba abgeschlossen. «Die Pipeline kann den Betrieb wieder aufnehmen», teilte er am Dienstag auf der Plattform X mit. Selenski warnte, dass nicht garantiert werden könne, dass Russland die Pipeline nicht erneut angreife. Nach Angaben Kiews wurde die Pipeline durch russische Drohnenangriffe beschädigt.

Die durch ukrainisches Territorium verlaufende Pipeline ist ein kontroverses Thema. Die Schäden daran haben Ungarn und die Slowakei dazu veranlasst, die Genehmigung eines Kredits der EU für die Ukraine im Umfang von 90 Milliarden Euro zu blockieren. Weil die Pipeline beschädigt war, wurden russische Öllieferungen an Ungarn und die Slowakei zwei Monate lang gestoppt. Selenski teilte am Dienstag mit, die Reparatur an der Pipeline sei mit dem Versuch verknüpft, den Kredit zu erhalten. Dieser sei «bereits vom Europäischen Rat genehmigt gewesen».

Vor seiner Niederlage bei den ungarischen Parlamentswahlen vor eineinhalb Wochen hatte Ministerpräsident Viktor Orbán damit gedroht, die Gaslieferungen an die Ukraine zu kappen. Sowohl seine Regierung als auch die Slowakei warfen der von Russland angegriffenen Ukraine vor, absichtlich russische Lieferungen zu verhindern.

Selenski hat diesen Monat sein Missfallen über andauernde russische Öllieferungen durch die Ukraine zum Ausdruck gebracht. (dpa)

18:00 Uhr

Dienstag, 21. April

Selenski verkündet Reparatur der «Druschba»-Pipeline

Kurz vor Beratungen über ein weiteres Darlehen für die Ukraine hat Kiew die Reparatur der Erdölleitung «Druschba» (Freundschaft) aus Russland in die Europäische Union verkündet. «Die Ölpipeline kann ihren Betrieb wieder aufnehmen», schrieb Präsident Wolodimir Selenski bei Telegram. Kiew erwarte nun die Freigabe von blockierten EU-Mitteln.

Ende Januar hatte eine russische Drohne im westukrainischen Brody nach ukrainischen Angaben Anlagen der Pipeline beschädigt. Infolgedessen wurde der Transit russischen Erdöls über die Ukraine in die Slowakei und Ungarn unterbrochen. Die beiden Nachbarstaaten der Ukraine bezweifelten die Darstellung von Kiew zu den Schäden an der Erdölleitung und forderten eine unabhängige Inspektion. Beide Länder stellten ihre Diesellieferungen an die Ukraine ein.

Budapest blockierte ausserdem die Zahlung einer ersten Tranche eines im Dezember zugesagten EU-Kredits von insgesamt 90 Milliarden Euro. Ungarn hatte allerdings angekündigt sein Veto zurückzuziehen, wenn es wieder russisches Öl über die in der Ukraine beschädigte Druschba-Pipeline bekommt. Am Mittwoch könnte die EU eine Entscheidung über ein weiteres Unterstützungsdarlehen für die Ukraine treffen. Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen eine russische Invasion. (dpa)

17:36 Uhr

Dienstag, 21. April

Nato fängt über der Ostsee Gruppe russischer Kampfflugzeuge ab

Die Nato hat über der Ostsee eine Gruppe russischer Militärflugzeuge abgefangen, darunter zwei Tu-22M3-Bomber und mehrere Kampfjets. Flugzeuge aus mehreren Nato-Staaten überwachten die Maschinen, nachdem diese gegen Flugregeln verstossen hatten.

Russland betonte, der mehrstündige Flug im internationalen Luftraum habe den Regeln entsprochen und sei zeitweise von ausländischen Jets begleitet worden. Eine Stellungnahme der Nato stand zunächst aus.

Solche Einsätze sind Routine: Die Nato fängt regelmässig russische Flugzeuge ab, die ohne Transponder oder Flugplan nahe am Bündnisgebiet fliegen, häufig in Verbindung mit der Enklave Kaliningrad. (dpa)

06:55 Uhr

Dienstag, 21. April

Selenski wirft US-Vermittlern Respektlosigkeit vor

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat den US-Vermittlern Steve Witkoff und Jared Kushner fehlenden Respekt vor der Ukraine vorgeworfen. «Es ist respektlos, nach Moskau zu reisen und nicht nach Kiew zu kommen», sagte der Staatschef in einem Interview für das staatliche Nachrichtenprogramm. Er verstehe zwar die Schwierigkeiten bei der Anreise in das Kriegsland, doch würden auch andere nach Kiew reisen. Mit Blick auf einen solchen Besuch vor Ort sagte Selenski: «Das brauchen nicht wir, sondern sie.» Zugleich hob er hervor, dass für ihn das Resultat und nicht der Ort der Gespräche entscheidend sei.

Selenski lehnte erneut einen von Russland geforderten Abzug aus den ostukrainischen Gebieten Luhansk und Donezk ab. «Das wäre fraglos für uns strategisch gesehen eine Niederlage», sagte das Staatsoberhaupt. Ohne die Befestigungsanlagen und die ausgebaute Verteidigungslinie würde die Ukraine schwächer werden. Ein angeordneter Rückzug würde auch die ukrainische Armee moralisch schwächen. Für Selenski sei ein Kriegsende am schnellsten über einen Waffenstillstand entlang der aktuellen Frontlinie erreichbar. (dpa)

17:50 Uhr

Montag, 20. April

EU erwartet bis Mittwoch Ende von Druschba-Konflikt

Die Wiederaufnahme des Betriebs der umstrittenen Druschba-Pipeline für russische Öllieferungen nach Ungarn und in die Slowakei steht offensichtlich kurz bevor. EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos sagte am Nachmittag im Europäischen Parlament, es könnte bereits diese Woche so weit sein. Kurz darauf kündigte die zyprische EU-Ratspräsidentschaft an, für diesen Mittwoch den letzten Beschluss für ein seit Monaten geplantes 90-Milliarden-Euro-Darlehen für die Ukraine zu planen. Dieses war bislang von Ungarn blockiert worden, um die Wiederaufnahme des Pipeline-Betriebs zu erzwingen.

Ungarns bisheriger Regierungschef Viktor Orban hatte der Ukraine dabei vorgeworfen, eine Wiederaufnahme russischer Öllieferungen über die Druschba-Pipeline aus politischen Gründen zu blockieren. Diese führt von Russland über Weissrussland und die Ukraine nach Ungarn und in die Slowakei. Die Regierung in Kiew wies die Vorwürfe zurück und betonte, die Pipeline müsse nach russischen Luftangriffen im Januar repariert werden.

Am Sonntag hatte Orban mitgeteilt, er habe über Brüssel eine Andeutung aus der Ukraine erhalten, dass diese bereit sei, die Öllieferungen bereits an diesem Montag wieder aufzunehmen, wenn Ungarn seine Blockade des EU-Darlehens aufhebe. Er schrieb dazu: «Sobald die Öllieferungen wiederaufgenommen sind, werden wir der Genehmigung des Darlehens nicht mehr im Wege stehen.»

Das frische Geld soll den dringendsten Finanzbedarf der Ukraine decken und dem Land eine Fortsetzung seines Abwehrkampfes gegen Russland ermöglichen. Die Mittel sollen über gemeinsame EU-Anleihen am Kapitalmarkt finanziert und durch Spielräume im langfristigen EU-Haushalt abgesichert werden. In diesem Jahr sollen 45 Milliarden Euro fliessen, im kommenden Jahr noch einmal bis zu 45 Milliarden Euro. (dpa)

15:53 Uhr

Montag, 20. April

Europol: Ermittler entdecken 45 verschleppte ukrainische Kinder

Internationale Ermittler haben gemeinsam mit Europol 45 mutmasslich entführte ukrainische Kinder identifiziert und aufgespürt. Die Kinder seien vermutlich gewaltsam in die besetzten Gebiete der Ukraine, nach Russland oder Weissrussland verschleppt worden, teilte Europol in Den Haag mit. Die Informationen seien den ukrainischen Behörden übergeben worden.

Zwei Tage lang hatten Sonderermittler aus 18 Ländern sich in Den Haag an der Suche beteiligt. An der Europol-Aktion war auch der Internationale Strafgerichtshof beteiligt. Die Ergebnisse können nach Informationen von Europol zum Aufenthaltsort der deportierten Kinder führen.

Die Experten hatten online in digitalen Quellen und mit Gesichtserkennung versucht, die Kinder zu finden. Grundlage sind etwa Kinderfotos der Eltern. Es seien unter anderem auch Transportrouten ermittelt worden sowie Militäreinheiten, die an der Deportation beteiligt waren. Es ist die dritte internationale digitale Suchaktion von Europol zu den verschleppten Kindern der Ukraine.

Seit Beginn des Krieges vor gut vier Jahren wurden nach Angaben von Europol schätzungsweise mehr als 19'500 Kinder aus den besetzten Gebieten nach Russland oder Weissrussland verschleppt. Einige seien von Russen adoptiert worden, andere würden in Umerziehungslagern oder psychiatrischen Kliniken festgehalten.

Der Internationale Strafgerichtshof leitete deshalb Ermittlungen ein und erliess internationale Haftbefehle gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin sowie die russische Beauftragte für Kinderrechte, Maria Lwowa-Belowa. (dpa)

12:37 Uhr

Montag, 20. April

Ukraine meldet: Ranghoher Militär bei Drohnenangriff verletzt

In der Ukraine hat ein wichtiger Berater des ukrainischen Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow nach eigenen Angaben einen russischen Drohnenangriff nur knapp überlebt. Der Drohneneinschlag habe sein Haus zerstört, teilte Serhij Beskrestnow mit. «Mich hat es getroffen, aber das Wichtigste: Wie durch ein Wunder bin ich am Leben», schrieb er. Dazu veröffentlichte er ein Bild von sich aus dem Krankenhaus.

Der 51-jährige Beskrestnow gilt als Spezialist für militärische Funktechnologien. Seit Kriegsbeginn ist er an der Front in den Bereichen Funk, elektronische Kriegsführung und Aufklärung aktiv - und damit auch für den Drohnenkampf. Im Januar 2026 wurde er von Verteidigungsminister Fedorow zu dessen Berater auf dem Gebiet ernannt. (dpa)

07:03 Uhr

Montag, 20. April

Erneut Brand russischer Ölanlagen nach Drohnenangriff – ein Toter

Bei einem erneuten ukrainischen Drohnenangriff auf den russischen Schwarzmeerhafen Tuapse in der Region Krasnodar ist mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Eine weitere Person sei verletzt worden, schrieb Gouverneur Weniamin Kondratjew auf der Plattform Telegram. Im Hafen brenne es, Drohnentrümmer hätten Gebäude in der Stadt beschädigt, darunter eine Schule und einen Kindergarten. Das Portal «Kyiv Independent» berichtete unter Berufung auf Anwohner von Explosionen, zwei brennenden Tanks der Raffinerie und hohen Flammen im Bereich des Hafens. Der Hafen war bereits vergangene Woche Ziel eines ukrainischen Angriffs.

Am Schwarzen Meer ist Tuapse einer der wichtigsten Häfen für den russischen Ölexport. Hier gibt es auch eine Raffinerie, die dem grössten russischen Ölkonzern Rosneft gehört. Tuapse liegt etwa 75 Kilometer nordwestlich der Grossstadt Sotschi. (dpa)

16:44 Uhr

Sonntag, 19. April

Ukraine: Chef der Patrouillenpolizei reicht Rücktritt ein

Nach dem Davonlaufen zweier Polizisten bei einer Schiesserei hat der Chef der ukrainischen Patrouillenpolizei, Jewhenij Schukow, die Verantwortung übernommen. «Als kampferfahrener Offizier habe ich beschlossen, meinen Rücktritt von meinem derzeitigen Amt einzureichen. Ich halte das für richtig», sagte der Polizeigeneral bei einer Pressekonferenz in Kiew. Die beiden Streifenpolizisten haben ihm zufolge «unprofessionell und unwürdig» gehandelt. Es sei ein «sehr beschämender Vorfall».

Tags zuvor hatte ein Mann in der ukrainischen Hauptstadt Kiew sechs Menschen erschossen und mehr als ein Dutzend verletzt. Zwei herbeigerufene Polizisten liessen nach Schüssen unbewaffnete Zivilisten im Stich: gegen sie wird dienstlich ermittelt. Eine Antiterroreinheit erschoss den Täter. Die Behörden stufen die Tat als Terroranschlag ein. Das Motiv des 58-jährigen Todesschützen ist bisher ungeklärt. Die Tatwaffe besass er legal. (dpa)

17:54 Uhr

sAMSTAG, 18. aPRIL

Mehrere Tote bei Schiesserei in Kiew

Ein Unbekannter hat in der ukrainischen Hauptstadt Kiew nach Polizeiangaben mehrere Menschen erschossen und verletzt. Der Mann sei, nachdem er sich mit Geiseln in einem Supermarkt verschanzt habe, von Spezialeinheiten der Polizei erschossen worden, teilte Innenminister Ihor Klymenko auf Telegram mit. Die Zahl der Opfer werde noch überprüft, schrieb er.

Medienberichten zufolge hatte der Mann zuvor im Stadtbezirk Demijiwka mit einem Schnellfeuergewehr auf Passanten geschossen. Als die Polizei die Verfolgung aufnahm, flüchtete er demnach in einen Supermarkt. Versuche, Kontakt mit dem etwa 60-Jährigen aufzunehmen, sind nach Angaben Klymenkos gescheitert. Daher sei das Geschäft gestürmt worden.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen die von Russland betriebene Invasion. In dem Zusammenhang hat auch der Umsatz von Waffen in der Bevölkerung deutlich zugenommen. (dpa)

14:26 Uhr

sAMSTAG, 18. aPRIL

Toter und viele Verletzte bei russischen Angriffen in der Ukraine

Bei russischen Angriffen sind in der Ukraine nach Angaben örtlicher Behörden mehr als zwei Dutzend Menschen verletzt und mindestens ein Mensch getötet worden. Der ukrainische Militärverwalter in der Region Donezk, Wadym Filaschkin, sprach am Samstag in sozialen Medien von einer getöteten Zivilperson bei einem Angriff auf die Stadt Mykolajiwka. Weitere Behördenvertreter meldeten insgesamt mindestens 26 Verletzte bei Angriffen im Norden und Osten des Landes. Unter anderem sei der Hafen von Odessa beschossen worden, hiess es.

Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, Russland habe in der Nacht 219 Drohnen gegen die Ukraine eingesetzt, von denen 190 abgeschossen worden seien. (dpa)

14:24 Uhr

Samstag, 18. April

Russland meldet ukrainische Angriffe auf Industriegebiete

Ukrainische Drohnen sollen in der russischen Region Samara in zwei Städten Industriegebiete angegriffen haben. Der Gouverneur der Region, Wjatscheslaw Fedorischtschew, teilte mit, die Angriffe hätten sich in Nowokuibyschewsk und Sysran ereignet. In beiden Städten gibt es grosse Ölraffinerien.

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, in der Nacht zum Samstag seien über 16 russischen Regionen, der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim, dem Asowschen Meer und dem Schwarzen Meer 258 ukrainische Drohnen zerstört worden. (dpa)

06:42 Uhr

Samstag, 18. April

Ukrainische Drohnenangriffe auf Krim-Stadt Sewastopol

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russisch besetzte Marinestadt Sewastopol auf der Halbinsel Krim ist nach Behördenangaben in der Nacht ein Öldepot in Brand geraten. Das Feuer in einem Tank mit Kraftstoffresten sei durch abgeschossene Drohnen ausgelöst worden, schrieb der Verwaltungschef der Stadt, Michail Raswoschajew, auf der Plattform Telegram. Der Brand habe keine Auswirkungen auf die Treibstoffversorgung von Sewastopol. Verletzte gebe es keine, hiess es weiter. Darüber hinaus habe die Flugabwehr über der Stadt zwei weitere Drohnen abgeschossen.

Im Gebiet Leningrad, das an St. Petersburg (früher Leningrad) grenzt, war der Hafen von Wyssozk Ziel ukrainischer Angriffe, wie Gouverneur Alexander Drosdenko auf Telegram mitteilte. Dort werde versucht, einen Brand zu löschen. 27 ukrainische Drohnenangriffe seien abgewehrt worden. (dpa)

21:04 Uhr

Freitag, 17. April

Selenski warnt Weissrussland vor Beteiligung am russischen Krieg

Weissrussland hat nach Angaben aus Kiew in grenznahen Gebieten zur Ukraine mit dem Ausbau von Strassen und dem Bau von Artilleriestellungen begonnen. «Wir gehen davon aus, dass Russland ein weiteres Mal versuchen wird, Weissrussland in seinen Krieg (gegen die Ukraine) hineinzuziehen», schrieb der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski bei Telegram. Er habe Anweisung gegeben, Minsk vor den Folgen zu warnen. Die Ukraine sei bereit, ihr Hoheitsgebiet und ihre Unabhängigkeit zu verteidigen.

«Die Art und die Folgen der jüngsten Ereignisse in Venezuela sollten die Führung von Weissrussland davon abhalten, Fehler zu begehen», fügte er hinzu. Anfang Januar wurde der venezolanische Staatschef Nicolás Maduro mit seiner Frau von US-amerikanischen Truppen über Nacht in die USA festgenommen und vor Gericht gestellt.

Belege für die Bautätigkeiten in Weissrussland legte Selenski nicht vor. Im Februar 2022 war die russische Armee auch von weissrussischem Territorium in die Ukraine einmarschiert. (dpa)

03:33 Uhr

Freitag, 17. April

Russland greift Tschernihiw in der Nordukraine an

Das russische Militär hat in der Nacht die ukrainische Stadt Tschernihiw angegriffen und mehrere Viertel von der Stromversorgung abgeschnitten. Nach Angaben des regionalen Militärverwalters Dmitri Bryschinskyj wurden am frühen Morgen mehrere Objekte der Energieinfrastruktur getroffen und in Brand gesetzt. Vorerst gab es keine Berichte über mögliche Verletzte. Bryschinskyj machte in seiner Mitteilung auf Telegram keine Angaben, welche Waffen bei dem Angriff eingesetzt wurden.

Erst vor knapp zehn Tagen hatte das russische Militär die Energieversorgung von Tschernihiw schwer getroffen. Knapp 340.000 Kunden blieben damals vorübergehend ohne Strom.

Russland greift die zivile Infrastruktur der Ukraine massiv an. Ziel dieser Angriffe, durch die es immer wieder Opfer gibt, ist es, die Zivilbevölkerung unter Druck zu setzen. (dpa)

21:07 Uhr

Donnerstag, 16. April

Slowakei droht weiter mit Blockade von Russland-Sanktionen

Die Slowakei will das nächste EU-Sanktionspaket gegen Russland so lange blockieren, bis durch die Druschba-Pipeline wieder russisches Öl über die Ukraine in das Land fliesst. Das sagte Aussenminister Juraj Blanar am Donnerstag im slowakischen Parlament.

Die Nachrichtenagentur TASR zitierte den linksnationalen Politiker mit der Drohung: «Wenn die Druschba-Ölleitung nicht wieder in Betrieb geht und schon das 20. Sanktionspaket zur Abstimmung auf dem Tisch liegt, werden wir nicht zustimmen». Zur Begründung erklärte er: «Wir haben keine anderen Instrumente, um zu erzwingen, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenski gemeinsam mit der EU-Kommission die Druschba wieder freigibt.»

«Erdöl-Notstand»

Die slowakische Regierung hatte schon Mitte Februar einen «Erdöl-Notstand» in dem EU- und Nato-Land ausgerufen, weil seit Ende Januar kein Erdöl mehr durch die Druschba-Pipeline über die Ukraine aus Russland fliesst. Von den russischen Öllieferungen ist die Slowakei noch immer weitgehend abhängig und hat daher eine auch mit Kiew vereinbarte Ausnahme von den EU-Sanktionen gegen Russland zugestanden bekommen.

Nach ukrainischer Darstellung ist die Druschba-Pipeline durch russische Drohnenangriffe beschädigt. Das bezweifelt der linksnationale slowakische Ministerpräsident Robert Fico jedoch ebenso wie der scheidende ungarische Regierungschef Viktor Orban. Ebenso wie Budapest verlangt auch Bratislava bisher vergeblich eine unabhängige Inspektion der Pipeline. Die Ukraine hatte schon im Februar eine unmittelbar bevorstehende Wiederaufnahme des Öltransits in Aussicht gestellt, als die EU-Kommission ihr 20. Sanktionspaket vorstellte. Seither verschob sie den Termin aber immer wieder - und die Slowakei stellte sich mit Ungarn gegen das Sanktionspaket quer.

Anders als die noch amtierende ungarische Regierung plant die Slowakei aber weiterhin keine Blockade eines 90-Milliarden-Euro-Kredits der EU an die Ukraine. «Daran hat sich nichts geändert», betonte Blanar am Donnerstag.

Fico wirft der Ukraine mit Blick auf die Druschba-Pipeline seit langem «Erpressung» vor, weil seine Regierung sich weigere, dem von Russland angegriffenen Nachbarland Waffen aus eigenen Armeebeständen zu liefern. Die Slowakei sei jedoch einer der wichtigsten Unterstützer der Ukraine mit «nicht-tödlichen» Gütern wie Minenräumsystemen, Dieselgeneratoren oder Energielieferungen. Es sei daher unfair, dass die Ukraine die Energieversorgung der Slowakei gefährde, kritisierte Fico wiederholt. Seine Gegner werfen ihm jedoch eine «prorussische» Politik vor. (dpa)

12:52 Uhr

Donnerstag, 16. April

Selenski im Namen der Ukraine mit Four Freedoms Award ausgezeichnet

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski ist in den Niederlanden mit dem renommierten International Four Freedoms Award ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung bei einer Zeremonie am Donnerstag begründete die Roosevelt Foundation mit dem Mut und der Widerstandskraft, die der ukrainische Präsident und die Bevölkerung des Landes im Abwehrkampf gegen Russland bewiesen hätten.

Selenksi bei der Preisverleihung in Middelburg, Niederlande. (Bild: AP)

Die Stiftung vergibt diesen und mehrere weitere Preise seit dem Jahr 1982, um den Einsatz für vier Freiheiten zu würdigen, die der damalige US-Präsident Franklin D. Roosevelt während des Zweiten Weltkriegs in einer Rede zur Lage der Nation im Jahr 1941 formulierte: Meinungs- und Redefreiheit, Religionsfreiheit, Freiheit von Not und Freiheit von Furcht.

Der Vorsitzende der Stiftung, Hugo de Jonge, sagte, man zolle dem unbeugsamen Mut und dem anhaltenden Durchhaltewillen des ukrainischen Volkes sowie der entschlossenen und unverbrüchlichen Führung des Präsidenten höchsten Respekt.

Der niederländische Regierungschef Rob Jetten sagte in einer Ansprache, es spreche Bände, dass Selenski nur eingewilligt habe, den Preis anzunehmen, wenn er das im Namen des ukrainischen Volkes tun könne. Nach der Vergabe kam es zu einem Treffen von Jetten und Selenski. (dpa)

12:39 Uhr

Donnerstag, 16. April

Schwere russische Angriffe: 18 Tote, mehr als 100 Verletzte

Bei massiven russischen Angriffen in der Ukraine sind in der Nacht mindestens 18 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt worden. Präsident Wolodimir Selenski erklärte, die Angriffe zeigten erneut, dass Russland keine Lockerung von Sanktionen verdiene. Russland reagierte nach Darstellung aus Kiew mit den Luftschlägen auf neue westliche Militärhilfen, die Selenski zuvor auf einer Europa-Reise erhalten hatte. Dabei wurden laut ukrainischen Angaben fast 700 Drohnen sowie Raketen und Marschflugkörper eingesetzt, die mehrere Regionen trafen, insbesondere die Hauptstadt Kiew.

Besonders betroffen waren Odessa mit mindestens neun Toten und 23 Verletzten, Kiew mit vier Toten und zahlreichen Verletzten sowie die Region Dnipropetrowsk mit vier Toten. Auch in Charkiw gab es ein Todesopfer. Russland meldete seinerseits zwei Tote durch ukrainische Drohnenangriffe. Die EU verurteilte die Angriffe scharf und sicherte weitere Unterstützung zu, während Moskau die eigenen Angriffe als Reaktion auf ukrainische Attacken darstellte. Unabhängig überprüfbar sind viele Angaben nicht, ein Ende des Krieges ist weiter nicht in Sicht. (dpa)

11:07 Uhr

Donnerstag, 16. April

Mindestens 16 Tote bei russischen Angriffswellen

Bei mehreren russischen Angriffswellen mit Hunderten Drohnen und Dutzenden Raketen sind in der Ukraine nach Behördenangaben mindestens 16 Menschen getötet und mehr als 80 verletzt worden. In Kiew starben mindestens vier Menschen, darunter ein zwölfjähriges Kind, über 50 weitere wurden verletzt. Augenzeugen berichteten von schweren Explosionen, zerstörten Fenstern und panikartigen Szenen. In Odessa wurden neun Menschen getötet und 23 verletzt, in der Region Dnipro gab es drei Tote und zahlreiche Verletzte, in Saporischschja ein weiteres Todesopfer.

Nach ukrainischen Angaben setzte Russland fast 700 Drohnen sowie zahlreiche Raketen ein, von denen ein Grossteil von der Luftabwehr abgefangen wurde. Dennoch wurden 26 Ziele getroffen. Die Angriffe richteten sich laut ukrainischen Stellen vor allem gegen zivile Gebiete. Seit Beginn der russischen Invasion vor mehr als vier Jahren wurden nach UN-Angaben über 15'000 ukrainische Zivilisten getötet. (dpa)

08:33 Uhr

Donnerstag, 16. April

Mindestens acht Tote nach russischen Angriffen auf Hafenstadt Odessa

Bei massiven russischen Angriffen sind in der ukrainischen Hafenstadt Odessa mindestens acht Menschen getötet worden. 16 Menschen seien verletzt worden, schrieb Militärverwaltungschef Serhij Lyssak bei Telegram. Moskau habe in mehreren Wellen mit Raketen und Drohnen angegriffen. Auch Infrastruktureinrichtungen und Gebäude seien beschädigt worden.

Russland hat die Ukraine in der Nacht massiv mit Angriffen überzogen. In Kiew und Dnipro kamen nach Behördenangaben mindestens sieben Menschen ums Leben. Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit mehr als vier Jahren gegen eine grossangelegte russische Invasion. (dpa)

04:46 Uhr

Donnerstag, 16. April

Mindestens zwei Tote bei neuen russischen Angriffen auf Kiew

Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist in der Nacht erneut Ziel russischer Luftangriffe geworden. Dabei kamen mindestens zwei Menschen ums Leben, darunter ein zwölfjähriges Kind und eine 35-jährige Frau. Zudem wurden 18 Menschen verletzt. Berichten zufolge trafen Raketen die Stadt in mehreren Salven, beschädigten Wohn- und Geschäftsgebäude und lösten Brände aus. Einsatzkräfte retteten ein Kind aus den Trümmern eines Mehrfamilienhauses, es wird zusammen mit seiner Mutter behandelt. Das genaue Ausmass der Schäden blieb zunächst unklar, da die Angriffe bis in den Morgen andauerten.

Auch andere Regionen der Ukraine wurden angegriffen. In Dnipro wurden bei einem Raketenangriff mindestens zwei Menschen getötet und 27 verletzt, fünf davon schwer. Mehrere Wohnhäuser gerieten in Brand. In Odessa gab es ebenfalls Explosionen; bereits am Abend zuvor war dort bei einem Drohnenangriff ein Mensch ums Leben gekommen und sechs weitere wurden verletzt. Seit Beginn der russischen Invasion beschiesst Russland regelmässig auch das Hinterland der Ukraine und trifft dabei immer wieder zivile Ziele. (dpa)

22:01 Uhr

Mittwoch, 15. April

Odessa: Toter und Verletzte nach Drohnenattacke auf Wohnhaus

Beim Einschlag einer russischen Drohne in einen Wohnblock in der ukrainischen Hafenstadt Odessa ist am Abend mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Bei dem Opfer handle es sich um einen knapp 60-jährigen Mann, schrieb Gouverneur Oleh Kiper bei Telegram. Insgesamt seien sechs Personen im Alter zwischen 20 und 67 Jahren zu Schaden gekommen. Drei der Verletzten seien im Krankenhaus, die anderen ambulant behandelt worden.

Den Bildern nach wurde die Fassade über mehrere Etagen hinweg in Mitleidenschaft gezogen. Drei Wohnungen seien beschädigt, eine weitere völlig zerstört worden, teilte Kiper mit. Das entstandene Feuer konnte immerhin schnell gelöscht werden.

Seit mehr als vier Jahren verteidigt sich die Ukraine gegen die von Russland betriebene Invasion. Seit Kriegsbeginn beschiesst Russland systematisch das Hinterland des Nachbarn und trifft dabei auch immer wieder zivile Objekte. (dpa)

11:58 Uhr

Mittwoch, 15. April

Ukrainische Drohnen attackieren Chemiewerk tief in Russland

Über 1300 Kilometer hinweg hat die ukrainische Armee eine Chemiefabrik in der russischen Stadt Sterlitamak mit Kampfdrohnen angegriffen. Das Oberhaupt der Teilrepublik Baschkortostan, Radi Chabirow, bestätigte den Angriff, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass meldete. Er hielt sich an die übliche Darstellung, dass Trümmer abgeschossener Drohnen auf eine Industrieanlage gestürzt seien. Der entstandene Brand werde gelöscht. Von direkten Treffern ist in offiziellen russischen Mitteilungen selten die Rede.

Videos aus sozialen Netzwerken legten nahe, dass der Angriff dem petrochemischen Kombinat in Sterlitamak galt. Es produziert unter anderem Flugbenzin. Angaben zu Schäden wurden nicht gemacht. Baschkortostan liegt östlich von Moskau im Süden des Ural-Gebirges. Von der Ukraine ist die Region etwa 1300 Kilometer entfernt. (dpa)

10:58 Uhr

Mittwoch, 15. April

London schickt Kiew 120'000 Drohnen für Abwehrkrieg

Die britische Regierung stellt der Ukraine für ihren Abwehrkrieg gegen Russland weitere 120'000 Drohnen zur Verfügung. Das wolle der britische Verteidigungsminister John Healey beim Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe in Berlin heute verkünden, meldete die britische Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf Regierungsangaben.

Drohnen spielen auf dem Schlachtfeld eine zunehmend wichtige Rolle. Grossbritannien unterstützt die Ukraine mit vielen Tausend der Fluggeräte. (Bild: Symbolbild: Keystone)

Beim bislang grössten britische Drohnenpaket handle es sich um weitreichende Angriffsdrohnen, Aufklärungsdrohnen, Logistikdrohnen und solche mit maritimen Fähigkeiten, hiess es weiter. Viele davon werden demnach in Grossbritannien produziert.

«Dieser grosse Schwung an kampferprobten Drohnen wird den ukrainischen Streitkräften die Fähigkeiten verleihen, die sie brauchen, um ihr Volk zu verteidigen und die russische Aggression abzuwehren», sagte Healey PA zufolge. Drohnen spielen eine zunehmend bedeutende Rolle auf dem Schlachtfeld. (dpa)

14:58 Uhr

Dienstag, 14. März

Tote und Verletzte durch Raketenangriff auf Dnipro

Durch einen russischen Raketenangriff auf die ukrainische Industriestadt Dnipro sind nach Behördenangaben mindestens fünf Menschen getötet worden. Mindestens 25 Zivilisten seien verletzt worden, davon 10 schwer, schrieb der Gouverneur des Gebietes Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, auf Telegram. Die ukrainische Luftwaffe meldete zuvor den Anflug einer ballistischen Rakete aus Russland auf die Grossstadt. Die gegenseitigen Attacken Russlands und der Ukraine sind nach einer Waffenruhe über das orthodoxe Osterfest am vergangenen Sonntag wieder mit voller Wucht entbrannt.

Südwestlich von Dnipro im ukrainischen Gebiet Cherson wurden binnen eines Tages vier Zivilisten durch russische Drohnen- und Artillerieangriffe getötet. Ausserdem seien mindestens 16 Menschen verletzt worden, teilte die Nationale Polizei der Ukraine in Kiew mit. In drei Fällen seit Montag griffen demnach russische Drohnen fahrende Pkws an und töteten die Fahrer oder Beifahrer. Im Gebiet Cherson bildet der Fluss Dnipro die Frontlinie. Die gleichnamige Gebietshauptstadt Cherson liegt in Reichweite russischer First-Person-View-Drohnen, deren Bediener ukrainischen Angaben zufolge gezielt Jagd auf Zivilisten und zivile Fahrzeuge machen. Wegen der ständigen Gefahr leben nur noch etwa 60.000 Menschen in der Frontstadt, die vor dem Krieg knapp 280.000 Einwohner hatte. Strassen werden mit Netzen überspannt, um Drohnen abzuhalten.

Am Dienstagvormittag traf eine Drohne ein Krankenhaus in Cherson, wie die Regionalverwaltung mitteilte. Eine Tote in russischer Stadt Jelez

Bei ukrainischen Gegenangriffen mit Drohnen wurde in der russischen Stadt Jelez im Gebiet Lipezk eine Frau getötet, es gab fünf Verletzte. Das meldete die staatliche Nachrichtenagentur Tass. (dpa)

14:56 Uhr

Dienstag, 14. April

Selenski: Ukraine braucht vollgültige EU-Mitgliedschaft

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski dringt auf eine vollgültige Mitgliedschaft für sein Land in der Europäischen Union. «Wir brauchen weder eine EU light, noch eine Nato light», sagte der Staatschef bei einer Pressekonferenz mit dem deutschen Kanzler Friedrich Merz in Berlin. Die Kiewer Position sei bekannt, und Europa und die Nato brauchten die Ukraine. «In vollem Umfang, als starken Partner. Unsere Armee wird benötigt als eine starke Armee. Niemand braucht eine ukrainische Armee light», betonte Selenski. Das sei im beiderseitigen Interesse. (dpa)

14:55 Uhr

Dienstag, 14. April

Merz: Deutsche Beteiligung an Ukraine-Frieden unverzichtbar

Der deutsche Kanzler Friedrich Merz hat die Forderung nach einer Beteiligung Deutschlands und Europas an einem Friedensabkommen zwischen der Ukraine und Russland unterstrichen. «Ich gehe unverändert fest davon aus: Es wird keine Verabredungen mit Russland geben über die Köpfe der Europäer hinweg», sagte er bei einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski in Berlin. Europa müsse Teil des Friedensprozesses und Teil einer Friedensvereinbarung sein, fügte der deutsche Regierungschef hinzu. Auch eine Teilnahme Deutschlands als mit Abstand grösstem Unterstützer der Ukraine schon seit dem vergangenen Jahr «ist für mich unverzichtbar», forderte Merz. Deutschland werde auch Teil des Aufbaus der Nachkriegsordnung in der Ukraine sein, sowohl in der Zusammenarbeit in Europa als auch in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit. (dpa)

14:53 Uhr

Dienstag, 14. April

Deutschland finanziert hunderte Patriot-Raketen für Ukraine

Deutschland will einen Vertrag der Ukraine mit dem Rüstungsunternehmen Raytheon über die Lieferung von mehreren Hundert Patriot-Raketen finanzieren. Darüber hinaus sei mit dem deutschen Unternehmen Diehl Defence die Lieferung weiterer Startgeräte für Iris-T-Luftabwehrsysteme vereinbart worden, teilte das deutsche Verteidigungsministerium in Berlin nach Regierungskonsultationen mit der Ukraine mit. «Auch dieses Vorhaben wird von Deutschland finanziert und den Schutz kritischer Infrastrukturen und Städte erheblich verbessern», wurde dazu erklärt. Zusätzlich haben Deutschland und die Ukraine demnach die Produktion von Drohnen mittlerer und langer Reichweite vereinbart. Das Projekt umfasst die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem Ziel der Lieferung von Tausenden von Drohnen.

Weiter wird Deutschland die Ukraine bei der Finanzierung sogenannter Deep Strike Fähigkeiten - dabei geht es um weitreichende Präzisionswaffen - unterstützen. Dazu gehört laut Verteidigungsministerium eine Investition in Höhe von mehreren Hundert Millionen Euro. (dpa)

10:50 Uhr

Dienstag, 14. April

Deutsche Drohnenfirma baut Zusammenarbeit mit Ukraine aus

Der deutsche Drohnenhersteller Quantum Systems baut seine industrielle Zusammenarbeit mit der Ukraine weiter aus. Dazu würden bei einem ranghohen politischen Treffen neue Joint Ventures unter der Initiative «Build with Ukraine» verkündet, teilte das Unternehmen in Berlin mit. Zudem werde derzeit die Fertigung von 10.000 Mehrzweck-Quadcopter-Drohnen in Deutschland für die Streitkräfte der Ukraine hochgefahren, so das Unternehmen. Eine erste Charge sei Ende März 2026 ausgeliefert worden.

Mit Blick auf deutsch-ukrainische Gemeinschaftsunternehmen sagte Matthias Lehna, Geschäftsführer von Quantum Frontline Industries: «Wir sind überzeugt, dass diese Form der Zusammenarbeit eine zentrale Grundlage für die zukünftigen Verteidigungsfähigkeiten Europas bildet.» Minister der deutschen Regierung hatten bei mehreren Besuchen in der Ukraine erklärt, Deutschland wolle die industrielle Zusammenarbeit mit ukrainischen Rüstungsunternehmen ausbauen. Davon soll auch die Ausrüstung der deutschen Bundeswehr unmittelbar oder über die gewonnenen Erfahrungen profitieren. (dpa)

13:00 Uhr

Montag, 13. April

Kreml: Wahl in Ungarn beeinflusst Krieg in der Ukraine nicht

Die Wahlniederlage des moskaufreundlichen Regierungschefs Viktor Orban in Ungarn hat nach Angaben aus dem Kreml keinen Einfluss auf den weiteren Fortgang des Ukraine-Kriegs. Seiner Ansicht nach habe das keine Auswirkungen auf die Perspektive des Konflikts, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. «Das sind wohl unterschiedliche Prozesse, daher sehe ich hier keinen Zusammenhang», betonte er. Russland führt seit mehr als vier Jahren Krieg gegen die Ukraine.

Orban hatte in der Vergangenheit mehrfach europäische Hilfen für die Ukraine ausgebremst. Seine nicht mit anderen EU-Partnern abgesprochenen Besuche in Moskau, die er mit Vermittlungsbemühungen im Konflikt begründete, brachten diesbezüglich keine Fortschritte. Stattdessen berichteten Medien zuletzt, dass die ungarische Führung den Kreml heimlich über geplante Massnahmen der EU informiert und sich als dessen Interessenvertreter in Brüssel angeboten habe. Orbans Wahlniederlage wurde daher von einigen Medien auch als Schlappe für Kremlchef Wladimir Putin bezeichnet.

Peskow betonte das Interesse Moskaus an weiterhin guten Beziehungen zu Budapest. Die Ungarn hätten ihre Wahl getroffen, die Russland akzeptiere, sagte Peskow. «Wir haben die Erklärungen über die Bereitschaft zum Dialog gehört. Zweifellos ist das nützlich für Moskau und Budapest», führte er aus. Es bleibe aber abzuwarten, wie sich die neue Führung unter Wahlsieger Peter Magyar nach der Machtübernahme verhalte. (dpa)

07:27 Uhr

Montag, 13. April

Osterwaffenruhe abgelaufen – doch von «Ruhe» konnte sowieso keine Rede sein

Die von Moskau angeordnete Waffenruhe zum orthodoxen Osterfest ist um Mitternacht (23 Uhr MESZ) abgelaufen. Wie schon bei früheren Waffenruhen zu Feiertagen bezichtigten sich die Kriegsparteien gegenseitig, gegen die Anordnung verstossen zu haben. Sowohl Russland als auch die Ukraine berichteten von weiteren Angriffen der jeweiligen Gegenseite, allerdings in kleinerem Massstab als sonst.

Anders als zuvor gab es nach Angaben des Generalstabs in Kiew keine Angriffe mit russischen Raketen und Gleitbomben und damit insgesamt auch weniger Opfer und Zerstörung als an anderen Tagen des Moskauer Angriffskrieges. Russland wiederum verzeichnete seinerseits keine ukrainischen Angriffe auf die für die Kriegswirtschaft wichtige Ölindustrie.

Kremlchef Wladimir Putin hatte verfügt, dass für 32 Stunden die Waffen bis Mitternacht Ortszeit am Sonntag schweigen sollen, damit die Menschen in Russland und in der Ukraine in Ruhe Ostern feiern können. Die orthodoxen Christen feiern in diesem Jahr eine Woche nach den westlichen Kirchen Ostern.

Gefangenenaustausch

Kurz vor Beginn der Feierlichkeiten tauschten das russische und das ukrainische Militär Hunderte Gefangene aus – jeweils 175 Militärangehörige und 7 Zivilisten. Beide Seiten kündigten an, dass die immer wieder vollzogenen Austausche fortgesetzt werden sollen. Das ukrainische Militär warf Russland vor, am Sonntag mehrere russische Kriegsgefangene an der Front mit Kampfdrohnen angegriffen und verletzt zu haben. Die Angaben konnten nicht unabhängig geprüft werden.

Gespannte Lage an der Front

Die Lage an der Front blieb gespannt. Der ukrainische Generalstab registrierte 2299 Verletzungen der seit Samstag geltenden Waffenruhe. Konkret gab es demnach unter anderem 479 Fälle von Beschuss und rund 1800 Angriffe mit kleineren Drohnen. «Schläge mit Raketen, Gleitbomben und Drohnen vom Typ Shahed gab es nicht», teilte der Generalstab weiter mit. Am Sonntag seien von den Fronten im Osten des Landes 55 Gefechte infolge russischer Angriffe gemeldet worden. Auch dies liess sich nicht unabhängig überprüfen.

Verletzte im Gebiet Charkiw

Auch die ukrainischen Luftstreitkräfte bestätigten, dass es für sie eine Pause von 18 Stunden gegeben habe. Am Morgen habe es allerdings im Gebiet Sumy einen für die Flugabwehr relevanten russischen Drohnenangriff gegeben. Im Gebiet Charkiw im Osten der Ukraine meldeten die Behörden nach einem russischen Drohnenangriff während der Waffenruhe zwei Verletzte in einem Lebensmittelgeschäft.

Ein Feuerwehrmann löscht in Odessa einen Brand in einem Wohnhaus, das durch einen russischen Drohnenangriff zerstört wurde. (Bild: AP)

Das russische Verteidigungsministerium warf seinerseits der Ukraine gezielte Angriffe vor. Die ukrainische Armee habe trotz des Osterfriedens russische Stellungen unter anderem im Raum Pokrowsk im Gebiet Donezk sowie im Gebiet Dnipropetrowsk angegriffen. «Alle Attacken wurden abgewehrt», hiess es. Aus der südrussischen Region Belgorod wurde ein Angriff mit einer ukrainischen Drohne gemeldet, durch die ein Bewohner verletzt wurde.

Selenski scheitert mit Vorschlag zur Verlängerung der Waffenruhe

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski scheiterte mit einem Vorschlag, aus der Waffenruhe einen dauerhaften Waffenstillstand zu machen. Kremlsprecher Dmitri Peskow bekräftige im russischen Staatsfernsehen, dass die Kampfhandlungen nach Ablauf wieder aufgenommen würden, wenn Selenski keine Entscheidung treffe, sich auf die russischen Bedingungen für einen Frieden einzulassen. Die von Moskau geforderte Gebietsabtretung im Donezk-Gebiet als Grundlage für Friedensgespräche lehnt Kiew weiterhin kategorisch ab.

Bei Donezk stehen Peskow nach noch etwa 18 Prozent des Gebiets unter ukrainischer Kontrolle. Die Ukraine kontrolliert dort ihre strategisch wichtigen Städte Kramatorsk und Slowjansk.

Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen einen russischen Angriffskrieg. (dpa)

17:26 Uhr

Sonntag, 12. April

Britischer Ex-Premier Johnson besuchte ukrainische Front

Ex-Premierminister Boris Johnson in der ukrainischen Stadt Orichiw. (Bild: Andriy Andriyenko)

Der britische Ex-Premierminister Boris Johnson hat über einen Besuch bei ukrainischen Streitkräften in Saporischschja berichtet - und ist für seine Reise von Moskau heftig kritisiert worden. Die Sprecherin des russischen Aussenministeriums, Maria Sacharowa, bezeichnete Johnson gar als «Schurke».

Details zu seinem Besuch in der Region der umkämpften ukrainischen Grossstadt schilderte Johnson ausführlich in einem am Freitag erschienenen Artikel für die «Daily Mail». Auch eine Dokumentation soll den Angaben nach demnächst erscheinen. Von den Ukrainern veröffentlichten Bildern zufolge war Johnson bereits Ende Februar in der Ukraine. (dpa)

11:45 Uhr

Sonntag, 12. April

Selenski würdigt zu Ostern Standhaftigkeit der Ukrainer

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat in seiner Osterbotschaft den Mut und die Standhaftigkeit seiner Landsleute im inzwischen fünften Jahr des russischen Angriffskrieges gewürdigt. Das Land habe gerade den schwersten Winter seiner Geschichte überstanden, sagte Selenski mit Blick auf die heftigen russischen Angriffe auf ukrainische Energieanlagen.

Die Ukraine verteidige sich unerschütterlich. «Damit auf das fünfte Osterfest in Kriegszeiten das erste friedliche Osterfest folgt. In unserem ganzen Land, für alle unsere Menschen», sagte Selenski, der mit seiner Frau Olena in der Sophienkathedrale in Kiew auftrat. Die orthodoxen Christen feiern in diesem Jahr eine Woche nach den westlichen Kirchen Ostern.

«Wir vertrauen nicht nur auf die himmlischen Mächte, sondern auch auf unsere Sicherheits- und Verteidigungskräfte», sagte Selenski. Das Land hoffe auf die Treffsicherheit seiner Waffen. Der Präsident appellierte im fünften Kriegsjahr auch an den Zusammenhalt der Ukrainer.

Dagegen ging Kremlchef Wladimir Putin in seinen Glückwünschen zum Osterfest kaum auf den Krieg ein. Der russische Präsident würdigte aber die Rolle auch der russisch-orthodoxen Kirche bei der Unterstützung der Teilnehmer an der «militärischen Spezialoperation» in der Ukraine, wie er seine Invasion offiziell nennt.

Putin feierte in der Erlöser-Kathedrale in Moskau bei einem nächtlichen Gottesdienst Ostern mit einer Kerze in der Hand. Er hatte eine Waffenruhe in seinem Krieg angeordnet, damit die Christen in Russland und in der Ukraine Ostern festlich begehen können. Die Kriegsparteien warfen sich massenhafte Verstösse gegen die Waffenruhe vor. (dpa)

22:37 Uhr

Samstag, 11. April

Ukraine beklagt tausende Verstösse gegen Osterwaffenruhe

Die Ukraine hat Russland tausende Verstösse gegen die von Kremlchef Wladimir Putin selbst angeordnete Waffenruhe zum orthodoxen Osterfest vorgeworfen. Der ukrainische Generalstab in Kiew teilte am Abend mit, dass er 2299 Verletzungen der Waffenruhe registriert habe. Es habe nicht nur rund 1800 Angriffe mit Drohnen gegeben, sondern auch 479 Fälle von Beschuss und 22 Erstürmungen. Eine offizielle Aufkündigung der Waffenruhe, die 32 Stunden lang bis Sonntagabend gelten soll, gab es aber demnach nicht.

Eine russische Reaktion auf die ukrainischen Vorwürfe lag zunächst nicht vor. Die Stadtverwaltung in der von Russland kontrollierten Stadt Nowa Kachowka im südukrainischen Gebiet Cherson beklagte allerdings bereits kurz nach Beginn der Waffenruhe Drohnenangriffe und mindestens einen Verletzten.

Putin hatte die Waffenruhe angeordnet, damit die Menschen in Russland und in der Ukraine das orthodoxe Osterfest feiern können. Der Kreml sprach von einer humanitären Geste.

Die Ukraine und Russland hatten jeweils angekündigt, auf Beschuss des Gegners zu reagieren. Von solchen Reaktionen war aber in den offiziellen Mitteilungen zunächst keine Rede. Bereits in der Vergangenheit hatten sich die Kriegsparteien bei zeitlich begrenzten Feuerpausen immer wieder massenhafte Verstösse gegen die Vereinbarungen vorgeworfen. (dpa)

15:59 Uhr

Samstag, 11. April

Hunderte Gefangene vor orthodoxem Osterfest in Freiheit

Russland und die Ukraine liessen jeweils 175 Kriegsgefangene frei. «Zudem wurden sieben Bürger der Russischen Föderation zurückgebracht, die vom Kiewer Regime unrechtmässig festgehalten wurden», teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Es handele sich um Einwohner der Region Kursk. Das Ministerium dankte auch den Vereinigten Arabischen Emiraten für die Vermittlung des Gefangenenaustauschs.

Selenski bestätigte wenig später die Aktion. «175 Soldaten. Soldaten der Streitkräfte, Angehörige der Nationalgarde, Grenzschutzbeamte. Soldaten, Unteroffiziere und Offiziere. Und sieben Zivilisten», teilte er bei Telegram mit. Nach Angaben des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR sind 25 Offiziere unter den Rückkehrern, deren Freilassung Russland seit Jahren abgelehnt habe. Die Freigelassenen seien 22 bis 63 Jahre alt.

«Unsere Soldaten haben die Ukraine an verschiedenen Fronten verteidigt: in Mariupol, am Tschernobyl-Kraftwerk, in den Gebieten Donezk, Luhansk, Charkiw, Cherson, Saporischschja, Sumy, Kiew und Kursk», sagte Selenski. «Unter ihnen sind Verwundete. Die meisten waren seit 2022 in Gefangenschaft. Und endlich – zu Hause.» (dpa)

15:02 Uhr

Samstag, 11. April

Osterwaffenruhe im Ukraine-Krieg beginnt

Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ist eine kurzzeitige Waffenruhe anlässlich des orthodoxen Osterfests offiziell in Kraft getreten. Der russische Präsident Wladimir Putin setzte sie für insgesamt 32 Stunden an - und zwar von Samstagnachmittag 16.00 Uhr Ortszeit (15.00 Uhr MESZ) bis Mitternacht am Sonntag (23.00 Uhr MESZ). Der Kreml sprach von einer humanitären Geste, weil der Feiertag sowohl für die Menschen in Russland als auch in der Ukraine eine zentrale Bedeutung habe.

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hatte selbst mehrfach eine solche Osterwaffenruhe vorgeschlagen und stimmte nach Putins Ankündigung am Donnerstagabend auch prompt zu. Allerdings kündigten beiden Seiten an, auf mögliche Verstösse gegen die Waffenruhe antworten zu wollen. Bei den zeitlich begrenzten Feuerpausen in der Vergangenheit hatten sich beide Seiten stets zahlreiche Verstösse vorgeworfen.

Vor Beginn der Waffenruhe überzogen sich Russland und die Ukraine erneut gegenseitig mit Drohnenangriffen. Dabei gab es in der Ukraine Tote und Verletzte sowie schwere Schäden an der zivilen Infrastruktur. In Russland geriet eine Anlage der Ölindustrie in Brand. (dpa)

13:14 Uhr

Samstag, 11. April

Ukraine: Tote und Verletzte vor Osterwaffenruhe

Vor der angekündigten Waffenruhe für das orthodoxe Osterfest haben Russland und die Ukraine ihre Drohnenangriffe fortgesetzt. In Odessa am Schwarzen Meer wurden ukrainischen Behörden zufolge mindestens zwei Menschen getötet. Bei den Toten handele es sich um eine 38 Jahre alte Frau und einen 32 Jahre alten Mann, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Es habe auch Verletzte, Schäden an zahlreichen Wohnhäusern und an einem Kindergarten gegeben, teilte die Verwaltung der Stadt mit. Die Stadt Sumy im Nordosten der Ukraine meldete nach russischen Angriffen mindestens 17 Verletzte sowie ebenfalls Schäden an Wohnhäusern, einem Kindergarten und zahlreichen Autos. Die ukrainische Flugabwehr meldete insgesamt 160 russische Drohnenangriffe.

Das russische Verteidigungsministerium sprach am Morgen von 99 abgeschossenen ukrainischen Drohnen. Die Behörden in der südrussischen Region Krasnodar teilten mit, dass Trümmer einer abgeschossenen Drohne einen Brand auf dem Gelände einer Anlage der Ölindustrie in der Stadt Krymsk ausgelöst hätten. Das Feuer sei gelöscht worden, hiess es. (dpa)

13:10 Uhr

Samstag, 11. April

Ukrainischer Geheimdienst mahnt zur Vorsicht

Der ukrainische Geheimdienst SBU warnte die Menschen davor, den Ankündigungen Putins zu vertrauen und mahnte zur Achtsamkeit. «Trotz der Erklärungen des Aggressorstaates über eine sogenannte Waffenruhe geben die feindlichen Geheimdienste ihre Pläne nicht auf, arbeiten weiterhin gegen die Ukraine und greifen auf informationspsychologische Spezialoperationen, Provokationen, Terroranschläge und Sabotageakte zurück», hiess es in einer in Kiew veröffentlichten Mitteilung des SBU. Der Geheimdienst gab an, dass russische Agenten gezielt Konflikte zwischen Vertretern verschiedener Konfessionen und Religionsgemeinschaften schüren wollten. Und es gebe Versuche des Feindes, «Ukrainer für die Vorbereitung von Terroranschlägen und die Steuerung von Luftangriffen auf die zivile Infrastruktur unseres Staates zu rekrutieren», hiess es.

Der SBU rief die Menschen vor dem Osterfest auf, verdächtige Personen und Gegenstände oder Auffälligkeiten zu melden und besonders beim Besuch von Grossveranstaltungen wachsam zu sein. Wichtig sei zudem, den Luftalarm bei Angriffen nicht zu ignorieren, bei Gefahr Schutzräume aufzusuchen und sich an die Ausgangssperre zu halten. (dpa)

13:08 Uhr

Samstag, 11. April

Moskau will Kampfhandlungen Montag wieder aufnehmen

Kremlsprecher Dmitri Peskow hat betont, dass die Kampfhandlungen nach Ablauf um Mitternacht am Sonntag wieder aufgenommen würden, wenn Selenski keine Entscheidung treffe, sich auf die russischen Bedingungen für einen Frieden einzulassen. Peskow sagte, dass Russland Frieden und keine Waffenruhe wolle. Er meint damit, dass Kiew seine Truppen aus dem ostukrainischen Gebiet Donbass abziehen soll. Moskau kontrolliert bisher den grössten Teil des Gebiets, verlangt aber für ein Kriegsende auch die letzten Kilometer inklusive der für Kiew strategisch wichtigen Städte Kramatorsk und Slowjansk. Selenski lehnt solche Gebietsabtretungen als Geschenk an die russischen Besatzer kategorisch ab. (dpa)

13:06 Uhr

Samstag, 11. April

Oster-Waffenruhe im Ukraine-Krieg für 32 Stunden geplant

Russland und die Ukraine wollen zum orthodoxen Osterfest an diesem Wochenende in ihrem Krieg die Waffen schweigen lassen. Ab heute Nachmittag (16.00 Uhr Ortszeit, 15.00 Uhr MESZ) soll für 32 Stunden eine vom russischen Präsidenten Wladimir Putin angeordnete Waffenruhe gelten. Der Kreml sprach von einer humanitären Geste, weil der Feiertag sowohl für die Menschen in Russland als auch in der Ukraine eine zentrale Bedeutung habe. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hatte selbst mehrfach eine solche Osterwaffenruhe vorgeschlagen und stimmte nach Putins Ankündigung am Donnerstagabend auch prompt zu. Allerdings kündigten beiden Seiten an, auf mögliche Verstösse gegen die Waffenruhe antworten zu wollen. (dpa)

10:44 Uhr

Freitag, 10. April

Selenski fordert Wiederherstellung von Öl-Sanktionen gegen Russland

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat eine volle Wiederherstellung der US-Sanktionen gegen Russlands Ölsektor gefordert. Jegliche Lockerung würde nur Moskaus Kriegsführung gegen sein Land erleichtern, warnte Selenski in Gesprächen mit Journalisten, aus denen er Auszüge auf der Plattform X veröffentlichte.

Die USA haben Sanktionen gegen russisches Öl gelockert, um die wegen des Iran-Kriegs gestiegenen Preise auf dem Weltmarkt zu stabilisieren. Die befristete Ausnahmeregelung läuft am Samstag um Mitternacht Washingtoner Zeit aus. Der Iran blockiert allerdings immer noch die Durchfahrt von Öltankern durch die Strasse von Hormus. (dpa)

06:03 Uhr

Freitag, 10. April

Selenski bestätigt Oster-Waffenruhe

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat die von Kremlchef Wladimir Putin angekündigte Waffenruhe im Ukraine-Krieg anlässlich des orthodoxen Osterfests bestätigt. «Wir haben eine Waffenruhe über die Osterfeiertage in diesem Jahr vorgeschlagen und werden entsprechend handeln», schrieb er in sozialen Medien. Die Menschen bräuchten ein Osterfest ohne Bedrohungen und echte Bewegung zum Frieden, und Russland habe die Chance, auch nach Ostern nicht zu Angriffen zurückzukehren.

Zuvor hatte Putin eine Waffenruhe von Samstagnachmittag über den gesamten Sonntag angekündigt. Selenski hatte seit Ende März mehrfach eine Waffenruhe über Ostern vorgeschlagen. Die orthodoxen Christen in der Ukraine feiern wie in Russland Ostern erst am kommenden Sonntag (12. April). (dpa)

21:48 Uhr

Donnerstag, 9. April

Putin kündigt Oster-Waffenruhe für die Ukraine an

Der russische Präsident Wladimir Putin hat für die Ukraine eine Waffenruhe anlässlich des orthodoxen Osterfestes angekündigt. Die Feuerpause werde am Samstagnachmittag beginnen und bis Sonntagabend dauern, teilte der Kreml am Donnerstag mit. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hatte in dieser Woche vorgeschlagen, die Angriffe auf die Energieinfrastruktur des jeweils anderen Landes über das orthodoxe Osterfest auszusetzen.

Putin kündigt Oster-Waffenruhe für die Ukraine an (Bild: AP)

In Putins Dekret, das vom Kreml veröffentlicht wurde, werden die russischen Streitkräfte angewiesen, eine Waffenruhe von Samstag 16 Uhr (Ortszeit) bis Ablauf des Sonntags einzuhalten. Frühere Versuche, eine Waffenruhe zu erreichen, blieben weitgehend wirkungslos. Putin hatte im vergangenen Jahr zu Ostern einseitig eine 30-stündige Waffenruhe ausgerufen, doch beide Seiten beschuldigten sich gegenseitig, diese gebrochen zu haben. (dpa)

12:47 Uhr

Mittwoch, 8. April

Nach Iran-Vereinbarung: Selenski erneuert Angebot für Waffenruhe

Vor dem Hintergrund einer vereinbarten zweiwöchigen Waffenruhe im Iran-Krieg hat der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski sein Angebot für eine Feuerpause an Russland erneuert. «Wir sind bereit, spiegelbildlich zu antworten, wenn die Russen ihre Angriffe einstellen», schrieb er auf sozialen Netzwerken. Eine Waffenruhe könne die Voraussetzungen für eine Übereinkunft über ein Ende des Krieges schaffen. Gleichzeitig sprach er seine Unterstützung für die Waffenruhe im Iran-Krieg aus.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen eine russische Invasion. Trotz US-amerikanischer Vermittlungsbemühungen haben sich Moskau und Kiew seit über einem Jahr nicht auf ein Kriegsende einigen können. (dpa)

09:16 Uhr

Mittwoch, 8. April

Tote in der Ukraine bei russischen Drohnenangriffen

Bei russischen Angriffen sind mindestens zwei Menschen in der Ukraine getötet worden. Im nordostukrainischen Gebiet Sumy kam Militärgouverneur Oleh Hryhorow zufolge ein 42-Jähriger in der Gemeinde Romny ums Leben. Russlands Militär habe ein Wohnhaus getroffen, vermutlich mit einer Drohne, schrieb Hryhorow bei Telegram. Die Familie des Mannes sei verletzt worden.

Im Kreis Saporischschja im Südosten des Landes griff Russlands Armee laut Gouverneur Iwan Fedorow mit Gleitbomben an. Mehrere Wohnhäuser und andere Gebäude sind demnach im Dorf Balabyne zerstört worden. Unter den Trümmern eines der Häuser sei die Leiche einer Person gefunden worden, schrieb Fedorow. Eine 47-Jährige sei bei einem Angriff auf die Stadt Saporischschja verletzt worden.

Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen eine grossangelegte russische Invasion. (dpa)

22:05 Uhr

Dienstag, 7. April

Selenski: Kiewer Militär redet bei Strasse von Hormus mit

Ukrainische Soldaten sind nach Angaben von Präsident Wolodimir Selenski an Beratungen über die Wiederherstellung einer freien Schifffahrt in der Strasse von Hormus beteiligt. «Sichere Seeschifffahrt ist ein globales Gut – das wissen wir aus unserer Erfahrung mit der Verteidigung des Schwarzen Meeres», sagte Selenski in seiner abendlichen Videobotschaft aus Kiew.

Er äusserte sich nicht dazu, wo und in welchem Format ukrainische Militärs beteiligt sind, um die vom Iran blockierte Ölexportroute am Persischen Golf wieder freizubekommen. US-Präsident Donald Trump droht Teheran mit Angriffen auf Kraftwerke und Brücken, sollte die Strasse von Hormus nicht freigegeben werden.

Selenski verwies auf die rasche Hilfe der Ukraine mit ihrer erfahrenen Drohnenabwehr für die Golfstaaten, die vom Iran beschossen worden sind. «Die Ukraine exportiert Sicherheit und erhält das, was für ihre innere Stabilität und sichere Energieversorgung notwendig ist», sagte er. Der Kiewer Präsident hat in den vergangenen Tagen mit Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten Verteidigungskooperationen vereinbart; die Ukraine bekommt auch Treibstoff.

Das Land wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion. Es hat dabei Abwehrtechniken gegen russische Luftangriffe entwickelt, bei denen Hunderte Drohnen ursprünglich iranischer Bauart eingesetzt werden. Der Iran attackiert mit solchen Drohnen die Staaten am Golf als Vergeltung für Luftangriffe der USA und Israels. (dpa)

16:24 Uhr

Dienstag, 7. April

US-Vize Vance unterstützt Orban im Ungarn-Wahlkampf

US-Vizepräsident JD Vance hat den ungarischen Regierungschef Viktor Orbán kurz vor der Parlamentswahl demonstrativ unterstützt und ihn bei einem Besuch in Budapest als «weisen Staatsmann» gelobt. Er betonte die enge Zusammenarbeit zwischen Orbán und US-Präsident Donald Trump und stellte Orbán als wichtigen Partner etwa bei möglichen Friedensbemühungen im Ukraine-Krieg dar.

Vance rief die ungarischen Wähler indirekt zur Unterstützung Orbáns auf und erklärte, dieser setze sich entschieden für die Interessen seines Landes ein. Gleichzeitig versicherte er, die USA würden grundsätzlich mit jedem Wahlsieger zusammenarbeiten, zeigte sich aber überzeugt, dass Orbán die Wahl gewinnen werde.

Dabei steht Orbán laut Umfragen unter Druck: Die Tisza-Partei seines Herausforderers Peter Magyar liegt derzeit vor Orbáns Fidesz-Partei. In der Europäischen Union ist Orbán wegen des Abbaus von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sowie seiner Nähe zu Russland umstritten.

Vance nutzte seinen Besuch auch für scharfe Kritik an der EU, die er beschuldigte, Ungarn wirtschaftlich zu benachteiligen und politisch unter Druck zu setzen. Orbán wiederum bot an, einen möglichen Friedensgipfel zum Ukraine-Krieg in Budapest auszurichten. Experten gehen jedoch davon aus, dass der Besuch des US-Vizepräsidenten den Ausgang der Wahl kaum beeinflussen wird. (dpa)

15:39 Uhr

Dienstag, 7. April

Tote durch russischen Artilleriebeschuss von Cherson

In der südukrainischen Grossstadt Cherson sind mindestens vier Menschen durch russischen Artilleriebeschuss getötet worden. Fünf weitere seien durch russische Gleitbomben verletzt worden, teilte der Chef der Militärverwaltung von Cherson, Jaroslaw Schanko, bei Telegram mit. Es habe Schäden an Busoberleitungen gegeben. Er warnte zugleich vor dem Abwurf von Sprengsätzen.

Der Fluss Dnipro stellt bei Cherson die Frontlinie dar und trennt russische von ukrainischen Truppen. Von der Vorkriegsbevölkerung von knapp 280'000 Menschen sind nach Angaben von Schanko rund 65'000 weiter in der Stadt. (dpa)

07:42 Uhr

Dienstag, 7. April

Russland gewinnt Milliarden durch Hormus-Blockade

Russland erzielt nach Berechnungen der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer durch die faktische Sperrung der Strasse von Hormus mit seinen Rohstoffexporten hohe zusätzliche Milliardeneinnahmen. Die Gewinne Russlands beim Export von Öl, Gas und Dünger beliefen sich auf monatlich mehr als zehn Milliarden Euro, teilte die Kammer mit. «Russland ist damit der grosse Gewinner des neuen Krieges im Nahen Osten», sagt Matthias Schepp, der Vorstandsvorsitzende der Kammer, der Deutschen Presse-Agentur. (dpa)

07:38 Uhr

Dienstag, 7. April

Tote und Verletzte durch Sprengkörper und russischen Beschuss

Im nordostukrainischen Gebiet Sumy sind mindestens zwei Zivilisten durch explosive Gegenstände getötet worden. Einer Mitteilung des Militärgouverneurs Oleh Hryhorow bei Telegram zufolge wurden ein Mann und eine Frau in der Gemeinde Swessa beim Löschen von brennendem Gras durch die Explosion eines Sprengkörpers tödlich verletzt. Ebenso in Swessa seien zwei weitere Männer bei der Fahrt mit einem Traktor auf einen explodierenden Sprengkörper geraten. Beide mussten demnach mit Splitterverletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Hryhorow warnte vor Sprengkörpern, die von russischen Drohnen abgeworfen werden. Die Gemeinde Swessa liegt nur etwa zehn Kilometer von der russischen Grenze entfernt.

Zuvor wurde in der ostukrainischen Stadt Slowjansk mindestens ein Mensch durch russischen Raketenwerferbeschuss getötet. Fünf weitere wurden nach Angaben des Militärgouverneurs der Region Donezk, Wadym Filaschkin, verletzt. Russische Truppen sind nur noch gut 20 Kilometer von der Stadt entfernt. Von der Vorkriegsbevölkerung von über 100.000 Menschen harren nur noch rund 40 Prozent in Slowjansk aus. (dpa)

14:49 Uhr

Montag, 6. April

Mindestens vier Tote bei russischen Angriffen auf die Ukraine

Bei einem russischen Drohnenangriff auf die südukrainische Hafenstadt Odessa sind nach Behördenangaben zwei Frauen und ein zweijähriges Kleinkind getötet worden. Elf weitere Menschen seien verletzt ins Krankenhaus gebracht worden, unter ihnen eine schwangere Frau und ein Säugling, teilte Präsident Wolodymyr Selenski am Montag auf der Plattform X mit.

In der südlichen Stadt Cherson wurde bei russischem Beschuss eine ältere Frau getötet, wie Gouverneur Olexander Prokudin mitteilte. Drei weitere Frauen im Alter von 44, 79 und 86 Jahren seien verletzt ins Krankenhaus gebracht worden.

Selenski erklärte, Russland habe auch das ukrainische Stromnetz angegriffen. In der Nacht sei Energieinfrastruktur in den Regionen Tschernihiw, Sumy, Charkiw und Dnipro attackiert worden. In der nördlichen Region Tschernihiw waren nach Angaben des regionalen Energieversorgers mehr als 300'000 Haushalte ohne Strom, nachdem Verteilanlagen beschädigt worden seien. (dpa)

09:48 Uhr

Montag, 6. April

Tote und Verletzte in Odessa nach russischen Angriffen

Bei neuen schweren russischen Drohnenangriffen auf die südukrainische Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer sind mindestens drei Menschen getötet worden. 15 Bewohner, unter ihnen eine Schwangere und zwei Kinder, seien verletzt worden, teilte Militärgouverneur Oleh Kiper bei Telegram mit. Demnach traf eine Drohne ein mehrgeschossiges Wohnhaus. Bei den Toten handele es sich um eine 30 Jahre alte Frau und ihre zweieinhalb Jahre alte Tochter sowie um eine 53 Jahre alte Frau. Kiper berichtete von Bränden und erheblichen Zerstörungen.

«Getroffen wurden Wohnhäuser, kritische Infrastruktur und Verwaltungsgebäude», sagte Kiper. «Die Rettungsarbeiten dauern an, unter den Trümmern könnten sich noch Menschen befinden.» Hundeführer und Psychologen seien im Einsatz. «Die Strafverfolgungsbehörden dokumentieren die jüngsten Kriegsverbrechen des Aggressorstaates gegen die Zivilbevölkerung», sagte er.

Die ukrainische Luftverteidigung meldete 141 russische Drohnenangriffe, von denen 114 abgewehrt worden seien. Im Gebiet Tschernihiw im Norden der Ukraine waren nach russischen Angriffen auf die Energieinfrastruktur laut Behörden rund 340.000 Kunden ohne Strom.

Russland meldet Verletzte nach ukrainischen Angriffen

In der russischen Stadt Noworossijsk am Schwarzen Meer seien acht Menschen verletzt worden infolge ukrainischer Drohnenattacken, sagte der Gouverneur des Gebiets Krasnodar, Weniamin Kondratjew. Unter den Verletzten seien zwei Kinder. Es seien sechs Wohnhäuser beschädigt worden. Trümmer von abgeschossenen Drohnen seien auf dem Gelände mehrerer Betriebe gefunden worden.

Getroffen worden sein soll laut Berichten in den sozialen Netzwerken das Ölterminal «Schescharis» des Konzerns Transneft. Von dort aus exportiert Russland auch Öl. Die Ukraine hatte die Anlage bereits im März getroffen, wie das Verteidigungsministerium in Kiew mitgeteilt hatte. Mit den Angriffen auf die Ölindustrie will die Ukraine Russlands Kriegsindustrie schwächen, die massgeblich aus den Einnahmen aus dem Energieexport finanziert wird.

Die Ukraine verteidigt sich im fünften Jahr gegen den russischen Angriffskrieg. In ihrem Abwehrkampf greift sie immer wieder Ziele in Russland an. (dpa)

06:17 Uhr

Montag, 6. April

Wolodimir Selenski trifft in Syrien den syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa

Der ukrainische Staatschef Wolodimir Selenski hat nach Gesprächen in der Türkei nun in Damaskus den syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa getroffen. «Es gibt ein grosses Interesse, die Erfahrungen im militärischen und Sicherheitsbereich auszutauschen», sagte Wolodimir Selenski, der von einer grossen ukrainischen Delegation begleitet wurde. Beide Seiten hätten vereinbart, für die Entwicklung ihrer Gesellschaften zusammenzuarbeiten, sagte der Ukrainer.

Gesprochen worden sei auch über die Ukraine als verlässlicher Lieferant von Lebensmittelprodukten, sagte Wolodimir Selenski. «Wir setzen unsere aktive ukrainische Diplomatie im Interesse echter Sicherheit und wirtschaftlicher Zusammenarbeit fort», teilte er in den sozialen Netzwerken mit. «Jedes Volk, jede Region verdient ein Leben in Frieden», sagte er angesichts der langjährigen Kriegserfahrungen Syriens. (dpa)

Der ukrainische Staatschef Wolodimir Selenski hat nach Gesprächen in der Türkei nun in Damaskus den syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa getroffen. (Bild: Epa)

10:16 Uhr

Sonntag, 5. April

Ukraine setzt russische Ölanlagen in Brand

Die Ukraine hat bei neuen Drohnenangriffen auf Anlagen der russischen Ölindustrie mehrere Objekte in Brand gesetzt. Im Gebiet Nischni Nowgorod berichtete Gouverneur Gleb Nikitin bei Telegram, es seien 30 ukrainische Drohnenschläge abgewehrt worden. Herabfallende Trümmer hätten Feuer in zwei Objekten des Ölkonzerns Lukoil ausgelöst. Es seien auch Wohnhäuser und ein Heizkraftwerk beschädigt worden. Demnach kam es auch zu Stromausfällen. Verletzte gebe es nach vorläufigen Angaben nicht.

Das Gebiet Leningrad war wie zuletzt schon mehrfach der Hafen Primorsk Ziel ukrainischer Angriffe, wie Gouverneur Alexander Drosdenko bei Telegram mitteilte. Dort sei es an einer Ölleitung zu einem «ungefährlichen Brand» gekommen.

Insgesamt seien 19 ukrainische Drohnenangriffe abgewehrt worden. Das Verteidigungsministerium in Moskau meldete, dass die Flugabwehr in der Nacht insgesamt 87 ukrainische Drohnen über russischen Zielen zerstört habe. (dpa)

16:33 Uhr

Samstag, 4. April

Tote bei ukrainischem Drohnenangriff im Gebiet Luhansk

Im russisch besetzten Teil des ostukrainischen Gebiets Luhansk sind bei einem Drohnenangriff nach russischen Angaben mindestens drei Zivilisten getötet worden. Im etwa 45 Kilometer von der Frontlinie entfernten Dorf Mychajliwka im Landkreis Kreminna seien Wohnhäuser angegriffen worden, teilte der von Moskau eingesetzte Verwaltungschef Leonid Passetschnik bei Telegram mit. Ukrainische Drohnenangriffe hat es demnach auch in anderen Landkreisen des Gebiets gegeben. Unter anderem sei die Eisenbahninfrastruktur Ziel gewesen.

Der ukrainische Generalstab in Kiew bestätigte Drohneneinsätze im Gebiet Luhansk gegen mehrere Züge mit Treibstofflieferungen für die russische Armee. Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion. (dpa)

14:04 Uhr

Samstag, 4. April

Selenski für Gespräche mit Erdogan in Istanbul

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski ist für Gespräche mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Istanbul eingetroffen. Bei dem Treffen, das für den Nachmittag geplant war, werde es auch um die Bemühungen um einen dauerhaften Frieden in der Ukraine gehen, teilte das Erdogans Büro mit. Selenski gab seinen Aufenthalt nach seiner Anreise auf der Plattform X bekannt und postete ein Video von seiner Ankunft am Flughafen. «Wir arbeiten daran, unsere Partnerschaft zu stärken, um echten Schutz des Lebens der Menschen zu gewährleisten, Stabilität zu fördern und Sicherheit in Europa sowie im Nahen Osten zu garantieren», schrieb er dazu.

Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs war er vor rund einer Woche in mehreren Ländern in der Region und verkündete Vereinbarungen. Die Ukraine bietet den Staaten im Nahen Osten und den Golfmonarchien seit Beginn des Kriegs Hilfe bei der Abwehr iranischer Drohnen an. (dpa)

11:35 Uhr

Samstag, 4. April

Mindestens fünf Tote bei Drohnenangriff in Südostukraine

Im südostukrainischen Gebiet Dnipropetrowsk sind mindestens fünf Menschen bei einem russischen Angriff mit mehreren Drohnen getötet worden. Gouverneur Olexander Hanscha zufolge wurden 19 Menschen bei der Attacke auf die Stadt Nikopol verletzt, darunter ein 14 Jahre altes Mädchen. Ums Leben kamen demnach drei Frauen und zwei Männer. (dpa)

10:40 Uhr

Samstag, 4. April

Ukraine: Tote und Verletzte nach Angriffen mit Drohnen und Gleitbomben

In der nordostukrainischen Stadt Sumy sind bei russischen Drohnenangriffen mindestens elf Menschen verletzt worden. Darunter sei auch eine 15-jährige Person, teilte die Polizei mit. In Kramatorsk in der Ostukraine wurden bei einem Angriff mit Gleitbomben am frühen Abend der regionalen Staatsanwaltschaft zufolge vier Menschen getötet, darunter ein 16-Jähriger. Zwei weitere seien verletzt worden. In der Hauptstadt Kiew brach laut Bürgermeister Vitali Klitschko durch herabfallende Drohnentrümmer ein Feuer im obersten Stock eines Bürogebäudes aus.

Russland attackierte die Ukraine nach Angaben der Luftstreitkräfte in der Nacht mit 286 Kampfdrohnen, von denen 260 abgewehrt worden seien. Elf Einschläge gab es demnach aber. Auch russische Behörden meldeten ukrainische Angriffe. In der für die russische Drohnenkriegsführung wichtigen Stadt Taganrog im Süden Russlands wurden nach Angaben von Gouverneur Juri Sljussar ein Mensch getötet und vier weitere verletzt. (dpa)

20:30 Uhr

Freitag, 3. April

Selenski: Lage an der Front hat sich stabilisiert

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski sieht sein Land im Abwehrkampf gegen Russland wieder besser positioniert. Die Lage an der Front habe sich stabilisiert, erklärte er bereits am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. «Am Mittwoch habe ich einen Bericht von unserem Geheimdienst und eine Analyse des britischen Geheimdienstes erhalten», erklärte er. Der britische Auslandsgeheimdienst MI6 gehe davon aus, dass die Ukraine sich derzeit in der besten Lage seit zehn Monaten befinde.

Sein Land habe Unterhändler der USA nach Kiew eingeladen. Dies sei Teil der Diskussionen über Sicherheitsgarantien für die Ukraine und die Rahmenbedingungen für ein Ende des Krieges. (dpa)

16:49 Uhr

Freitag, 3. April

Tote und Verletzte bei russischen Angriffen auf die Ukraine

Bei russischen Angriffen sind in der Ukraine an Karfreitag nach Behördenangaben mehrere Menschen getötet worden. Fast 500 Drohnen und Raketen habe Russland dabei eingesetzt, hiess es. Mykola Kalaschnyk, der Leiter der regionalen Militärverwaltung in der Hauptstadtregion Kiew, sprach in einem Telegram-Beitrag am Freitagmorgen von einer «massiven russischen Raketen- und Drohnenattacke». Laut Kalaschnyk gab es in drei Kiewer Satellitenstädten - Butscha, Fastiw und Obuchiw - mindestens ein Todesopfer und acht Verletzte.

Der ukrainische Militärverwalter in der Region Donezk, Wadim Filaschkin, berichtete, das russische Militär habe am Freitagmittag fünf Bomben über der Stadt Kramatorsk abgeworfen. Dabei seien mindestens zwei Menschen getötet und drei weitere verletzt worden.

Aus der nördlichen Region Sumy meldete Gouverneur Oleh Hryhorow ein Todesopfer beim Einschlag einer russischen Lenkbombe in einem Wohnblock. Auch die Behörden in den Regionen Cherson, Schytomyr und Charkiw meldeten Opfer.

In der Stadt Cherson wurden bei einem Drohnenangriff auf einen Linienbus der Fahrer und mindestens acht Passagiere verletzt. Aus der zweitgrössten Stadt Charkiw meldeten die Behörden durchgehende Angriffe zwischen Donnerstag und Karfreitag mit vielen Verletzten. Eine 29-jährige Frau und ein Mann seien ihren Verletzungen im Krankenhaus erlegen, teilte Gouverneur Oleh Synjehubow bei Telegram mit.

Aussenminister Andrij Sybiha schrieb auf der Plattform X, «fast ein halbes Tausend Drohnen und Marschflugkörper» seien in der Nacht auf die Ukraine abgefeuert worden. «So reagiert Moskau auf die ukrainischen Vorschläge für eine Osterwaffenruhe – mit brutalen Angriffen.» (dpa)

13:09 Uhr

Freitag, 3. April

Ölverschmutzung: Schweden durchsucht Ostsee-Tanker

Die schwedische Küstenwache hat einen mutmasslich zur russischen Schattenflotten gehörenden Tanker durchsucht. Die Besatzung steht im Verdacht, für eine grossflächige Mineralölverschmutzung in der Ostsee östlich von Gotland verantwortlich zu sein. Bei der Untersuchung habe sich herausgestellt, dass der Tanker, die «Flora 1», auf der Sanktionsliste der Europäischen Union stehe, teilte die Küstenwache mit. Der Flaggenstatus sei unklar. Die «Flora 1» wurde den Angaben zufolge an einen Ankerplatz vor Ystad gebracht. Das Schiff sei von einem finnischen Hafen mit unklarem Ziel unterwegs gewesen. Die schwedische Staatsanwaltschaft leitete eine Voruntersuchung ein. Mit Schiffen der sogenannten Schattenflotte versucht Russland, die von den westlichen Alliierten im Verlauf des Ukraine-Krieges verhängten Sanktionen zu umgehen. Meist sind es ältere Tanker, bei denen ein höheres Risiko für Umweltverschmutzungen unter anderem durch undichte Öltanks besteht. (dpa)

13:07 Uhr

Freitag, 3. April

Selenski: Ukraine will bei Öffnung der Strasse von Hormus helfen

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat die Unterstützung seines Landes bei der Sicherung der Schifffahrt durch die Strasse von Hormus angeboten. Selenski verwies auf die Erfahrung der ukrainischen Streitkräfte, trotz russischer Angriffe Schifffahrtsrouten auf dem Schwarzen Meer offen zu halten. «Wenn wir dazu aufgefordert werden, werden wir helfen», sagte Selenski, ohne näher darauf einzugehen, was diese Hilfe beinhalten könnte. «Die Meerenge muss wieder befahrbar gemacht werden.» Selenski hatte den Golfstaaten auch Hilfe bei der Abwehr iranischer Drohnen angeboten, mit denen die Ukraine aus dem Krieg mit Russland bereits Erfahrung hat. Vertreter der Ukraine sind bereits in die Region gereist, um als Berater zu fungieren. (dpa)

10:17 Uhr

Freitag, 3. April

Ukrainische Grossstadt Charkiw unter Dauerbeschuss

Die ostukrainische Grossstadt Charkiw nahe der Grenze zu Russland wird nach Behördenangaben seit mehr als einem Tag von ständigen russischen Luftangriffen überzogen. In der Nacht auf Freitag habe es vier Raketenangriffe gegeben, schrieb der Militärgouverneur des Gebietes Charkiw, Oleh Synjehubow, auf Telegram. Auch Drohnen wurden eingesetzt. Die Polizei berichtete morgens von fünf Verletzten und Schäden an Wohnhäusern und Bürogebäuden. Karfreitag ist nach Zählung des ukrainischen Generalstabs der 1500. Tag der gross angelegten russischen Invasion. Kremlchef Wladimir Putin hatte seine Truppen am 24. Februar 2022 in das Nachbarland einmarschieren lassen. (dpa)

14:52 Uhr

Donnerstag, 2. April

Moskau: Achteinhalb Jahre Haft für deutschen Karnevalisten

Ein Gericht in Moskau hat den deutschen Bildhauer Jacques Tilly in Abwesenheit zu acht Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Tilly habe sich der Verletzung religiöser Gefühle und der Verbreitung von Falschnachrichten über die russischen Streitkräfte schuldig gemacht, urteilte Richter Konstantin Otschirow in dem umstrittenen Strafverfahren. Ausserdem soll Tilly eine Geldstrafe von umgerechnet rund 2000 Euro zahlen und erhielt ein vierjähriges Arbeitsverbot.

Eines der Werke von Jacques Tilly. (Bild: Christopher Neundorf/EPA)

Hintergrund sind die von Tilly gebauten Karnevalswagen, die Kremlchef Wladimir Putin und den von ihm befohlenen Krieg in der Ukraine kritisieren. In dem seit Monaten laufenden Prozess war immer wieder die Rede auch von einer Beleidigung des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Dieser Vorwurf fiel am Tag des Urteils nicht mehr konkret. Der Straftatbestand, nach dem Tilly verurteilt wurde, verbietet eine Verunglimpfung der russischen Staatsorgane, dazu gehört neben den Streitkräften aber auch Kremlchef Putin.

Tilly muss keine Auslieferung befürchten. Probleme kann er im Fall einer Verurteilung aber bei Reisen in Länder bekommen, die von Moskau gesuchte Straftäter an Russland ausliefern. Moskau könnte ihn etwa zur Fahndung bei Interpol ausschreiben. (dpa)

16:57 Uhr

Mittwoch, 1. April

Vier Tote bei Drohnenexplosion in der Ukraine

In der Zentralukraine sind vier Menschen infolge einer Drohnenexplosion getötet worden. Sie haben sich einer abgestürzten Drohne aus Neugier genähert, wie die Staatsanwaltschaft des Gebiets Tscherkassy mitteilte. Der Flugkörper sei während eines Luftalarms im Landkreis Solotonoscha auf offenen Gelände ausserhalb von Ortschaften herabgestürzt. Nach Angaben von Gouverneur Ihor Taburez handelte es sich um eine russische Drohne. Die Behörden warnten erneut davor, sich Kampfmittelresten und unbekannten Gegenständen zu nähern. (dpa)

14:34 Uhr

Mittwoch, 1. April

Moskau will Gebiet Luhansk eingenommen haben

Russlands Militär hat nach Angaben aus Moskau das ukrainische Gebiet Luhansk eingenommen. «Einheiten der Armeegruppe «West» haben die Befreiung der Volksrepublik Luhansk abgeschlossen», teilte das Verteidigungsministerium der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge mit. Von ukrainischer Seite wurde das zunächst nicht kommentiert.

Auf Karten ukrainischer Militärbeobachter stand weiter ein kleiner Teil des Luhansker Gebiets um das Dorf Nowojehoriwka unter ukrainischer Kontrolle. Die Besatzungsbehörden hatten schon im vergangenen Sommer behauptet, dass die ostukrainische Region vollständig erobert worden sei.

Das Gebiet Luhansk war teilweise bereits 2014 unter die Kontrolle der von Moskau unterstützten Separatisten gelangt. Drei Tage vor Beginn des grossangelegten russischen Angriffskriegs erkannte Moskau trotz grossem internationalen Protest die Gebiete Donezk und Luhansk als unabhängige Staaten an. Danach gelang es den Russen innerhalb weniger Monate, den Grossteil der Region Luhansk zu besetzen. Bei ihrer Gegenoffensive im Herbst 2022 eroberten die Ukrainer einige Landstriche im Norden von Luhansk zurück. (dpa)

06:17 Uhr

Mittwoch, 1. April

29 Tote bei Absturz von russischem Flugzeug über der Krim

Beim Absturz eines russischen Militärflugzeugs über der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim sind nach Angaben aus Moskau 29 Menschen ums Leben gekommen. Ein Such- und Rettungsteam habe die Absturzstelle gefunden und von sechs getöteten Besatzungsmitgliedern und 23 Passagieren gesprochen, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau staatlichen Nachrichtenagenturen zufolge mit.

Als Ursache werde ein technischer Defekt angenommen, äussere Einwirkungen habe es nicht gegeben, hiess es. Zuvor hatte das Verteidigungsministerium mitgeteilt, dass es gegen 18.00 Uhr Moskauer Zeit (17.00 Uhr MESZ) die Verbindung zu dem Flugzeug vom Typ An-26 verloren habe. Zum Hintergrund des Flugs machte das Ministerium demnach keine Angaben. Die Turboprop-Maschinen der Marke Antonow werden vom Militär auch als Transportflugzeuge eingesetzt.

Russland überzieht die Ukraine seit mehr als vier Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg. Die Halbinsel Krim hatte Moskau bereits 2014 völkerrechtswidrig annektiert. Die Ukraine greift unter anderem mit Drohnen auch immer wieder russische Ziele auf der Krim an. (dpa)

13:00 Uhr

Dienstag, 31. März

Kallas verlangt Bestrafung der Verantwortlichen für Butscha-Massaker

Die EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas hat am vierten Jahrestag der Befreiung der ukrainischen Kleinstadt Butscha von russischen Besatzern Strafen für die dort begangenen Gräueltaten gefordert. Die Täter müssten ebenso zur Verantwortung gezogen werden wie diejenigen, die den Befehl zum Töten gegeben hätten, sagte Kallas am Dienstag. «Rechenschaft ist eines der Dinge, die wirklich notwendig sind», sagte sie. «Sonst kommt es zu Rache und Vergeltung. Wenn Sie nicht sehen, dass die Leute, die Ihrer Familie so etwas antun, zur Rechenschaft gezogen werden, werden Sie sich rächen wollen.»

Als ukrainische Truppen Ende März 2022 nach wochenlanger russischer Besatzung wieder in Butscha einrückten, waren sie mit schrecklichen Szenen konfrontiert: Hunderte Leichen von Bewohnern lagen auf den Strassen oder waren in Massengräbern verscharrt. Die Vereinten Nationen haben mehr als 70 summarische Hinrichtungen dokumentiert. In abgefangenen Telefonaten bezeichneten russische Soldaten ihr Vorgehen in Butscha als Säuberung. Russland bestreitet jegliche Verantwortung seiner Soldaten und behauptet, die Ukraine habe die Gräueltaten inszeniert. (dpa)

11:18 Uhr

Dienstag, 31. März

Ukrainische Angriffsserie: Ölhafen Ust-Luga wieder getroffen

Ukrainische Langstreckendrohnen haben zum wiederholten Mal den russischen Öl- und Gashafen Ust-Luga an der Ostsee bei St. Petersburg angegriffen. Der Gouverneur der Region, Alexander Drosdenko, sprach von Schäden an den Hafenanlagen, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass meldete. Am Finnischen Meerbusen seien Drohnen auch über den Landkreisen Kingisepp an der Grenze zu Estland und Wyborg an der Grenze zu Finnland geortet worden. Am Flughafen der Millionenstadt St. Petersburg mussten wegen der Drohnengefahr mehr als 60 Flüge gestrichen oder verschoben werden. (dpa)

11:16 Uhr

Dienstag, 31. März

EU-Aussenminister gedenken der Opfer von Butscha

Die Aussenminister der EU-Staaten haben bei einem Besuch in der Ukraine der Opfer des Massakers von Butscha vor vier Jahren gedacht. An der Zeremonie nahmen auch Bundesaussenminister Johann Wadephul (CDU) und die EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas teil. Sie stellten mit ihren Kollegen und Kolleginnen Kerzen vor eine Gedenkwand.

Die Kleinstadt Butscha nordwestlich der Hauptstadt Kiew war in den ersten Kriegstagen im Februar 2022 von russischen Truppen besetzt worden. Nach der Befreiung durch ukrainische Streitkräfte Ende März wurden in den Strassen getötete Zivilisten gefunden - manche mit gefesselten Händen. Die Stadt wurde damit zum Symbol für russische Kriegsverbrechen. Die Vereinten Nationen bestätigten später in einem Bericht den Tod Dutzender Zivilisten. Russische Offizielle weisen den Vorwurf eines Kriegsverbrechens bis heute zurück und sprechen trotz der Gegenbeweise von einer Inszenierung. Ukrainischen Angaben zufolge wurden in Butscha mehr als 400 tote Zivilisten registriert. In der Region insgesamt waren es mehr als 1300 - darunter mehr als 700, die erschossen wurden. (dpa)

06:38 Uhr

Dienstag, 31. März

Selenski: «Historische Vereinbarungen» mit Golfstaaten

Mehrere Golfstaaten wollen nach den Worten des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski mit der Ukraine zusammenarbeiten. Es gebe bereits «historische Vereinbarungen» mit Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar, sagte Selenski nach einer Reise in den Nahen Osten und die Golfregion in seiner abendlichen Videobotschaft. Ausserdem arbeite die Ukraine mit Jordanien und Kuwait zusammen. Es gebe weitere Anfragen aus Bahrain und Oman. Die Ukraine exportiere ihr Verteidigungssystem, die Fähigkeiten ihrer Soldaten und ihr Wissen, sagte Selenski weiter. Von diesen Staaten erwarte sie eine entsprechende Zusammenarbeit im Bereich der Sicherheit.

Es gebe bereits Vereinbarungen über Möglichkeiten zur Stärkung der Flugabwehr, über eine gemeinsame Entwicklung von Rüstungsproduktion und über Zusammenarbeit im Energiebereich. (dpa)

06:36 Uhr

Dienstag, 31. März

Ukraine: Toter und Verletzte in Region Poltawa

Bei einem russischen Drohnenangriff ist im zentralukrainischen Gebiet Poltawa nach Behördenangaben ein Mensch getötet worden. Zudem wurden drei Menschen verletzt, wie Militärgouverneur Witalij Djakiwnytsch auf Telegram schrieb. Zwei von ihnen, darunter ein elfjähriger Junge, seien ins Krankenhaus eingeliefert worden. Demnach waren Drohnentrümmer abgestürzt. Ein Mehrfamilienhaus sei beschädigt worden. (dpa)

15:10 Uhr

Montag, 30. März

Selenski: Ukraine zu Waffenruhe über Ostern bereit

Die Ukraine ist nach den Worten von Präsident Wolodimir Selenskizu einer Waffenruhe über die Ostertage bereit. Dies könne eine vollständige Waffenruhe sein oder eine Feuerpause bei Angriffen auf Energieanlagen, sagte er ukrainischen Medien zufolge.

«Eine Waffenruhe für Ernährungssicherheit und Energie, also sowohl auf See als auch in der Luft. Vollständig – damit weder Raketen noch Drohnen fliegen. Keine Angriffe auf die Infrastruktur», sagte er im Gespräch mit Journalisten. Die Ukraine habe dies vorgeschlagen, Russland solle einen Termin nennen. Noch besser wäre natürlich eine dauerhafte Waffenruhe.

Orthodoxes Ostern am 12. April

Selenski sagte nicht, welche Ostertage er meint. Die orthodoxen Kirchen in der Ukraine wie in Russland feiern das Osterfest in diesem Jahr am 12. April - eine Woche nach den westlichen Kirchen.

In dem seit mehr als vier Jahren dauernden Angriffskrieg gegen die Ukraine hat es mehrere Versuche gegeben, über Feiertage ein Schweigen der Waffen zu vereinbaren. Meist hatte dies wenig Einfluss auf die Kämpfe. Zuletzt verkündete Russlands Präsident Wladimir Putin 2025 Feuerpausen über Ostern und die Weltkriegsgedenktage im Mai, lehnte aber eine Weihnachts-Waffenruhe ab. (dpa)

14:24 Uhr

Montag, 30. März

Drohnenvorfall: Selenski spricht mit Finnlands Staatschef

Nach Drohnenabstürzen in Finnland haben Selenski und Präsident Stubb telefoniert und die Lage gleich bewertet. Kiew will alle Informationen liefern und entschuldigte sich für den Vorfall, betont aber, die Drohnen seien nicht absichtlich nach Finnland geflogen. Vermutlich seien sie durch russische Störsignale vom Kurs abgekommen.

Mehrere Drohnen waren nahe Kouvola abgestürzt; Finnland spricht von einer ernsten Luftraumverletzung. Die Ukraine greift im Krieg gegen Russland auch Ziele tief im russischen Gebiet an. (dpa)

12:54 Uhr

Montag, 30. März

Russischer Öltanker in Kuba eingetroffen

Ein russischer Tanker mit 730'000 Barrel Öl an Bord ist im von einer Energieblockade der USA geplagten Kuba angekommen. Die «Anatoli Kolodkin» habe am Montag den kubanischen Hafen Matanzas mit «humanitären Lieferungen» erreicht, teilte das russische Verkehrsministerium mit. Es war die erste Öllieferung aus dem Ausland nach Kuba seit etwa drei Monaten.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte, Moskau habe die Öllieferung mit den USA besprochen. «Russland sieht es als seine Pflicht an, nicht tatenlos zuzusehen, sondern unseren kubanischen Freunden die notwendige Unterstützung zukommen zu lassen», sagte er.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erklärt, er habe kein Problem damit, dass ein russischer Öltanker Hilfsgüter für die Insel liefere. «Wir haben nichts dagegen, wenn jemand eine Schiffsladung bekommt, weil sie überleben müssen», sagte er auf dem Rückflug nach Washington. «Ich habe ihnen gesagt, wenn ein Land jetzt Öl nach Kuba schicken will, habe ich kein Problem damit, ob es nun Russland ist oder nicht.»

Kuba hat etwa 60 Prozent seines Erdölbedarfs aus Venezuela, Mexiko und Russland importiert. Die Lieferungen aus Venezuela wurden jedoch gestoppt, nachdem US-Truppen Anfang Januar den damaligen Präsidenten Nicolás Maduro gefangen genommen hatten. Ende Januar drohte Trump damit, Zölle auf Produkte aller Länder zu erheben, die Öl an Kuba verkaufen oder liefern. Daraufhin stoppte auch Mexiko seine Exporte. Dies hat im ohnehin von einer Wirtschaftskrise geplagten Kuba zu zusätzlichen Engpässen im Transportwesen, Kurzarbeit, Flugabsagen und landesweiten Stromausfällen geführt.

Trump sagte jetzt, eine Tankerlieferung Öl werde die Lage in Kuba nicht entscheidend ändern. «Es wird keine Auswirkungen haben. Kuba ist am Ende. Sie haben ein schlechtes Regime», sagte er.

Experten zufolge könnten aus der Lieferung etwa 180'000 Barrel Diesel hergestellt werden, die den täglichen Bedarf Kubas für neun oder zehn Tage decken würden. (dpa)

17:07 Uhr

Sonntag, 29. März

Selenski in Jordanien eingetroffen

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski ist zu Gesprächen in Jordanien eingetroffen. «Sicherheit hat oberste Priorität, und es ist wichtig, dass alle Partner die notwendigen Anstrengungen unternehmen. Die Ukraine leistet ihren Beitrag. Wichtige Treffen stehen bevor», schrieb er am Sonntag in sozialen Medien.

Die staatliche Nachrichtenagentur Jordaniens berichtete, es sei ein Treffen Selenskis mit König Abdullah II. geplant. Dabei solle es um die Entwicklungen in der Region und die ukrainisch-jordanischen Beziehungen gehen.

Selenski bietet im Rahmen einer Reise durch die Golfregion von iranischen Angriffen betroffenen Staaten die im Abwehrkampf gegen Russland erworbene Expertise seines Landes in der Drohnenabwehr an. (dpa)

09:57 Uhr

Sonntag, 29. März

Ukraine setzt russischen Öl-Exporthafen in Brand

Die Ukraine hat mit bei ihren gezielten Angriffen auf die russische Ölindustrie erneut den wichtigen Exporthafen in Ust-Luga an der Ostsee in Brand gesetzt. Den Treffer und das Feuer bestätigte am Morgen der Gouverneur des Leningrader Gebiets, Alexander Drosdenko, bei Telegram. Einsatzkräfte seien dabei, den Brand zu löschen. Insgesamt habe die russische Flugabwehr 31 Drohnen im Leningrader Gebiet abgeschossen, sagte er.

Von Ust-Luga aus werden etwa auch Flüssiggas (LNG), Düngemittel und Kohle verschifft. Es ist nicht der erste Angriff auf den Hafen in dieser Woche, bei dem schon zuvor Öltanker, Depots und Verladestationen beschädigt worden sein sollen. Anwohner der Region hatten Bilder in sozialen Netzwerken von den Rauchwolken am Himmel veröffentlicht und über schlechte Luft und Brandgeruch geklagt.

Die Ukraine griff das Gebiet die dritte Nacht in Folge an – als Teil ihres Abwehrkampfes gegen den russischen Angriffskrieg. Ziel Kiews ist es, Russland so die für die Rüstungsindustrie wichtigen Einnahmen aus dem Export von Öl und anderen Rohstoffen zu nehmen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenski lobte die Attacken auf die Anlagen der Ölindustrie im Leningrader Gebiet, das an die Millionenmetropole St. Petersburg (früher Leningrad) grenzt. Die Russen verfügten nun nur noch 40 Prozent der Kapazitäten dort, sagte er.

10:58 Uhr

samstag, 28. März

Russland: 155 ukrainische Drohnen abgeschossen

Auch in Russland gab es den Behörden zufolge erneut massive ukrainische Drohnenangriffe. Im Gebiet Jaroslawl sei ein Kind in einem Haus getötet worden, teilte Gouverneur Michail Jewrajew bei Telegram mit. Die Eltern seien mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden. Auch eine Frau im benachbarten Haus sei verletzt worden. Meldungen über ukrainische Angriffe gab es zudem aus Tschapajewsk im Gebiet Samara im Süden Russlands, wo unter anderem ein für die Raketenproduktion wichtiger Betrieb Ziel gewesen ist. Das russische Verteidigungsministerium meldete insgesamt 155 abgewehrte ukrainische Drohnenangriffe, darunter auch im Gebiet Twer, Belgorod und Kursk. (dpa)

10:57 Uhr

Samstag, 28. März

Drohnenkrieg: Ukraine meldet Opfer

Zwei Männer starben in der südukrainischen Stadt Krywyi Rih im Gebiet Dnipropetrowsk, wie die Militärverwaltung mitteilte. Zwei Menschen seien verletzt worden. In einem Industriebetrieb habe es Schäden und Brände gegeben. Im Gebiet Poltawa in der Zentralukraine starb laut Behörden ein Mensch bei einem Drohnenangriff. In Odessa am Schwarzen Meer meldeten die Behörden nach einem russischen Drohnenangriff einen Toten und elf Verletzte. In einem Stadtteil sei das Dach einer Geburtsklinik getroffen worden. In einem mehrstöckigen Wohnhaus seien zudem zwei Stockwerke teils beschädigt worden. (dpa)

18:43 Uhr

Freitag, 27. März

Für Ukraine vorgesehene US-Waffen könnten in den Nahen Osten gehen

US-Aussenminister Marco Rubio hat nicht ausgeschlossen, dass die Vereinigten Staaten für die Ukraine eingeplante Waffen auch anderweitig nutzen könnten. Wenn es einen entsprechenden Bedarf gebe, stünden die USA immer an erster Stelle, sagte er nach Gesprächen der Aussenminister der Gruppe wirtschaftsstarker Demokratien (G7) bei Paris.

Dies treffe auch zu, um eigene Lager aufzufüllen oder «eine Mission im nationalen Interesse der Vereinigten Staaten zu erfüllen». Zugleich betonte Rubio, dass bislang keine Waffen umgeleitet worden seien – das schliesse aber nicht aus, dass dies künftig der Fall sein könnte.

Zuvor hatte der deutsche Aussenminister Johann Wadephul davor gewarnt, dass die Unterstützung der Ukraine wegen des Iran-Kriegs weiter bröckelt. «Es darf keine Abstriche geben, wenn es um die Aufrechterhaltung der Verteidigungsfähigkeit der Ukraine geht», sagte der CDU-Politiker. Dies würde Kremlchef Wladimir Putin nur in die Hände spielen.

Die «Washington Post» hatte unter Berufung auf mehrere nicht genannte Quellen berichtet, das Pentagon prüfe, ob Waffen, die eigentlich für die Ukraine bestimmt sind, in den Nahen Osten umgeleitet werden sollten, da der Krieg mit dem Iran Munitionsbestände des US-Militärs aufzehre. (dpa)

12:15 Uhr

Freitag, 27. März

Kreml: Russlands Wirtschaft will für Ukraine-Krieg spenden

Der von Wladimir Putin befohlene Krieg gegen die Ukraine wird zunehmend kostspielig. Laut Kremlsprecher Dmitri Peskow habe Putin Unternehmer nicht um Geld gebeten; vielmehr sei die Initiative für Spenden aus der Wirtschaft selbst gekommen. Ein Geschäftsmann habe argumentiert, viele Unternehmer hätten ihren Reichtum in den 1990er Jahren mithilfe des Staates aufgebaut und sähen sich nun in der Pflicht, beizutragen. Putin habe dies lediglich begrüsst, ein Name wurde nicht genannt.

Das Portal «The Bell» berichtete hingegen, Putin habe hinter verschlossenen Türen finanzielle Beiträge für den Krieg eingefordert. Die Idee soll von seinem Berater Igor Setschin stammen, dem Chef des staatlichen Ölkonzerns Rosneft.

Der Krieg dauert seit über vier Jahren an, zentrale Ziele wurden nicht erreicht. Gleichzeitig steigen die Kosten: Rund 40 % des Staatshaushalts fliessen in Militär und Sicherheit. Die Wirtschaft leidet unter Sanktionen und schwächelt, zuletzt räumte Putin selbst einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts ein. (dpa)

12:06 Uhr

Freitag, 27. März

Ukraine verkündet Rüstungskooperation mit Saudi-Arabien

Die Ukraine und Saudi-Arabien haben laut Kiew eine Rüstungskooperation vereinbart und ein erstes Abkommen unterzeichnet. Präsident Wolodimir Selenski sprach von einer Grundlage für weitere Verträge, technologische Zusammenarbeit und Investitionen.

Die Ukraine will ihr Know-how bei der Abwehr von Drohnen und Raketen teilen; zugleich zeigte sich Selenskian saudischen Ressourcen interessiert. Bei Gesprächen mit Kronprinz Mohammed bin Salman ging es auch um den Nahen Osten, Irans Unterstützung durch Russland, Energiemärkte und mögliche Kooperationen.

Seit Beginn des Iran-Krieges vor rund einem Monat bietet die Ukraine Staaten der Region Unterstützung bei der Drohnenabwehr an.

17:51 Uhr

Donnerstag, 26. März

Selenski zu Gesprächen in Saudi-Arabien

Vor dem Hintergrund des Iran-Krieges ist der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski zu Gesprächen in Saudi-Arabien eingetroffen. «Wir schätzen die Unterstützung und stehen an der Seite all jener, die bereit sind, gemeinsam mit uns für die Sicherheit einzutreten», teilte der Staatschef bei Telegram mit. Ein veröffentlichtes Video zeigte ihn nach seiner Ankunft. Begleitet wurde er demnach unter anderem vom Sekretär des nationalen Sicherheitsrats, Rustem Umjerow. (dpa)

10:01 Uhr

Donnerstag, 26. März

Orban stoppt ab Juli Gasdurchleitungen in die Ukraine

Ungarns Premier Viktor Orbán will ab Juli die Gastransite in die Ukraine stoppen. Eine entsprechende Verordnung verbietet dem Pipelinebetreiber FGSZ, neue Kapazitäten für Lieferungen in die Ukraine anzubieten. Orbán begründet den Schritt mit Druck auf Kiew, die beschädigte Druschba-Ölleitung schneller zu reparieren.

Bestehende Verträge bis Ende Juni bleiben unberührt. Experten sehen rechtliche Probleme, da der Gashandel privat organisiert ist. Die Ukraine bezog zuletzt rund 44 % ihres importierten Gases über Ungarn. Der Schritt gilt auch als innenpolitisches Manöver vor der Wahl am 12. April; Orbán positioniert sich dabei erneut als russlandnaher Akteur in der EU. (dpa)

08:57 Uhr

Donnerstag, 26. März

Explosion auf Öltanker im Schwarzen Meer - Angriff vermutet

Ein aus Russland kommender Öltanker ist im Schwarzen Meer mutmasslich von einer Unterwasserdrohne angegriffen worden. Das Schiff habe um Mitternacht eine Explosion im Maschinenraum gemeldet, man gehe davon aus, dass dieser gezielt mit einem unbemannten Unterwasserfahrzeug angegriffen wurde, sagte der türkische Transportminister Abdulkadir Uraloglu dem Sender 24 TV. Die Küstenwache und Expertenteams seien entsendet worden. Es gebe keine Verletzten.

Der Betreiber und alle 27 Besatzungsmitglieder seien türkisch, das Schiff fahre aber nicht unter türkischer Flagge. Den genauen Ort des Vorfalls nannte der Minister nicht.

Mit dem Fall vertraute Kreise sagten der Deutschen Presse-Agentur, der Tanker sei vor der türkischen Küste vor der Einfahrt zur Meerenge Bosporus, die durch Istanbul führt, angegriffen worden. Zurzeit bestehe nicht die Gefahr, dass das Schiff sinke.

Der Tanker transportiert offiziellen Angaben zufolge Rohöl, Medien berichteten von einer Ladung von 140.000 Tonnen. Ob der Vorfall im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine steht, war zunächst unklar.

Am Samstag war an der Küste der Provinz Ordu am Schwarzen Meer eine mit Sprengstoff beladene Unterwasserdrohne gefunden worden. Sie wurde kontrolliert gesprengt. Die Herkunft war zunächst unklar. (dpa)

14:10 Uhr

Mittwoch, 25. März

Schwerste Drohnenangriffe des Krieges - Brände in Russland

Die Ukraine griff Russland in der Nacht mit massiven Drohnenschwärmen an und löste Brände im wichtigen Ostseehafen Ust-Luga aus. Moskau meldete fast 400 abgefangene Drohnen – laut Tass der bislang schwerste Angriff. Zuvor hatte Russland selbst die Ukraine mit hunderten Raketen und Drohnen attackiert.

Ziele waren vor allem Energieanlagen: In Ust-Luga wurde ein LNG-Terminal getroffen, zudem gab es Schäden bei Wyborg und Kronstadt sowie einen grossen Stromausfall bei Belgorod. Auch Estland und Lettland waren durch fehlgeleitete Drohnen betroffen, jedoch ohne Verletzte.

Parallel setzte Russland seine Luftangriffe auf die Ukraine fort: In Odessa wurde eine Frau getötet, und in Tschernihiw fiel bei rund 150.000 Haushalten der Strom aus. (dpa)

13:38 Uhr

Mittwoch, 25. März

Orban will kein Gas mehr durch Ungarn in die Ukraine leiten

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban will Gaslieferungen in die Ukraine stoppen, solange Kiew kein russisches Öl durch die Druschba-Pipeline durchlässt. Er wirft der Ukraine «Erpressung» vor und will das Gas für eigene Reserven nutzen. Kiew verweist auf beschädigte Leitungen und äußerte sich zunächst nicht. Ungarn ist ein wichtiger Gaslieferant für die Ukraine. Orban, enger Verbündeter Putins, blockiert regelmäßig EU-Hilfen für Kiew und nutzt das Thema auch im Wahlkampf. (dpa)

09:48 Uhr

Mittwoch, 25. März

Drohne aus russischem Luftraum trifft Kraftwerk in Estland – weitere Drohne in Lettland

Eine Drohne ist nach Angaben des estnischen Inlandsgeheimdienstes in den Schornstein eines Kraftwerks in dem Nato-Mitgliedstaat eingeschlagen.

Das Kraftwerk Auvere in Estland. (Bild: Screenshot Google Maps)

Die Drohne sei aus dem russischen Luftraum gekommen und habe um 3.43 Uhr das Kraftwerk Auvere getroffen. Das estnische Stromnetz wurde laut dem estnischen öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ERR) nicht beschädigt. Verletzt worden sei niemand.

«Nach aktuellem Kenntnisstand war die Drohne nicht auf Estland gerichtet. Erste Massnahmen werden derzeit eingeleitet, die Ermittlungen werden die genaueren Umstände klären», sagte Generalstaatsanwältin Astrid Asi laut ERR in einer Pressemitteilung.

Weitere Drohne stürzt in Lettland ab

Auch in Lettland ist nach Angaben der Streitkräfte des Nato-Staats eine Drohne abgestürzt. Auch hier sei das unbemannte Fluggerät aus dem benachbarten Russland gekommen. Das berichtet der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Lettland (LSM). Die Drohne sei gegen 2.30 Uhr im Dorf Dobrocina in der Region Kraslava explodiert.

Der stellvertretende Chef des Generalstabs der lettischen Streitkräfte, Egils Lescinskis, geht auch hier nicht von einer beabsichtigten Aktion von Russland aus. Im lettischen Fernsehen sagt er:

«Das Flugzeug ist höchstwahrscheinlich vom Kurs abgekommen oder wurde bei dem Versuch, technisch wichtige Objekte zu schützen, von elektromagnetischer Kriegsführung betroffen.»

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor über vier Jahren sind im Luftraum europäischer Nato-Staaten wiederholt Drohnen gesichtet worden – auch über Flughäfen und Militäreinrichtungen, etwa in Deutschland. Zudem drangen russische Drohnen und Militärflugzeuge mehrfach in den Luftraum unter anderem von Polen, den baltischen Staaten und Rumänien ein. (hkl/watson)

13:38 Uhr

Dienstag, 24. März

Kiew: Tote und Verletzte bei russischen Angriffen auf Häuser

Bei russischen Luftangriffen in der Ukraine sind nach Angaben von Präsident Wolodimir Selenski mindestens vier Menschen getötet worden. Es gebe Dutzende Verletzte, darunter auch Kinder. «Insgesamt waren es über 390 Angriffsdrohnen und 34 Raketen verschiedener Typen – ballistische und Marschflugkörper - und Gleitbomben», teilte Selenski in den sozialen Netzwerken mit. Es seien Schäden in elf Gebieten und zahlreiche Verletzte gemeldet worden. In Saporischschja, Poltawa und Dnipro wurden laut Behörden Hochhäuser beschädigt; es kam demnach zu Bränden. Im Gebiet Charkiw im Osten des Landes starb ein 61 Jahre alter Passagier in einem Zug, der von einer Drohne getroffen wurde. In Dnipro wurden in einem 14-stöckigen Hochhaus nach einem russischen Angriff mindestens zwölf Menschen verletzt. (dpa)

11:51 Uhr

Dienstag, 24. März

Litauen: Abgestürzte Drohne stammte aus Ukraine

Bei einem im Südosten des baltischen EU- und Nato-Mitglieds Litauen abgestürzten Flugobjekt handelt es sich nach Angaben der Regierung in Vilnius um eine ukrainische Drohne. Regierungschefin Inga Ruginiene teilte mit, der Vorfall habe sich im Zusammenhang mit einer Operation der Ukrainer gegen Russland ereignet. «Wir können schon mit Sicherheit sagen, dass es sich um eine verirrte Drohne handelte», sagte sie nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates in Vilnius.

Die Drohne war in der Nacht zu Montag im Bezirk Varena nahe der Grenze zu Weissrussland in den litauischen Luftraum eingedrungen und auf einem zugefrorenen See abgestürzt. Sie war weder von Militärradargeräten erfasst noch vom Grenzschutz bemerkt worden. (dpa)

10:14 Uhr

Dienstag, 24. März

Tote und Verletzte nach Explosion in Wohnhaus auf der Krim

In der Hafenstadt Sewastopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim sind in der Nacht bei einer schweren Explosion in einem Wohnhaus nach offiziellen Angaben zwei Menschen getötet worden. «Weitere acht Menschen wurden verletzt, die Ärzte leisten ihnen alle nötige Hilfe», schrieb Sewastopols Gouverneur Michail Raswosschajew bei Telegram. Die Ursache der Detonation werde noch untersucht. Die Wucht der Explosion hat Behördenangaben nach zu einem Teileinsturz des Gebäudes geführt. Auch ein Nachbarhaus wurde in Mitleidenschaft gezogen und daher ebenfalls evakuiert. In der Nacht gab es ukrainische Drohnenangriffe auf die Krim. Auch in Sewastopol selbst wurde Luftalarm ausgelöst. Es ist allerdings unklar, ob die Drohnen die Explosion ausgelöst haben. (dpa)

07:02 Uhr

Dienstag, 24. März

Ukrainischer UN-Botschafter warnt vor Russland-Iran-Kooperation

Der ukrainische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Andrij Melnyk, hat vor dem UN-Sicherheitsrat vor einer militärischen Zusammenarbeit zwischen Russland und dem Iran gewarnt. Vor allem in Bezug auf Drohnen stelle diese «eine enorme Bedrohung für die internationale Sicherheit» während des Krieges im Nahen Osten dar, erklärte er am Montag (Ortszeit). Nach Angaben von Melnyk leistet Russland Geheimdienstunterstützung, einschliesslich Satellitenbildern und anderen Daten, um den Iran bei der Zielerfassung von US-Militäranlagen in der Region zu unterstützen. Er sagte zudem, es gebe genügend Beweise dafür, dass Russland, das inzwischen eine weiterentwickelte Version der ursprünglich im Iran entworfenen Schahed-Drohne produziert, diese Angriffsdrohnen nun auch in die Islamische Republik liefere.

Er forderte die USA und die internationale Gemeinschaft auf, die Bedrohung ernst zu nehmen, und betonte, dass Russlands Lieferung von Drohnen es dem Iran ermöglichen würde, weiterhin Ziele im gesamten Nahen Osten anzugreifen. (dpa)

15:19 Uhr

Montag, 23. März

Kiew: Russland verliert bei Sturmversuchen Tausende Soldaten

Die russische Frühjahrsoffensive im Ukraine-Krieg hat nach Angaben aus Kiew mit hohen Verlusten für Moskau begonnen. «Innerhalb von vier Tagen intensiver Sturmversuche hat der Feind mehr als 6.090 Soldaten als Gefallene oder Verletzte verloren», teilte der Oberkommandierende der ukrainischen Streitkräfte, Olxander Syrskyj, bei Facebook mit. Im Verlauf der vergangenen Woche seien es sogar mehr als 8.700 Tote und Schwerverletzte auf russischer Seite gewesen. Durchbrüche an der Front habe es hingegen nicht gegeben, schrieb er. Unabhängig überprüfbar sind die Angaben nicht.

In den vergangenen Tagen hatten Militärbeobachter eine Aktivierung der russischen Einheiten registriert. Moskaus Truppen versuchen, die besseren Witterungsverhältnisse und das Ende der Schlammperiode für eine Ausweitung ihrer Angriffe zu nutzen. Allerdings kursieren im Internet bereits zahlreiche Videos von zerschlagenen Militärkolonnen, deren Vormarsch von Drohnen gestoppt wurde.

Das russische Verteidigungsministerium seinerseits meldete die Eroberung von zwei weiteren Ortschaften im Gebiet Donezk. Nach Darstellung Moskaus verbessern die russischen Truppen ständig ihre Stellungen im Osten der Ukraine. (dpa)

14:14 Uhr

Sonntag, 22. März

Selenski: Putin profitiert von einem langen Krieg im Iran

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski fürchtet um die Konsequenzen des Iran-Kriegs für die Situation seines Landes. «Ich habe ein sehr ungutes Gefühl, was die Auswirkungen dieses Krieges auf die Lage in der Ukraine angeht und was den Fokus der USA betrifft – der liegt leider mehr auf dem Nahen Osten als auf der Ukraine», sagte Selenski in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview der britischen BBC. «Unsere diplomatischen Treffen, die trilateralen Treffen werden ständig verschoben. Dafür gibt es einen Grund: den Krieg im Iran.»

Für den russischen Präsidenten Wladimir Putin sei ein langer Krieg im Iran «ein Plus». Neben den hohen Energiepreisen bedeute er auch eine Erschöpfung von Ressourcen. «Für Putin ist es von Vorteil, dass die Ressourcen nicht an die Ukraine gehen», sagte Selenski laut BBC. «Er muss uns schwächen, und das ist ein langer Prozess. Der Nahe Osten ist einer der Wege, das zu erreichen.» Es werde definitiv einen Mangel an Patriot-Raketen geben, die für die Ukraine bei Bedarf zugänglich sein könnten. (dpa)

09:10 Uhr

Sonntag, 22. März

Tödlicher Unfall bei Drohnenangriff auf Zug in der Ukraine

Bei einem russischen Drohnenangriff auf einen Personenzug in der Ukraine ist es zu einem tödlichen Unfall gekommen. Der Zug im Gebiet Odessa hielt und sollte geräumt werden, wie die ukrainische Staatsbahn Ukrsalisnyzja auf Telegram mitteilte. Dabei sei eine Schaffnerin von einem entgegenkommenden Zug getötet worden, der ebenfalls einen Haltepunkt zur Evakuierung ansteuerte. Ein Passagier sei verletzt worden.

Die Bahn berichtete noch von einem weiteren Angriff auf einen Zug im Gebiet Dnipropetrowsk. Dort sei die Räumung problemlos verlaufen.

Die ukrainische Eisenbahn hält trotz mehr als vier Jahren Krieg den Betrieb aufrecht und trägt zum Überleben des angegriffenen Landes bei. In den vergangenen Monaten hat die russische Armee verstärkt auf Bahnhöfe und Züge gezielt. Die ukrainische Bahn versucht ihre Lokomotiven durch käfigartige Aufbauten gegen Drohnen zu schützen.

Die ukrainische Luftwaffe ortete nach eigenen Angaben in der Nacht 139 feindliche Drohnen, von denen 127 abgefangen worden seien. Unter anderem wurde ein Angriff das Umland von Kiew gemeldet. (dpa)

21:15 Uhr

Samstag, 21. März

Selenski fordert Beschlagnahmung von russischem Erdöl

«Solange der Krieg andauert, solange die (russischen) Angriffe fortgesetzt werden, muss auch der Druck auf den Aggressor anhalten», sagte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski in einer Videobotschaft. Er forderte darum die Beschlagnahmung von russischen Erdöllieferungen. Kiew arbeitet demnach mit europäischen Ländern daran, dass diese auf Gesetzesebene den Stopp von Öltankern und das Beschlagnahmen von russischem Erdöl gestatten.

Überdies haben ukrainische Unterhändler in den USA mit US-Vertretern zu einer Beendigung des Krieges in der Ukraine Gespräche geführt. «Wichtig für uns alle in der Welt ist, dass die Diplomatie fortgesetzt wird und wir versuchen diesen Krieg zu beenden - den Krieg Russlands gegen die Ukraine», sagte Selenski. Wichtig sei zu verstehen, inwieweit die russische Seite zu einem «realen Ende des Krieges» bereits sei. Die Gespräche werden demzufolge am Sonntag fortgesetzt. Danach werde es einen detaillierten Bericht geben.

Der US-Sondergesandte Steve Witkoff bestätigte bei X, dass Unterredungen in Florida stattgefunden haben. Er bezeichnete die Treffen als «konstruktiv». Ihm zufolge waren auch der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, Regierungsberater Josh Gruenbaum und der Berater im US-Aussenministerium Chris Curran beteiligt. (dpa)

14:17 Uhr

Samstag, 21. März

Zwei Tote bei russischem Angriff auf Saporischschja

Bei einem russischen Drohnenangriff auf die Stadt Saporischschja in der Ukraine sind nach örtlichen Behördenangaben mindestens zwei Menschen getötet worden. Bei den beiden Todesopfern des Angriffs vom Samstagmorgen handele es sich um eine Frau und einen Mann, teilte der Chef der Regionalverwaltung, Ivan Fedorow, mit. Zudem seien zwei Kinder verletzt worden. Fedorows Angaben zufolge hatte eine russische Drohne ein Privathaus erfasst.

Der Angriff ereignete sich kurz vor geplanten Verhandlungen zwischen den USA und der Ukraine in Miami, die in den ukrainischen Staatsmedien angekündigt wurden. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski sagte am Donnerstagabend, er habe eine Delegation in die USA geschickt, um die von Washington vermittelten Gespräche über ein Ende des russischen Angriffskriegs gegen sein Land voranzutreiben. Verhandlungen zwischen der Ukraine, den USA und Russland sind angesichts des Kriegs gegen den Iran ausgesetzt worden.

Das Weisse Haus bestätigte zunächst nicht, dass ein Treffen mit der ukrainischen Delegation geplant sei. Selenski sagte, bei den Gesprächen in den USA werde es vor allem darum gehen, dafür zu sorgen, dass die trilateralen Gespräche mit Russland fortgesetzt würden, und dass die Trump-Regierung es anderen Nato-Ländern weiter erlaube, US-Waffen zu kaufen, um diese der Ukraine zur Verfügung zu stellen. (dpa)

10:10 Uhr

Samstag, 21. März

Russland meldet grossen Drohnenangriff der Ukraine

Das russische Militär berichtet von einem grossen ukrainischen Drohnenangriff in der Nacht. 283 feindliche Fluggeräte seien abgefangen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Ein Schwerpunkt des Angriffs lag demnach im südrussischen Gebiet Rostow. Dort wurden nach Mitteilung von Gouverneur Juri Sljussar etwa 90 ukrainische Drohnen ausgeschaltet. Solche Angaben sind nicht im Detail überprüfbar, sie vermitteln aber einen Eindruck vom Ausmass des Angriffs.

Nach Berichten auf Telegramkanälen wurde eine Stickstofffabrik in der Stadt Toljatti an der Wolga getroffen. Auch Ölraffinerien im Wolgagebiet seien angegriffen worden. Offizielle Angaben gab es nur zu einem Treffer auf einen unbewohnten Hochhausneubau in der Stadt Ufa, die etwa 1.600 Kilometer von ukrainischem Gebiet entfernt liegt. Die ukrainischen Drohnen störten auch den Flugverkehr an mehreren russischen Flughäfen, darunter in Moskau.

Russischer Angriff auf Stromnetz von Tschernihiw

Ein russischer Drohnenangriff in der Nacht legte die Stromversorgung im nordukrainischen Gebiet Tschernihiw weitgehend lahm, wie Gouverneur Wjatscheslaw Tschaus auf Telegram mittelte. In der Stadt Saporischschja im Süden kamen nach Behördenangaben bei einem Treffer auf ein Wohnhaus ein Mann und eine Frau ums Leben, zwei Kinder wurden verletzt. Die ukrainische Luftwaffe ortete nach eigenen Angaben 154 feindliche Drohnen, von den 148 ausgeschaltet worden seien. (dpa)

20:08 Uhr

Freitag, 20. März

Ukrainische Unterhändler reisen zu Gesprächen in die USA

Für die Vorbereitung einer neuen Runde von Friedensgesprächen mit Russland reist eine ukrainische Unterhändlergruppe am Samstag in die USA. Themen werden dabei auch in Arbeit befindliche Abkommen über US-amerikanische Sicherheitsgarantien und ein Wiederaufbauplan für die kriegsversehrte Ukraine sein, wie Präsident Wolodimir Selenski gegenüber Journalisten ankündigte. Zudem soll über das Nato-Waffenkaufprogramm PURL und konkret den Erwerb von Flugabwehrraketen für die von Kiew genutzten US-amerikanischen Patriot-Systeme gesprochen werden. Russische Vertreter werden nicht erwartet.

Die ukrainische Gruppe wird vom Sekretär des nationalen Sicherheitsrates, Rustem Umjerow, geleitet. Ihr gehören auch Selenskis Kanzleichef, Kyrylo Budanow, der Fraktionschef der Präsidentenpartei im Parlament, David Arachamija, und Vizeaussenminister Serhij Kyslyzja an. Erwartet wird, dass der Sondergesandte Steve Witkoff und der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, die US-Seite vertreten.

Zuletzt gab es Mitte Februar in Genf (Schweiz) von den USA vermittelte direkte Gespräche zwischen Russland und der Ukraine für ein Ende des seit 2022 währenden Krieges. Eine neue für Anfang März geplante Verhandlungsrunde in Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) ist wegen des Iran-Krieges auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Washington drängt Moskau und Kiew seit längerem, ihren Konflikt auf diplomatischem Wege zu beenden. (dpa)

14:29 Uhr

Freitag, 20. März

Kreml stellt Bedingungen an Kiew für Teilwaffenruhe

Die russische Führung hat im Krieg gegen die Ukraine eine mögliche Teilwaffenruhe für Angriffe auf Energieanlagen in Aussicht gestellt - unter bestimmten Bedingungen. Kiew müsse dazu die Attacken gegen die russische Öl- und Gasinfrastruktur einstellen und die «Erpressung anderer Länder, darunter auch Mitgliedstaaten der EU» im Energiesektor beenden, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge.

Zuletzt hatte Russland ukrainische Drohnenattacken auf Kompressorstationen für eine Gaspipeline in die Türkei beklagt. Nach Darstellung Moskaus führen solche Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur zu weiteren Steigerungen beim Öl- und Gaspreis. (dpa)

14:26 Uhr

Freitag, 20. März

Selenski schickt Delegation in die USA

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski will die wegen des Kriegs im Nahen Osten in den Hintergrund getretenen Friedensgespräche mit Russland wiederbeleben. Er habe eine Delegation in die USA entsandt, um dort auf eine Wiederaufnahme der von den USA vermittelten Verhandlungen über ein Ende des russischen Angriffskrieges gegen sein Land zu pochen, erklärte Selenski. Demnach könnte es am Samstag zu einem Treffen mit Vertretern des Weissen Hauses kommen, das entsprechende Pläne jedoch zunächst nicht bestätigte. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte am Freitag, Russland werde an den Gesprächen in Washington nicht teilnehmen. Über ein Treffen der beiden Kriegsparteien im Beisein der USA und einen Ort dafür habe es noch keine Einigung gegeben. (dpa)

10:27 Uhr

Freitag, 20. März

Orban verteidigt Veto bei EU-Gipfel: «Ist unser Recht»

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban versucht seine Blockade von milliardenschweren Finanzhilfen für die Ukraine beim jüngsten Brüsseler EU-Gipfel zu rechtfertigen. «Es kam ein wenig Stottern ins Getriebe», sagte er in der Nacht zum Freitag vor ungarischen Journalisten in Brüssel. «Aber die juristische Lage ist völlig klar, wir haben das Recht dazu», fügte er mit Blick auf seine Vetodrohung hinzu. «Denn der Entscheidungsprozess war noch nicht abgeschlossen», zitierten ihn ungarische Medien. Ungarns Regierungschef hatte dem Unterstützungsdarlehen für die Ukraine beim Dezember-Gipfel eigentlich schon zugestimmt. Jetzt beruft sich Orban darauf, dass die Ukraine die Erdölpipeline Druschba willkürlich «abgedreht» hätte. Durch sie erhalten Ungarn und die Slowakei als die einzigen EU-Länder noch Öl aus Russland, das einen brutalen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt. (dpa)

06:35 Uhr

Freitag, 20. März

Merz wirft Orban «Akt grober Illoyalität» vor

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz hat die anhaltende Blockade milliardenschwerer Ukraine-Hilfen durch den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban als «Akt grober Illoyalität» kritisiert. «Wir sind uns einig, dass wir das, was heute geschehen ist im Europäischen Rat, so nicht hinnehmen», sagte der CDU-Chef nach den Beratungen der Staats- und Regierungschefs der 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union in Brüssel. «Und das wird auch Konsequenzen haben, die weit über dieses einzelne Ereignis hinausreichen.» Das Agieren Orbans werde «tiefe Spuren hinterlassen». Auch diejenigen, die sehr viel länger als er selbst bei EU-Gipfeln dabei seien, habe das Verhalten «zutiefst verärgert».

Friedrich Merz ist verärgert. (Bild: Keystone)

Im Zuge der anstehenden Haushaltsaufstellung der EU müsse man nun «noch einmal ganz grundsätzlich» darüber beraten. Der in seiner Heimat um eine Wiederwahl kämpfende Rechtspopulist Orban beharrt weiter darauf, erst dann sein Veto zurückzuziehen, wenn Ungarn wieder russische Öllieferungen über die Druschba-Pipeline bekommt. Orban behauptet, ohne das günstige russische Öl würden ungarische Haushalte und Unternehmen bankrottgehen. (dpa)

06:33 Uhr

Freitag, 20. März

EU-Gipfel endet ohne Freigabe von Finanzhilfen für Ukraine

Bundeskanzler Friedrich Merz und die anderen EU-Spitzen haben Ungarns Regierungschef Viktor Orban bei einem Gipfeltreffen in Brüssel nicht zur Aufgabe seiner Blockade von milliardenschweren Finanzhilfen für die Ukraine bewegen können. Die Beratungen endeten am späten Abend ohne eine Lösung des Streits, wie mehrere Diplomaten der Deutschen Presse-Agentur sagten. (dpa)

20:44 Uhr

Donnerstag, 19. März

Selenski setzt auf neue Gespräche mit den USA ab Samstag

Nach der Pause wegen des Iran-Kriegs will Präsident Selenski ab Samstag die Gespräche mit den USA über ein Ende des russischen Angriffskriegs wieder aufnehmen. Ukrainische Unterhändler sind bereits unterwegs.

Ob Russland beteiligt ist, bleibt offen. Moskau schließt neue Verhandlungen nicht aus.

Selenski warnt, der Iran-Krieg verschlechtere die Verhandlungsposition der Ukraine und stärke Russland – etwa durch steigende Ölpreise und fehlende Unterstützung für Kiew. (dpa)

12:56 Uhr

Donnerstag, 19. März

Estland: Russischer Kampfjet verletzt Luftraum

Das baltische EU- und Nato-Mitglied Estland hat erneut die Verletzung seines Luftraums durch Russland gemeldet. Ein Kampfjet des Typs Sukhoi Su-30 sei am 18. März nahe der Ostsee-Insel Vaindloo unerlaubt für etwa eine Minute in den Luftraum eingedrungen, teilte die Armee in Tallinn mit.

Das Außenamt bestellte einer Mitteilung zufolge wegen des Vorfalls den Geschäftsträger der russischen Botschaft ein und überreichte eine Protestnote.

Der Vorfall folgt auf eine Reihe von Luftraumverletzungen durch Russland im vergangenen Jahr, die für Spannungen und Unruhe unter den Nato-Verbündeten in Europa gesorgt hatten. (dpa)

11:25 Uhr

Donnerstag, 19. März

Merz fordert Orban zum Einlenken auf

Zum Auftakt des EU-Gipfels hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban erneut aufgefordert, seine Blockade der milliardenschweren Finanzhilfen für die Ukraine aufzugeben. Er erinnerte in Brüssel daran, dass beim Gipfel im Dezember eine einstimmige Entscheidung aller Mitgliedstaaten darüber getroffen worden sei. «Das Prinzip der Arbeit in der Europäischen Union ist das Prinzip der Loyalität und der Verlässlichkeit. Und ich gehe davon aus, dass sich daran alle Mitgliedstaaten in der Europäischen Union auch halten», betonte Merz.

Orban hatte zuvor gesagt, sein Land werde die Ukraine-Hilfe erst wieder mittragen, wenn durch die Druschba-Pipeline wieder Öl nach Ungarn komme. Ohne das Öl würden ungarische Haushalte und Unternehmen bankrottgehen. (dpa)

08:52 Uhr

Donnerstag, 19. März

Russische Drohnen greifen Westukraine an

Die russische Armee hat in den Abendstunden mit Drohnen mehrere Ziele im Westen der Ukraine angegriffen. In der Grossstadt Lwiw habe eine Drohne das regionale Hauptquartier des Geheimdienstes SBU beschädigt, teilte Militärgouverneur Maksym Kosyzkyj auf Telegram mit. Verletzte habe es nicht gegeben.

Im Gebiet Wolyn wurde eine Anlage der Energieversorgung nahe der Stadt Nowowolynsk attackiert. Deswegen fiel für etwa 30'000 Haushalte der Strom aus, wie Militärgouverneur Roman Romanjuk auf Telegram schrieb. Die ukrainischen Gebiete Lwiw und Wolyn grenzen an das EU- und Nato-Mitglied Polen. (dpa)

19:00 Uhr

Mittwoch, 18. März

Ukrainische Angriffe treffen Flugzeugwerke in Russland

Die ukrainische Armee hat nach Angaben ihres Generalstabs mit Luftangriffen zwei Flugzeugwerke in Russland getroffen. In der Nacht zu Montag sei die Flugzeugfabrik Aviastar bei Uljanowsk an der Wolga angegriffen worden, teilte das Militär in Kiew mit. Eine klimatisierte Halle und eine Stellfläche sowie mehrere Flugzeuge seien beschädigt worden. Die Fabrik produziere Militärtransportflugzeuge vom Typ Iljuschin Il-76, Tankflugzeuge Il-78 und warte schwere Transportflugzeuge.

Ausserdem sei in der Nacht zu Dienstag eine Wartungsfabrik für Il-76 bei Staraja Russa in Westrussland mit Drohnen attackiert worden. Ein Hangar sei beschädigt. Von russischer Seite wurden die Treffer nicht bestätigt. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte nur mit, dass in diesen Regionen jeweils angreifende ukrainische Drohnen abgefangen worden seien. (dpa)

19:32 Uhr

Mittwoch, 18. März

Litauen verhängt Einreiseverbote für russische Ukraine-Kämpfer

Litauen hat Einreiseverbote gegen 268 Russen verhängt, die im Angriffskrieg gegen die Ukraine an der Front gekämpft haben. Innenminister Vladislavas Kondratovicius begründete den Schritt mit den offensichtlichen Sicherheitsrisiken, die von ehemaligen Kämpfern ausgehen.

Aussenminister Kestutis Budrys bezeichnete die Betroffenen als Kriegsverbrecher und forderte, ihnen den Zugang zur EU und zum Schengen-Raum generell zu verwehren. Litauen folgt damit Estland, das bereits Anfang des Jahres ähnliche Massnahmen ergriffen und mehr als 1300 Personen auf eine schwarze Liste gesetzt hat.

Auch auf europäischer Ebene wird über ein entsprechendes Einreiseverbot diskutiert. Mehrere Staats- und Regierungschefs haben eine Prüfung gefordert. Estland und Litauen, die beide an Russland grenzen, setzen sich besonders für ein EU-weites Vorgehen ein. (dpa)

14:51 Uhr

Mittwoch, 18. März

Spanien sagt Ukraine weitere Milliarde Militärhilfe zu

Spanien wird die Ukraine im laufenden Jahr mit zusätzlicher Militärhilfe in Höhe von einer Milliarde Euro unterstützen. Regierungschef Pedro Sánchez bekräftigte bei einem Treffen mit Präsident Wolodimir Selenski in Madrid die anhaltende Solidarität seines Landes. Ein grosser Teil der Unterstützung soll über den EU-Rüstungsfonds SAFE finanziert werden. Selenski, der zuvor in London um weitere Hilfe geworben hatte, warnte, dass der Krieg gegen Russland durch den Konflikt mit dem Iran in den Hintergrund geraten könnte.

Beide Länder wollen zudem ihre Zusammenarbeit bei der Entwicklung und Produktion von Waffen deutlich ausbauen. Selenski betonte, die Ukraine sei bereit, ihre im Krieg gewonnenen Erfahrungen – insbesondere im Bereich Drohnen und Militärtechnologie – zu teilen. Gleichzeitig hob er hervor, wie wichtig die Freigabe eines von Ungarn blockierten EU-Darlehens in Höhe von 90 Milliarden Euro sei. Spanien zählt seit Beginn der russischen Invasion zu den Unterstützern der Ukraine und hat neben militärischer und finanzieller Hilfe auch mehr als 300'000 ukrainische Geflüchtete aufgenommen. (dpa)

09:06 Uhr

Mittwoch, 18. März

Sean Penn erhält «Oscar» aus Metall eines ukrainischen Zuges

Nachdem er seinen Oscar wegen eines Besuchs in der Ukraine nicht entgegennehmen konnte, hat Schauspieler Sean Penn in dem Land eine Ersatzstatue überreicht bekommen. Oleksandr Pertsovskyi, der CEO der ukrainischen Eisenbahngesellschaft, teilte auf der Plattform X einen Clip, in dem er dem 65-jährigen Schauspieler eine Figur in der Silhouette des Filmpreises Oscar überreicht.

Das Material dafür stamme von einem Zugteil, das durch Russland beschädigt wurde, sagte Pertsovskyi in dem Clip. «Wir konnten unseren guten Freund und treuen ukrainischen Eisenbahnpassagier nicht ohne Auszeichnung zurücklassen», schrieb er zudem auf X.

Penn bedankte sich für den «Eisens-Oscar», wie der Bahn-CEO die Statue nannte. «Wir haben keine Waffe daraus geschmolzen», ist auf der Figur laut einem Foto, das Pertsovskyi teilte, zu lesen

Penn hatte in der Nacht zu Montag (MEZ) die Verleihung seines dritten Oscars in Los Angeles verpasst. Der 65-Jährige wurde für seine Rolle im Politthriller «One Battle After Another» als bester Nebendarsteller ausgezeichnet. Es ist bereits der dritte Oscar für Sean Penn. (dpa)

16:37 Uhr

Dienstag, 17. März

Ex-Minister: Keine Region Russlands kann sich sicher fühlen

Sergej Schoigu, Sekretär des russischen nationalen Sicherheitsrats und Ex-Verteidigungsminister, räumt ein, dass ukrainische Drohnenangriffe tief in Russland ein wachsendes Problem sind und inzwischen selbst Regionen wie den Ural bedrohen. 2025 habe sich die Zahl solcher Angriffe fast vervierfacht, zudem seien Terroranschläge um 40 % gestiegen. Er warnt vor Folgen für Stabilität und Militärlogistik.

Sergei Shoigu, Sekretär des russischen nationalen Sicherheitsrats, bei einem Treffen mit einem ägyptischen Minister. (Bild: Mohamed Hossam)

Die Ukraine greift verstärkt russische Energieinfrastruktur an, um Kriegsfinanzierung und Treibstoffversorgung zu stören – allerdings mit deutlich geringeren Schäden als durch russische Angriffe in der Ukraine. (dpa)

13:42 Uhr

Dienstag, 17. März

Selenski wirbt in London um Unterstützung

Vor dem Hintergrund nachlassender Aufmerksamkeit für den Krieg in seinem Land ist der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski nach London gereist. «Unsere Prioritäten sind klar: mehr Sicherheit und Möglichkeiten für die Ukraine», schrieb Selenski auf sozialen Netzwerken. Geplant seien Treffen mit König Charles, Ministerpräsident Keir Starmer und Nato-Generalsekretär Mark Rutte. Zudem werde er im britischen Parlament eine Rede halten. Die britische Regierung kündigte auch eine neue Rüstungskooperation mit Kiew an.

Nach dem Beginn des Iran-Kriegs ringt Kiew damit, dass die internationale Unterstützung nachlässt. Mehrfach bot Selenski den Monarchien am Persischen Golf und den USA Hilfe bei der Abwehr iranischer Drohnen an. Konkrete Vereinbarungen wurden bisher aber nicht bekannt. US-Präsident Donald Trump wies das ukrainische Hilfsangebot brüsk zurück.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen eine russische Invasion. Insbesondere die ukrainische Flugabwehr wurde dabei modernisiert. Allerdings steht Kiew nun in direkter Konkurrenz um knappe Patriot-Flugabwehrraketen mit den Golfstaaten. (dpa)

13:37 Uhr

Dienstag, 17. März

Pipeline-Zoff: Brüssel schickt Unterstützung in die Ukraine

Im Streit zwischen Kiew und Budapest um die Ölpipeline «Druschba» stellt die Europäische Union technische Unterstützung und finanzielle Mittel zur Reparatur zur Verfügung. Die Ukraine habe ein entsprechendes Angebot angenommen, teilten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa mit. «Europäische Experten stehen sofort zur Verfügung.»

Über die «Druschba» floss bis zuletzt Öl von Russland über Weissrussland und die Ukraine nach Ungarn und in die Slowakei. Nach einer Beschädigung der Pipeline infolge russischer Angriffe Ende Januar fordert die kurz vor einer kritischen Parlamentswahl stehende Regierung in Budapest Kiew zur schnellen Reparatur und Wiederaufnahme des Transits auf. Der ukrainischen Darstellung nach ist eine schnelle Reparatur nicht möglich.

In Ungarn stösst das auf Unglauben. Regierungschef Viktor Orban blockiert ein EU-Paket mit neuen Russlandsanktionen und die Vergabe eines Kredits der EU an die Ukraine, der für das von Russland angegriffene Land überlebenswichtig ist.

Priorität sei es, die Energiesicherheit für alle europäischen Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten, teilten die EU-Spitzenpolitiker weiter mit. «In diesem Sinne werden die Präsidentin der Europäischen Kommission und der Präsident des Europäischen Rates weiterhin mit den betroffenen Parteien an alternativen Routen für den Transport von nicht-russischem Rohöl in die Länder Mittel- und Osteuropas arbeiten.» (dpa)

13:20 Uhr

Dienstag, 17. März

Polen will keine Soldaten in den Iran schicken

Polens Regierung will keine Truppen in den Iran entsenden. «Das gilt sowohl für unsere Land-, Luft- als auch für unsere Seestreitkräfte, die sich noch im Aufbau befinden», sagte Ministerpräsident Donald Tusk. Sein Land habe im Rahmen der Nato andere Aufgaben, und der Konflikt im Nahen Osten betreffe nicht unmittelbar Polens Sicherheit. «Und unsere Verbündeten, auch die Amerikaner, verstehen das.»

Das EU- und Nato-Mitglied Polen ist einer der wichtigsten politischen und militärischen Verbündeten der von Russland angegriffenen Ukraine. Es fühlt sich auch selbst von Moskau bedroht und rüstet massiv auf. Bereits am Montag hatte Polens Aussenminister Radoslaw Sikorski der Forderung von US-Präsident Donald Trump eine Absage erteilt, Nato-Staaten sollten Kriegsschiffe für die Öffnung der Strasse von Hormus entsenden. Polen habe keinerlei Pläne, sich an einer solchen Mission zu beteiligen, sagte Sikorski. (dpa)

22:25 Uhr

Montag, 16. März

Selenski: Russische Offensive vereitelt

Der Ukraine ist es nach Angaben ihres Präsidenten Wolodimir Selenski gelungen, eine für den März geplante strategische Offensive des russischen Militärs zu vereiteln. «Und auch wenn die Attacken stetig sind und die Sturmversuche anhalten, ist ihre Intensität und der Massstab der Auseinandersetzung nicht so gross, wie die Russen das geplant und ihre Kommandeure das der politischen Führung versprochen haben», sagte Selenski in seiner abendlichen Videoansprache.

Selenski bedankte sich in dem Zusammenhang bei den Einheiten verschiedener Frontabschnitte für ihre Zähigkeit und ihren Durchhaltewillen. Nach Angaben unabhängiger Militärexperten ist der Vormarsch der russischen Truppen zuletzt ins Stocken geraten. An einigen Frontabschnitten, speziell im Süden des Landes, konnten die Ukrainer demnach bei Gegenangriffen sogar Territorium zurückerobern. Die Lage bleibt für die Verteidiger aufgrund des anhaltenden Soldatenmangels allerdings schwierig. (dpa)

21:52 Uhr

Montag, 16. März

Russischer Tanker: Moskau sieht Anrainer in der Pflicht

Nach der Beschädigung des russischen Gastankers «Arctic Metegaz», der führerlos im Mittelmeer treibt, fordert Moskau die Küstenstaaten auf, eine Umweltkatastrophe zu verhindern. Russland wirft der Ukraine vor, das Schiff vor zwei Wochen vor Libyen mit Wasserdrohnen angegriffen zu haben; Kiew äusserte sich dazu nicht. Die Besatzung wurde gerettet.

Fotos zeigen den Tanker mit starker Schlagseite, treibend in Richtung Malta. An Bord befinden sich noch erhebliche Mengen Treibstoff, zudem wurden Explosionen und Feuer gemeldet. Russland betont, als Flaggennation in Kontakt mit Eigner und Behörden zu stehen.

Malta warnte bereits andere Schiffe vor der Gefahr. Italienische Marineeinheiten sind in der Nähe; auch ein Abschleppen des Tankers aufs offene Meer wird geprüft. Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni berief eine Krisensitzung ein. (dpa)

17:31 Uhr

Montag, 16. März

Prozess gegen mutmassliche Agenten Russlands beginnt

Drei Ukrainer sollen sich als Agenten im Auftrag Russlands bereiterklärt haben, Anschläge auf den Gütertransport in Deutschland zu begehen - am Dienstag (9.15 Uhr) startet nun der Prozess gegen die Männer im Alter von 22, 25 und 30 Jahren. Der Generalbundesanwalt wirft ihnen Agententätigkeit und Verabredung zu Brandanschlägen im Auftrag eines russischen Nachrichtendienstes vor. Im Mai vergangenen Jahres hatte die Bundesanwaltschaft die Männer in Köln, Konstanz und im Schweizer Kanton Thurgau festnehmen lassen.

Das Trio soll im März 2025 über einen ukrainischen Postdienstleister zwei Pakete mit aktivierten GPS-Trackern in Richtung Ukraine versandt haben. Den Auftrag hierzu soll ein russischer Nachrichtendienst erteilt haben. Damit sollten Routen und Transportabläufe bei dem Paketdienstleister ausgeforscht werden.

Später hätten die Angeklagten dann Brandsätze per Paket verschicken sollen, die sich dann «in Deutschland oder sonst auf dem Weg in nicht von Russland besetzte Teile der Ukraine» hätten entzünden und möglichst grossen Schaden verursachen sollen, so der Vorwurf der Bundesanwaltschaft. (dpa)

16:18 Uhr

Montag, 16. März

Beginnt die vollständige Blockade von Telegram in Russland?

In Russland mehren sich Beschwerden über eine beinahe vollständige Blockierung des dort beliebten Messengerdienstes Telegram. Telegram sei weder in der App noch in der Webversion erreichbar, schrieben Nutzer auf Störungswebsites.

Seit längerem gibt es Gerüchte über eine vollständige Blockierung des Messengers in Russland ab dem 1. April. Schon seit vergangenem Sommer waren Audio- und Videoanrufe bei Telegram und auch bei WhatsApp in Russland gesperrt. Die Messengerdienste Signal und Viber sind bereits blockiert und auch zahlreiche andere Dienste und Websites wie YouTube sind ohne VPN (virtuelles privates Netzwerk) nicht aufrufbar.

Allerdings geht Russland auch zunehmend gegen die VPN-Nutzung vor. Der stellvertretende Vorsitzende des Duma-Ausschusses für Informationspolitik, Andrej Swinzow, sagte kürzlich, dass Geheimdienste den VPN-Datenverkehr in den nächsten drei bis sechs Monaten beschränken oder blockieren könnten. Tatsächlich ist bereits jetzt der VPN-Verkehr über mobiles Internet in Moskau massiv eingeschränkt.

Behörden forcieren den neuen russischen Messenger Max. Kritiker befürchten, dass damit Nutzer ausspioniert werden. Begründet werden die Einschränkungen von Messengern mit dem Vorwurf, dass sich die Unternehmen nicht an russische Gesetze hielten. (dpa)

14:26 Uhr

Montag, 16. März

Tote nach russischen Angriffen im Gebiet Dnipropetrowsk

Im südostukrainischen Gebiet Dnipropetrowsk sind mindestens zwei Zivilisten durch russischen Raketenbeschuss getötet worden. Weitere sieben Menschen seien in der Gemeinde Sajzewe im Landkreis Synelnykowe verletzt worden, teilte der Gouverneur, Olexander Hanscha, bei Telegram mit. Eine Schule und zehn Wohnhäuser wurden den Angaben nach beschädigt. Die Gemeinde ist gut 80 Kilometer von der Frontlinie entfernt. (dpa)

13:43 Uhr

Sonntag, 15. März

Selenski führt Moskaus Angriffe auf laxe Sanktionen zurück

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenski hat angesichts schwerer russischer Angriffe auf sein Land und den Krieg im Nahen Osten zur stärkeren Einhaltung der Sanktionen gegen Moskau gemahnt. Allein in der vergangenen Woche habe Russland 1.770 Kampfdrohnen sowie 86 Raketen und Marschflugkörper gegen die Ukraine eingesetzt, schrieb er auf Telegram. «Jede dieser Raketen beinhaltet mindestens 60 ausländische Bauteile, die Russland unter Umgehung der Sanktionen erhält.» Das Schema der Sanktionsumgehung sei bekannt und müsse beendet werden, forderte er.

Selenski erinnerte in dem Zusammenhang auch an den Krieg im Nahen Osten, in dem der Iran die Angriffe der USA und Israels unter anderem mit Drohnenattacken gegen eine Reihe von Ländern im Nahen Osten beantwortet. Da die Welt nicht genügend Ressourcen habe, um eine Flugabwehr für Europa und den Nahen Osten auf die Beine zu stellen, sei es umso wichtiger, den Russen die Möglichkeit zu nehmen, Raketen in ihren Fabriken herzustellen, schrieb er.

Russland führt seit mehr als vier Jahren Krieg gegen die Ukraine. Dabei beschiesst das russische Militär auch systematisch Städte und zivile Objekte wie Energieanlagen im Hinterland. (dpa)

06:28 Uhr

Sonntag, 15. März

Trump verteidigt Lockerung von Öl-Sanktionen gegen Russland

US-Präsident Donald Trump hat die Lockerung von Sanktionen seiner Regierung gegen Russland infolge des Iran-Kriegs gerechtfertigt. «Ich will Öl für die Welt haben», sagte Trump dem Sender NBC News auf die Frage zu seiner Entscheidung, angesichts der steigenden Energiepreise Kaufbeschränkungen zu lockern.

Zur Unterstützung der Ukraine in ihrem seit mehr als vier Jahren andauernden Abwehrkampf gegen Russlands Invasion waren beispiellose Sanktionen gegen Moskau verhängt worden. Doch vor wenigen Tagen teilte US-Finanzminister Scott Bessent mit, dass russisches Öl, das sich bereits auf Schiffen befinde, vorerst doch wieder straflos verkauft werden dürfe. Ziel sei, das Angebot auf dem Weltmarkt zu verbessern, nachdem die Ölpreise infolge des Iran-Kriegs drastisch gestiegen waren. Die befristete Ausnahme von US-Sanktionen soll bis 11. April gelten.

Deutschland und andere Unterstützer der Ukraine hatten die Entscheidung massiv kritisiert und darauf verwiesen, dass der Druck auf Russland aufrechterhalten werden müsse, um den Krieg zu beenden.

Trump hingegen warf dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenski in dem NBC-Interview erneut vor, ein grösseres Hindernis für ein mögliches Ende des Krieges zu sein als Kremlchef Wladimir Putin. «Ich bin überrascht, dass Selenski kein Abkommen schliessen will. Sagen Sie Selenski, er soll ein Abkommen schliessen, denn Putin ist dazu bereit», sagte Trump in dem NBC-Interview. «Mit Selenski ist es weitaus schwieriger, eine Einigung zu erzielen.»

«Der Letzte, von dem wir Hilfe brauchen, ist Selenski»

Selenski hatte den US-Streitkräften und ihren Verbündeten im Nahen Osten Anfang März seine Hilfe beim Abfangen iranischer Drohnen angeboten, da die Ukrainer in vier Kriegsjahren reichlich Erfahrung damit gesammelt haben. Dazu sagte Trump: «Wir brauchen keine Hilfe.» Und: «Der Letzte, von dem wir Hilfe brauchen, ist Selenski.» Der ukrainische Präsident hatte gesagt, Länder im Nahen Osten hätten um Erfahrungsaustausch beim Abfangen iranischer Drohnen gebeten. Deshalb seien Expertenteams in drei Länder entsandt worden. (dpa)

08:10 Uhr

Samstag, 14. März

Tote und Verletzte nach russischem Angriff im Grossraum Kiew

Im Umland von Kiew sind bei schweren russischen Angriffen mit Drohnen, Raketen und Marschflugkörpern mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Die Anzahl der Verletzten belaufe sich auf 15. «Drei davon sind schwer verletzt, zwei werden gerade operiert», schrieb der Gouverneur der Region, Mykola Kalaschnyk, bei Telegram. Am schwersten getroffen wurden demnach die Landkreise um die Städte Browary und Obuchiw.

Insgesamt wurden laut Kalaschnyk etwa 30 Objekte getroffen und beschädigt, darunter private Wohnhäuser, grössere Wohnblocks, Schulen, ein Kindergarten, Infrastrukturanlagen und Fahrzeuge. Auch die Hauptstadt Kiew selbst ist nach Medienberichten von den Folgen der Attacke betroffen. Wegen Stromausfällen fahren Strassenbahn und Omnibusse in mehreren Stadtbezirken nicht.

Russische Behörden berichten wiederum von Angriffen auf den Hafen Port Kawkas im Gebiet Krasnodar. Drei Menschen seien durch Drohnentrümmer verletzt, darüber hinaus die Infrastruktur des Hafens und ein Schiff beschädigt worden, teilte der Krisenstab der Region mit. Port Kawkas wird für die Versorgung der russischen Truppen in dem seit vier Jahren laufenden Krieg gegen die Ukraine genutzt. (dpa)

15:44 Uhr

Freitag, 13. März

Selenski kritisiert Lockerung der Russland-Sanktionen

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat die Entscheidung der USA zur befristeten Lockerung der Sanktionen gegen russisches Öl als kontraproduktiv kritisiert. Allein dieser Schritt bringe der russischen Kriegskasse rund zehn Milliarden Dollar ein. «Das hilft auf keinem Fall dem Frieden», sagte er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in Paris.

In der Nacht zum Freitag hatte US-Finanzminister Scott Bessent auf X mitgeteilt, dass Länder zeitweise russisches Öl kaufen dürften, das sich bereits auf Schiffen befinde. Ziel sei, das Angebot auf dem Weltmarkt zu verbessern. Die befristete Ausnahme von US-Sanktionen soll bis 11. April gelten.

Er könne die Logik hinter dieser Massnahme verstehen, sagte Selenski. Sie solle die Preise auf dem Weltmarkt stabilisieren. Doch da die Lockerung nur dazu führe, dass Russland noch mehr Drohnen produzieren könne, sei sie seiner Meinung nach kontraproduktiv. Diese Drohnen würden nicht nur in der Ukraine eingesetzt, sondern auch im Nahen Osten - und damit im Endeffekt gegen US-Soldaten, gab der ukrainische Präsident zu bedenken. (dpa)

14:00 Uhr

Freitag, 13. März

Costa: US-Lockerungen bei Ölsanktionen «besorgniserregend»

EU-Ratspräsident António Costa nennt die befristete Lockerung von Handelssperren für russisches Öl der USA «sehr besorgniserregend». Die einseitige Entscheidung der Vereinigten Staaten habe Auswirkungen auf die europäische Sicherheit, schrieb der Portugiese auf X. Zunehmender wirtschaftlicher Druck auf Russland sei entscheidend dafür, dass das Land ernsthafte Verhandlungen über einen gerechten und dauerhaften Frieden in der Ukraine akzeptiere. «Sanktionen zu lockern erhöht die russischen Ressourcen für den Angriffskrieg gegen die Ukraine», kritisierte er.

Eine Sprecherin der EU-Kommission sagte, die Brüsseler Behörde sei weiterhin überzeugt, dass die Preisobergrenze für Öl und die Sanktionen gegen Russland zielgerichtet seien. Sie bleiben auch in der aktuellen Phase mit schwankenden Ölpreisen bestehen. «Russland sollte auf keinen Fall vom Krieg im Iran profitieren.» Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen habe diese Woche deutlich gesagt, dass nicht der richtige Zeitpunkt sei, die Sanktionen gegen Russland zu lockern. US-Finanzminister Scott Bessent hatte zuvor mitgeteilt, die USA angesichts des stark gestiegenen Ölpreises die Sanktionen gegen Russland lockern. Um das Angebot auf dem Weltmarkt zu verbessern, dürfen Länder zeitweise russisches Öl kaufen, das sich bereits auf Schiffen befindet.

Die befristete Ausnahme von US-Sanktionen soll bis 11. April gelten. Moskau begrüsste die Lockerung. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kritisierte die Entscheidung der USA. (dpa)

09:19 Uhr

Donnerstag, 12. März

Teenagerin in Ukraine getötet – Öldepotbrand in Russland

Bei einem russischen Drohnenangriff ist in der nordukrainischen Region Tschernihiw eine Teenagerin getötet worden. Die Eltern der 2010 geborenen Jugendlichen seien verletzt worden, teilte der ukrainische Zivilschutz mit. Drei weitere Verletzte gab es demnach in den Regionen Charkiw und Dnipropetrowsk.

Der ukrainischen Luftwaffe zufolge setzte Russland in der Nacht 94 Kampfdrohnen ein. Davon seien 77 abgewehrt worden, aber es habe auch 16 Einschläge an elf Orten des Landes gegeben.

Die Ukraine wiederum attackierte in der Nacht zum Donnerstag ein Öldepot in der Region Krasnodar am Schwarzen Meer. Auf dem Gelände des Depots im Landkreis Tichorezk sei wegen herabgestürzter Drohnentrümmer ein Feuer ausgebrochen, schrieb der Zivilschutzstab der Region bei Telegram. Verletzte gebe es nicht. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau wurden in der Nacht 80 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet und der annektierten Schwarzmeerhalbinsel Krim abgewehrt – 30 davon über der Region Krasnodar. (dpa)

21:02 Uhr

Mittwoch, 11. März

Selenski hofft auf Plan B für weitere Hilfen aus Europa

Um die von Ungarn blockierten milliardenschweren EU-Hilfen an die Ukraine freizugeben, braucht es nach Angaben aus Kiew neue Ideen. «Wir und Europa, wir brauchen alle einen Plan B», sagte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski in einem Interview von Politico und Welt. Das sei nötig, um weitere Erpressungsversuche von Ungarns Regierungschef Viktor Orban abzuschmettern.

Ein seit langer Zeit zwischen Kiew und Budapest schwelender Streit hat sich in den letzten Wochen auch vor dem Hintergrund des Wahlkampfs in Ungarn drastisch verschärft. Die ungarische Regierung fordert von der Ukraine die schnellstmögliche Reparatur der bei russischen Angriffen beschädigten Ölpipeline «Druschba». Über die Leitung erhält Ungarn vergleichsweise billiges Öl aus Russland. Kiews Beteuerungen, dass die Reparatur langwierig ist, schenkt Budapest keinen Glauben und hat die Vergabe eines 90-Milliarden-Kredits an die Ukraine blockiert.

Im Interview ging Selenski auch auf Trumps Vermittlungsbemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs ein. Während er sie insgesamt lobte und die Verhandlungsbereitschaft seines Landes betonte, forderte Selenski zugleich: Washington müsse mehr Druck auf Kremlchef Wladimir Putin ausüben, «nicht auf mich». Hintergrund waren jüngste Äusserungen Trumps, der einmal mehr Putin grössere Verhandlungsbereitschaft attestierte als Selenski. (dpa)

21:36 Uhr

Dienstag, 10. März

Neue Gespräche über Ukraine-Krieg womöglich nächste Woche

Die wegen des Iran-Kriegs verzögerten Gespräche zwischen Moskau und Kiew unter US-Vermittlung über ein Ende des Ukraine-Kriegs könnten in der nächsten Woche weitergehen. Die US-Seite habe das Treffen verschoben und einen Termin dafür in der nächsten Woche vorgeschlagen, sagte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski. Washingtons Chefunterhändler Steve Witkoff äusserte sich ähnlich und sagte dem US-Sender CNBC, er rechne damit, dass die neue Runde auf die nächste Woche verschoben werde.

Die Türkei ist laut Selenski bereit, Austragungsort für die nächsten direkten Gespräche zwischen Russland und der Ukraine unter US-Vermittlung zu sein. Das teilte Selenski in sozialen Medien nach einem Gespräch mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan mit. (dpa)

16:40 Uhr

Dienstag, 10. März

Putin sieht Erfolge der Invasionstruppen im Donbass

Der russische Präsident Wladimir Putin hat seinen Invasionstruppen Erfolge bei der Eroberung des Donbass bescheinigt. Vor einem halben Jahr habe die Ukraine noch ein Viertel des industriell geprägten Gebietes kontrolliert, jetzt seien es nur noch 15 bis 17 Prozent, sagte Putin am Dienstag bei einem Treffen mit dem von Russland in der Region Donezk installierten Verwaltungschef Denis Puschilin. Diese Zahlen liessen sich nicht unabhängig überprüfen.

Kreml-Berater Juri Uschakow sagte, Putin habe US-Präsident Donald Trump in einem Telefonat am Montag gesagt, die russischen Streitkräfte kämen in der Ukraine «recht erfolgreich voran». Dies solle Kiew «anspornen, sich auf eine Verhandlungslösung des Konflikts zuzubewegen». (dpa)

13:15 Uhr

Dienstag, 10. März

Mindestens 14 Verletzte in der Ukraine durch Drohnen

Durch russische Drohnenangriffe sind in der Ukraine nach Behördenangaben mindestens 14 Menschen verletzt worden. In der Grossstadt Dnipro im Süden sei ein Wohnblock beschädigt worden, teilte der Gouverneur des Gebietes Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, auf Telegram mit. Zehn Menschen, darunter ein zwölfjähriger Junge, seien verletzt worden. Schäden habe es auch an einem Verwaltungsgebäude gegeben.

In der Grossstadt Charkiw im Osten der Ukraine wurden vier Menschen verletzt, als Drohnen einen Stadtteil mit Einfamilienhäusern trafen, wie Bürgermeister Ihor Terechow mitteilte. Die ukrainische Luftwaffe ortete nach eigenen Angaben in der Nacht 137 angreifende Drohnen aus Russland. 122 von ihnen seien abgefangen worden. An zehn Orten habe es aber Einschläge gegeben. Das russische Militär in Moskau wiederum teilte mit, in der Nacht seien 17 ukrainische Drohnen abgefangen worden. (dpa)

13:12 Uhr

Dienstag, 10. Märze

Kiew sieht Gebiet Dnipropetrowsk fast komplett unter eigener Kontrolle

Infolge von Gegenangriffen ist die südostukrainische Region Dnipropetrowsk nach Militärangaben beinahe komplett wieder unter Kontrolle Kiews. Drei kleinere Siedlungen seien noch in russischer Hand und zwei weitere müssten überprüft werden, sagte der im Kiewer Generalstab arbeitende General Olexander Komarenko in einem Interview der Nachrichtenagentur RBK Ukraine.

Aufgrund der ukrainischen Vorstösse gebe es für den Februar eine positive Dynamik. «Es wurde mehr Territorium befreit, als verloren», unterstrich Komarenko. Mehr als 400 Quadratkilometer seien zurückerobert worden. Die Gesamtlage sei weiter «schwierig, aber kontrollierbar». Seit mehreren Wochen laufen in den Gebieten Saporischschja und Dnipropetrowsk ukrainische Gegenangriffe. Die Führung in Kiew betont die Erfolge. Ukrainische Militärbeobachter bewerten die Fortschritte zurückhaltender. (dpa)

13:11 Uhr

Dienstag, 10. März

Ostukraine: Tote nach russischen Bomben auf Slowjans

Durch russische Gleitbomben sind im Zentrum der ostukrainischen Stadt Slowjansk mindestens vier Menschen getötet worden. Weitere 16 seien verletzt worden, teilte der Chef der Militärverwaltung, Wadym Ljach, bei Facebook mit. Insgesamt seien drei russische Bomben eingeschlagen. Den Angaben nach wurden zudem sechs Wohnhäuser und zehn Autos beschädigt. Die russisch-ukrainische Frontlinie ist noch etwa 20 Kilometer von der Stadt im Gebiet Donezk entfernt. Die Ukraine wehrt sich seit etwas mehr als vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen eine russische Invasion. (dpa)

21:30 Uhr

Montag, 9. März

Putin: Russland will Öllieferungen an «zuverlässige Partner» erhöhen

Der russische Präsident Wladimir Putin hat mit Blick auf die aktuellen Turbulenzen am Ölmarkt die Verlässlichkeit seines Landes als Energielieferant unterstrichen. Moskau werde weiterhin Öl und Gas an «Länder liefern, die selbst zuverlässige Partner sind», wie beispielsweise Länder im asiatisch-pazifischen Raum oder die Slowakei und Ungarn, sagte Putin am Montag nach Angaben des Kremls bei einer Regierungssitzung zur Lage am Energiemarkt. Darüber hinaus werde Russland die Lieferungen an seine zuverlässigen Partner erhöhen.

Er sagte, Russland habe «wiederholt gewarnt, dass Versuche, die Lage im Nahen Osten zu destabilisieren, unweigerlich den globalen Energiemarkt gefährden», was zu Preissteigerungen und Lieferengpässen führen würde.

Putin bekräftigte, dass Russland erwäge, Gaslieferungen aus der Europäischen Union, wo ein vollständiges Verbot von russischem Gas ab 2027 vereinbart wurde, auf andere Märkte umzuleiten, fügte jedoch hinzu, dass Moskau bereit sei, mit den europäischen Abnehmern zusammenzuarbeiten, sollten diese ihre Meinung ändern. (dpa)

18:36 hr

Montag, 9. März

Iran-Krieg verzögert Friedensgespräche zur Ukraine weiter

Aufgrund des Iran-Krieges ist eine weitere Verhandlungsrunde zu einer Friedenslösung in der Ukraine verschoben worden. «Derzeit liegt der Schwerpunkt der Partner und die ganze Aufmerksamkeit auf der Situation um den Iran», schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenski nach einer Beratung mit dem ukrainischen Verhandlungsteam auf sozialen Netzwerken. Die Verschiebung sei auf Vorschlag der US-amerikanischen Seite erfolgt. «Doch ist die Ukraine bereit zu Treffen in jedem Moment und in jedem Format», fügte Selenski hinzu.

Russland warf er vor, die Situation im Nahen Osten zu seinen Gunsten auszunutzen. Moskau versuche eine «zweite Front gegen die Ukraine und den ganzen Westen» zu errichten.

Zuvor hatte das ukrainische Präsidentenbüro Presseberichte über ein mögliches Treffen in Istanbul (Türkei) am Mittwoch dementiert. Davor waren in der vergangenen Woche geplante Gespräche zwischen Russland und der Ukraine mit US-Vermittlung in Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) aufgrund der Sicherheitslage verschoben worden. (dpa)

14:48 Uhr

Montag, 9. März

Nawalny-Team veröffentlicht staatlichen Obduktionsbericht

Die Familie und das Team des im Straflager zu Tode gequälten Alexej Nawalny gehen davon aus, dass der Kremlgegner vergiftet wurde. Trotzdem veröffentlichen sie die Ergebnisse der staatlichen Autopsie.

17:34 Uhr

Sonntag, 8. März

Kiew protestiert gegen Moskaus Teilnahme an Biennale in Venedig

Die Ukraine protestiert gegen die geplante Wiedereröffnung des russischen Pavillons bei der Kunstbiennale in Venedig. Aussenminister Andrij Sybiha und Kulturministerin Tetjana Bereschna bezeichnen die Zulassung russischer Künstler angesichts des andauernden Angriffskriegs als inakzeptabel und fordern die Organisatoren auf, ihre Entscheidung zu überdenken. Russland verweigere weiterhin Friedensbemühungen, weshalb eine Teilnahme ein falsches Signal sende.

Kiew warnt zudem davor, dass der Kulturbereich nicht für Kriegspropaganda missbraucht werden dürfe. Die designierte Leiterin des russischen Pavillons, Anastassia Karnejewa, habe Verbindungen zur Rüstungsindustrie, was aus ukrainischer Sicht die enge Verflechtung von Kultur und Regime in Russland belege.

Die ukrainischen Minister appellieren an die Biennale, an den Werten von Freiheit, Menschenwürde und Völkerrecht festzuhalten und Solidarität mit der Ukraine zu zeigen. Die Biennale di Venezia findet vom 9. Mai bis 22. November statt und gilt als eine der wichtigsten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst weltweit. (dpa)

17:05 Uhr

Sonntag, 8. März

Ukrainische Drohnenabwehr-Experten reisen in die Golfregion

Die Ukraine wird nach den Worten ihres Präsidenten Wolodimir Selenski schon in den nächsten Tagen Drohnenabwehr-Experten in die Staaten der Golfregion entsenden. Das kündigte Selenski bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem neuen niederländischen Regierungschef Rob Jetten an, der zu einem Kurzbesuch nach Kiew gekommen war. «Es ist noch zu früh, um über andere Details zu sprechen», meinte Selenski. «Nächste Woche, wenn die Experten vor Ort sind, werden sie sich umsehen und helfen, denn sie kommen direkt mit Möglichkeiten.»

«Die Länder der Region und die Vereinigten Staaten von Amerika haben sich an die Ukraine um Unterstützung gewandt – wir werden ihnen die notwendigen Mittel zur Verfügung stellen, vor allem natürlich das Fachwissen und die Erfahrung unseres Militärs, um sich vor «Shaheds», Marschflugkörpern und Ähnlichem zu schützen», sagte Selenski. Die Ukraine hat Abwehrdrohnen entwickelt, die kostengünstiger sind als die teuren Flugabwehrraketen, die im Moment gegen iranische Kampfdrohnen vom Typ Shahed eingesetzt werden.

Im Gegenzug forderte Selenski indirekt weitere Hilfe der Unterstützer seines Landes. Die Hilfeleistung seines Landes im Krieg am Golf sollte für Europa und die USA ein Anstoss sein, «das zu tun, was für die gemeinsame Sicherheit auf unserem Kontinent notwendig ist». Selenski hatte zuletzt mehrfach erklärt, dass eine Hilfeleistung der Ukraine im Nahen Osten nicht zulasten der eigenen Verteidigung gehen dürfe. (dpa)

12:43 Uhr

Sonntag, 8. März

Ungefiltertes Video sorgt für Wirbel um Putin

Zum internationalen Frauentag veröffentlichte der Kreml eine Videobotschaft von Präsident Wladimir Putin, in der dieser hustet und die Aufnahme unterbricht. Der ungeschnittene Clip wurde nach kurzer Zeit gelöscht und durch eine neue Version ersetzt, was in Russland für Verwunderung sorgte. Beobachter spekulierten, ob es sich um eine technische Panne, eine gezielte Indiskretion oder gar Sabotage handeln könnte.

Die rund 30-sekündige Sequenz verbreitete sich dennoch rasch in sozialen Netzwerken und wurde millionenfach kommentiert. Während kremlnahe Stimmen von einem technischen Fehler oder Putins Perfektionismus sprachen, machten sich insbesondere Kritiker im Ausland über den Vorfall lustig und stellten erneut Fragen zu seiner Gesundheit. Der Kreml weist entsprechende Spekulationen seit Jahren zurück und betont, der 73-Jährige sei gesund. (dpa)

10:30 Uhr

Sonntag, 8. März

Russland meldet Schäden nach ukrainischen Angriffen

Die Ukraine hat bei Gegenangriffen im grenznahen russischen Gebiet Belgorod erneut Energieanlagen und im Gebiet Krasnodar ein Öldepot getroffen. In Belgorod berichtete Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow von schweren Schäden an der Energieinfrastruktur und Stromausfällen nach einem ukrainischen Raketenangriff. Es gebe auch Probleme bei der Wasser- und Wärmeversorgung. In Armawir im Gebiet Krasnodar brach in einem Öllager nach einem Drohnenangriff ein Feuer auf einer Fläche von 700 Quadratmetern aus. Es gebe keine Verletzten, hiess es.

Das russische Verteidigungsministerium teilte am Morgen mit, dass die Flugabwehr 72 ukrainische Drohnen unschädlich gemacht habe. Überprüfbar sind die Angaben von unabhängiger Seite nicht.

Die Ukraine nimmt in ihrem Abwehrkampf gegen Moskaus Angriffskrieg insbesondere immer wieder Anlagen der russischen Ölindustrie ins Visier. Erklärtes Ziel Kiews ist es, so Russlands Einnahmen aus dem Energieverkauf zu schmälern. Die Rohstoffgrossmacht finanziert mit dem Ölverkauf auch ihre Kriegsmaschinerie. Der Ukraine gelingen immer wieder Schläge, die die russischen Energieanlangen empfindlich treffen.

Die Ukraine meldete ebenfalls neue russische Angriffe mit zwei Raketen vom Typ Iskander und 117 Drohnen. Laut Behörden traf eine Drohne auch einen mit bis zu 200 Passagieren besetzten Zug auf der Strecke Kiew-Sumy. Niemand sei dabei verletzt worden, hiess es. (dpa)

05:08 Uhr

Sonntag, 8. März

Zahl der Toten bei russischem Angriff auf Charkiw steigt auf zehn

Die Zahl der Toten durch den Einschlag eines neuartigen russischen Marschflugkörpers in der ukrainischen Metropole Charkiw ist nach örtlichen Angaben auf mindestens zehn gestiegen. Unter den Toten seien zwei Kinder, teilte die regionale Staatsanwaltschaft am Samstag mit. Das Geschoss vom Typ Isdelije-30 habe ein fünfstöckiges Wohngebäude getroffen. Etliche weitere Menschen seien verletzt worden.

Rettungskräfte suchten in den Trümmern nach Überlebenden. Bürgermeister Ihor Terechow sagte, unter den Toten seien eine Grundschullehrerin und ihr Sohn im Grundschulalter. Auch eine Achtklässlerin und ihre Mutter seien getötet worden.

Die Isdelije-30 ist ukrainischen Berichten zufolge eine Waffe, die langsamer als der Schall fliegt. Sie hat eine Reichweite von 1500 Kilometern und ist mit einem neuen Satellitennavigationssystem ausgestattet, das weniger anfällig für Störsender ist. Russland setzt sie seit Kurzem in der Ukraine ein.

Präsident Wolodimir Selenski erklärte, Russland habe im Laufe der Nacht 29 Raketen und 480 Drohnen eingesetzt. Davon schoss die ukrainische Flugabwehr nach offiziellen Angaben 19 Raketen und 453 Drohnen ab. Die übrigen Geschosse trafen 22 Orte.

In der Region Kiew wurden nach Angaben der örtlichen Behörden in drei Bezirken Schäden durch Trümmerteile gemeldet. In der Region Odessa am Schwarzen Meer kämpften 80 Feuerwehrleute nach Drohnenangriffen gegen heftige Brände an Infrastruktureinrichtungen. Die staatliche ukrainische Eisenbahngesellschaft Ukrsalisnyzja teilte mit, wegen Schäden müsse eine Reihe von Verbindungen im Zentrum und im Westen des Landes umgeleitet werden.

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, der nächtliche Angriff habe ukrainischen Militärfabriken, Energieanlagen und Luftwaffenstützpunkten gegolten.

Selenski forderte mehr Unterstützung aus der EU. «Russland hat seine Versuche nicht aufgegeben, die Wohngebiete und die kritische Infrastruktur der Ukraine zu zerstören», schrieb er auf X. (dpa)

16:01 Uhr

Samstag, 7. März

Schweden untersucht verdächtigen Frachter mit russischer Besatzung

Schwedische Behörden nehmen ein unter guineischer Flagge fahrendes Frachtschiff unter die Lupe, das gestohlenes Getreide transportiert haben soll. Die Besatzung der «Caffa» bestehe grösstenteils aus Russen, teilte die Küstenwache am Samstag auf einer Pressekonferenz mit. Die schwedische Nachrichtenagentur TT meldete, das Schiff stehe auf der Sanktionsliste der Ukraine.

Die «Caffa» sei mutmasslich unter falscher Flagge gefahren, als Beamte sie in schwedischen Hoheitsgewässern enterten, berichtete TT. Die Behörden machten sich Sorgen wegen der Seetüchtigkeit. Gegen eine verdächtige Person werde ermittelt.

Ob die «Caffa» zur sogenannten russischen Schattenflotte gehört, blieb zunächst offen. Diese besteht aus Schiffen am Ende der üblichen Lebensdauer, die für den Transport von Öl und Gas oder gestohlenem ukrainischem Getreide eingesetzt werden. Das Durchschnittsalter der Schiffe liegt bei etwa 18 Jahren, weshalb sie anfälliger für Unfälle sind, insbesondere wenn sie nicht gut gewartet werden.

Schweden hatte im vergangenen Jahr angekündigt, Versicherungen ausländischer Schiffe genauer zu prüfen. Die Regierung beauftragte Küstenwache und Seefahrtsbehörden, Versicherungsdaten nicht nur von Schiffen zu sammeln, die schwedische Häfen anlaufen, sondern auch von solchen, die die Hoheitsgewässer und die ausschliessliche Wirtschaftszone des Landes durchfahren. (dpa)

08:01 Uhr

Samstag, 7. März

Russische Rakete trifft Haus in Charkiw – Tote und Verletzte

Russland hat die Ukraine erneut massiv mit Raketen und Drohnen angegriffen. In der ostukrainischen Stadt Charkiw schlug eine ballistische Rakete in ein fünfgeschossiges Wohnhaus ein und tötete mindestens acht Menschen, darunter eine Lehrerin mit ihrem Sohn sowie eine Frau mit ihrer 13-jährigen Tochter. Die Opferzahl stieg im Laufe des Tages, da weitere Leichen aus den Trümmern geborgen wurden. Präsident Wolodimir Selenski sprach von insgesamt 29 eingesetzten Raketen – fast die Hälfte davon ballistische – sowie 480 Drohnen, überwiegend vom Typ Shahed. Ziel der Angriffe sei erneut auch die Energieinfrastruktur gewesen.

Neben Charkiw waren zahlreiche weitere Regionen betroffen, darunter Kiew sowie Gebiete im Westen und Süden des Landes. In der Hauptstadt wurden drei Menschen verletzt, zudem waren zeitweise fast 2.700 Gebäude ohne Heizung. Schäden wurden unter anderem in Dnipropetrowsk, Saporischschja, Odessa und weiteren Regionen gemeldet. Selenski forderte den Westen erneut auf, Russland für die Angriffe zur Verantwortung zu ziehen, und bat insbesondere die EU um verstärkte Unterstützung bei der Luftverteidigung. Die Ukraine beklagt seit Längerem einen Mangel an Flugabwehrraketen im seit über vier Jahren andauernden Krieg. (dpa)

14:04 Uhr

Samstag, 7. März

US-Regierung dementiert Berichte zu Russlands Hilfe für Iran nicht

Die US-Regierung hat Berichte, wonach Russland dem Iran Geheimdienstinformationen über amerikanische Truppen und mögliche Ziele im Nahen Osten liefert, nicht ausdrücklich zurückgewiesen. Verteidigungsminister Pete Hegseth betonte, man beobachte die Lage genau und verfüge über ausgezeichnete Geheimdiensterkenntnisse. Präsident Donald Trump wisse, wer mit wem kommuniziere, und werde unzulässige Aktivitäten entschieden angehen. Trumps Sprecherin Karoline Leavitt erklärte zudem, selbst wenn Russland Informationen weitergebe, ändere das nichts am Kriegsverlauf, da die USA den Iran bereits deutlich geschwächt hätten. Trump selbst wich einer klaren Stellungnahme aus.

US-Medien wie CNN, die «Washington Post» und die «New York Times» berichten unter Berufung auf Geheimdienstquellen, Moskau versorge Teheran mit Satellitenbildern sowie Standort- und Bewegungsdaten zu US-Truppen, Schiffen und Flugzeugen. Offiziell ist Russland nicht am Krieg beteiligt. Zwar arbeiten Moskau und Teheran im Rüstungsbereich zusammen – etwa durch iranische Drohnenlieferungen an Russland im Ukraine-Krieg –, doch ein direkter militärischer Beistand für den Iran gilt derzeit als unwahrscheinlich. Neben der Belastung durch den Ukraine-Krieg dürfte Russland auch Rücksicht auf seine Beziehungen zu anderen wichtigen Staaten im Nahen Osten nehmen. (dpa)

01:01 Uhr

Samstag, 7. März

Bessent: Könnten Sanktionen auf russisches Öl weiter lockern

Wegen der angespannten Situation auf dem Ölmarkt hat US-Finanzminister Scott Bessent die Möglichkeit einer weiteren Lockerung der Sanktionen auf russisches Öl ins Spiel gebracht. «Wir könnten weitere russische Öllieferungen von Sanktionen befreien», sagte Bessent dem Sender Fox Business.

Es gebe Hunderte Millionen Barrel sanktionierten Rohöls auf dem Wasser, so Bessent. Sein Ministerium könne mit einer Lockerung der Sanktionen das globale Angebot erhöhen. Diese Möglichkeit werde derzeit geprüft. Mehr Öl auf dem Markt würde dem jüngsten Preisanstieg infolge des Iran-Kriegs entgegenlaufen, so die Logik hinter der Erwägung. «Wir werden weiterhin regelmässig Massnahmen ankündigen, um den Markt während dieses Konflikts zu entlasten.»

Zuvor hatten die USA indischen Raffinerien am Donnerstag erlaubt, für einen begrenzten Zeitraum bereits auf Tanker verladenes russisches Öl zu kaufen. Das Ministerium erteile dafür eine 30-tägige Ausnahmegenehmigung, um sicherzustellen, dass weiterhin Öl auf den Weltmarkt gelange, teilte Bessent auf der Plattform X mit.

Die globalen Energiemärkte sind durch den Krieg im Nahen Osten aktuell stark beeinträchtigt. Sorge bereitet vor allem die Lage an der Strasse von Hormus. Ein grosser Teil des globalen Ölhandels läuft normalerweise über die Meeresenge. Der Schiffsverkehr durch die Wasserstrasse ist inzwischen aber nahezu zum Erliegen gekommen. (dpa)

00:42 Uhr

Samstag, 7. März

Kreise: USA setzen in der Ukraine erprobtes Waffensystem in Nahost ein

Die USA wollen im Nahen Osten das Anti-Drohnen-System «Merops» einsetzen, das sich in der Ukraine bei der Abwehr russischer Drohnen bewährt hat. Hintergrund ist die bislang als unzureichend eingeschätzte US-Verteidigung gegen iranische Drohnenschwärme. Zwar kommen in der Region Patriot- und THAAD-Systeme gegen Raketen zum Einsatz, doch gelten sie als wenig effizient gegen die vergleichsweise günstigen und schwer zu ortenden Drohnen. Pentagonvertreter räumten in vertraulichen Sitzungen ein, dass US-Ziele in der Golfregion durch die anhaltenden Drohnenwellen verwundbar seien. Auch der Demokrat Jim Himes sprach von einem «mathematischen Problem», da es extrem teuer sei, billige Drohnen mit hochpreisigen Raketen abzuschiessen.

Merops setzt selbst Abfangdrohnen ein, kann feindliche Drohnen identifizieren, verfolgen und mithilfe künstlicher Intelligenz auch bei gestörter Kommunikation operieren. Das kompakte System, das sogar auf einen Pickup passt, wurde bereits von Polen und Rumänien genutzt, nachdem russische Drohnen in den Nato-Luftraum eingedrungen waren. Es gilt als kostengünstigere und gezieltere Lösung zur Drohnenabwehr. Hersteller ist Perennial Autonomy, unterstützt vom früheren Google-Chef Eric Schmidt. Laut Branchenvertretern zeigen die Erfahrungen aus der Ukraine und dem Nahen Osten, dass die USA moderne Anti-Drohnen-Technologien schneller einsetzen müssen, um Truppen und Bevölkerung effektiv und wirtschaftlich zu schützen. (dpa)

19:37 Uhr

Freitag, 6. März

Medien: Russland liefert Iran Infos über US-Militär

Russland liefert dem Iran Medienberichten zufolge Informationen über US-Streitkräfte und mögliche Ziele im Nahen Osten. Dabei versorge der Kreml Teheran mit Standortangaben und Bewegungsdaten von amerikanischen Truppen, Schiffen und Flugzeugen, berichteten der US-Sender CNN und die «Washington Post» unter Berufung Personen, die mit US-Geheimdienstberichten vertraut seien.

«Es scheint sich um eine ziemlich umfassende Massnahme zu handeln», zitierte die «Washington Post» eine der befragten Personen. CNN zufolge sind die meisten weitergegebenen Informationen Bilder, die mit modernen Satelliten Moskaus angefertigt wurden. (dpa)

18:08 Uhr

Freitag, 6. März

Russland will Flüssiggas von Europa nach Asien umlenken

Russische Unternehmen werden nach Angaben der Regierung in Moskau in Kürze einen Teil ihrer Flüssiggaslieferungen von Europa nach Asien umleiten. Die Unternehmen wollten nicht auf weitere Sanktionen aus Brüssel warten und orientierten sich nach Osten um, sagte der für Energiefragen zuständige Vizeregierungschef Alexander Nowak. Als mögliche Partner für langfristige Verträge nannte er Indien, Thailand, die Philippinen und China.

Wegen des Iran-Krieges sind die Gaspreise zuletzt deutlich gestiegen. Da der Schiffsverkehr im Persischen Golf durch den Krieg eingeschränkt und auch die Zukunft der Öl- und Gasförderung in dieser Region derzeit ungewiss ist, reagierten die Weltmärkte mit heftigen Preisausschlägen auf die Rohstoffe. (dpa)

14:48 Uhr

Freitag, 6. März

EU-Kommission: «Selenskis Wortwahl ist inakzeptabel»

Die EU-Kommission von Ursula von der Leyen hat die Drohungen des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski gegen Ungarn scharf verurteilt. «Eine solche Wortwahl ist inakzeptabel. Es darf keine Drohungen gegen EU-Mitgliedstaaten geben», sagte ein Sprecher der Kommission in Brüssel. Ganz allgemein sei die «eskalierende und aufrührerische Rhetorik» von allen Seiten nicht hilfreich.

Im Streit über von Ungarn blockierte Finanzhilfen für die Ukraine hatte Selenski zuvor dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban offen gedroht. «Wir hoffen, dass eine Person in der Europäischen Union die 90 Milliarden Euro nicht blockieren wird und die ukrainischen Kämpfer Waffen bekommen, andernfalls geben wir die Adresse dieser Person unseren Jungs weiter, auf dass sie ihn anrufen und mit ihm in ihrer Sprache reden», sagte Selenski. Von der Regierung in Budapest wurden die Äusserungen als Einschüchterungs- und Erpressungsversuch gesehen.

In dem Konflikt zwischen Orban und Selenski geht es darum, dass Ungarn mit einem Veto gegen neue EU-Finanzhilfen und Russland-Sanktionen versucht, eine schnelle Wiederaufnahme günstiger Öllieferungen über den Südstrang der Druschba-Pipeline zu erzwingen. (dpa)

06:49 Uhr

Freitag, 6. März

Mindestens neun Verletzte nach Angriff in Sewastopol

Infolge eines ukrainischen Drohnenangriffs auf die russisch besetzte Schwarzmeer-Halbinsel Krim sind nach russischer Darstellung mindestens neun Menschen verletzt worden. Ein fünfstöckiges Wohnhaus sei in der Hafenstadt Sewastopol von einer abgeschossenen Drohne schwer beschädigt worden, teilte Verwaltungschef Michail Raswoschajew auf Telegram mit. Die nahe dem Haus abgestürzte Drohne sei mit Metallkugeln und Sprengstoff gefüllt gewesen, erklärte Raswoschajew weiter. Sechs der Verletzten, darunter auch drei Kinder, seien mit Schnittwunden in Krankenhäuser gebracht worden. (dpa)

06:47 Uhr

Freitag, 6. März

Selenski: Haben wegen Irans Drohnen Hilfsanfrage der USA bekommen

Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski haben die USA angesichts des Iran-Kriegs um Unterstützung beim Schutz gegen feindliche Shahed-Drohnen gebeten. «Wir haben eine Anfrage der USA für spezifische Unterstützung zum Schutz gegen «Shaheds» in der Nahost-Region bekommen», bestätigte Selenski auf der Plattform X. Er habe Anweisungen gegeben, die notwendigen Mittel bereitzustellen und die Präsenz ukrainischer Spezialisten zu gewährleisten, schrieb der Präsident weiter. «Die Ukraine hilft Partnern, die zur Gewährleistung unserer Sicherheit und zum Schutz des Lebens unserer Bevölkerung beitragen.» Selenski hatte zuletzt angesichts der vielen Angriffe mit iranischen Drohnen Staatschefs in den betroffenen Ländern der Golfregion die Hilfe von ukrainischen Experten bei der Abwehr der Flugobjekte angeboten. Auch von US-Seite seien Anfragen eingegangen, sagte er, ohne Details zu nennen. (dpa)

21:49 Uhr

Donnerstag, 5. März

Selenski kündigt weitere Gefangenenaustausche an

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat die baldige Rückholung weiterer Soldaten aus russischer Kriegsgefangenschaft angekündigt. In seiner abendlichen Videobotschaft lobte er den am Tag vollzogenen Austausch von 200 Kriegsgefangenen. «Wir rechnen damit, dass es in den nächsten Tagen eine Fortsetzung der Austausche geben wird», sagte er anschliessend. Wie es mit den Verhandlungen über ein Ende des russischen Kriegs in der Ukraine weitergehen wird, ist seinen Worten nach hingegen ungewiss.

Die Ukraine werde weiter auf eine diplomatische Lösung des Konflikts hinarbeiten. Derzeit richte sich die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf die Kampfhandlungen rund um den Iran, die Ukraine müsse aber bereit sein, die Gespräche jederzeit wieder aufnehmen zu können, sagte Selenski. (dpa)

20:58 Uhr

Donnerstag, 5. März

Selenski kündigt weitere Gefangenenaustausche an

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenski hat die baldige Rückholung weiterer Soldaten aus russischer Kriegsgefangenschaft angekündigt. In seiner abendlichen Videobotschaft lobte er den am Tag vollzogenen Austausch von 200 Kriegsgefangenen. «Wir rechnen damit, dass es in den nächsten Tagen eine Fortsetzung der Austausche geben wird», sagte er anschliessend. Wie es mit den Verhandlungen über ein Ende des russischen Kriegs in der Ukraine weitergehen wird, ist seinen Worten nach hingegen ungewiss.

Die Ukraine werde weiter auf eine diplomatische Lösung des Konflikts hinarbeiten. Derzeit richte sich die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf die Kampfhandlungen rund um den Iran, die Ukraine müsse aber bereit sein, die Gespräche jederzeit wieder aufnehmen zu können, sagte Selenski. (dpa)

19:19 Uhr

Donnerstag, 5. März

Selenski droht Orban mit ukrainischen Soldaten

Im Streit über einen von Ungarn blockierten EU-Kredit droht der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban. «Wir hoffen, dass eine Person in der Europäischen Union die 90 Milliarden Euro nicht blockieren wird und die ukrainischen Kämpfer Waffen bekommen, andernfalls geben wir die Adresse dieser Person unseren Jungs weiter, auf dass sie ihn anrufen und mit ihm in ihrer Sprache reden», sagte Selenski nach einer erweiterten Regierungssitzung in Kiew. Der Staatschef betonte, dass sein Land zum EU-Kredit keine Alternative habe.

In Ungarn wurde umgehend auf die Äusserung reagiert. «Diese Drohungen und Erpressungen von Selenski gehen weit über jedes akzeptable Limit hinaus», schrieb Orbans Pressesprecher Zoltan Kovacs auf der Plattform X. Persönliche Emotionen hätten nichts in Angelegenheiten wie dieser zu suchen. Ungarn werde sich nicht einschüchtern und erpressen lassen.

Budapest blockiert die Freigabe des EU-Kredits aufgrund des eingestellten Transits über die Erdölpipeline «Druschba». Ukrainischen Angaben nach wurde diese durch einen russischen Drohnenangriff Ende Januar auf ein Tanklager bei der westukrainischen Stadt Brody beschädigt. Ungarn und auch die ebenfalls vom Transitstopp betroffene benachbarte Slowakei zweifeln diese Angaben an und fordern Zugang für eine Expertenkommission der Europäischen Union.

Selenski verweigerte diesen unter Verweis auf ukrainische Experten. «Ich denke, dass unser Wort reicht», sagte er und stellte eine Reparatur frühestens Mitte April in Aussicht. (dpa)

14:48 Uhr

Donnerstag, 5. März

Moskau und Kiew tauschen Hunderte Kriegsgefangene aus

Moskau und Kiew haben erneut Hunderte Gefangene ausgetauscht. 200 Soldaten kehrten dem russischen Aussenministerium zufolge aus der Ukraine zurück in ihre Heimat. Vermittelt hatten den Austausch demnach die Vereinigten Arabischen Emirate und die USA.

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski bestätigte, dass 200 ukrainische Verteidiger der im ersten Kriegsjahr gefallenen Hafenstadt Mariupol und der Regionen Donezk, Luhansk, Charkiw und Saporischschja zurückgekehrt seien. Er dankte den USA für die Vermittlung.

Am Freitag sollen nach russischen Angaben jeweils 300 weitere Kriegsgefangene freigelassen und übergeben werden. Auf den Austausch der insgesamt 1000 Kriegsgefangenen habe man sich in Genf geeinigt, schrieb Wladimir Medinski, der russische Chefunterhändler bei den jüngsten direkten Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew unter Vermittlung von Washington, bei Telegram. (dpa)

12:03 Uhr

Donnerstag, 5. März

Sicherheitsbedenken im Iran vor Beisetzung von Chamenei

Vor der Beisetzung des getöteten Religionsführers Ajatollah Ali Chamenei soll es in der iranischen Führung erhebliche Sicherheitsbedenken geben. Laut Medienberichten müsste bei den Trauerzeremonien die gesamte politische und militärische Elite erscheinen – darunter auch Modschtaba Chamenei, der als möglicher Nachfolger seines Vaters gilt.

Ein iranischer Journalist beschreibt das Risiko eines Luftangriffs drastisch: «Einerseits ist die Beisetzung mit der Teilnahme aller Verantwortlichen sowie der Medien und Millionen von Revolutionsanhängern ein Muss, andererseits wären die binnen Sekunden dann auch alle tot.»

Wegen der Sicherheitslage gibt es bislang keinen genauen Zeitplan für die Zeremonien. Chamenei, der bei einem israelischen Luftangriff getötet worden war, soll im Imam-Resa-Mausoleum in seiner Heimatstadt Maschhad beigesetzt werden. Der Schrein im Nordosten des Landes ist für Schiiten eine heilige Stätte. Zuvor soll es in der Hauptstadt Teheran eine grosse Trauerzeremonie geben. (dpa)

11:16 Uhr

Donnerstag, 5. März

Selenski: Verhandlungen mit Russland liegen wegen Iran-Krieg auf Eis

Eine für diese Woche vorgesehene Verhandlungsrunde zwischen der Ukraine und Russland ist nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski wegen des Kriegs im Nahen Osten verschoben worden. «Im Moment gibt es wegen der Situation um den Iran noch nicht die nötigen Signale für ein trilaterales Treffen», sagte Selenski am Mittwochabend mit Blick auf die von den USA vermittelten Gespräche. «Doch sobald die Sicherheitslage und der allgemeine politische Kontext es uns erlauben, diese trilaterale diplomatische Arbeit fortzusetzen, wird das passieren.» (dpa)

10:10 Uhr

Donnerstag, 5. März

Verletzte in der Ukraine nach russischen Angriffen

Russland hat die Ukraine in der Nacht erneut mit Angriffen aus der Luft überzogen. Im ostukrainischen Gebiet Charkiw wurden nach Angaben der regionalen Staatsanwaltschaft mehrere Menschen durch russische Drohnenattacken verletzt. Demnach nahm die russische Armee Ortschaften im Landkreis Tschuhujiw ins Visier.

Vier Personen seien verletzt worden, als eine Drohne in der Nähe eines Mehrfamilienhauses im Dorf Nowopokrowka einschlug, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Fünf weitere erlitten demnach dort und drei weitere im Dorf Kamjana Jaruga eine akute Stressreaktion.

Der Gouverneur des südukrainischen Gebiets Odessa, Oleh Kiper, sprach zudem von einem Angriff auf ein ziviles Schiff unter der Flagge Panamas im Schwarzen Meer. Es habe den ukrainischen Hafen Tschornomorsk verlassen und Mais transportiert. Es gebe verletzte Besatzungsmitglieder, schrieb er bei Telegram, ohne Details zu nennen.

In Russland sprach der Gouverneur des Gebiets Saratow, Roman Bussargin, von drei Verletzten nach ukrainischen Drohnenangriffen. Er sagte aber nicht, wo genau. In Saratow an der Wolga gibt es eine Ölraffinerie und in deren Nähe einen grossen Luftwaffenstützpunkt der russischen Streitkräfte. (dpa)

21:37 Uhr

Mittwoch, 4. März

Putin erwägt Stopp der Gaslieferungen in EU – «jetzt sofort»

Angesichts des von der EU geplanten Embargos gegen russisches Gas denkt Kremlchef Wladimir Putin darüber nach, die Lieferungen nun selbst schon vorher zu stoppen. «Jetzt öffnen sich andere Märkte. Und vielleicht ist es für uns vorteilhafter, jetzt sofort die Lieferungen für den europäischen Markt einzustellen», sagte Putin in einem auch vom Kreml veröffentlichten Interview des russischen Staatsfernsehens. Demnach erwägt der Präsident, dem Inkrafttreten der EU-Sanktionen zuvorzukommen.

Ein solcher Schritt dürfte die im Zuge des Iran-Kriegs ohnehin gespannte Lage auf dem Gasmarkt weiter verschärfen und die Energiepreise noch mehr in die Höhe treiben. Das war schon nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine 2022 so.

Putin sagte, dass er nur laut darüber nachdenke, ob die Orientierung auf andere Märkte und das Fussfassen dort für Russland jetzt nicht günstiger sei. Eine Entscheidung sei nicht gefallen. Er beauftrage aber die Regierung und die Unternehmen, einen solchen Schritt zu prüfen. Putin betonte zwar einmal mehr auch, dass Russland ein verlässlicher Lieferant auch in Europa bleiben wolle. Dabei hat er aber vor allem treue Kunden wie Ungarn und die Slowakei im Blick. (dpa)

18:52 Uhr

Dienstag, 3. März

Trump: Ukraine-Krieg wichtige Priorität für mich

Der russische Krieg gegen die Ukraine steht nach Angaben von US-Präsident Donald Trump weit oben auf seiner Prioritätenliste. Es herrsche ein «enormer Hass» zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodimir Selenski, sagte Trump bei einem Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Oval Office.

Noch 2024 hatte Trump im Wahlkampf behauptet, er werde als Präsident den Krieg innerhalb von 24 Stunden beenden. Die Bemühungen um ein Ende des Krieges unter Vermittlung der USA stocken aktuell jedoch. «Manchmal gebe ich dem einen die Schuld, manchmal dem anderen», sagte Trump nun. Der US-Präsident ist für seine schwankenden Positionen in dem Krieg bekannt - oft wird ihm allerdings auch eine zu grosse Nähe zur russischen Position vorgeworfen. (dpa)

14:37 Uhr

Dienstag, 3. März

Landkarte-Design der Ukraine an Paralympics unerwünscht

Die ukrainischen Athletinnen und Athleten dürfen bei den Paralympischen Winterspielen in Italien nicht in ihrer Team-Kleidung antreten. Der Grund: Auf den Anzügen ist eine Landkarte der Ukraine zu sehen. Die ursprünglich geplante Kleidung zeigte das Land in den Grenzen von 1991, also einschliesslich der Krim und der aktuell von Russland besetzten Gebiete.

«Gemäss den IPC-Regeln für Paralympics-Uniformen sind Texte von Nationalhymnen, motivierende Worte, öffentliche/politische Botschaften oder Slogans, die sich auf die nationale Identität beziehen verboten», teilte ein Sprecher des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) mit.

Die Landkarte eines Landes falle unter diese Kategorie. «Im Dialog mit dem Ukrainischen Paralympischen Komitee wurde innerhalb von 24 Stunden eine Alternative vorgelegt, die vom IPC genehmigt wurde», hiess es weiter. (dpa)

10:32 Uhr

Dienstag, 3. März

Selenski sorgt sich um Nachschub für Ukraine

Angesichts der israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran befürchtet der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski Probleme für sein eigenes Land im Krieg gegen Russland. «Es könnte schwierig werden, Raketen und Waffen für die Verteidigung unseres Luftraums zu beschaffen», sagte Selenski der italienischen Tageszeitung «Corriere della Sera». «Die Amerikaner und ihre Verbündeten im Nahen Osten könnten diese zur Verteidigung benötigen, zum Beispiel Anti-Patriot-Raketen.»

Der ukrainische Präsident verwies auf Erfahrungen während der Angriffe der USA und Israels auf den Iran im Juni vergangenen Jahres. Damals habe sich die Lieferung von Raketen an sein Land verzögert. «Heute ist das noch nicht geschehen, aber ich befürchte, dass es sich wiederholen könnte.» Zugleich äusserte er die Hoffnung, dass es «nicht zu einem langen Krieg» komme. Die Ukraine verteidigt sich bereits seit mehr als vier Jahren gegen einen Angriffskrieg aus dem Nachbarland Russland.

Grundsätzlich unterstützte Selenski das Vorgehen gegen den Iran, weil das Land zu den Unterstützern Russlands gehöre. «Ich halte es für eine gute Entscheidung, iranische Militärziele anzugreifen. Die Iraner produzieren eine Menge Waffen für Russland, insbesondere Drohnen und Raketen.» Dies könnten sie jetzt wohl nicht mehr tun. Selenski fügte hinzu: «Ich hoffe, dass die Iran-Krise eine begrenzte Operation bleibt. Wir wissen aus eigener Erfahrung, wie blutig so etwas werden kann.» (dpa)

21:48 Uhr

Montag, 2. März

Selenski bezweifelt starke russische Frühjahrsoffensive

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski zweifelt an der Stosskraft der zu erwartenden Frühjahrsoffensive der russischen Armee. Klar sei, dass Russland weiterhin den Osten der Ukraine sowie im Süden die Städte Saporischschja und Dnipro besetzen wolle, sagte Selenski in Kiew. «Es ist schwierig für sie, aber sie haben die Region Odessa im Blick.»

Doch nach ukrainischer Einschätzung reichten die russischen Kräfte nicht aus. «Ihre Karten stimmen nicht mit der Realität überein – wo sich unsere Streitkräfte befinden und wo ihre Streitkräfte», sagte Selenski, wie die staatliche Nachrichtenagentur Ukrinform meldete. «Sie können den März-Angriff nicht so beginnen, wie sie es wollten.»

Oberbefehlshaber: Mehr Gebiete befreit als verloren

Die russische Armee ist seit Herbst 2023 ununterbrochen vorgerückt, wenn auch langsam und unter schweren Verlusten. Zuletzt mit Beginn des fünften Kriegsjahres gelang es den ukrainischen Verteidigern aber, die Lage zu stabilisieren. Oberbefehlshaber Olexander Syrski teilte sogar mit, im Februar habe seine Armee mehr Territorium zurückerobert, als sie aufgegeben habe.

Im Gegensatz dazu errechnete der ukrainische Militärblog DeepState immer noch einen Verlust von 126 Quadratkilometern. Es sei aber nur halb so viel wie im Januar und der niedrigste Verlust seit Juli 2024.

Russland führt seit Februar 2022 einen grossangelegten Angriffskrieg gegen das Nachbarland. Auch wenn Moskau viele Soldaten verloren hat und der Krieg die Wirtschaft schwächt, rückt der Kreml nicht vom Ziel einer Unterwerfung der Ukraine ab. Diese wiederum verteidigt sich mit Hilfe der europäischen Länder. (dpa)

13:29 Uhr

Montag, 2. März

Russland will weiter mit USA im Ukraine-Krieg verhandeln

Moskau bleibt nach Kremlangaben ungeachtet seiner Kritik an den US-Angriffen auf den Iran offen für eine Vermittlerrolle Washingtons im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. «Wir schätzen weiterhin die Vermittlungsbemühungen der Vereinigten Staaten sehr, vertrauen aber in erster Linie nur uns selbst», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Russland werde sich auch weiterhin ausschliesslich von seinen eigenen Interessen leiten lassen, sagte er.

Unklar ist, ob wegen der Lage im Nahen Osten die von der Ukraine für Anfang März angekündigten trilateralen Gespräche in den Vereinigten Arabischen Emiraten über die Bühne gehen können. Zuletzt hatte es in Genf solche Gespräche gegeben. (dpa)

Peskow sprach angesichts der Luftschläge gegen den Iran von «tiefer Enttäuschung» im Kreml. Die USA hätten sich ungeachtet laufender Verhandlungen mit dem Iran für eine «direkte Aggression» gegen das Land entschieden. (dpa)

20:06 Uhr

Sonntag, 1. März

Selenski: «Wir haben diesen Winter überstanden»

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat das Ende des vierten Kriegswinters und den damit verbundenen Widerstand gegen die russischen Angriffe auf das Energiesystem seines Landes begrüsst. «Heute ist der Tag, an dem jeder von uns mit Fug und Recht sagen kann: Wir haben diesen Winter überstanden, den schwierigsten seit Beginn des Krieges», sagte Selenski in seiner Videoansprache am ersten Tag des meteorologischen Frühlings. «Die Russen wollten diesen Winter zur Vernichtung der Ukraine und der Ukrainer nutzen, aber die Ukraine hat nicht nachgegeben.»

Russland habe in einem der grössten Angriffe am 6. Dezember über 700 Ziele attackiert, danach folgten regelmässige Angriffe gegen diverse Objekte zur Energieversorgung. «Kein Volk hat solche Prüfungen durchgemacht», sagte Selenski. «Die Ukrainer haben auch das überwunden.» (dpa)

15:30 Uhr

Sonntag, 1. März

Vier Tote nach russischem Beschuss in Südukraine

Bei russischem Beschuss der Stadt Cherson im Süden der Ukraine sind vier Menschen getötet worden. Zwei ältere Frauen, die sich am Eingang eines Wohnhauses befanden, seien bei dem Angriff ums Leben gekommen, schrieb Gebietsgouverneur Olexander Prokudin bei Telegram. Eine 85-Jährige und ein 63 Jahre alter Mann seien im Krankenhaus an ihren Verletzungen gestorben. (dpa)

16:30 Uhr

Freitag, 27. Februar

Vier Tote nach russischen Angriffen in der Nordostukraine

In der grenznahen nordostukrainischen Region Sumy sind infolge russischer Angriffe mindestens vier Zivilisten getötet worden. Zwei Frauen und zwei Männer seien in Orten der Gemeinden Jampil und Woroschba umgekommen, teilte Militärgouverneur Oleh Hryhorow bei Telegram mit. Vier weitere Menschen wurden den Angaben nach verletzt. Insgesamt sind demnach innerhalb des vergangenen Tages 30 Siedlungen mehr als 100-mal beschossen worden. Zivile Gebäude und Infrastruktur seien beschädigt worden.

Die Ukraine wehrt sich seit etwas mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion. (dpa)

10:33 Uhr

Freitag, 27. Februar

Waffenruhe um AKW Saporischschja für Reparaturarbeiten

Für die Reparatur einer Stromleitung hat die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) erneut eine lokal begrenzte Waffenruhe zwischen Russland und der Ukraine um das Kernkraftwerk Saporischschja vermittelt. IAEA-Chef Rafael Grossi zufolge laufen derzeit Minenräumarbeiten, um den Reparaturteams sicheren Zugang zu gewähren. Repariert werden soll die 330-Kilowatt-Leitung, die für die Stromversorgung des von russischen Truppen besetzen Kraftwerks im Südosten der Ukraine wichtig ist.

Die Versorgung über diese Leitung war nach Angaben der IAEA am 10. Februar unterbrochen worden. Die andere 750-Kilowatt-Leitung war demnach intakt geblieben. (dpa)

21:19 Uhr

Donnerstag, 26. Februar

Selenski: Nächste Verhandlungsrunde in Abu Dhabi

Die nächste Runde der US-vermittelten Friedensgespräche zwischen der Ukraine und Russland wird Angaben aus Kiew zufolge Anfang März in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten erwartet. «Es ist notwendig, alles, was für echte Sicherheitsgarantien erreicht wurde, zu finalisieren und ein Treffen der Staatschefs vorzubereiten», sagte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski. Ein solches Gipfeltreffen könne helfen, «Schlüsselfragen» zu lösen. «Wenn es um Russland geht, um ein so personalisiertes Regime, dann noch mehr als in anderen Ländern», hob Selenski hervor.

Zuvor hatten in der Schweiz Gespräche zwischen einer ukrainischen und einer US-amerikanischen Delegation zur Vorbereitung eines neuen dreiseitigen Treffens mit Russland stattgefunden. Selenski habe dabei mehrfach mit den ukrainischen Unterhändlern Rustem Umjerow und David Arachamija, sowie den US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner gesprochen.

Selenski erneuerte den Vorwurf, dass Moskau nicht bereit zu einem Friedensschluss sei. Der russische Präsident Wladimir Putin stoppe seine «Kriegsmaschine» nicht. «Im Gegenteil, er bereitet sich darauf vor, weiter zu kämpfen, und die Welt muss bereit sein, Druck auf Russland auszuüben, damit sich dies ändert», sagte der Ukrainer. Das Rezept seien Sanktionen gegen russisches Energieexporte und Banken. (dpa)

11:28 Uhr

Donnerstag, 26. Februar

Viele Verletzte nach schweren russischen Angriffen in Ukraine

Bei schweren russischen Angriffen sind in der Ukraine erneut zahlreiche Menschen verletzt worden. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski sprach in sozialen Medien von Dutzenden Verletzten und Zerstörungen in acht Gebieten des Landes. Erneut sei die Energieinfrastruktur Ziel gewesen: In der zentralukrainischen Region Poltawa sei die Gasinfrastruktur angegriffen worden, in den Gebieten Kiew und Dnipropetrowsk habe es Umspannwerke getroffen. Selenski zufolge setzte Russland 420 Drohnen und 39 Raketen, darunter elf ballistische, ein. Die meisten Raketen seien abgewehrt worden, weil Partner seines Landes einen Teil der vereinbarten Raketen für die Flugabwehr geliefert hätten.

Selenski warnte, dass die Kälte noch nicht vorbei sei und Raketen für die Flugabwehr jeden Tag benötigt würden, solange Russland versuche, das ukrainische Energiesystem zu zerstören. In der Stadt Charkiw und Umgebung sprach Gouverneur Oleh Synjehubow von 16 Verletzten, darunter zwei Minderjährige. Russland habe mit Drohnen und Raketen angegriffen. Der Charkiwer Bürgermeister Ihor Terechow teilte in der Nacht mit, es habe einen Einschlag in ein Wohnhaus gegeben, ein weiteres sei vollständig zerstört worden. In der südukrainischen Stadt Saporischschja wurden nach Angaben von Gouverneur Iwan Fedorow mindestens acht Menschen verletzt, darunter ein acht Jahre alter Junge. (dpa)

11:26 Uhr

Donnerstag, 26. februar

Moskau: Mehr als 1000 Soldatenleichen mit Kiew ausgetauscht

Moskau und Kiew haben nach russischen Angaben erneut mehr als 1000 Soldatenleichen ausgetauscht. Die Ukraine habe die sterblichen Überreste von 1000 Soldaten von Russland erhalten, schrieb der russische Chefunterhändler bei den jüngsten Verhandlungen zwischen beiden Kriegsparteien, Wladimir Medinski, bei Telegram. Kiew übergab Moskau demnach 35 Soldatenleichen. (dpa)

06:36 Uhr

Donnerstag, 26. Februar

Die Schweiz sanktioniert Russland – das gilt ab dem 25. April

In der Schweiz gilt ab dem 25. April 2026 ein vollständiges Kauf- und Importverbot von russischem Flüssigerdgas. Der Bundesrat übernimmt damit per Donnerstag, 26. Februar weitere Teile des 19. Sanktionspakets der EU.

Die Massnahme verfolge das Ziel, Russlands Einnahmen aus dem Verkauf fossiler Brennstoffe zu verringern, die den Krieg gegen die Ukraine «massgeblich» mitfinanzierten.

Die Landesregierung beschloss zudem Massnahmen in der Finanzbranche. So ist die Erbringung von Kryptodienstleistungen an russische Staatsangehörige und Unternehmen neu untersagt. Weiter gilt ein Verbot betreffend Transaktionen mit bestimmten Rubel-gestützten Kryptowerten, hiess es weiter. (has)

22:15 Uhr

Mittwoch, 25. Februar

Selenski telefoniert mit Trump zu weiteren Gesprächen

Der ukrainische Staatschef Wolodimir Selenski hat mit US-Präsident Donald Trump über die nächsten Verhandlungen für ein Ende des russischen Angriffskriegs gesprochen. Bei dem Telefongespräch seien auch Unterhändler Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn, Jared Kushner, anwesend gewesen, teilte Selenski am Abend auf seiner Internetseite mit. Demnach dankte Selenski für die US-Vermittlung. An diesem Donnerstag sind ihm zufolge Gespräche zwischen den USA und der Ukraine in Genf geplant.

Selenski wies in dem Gespräch darauf hin, dass dieser Winter infolge der russischen Angriffe der schwierigste für die Ukraine gewesen sei.

Er sagte auch, dass es bei dem Gespräch um die Vorbereitung des nächsten Treffens mit den Russen und Amerikanern Anfang März gegangen sei. Bestätigt ist der Termin von russischer Seite nicht. Selenski äusserte zudem erneut die Hoffnung, dass es zu einem Treffen auf Präsidentenebene komme. Trump unterstützte das. (dpa)

19:12 Uhr

Mittwoch, 25. Februar

Ukraine erhöht Renten kräftig um über zwölf Prozent

Trotz hoher Ausgaben im Krieg mit Russland hat die ukrainische Regierung jetzt eine kräftige Rentenerhöhung für die über zehn Millionen Rentner angekündigt. «Ab dem 1. März werden die Renten und Versicherungsleistungen für Millionen Ukrainer um 12,1 Prozent steigen», teilte Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko mit.

Die Erhöhung liege über der Inflation und setze die Rentenerhöhungspolitik der Jahre 2021 bis 2025 fort. Zum Vergleich: In Deutschland werden zum 1. Juli Rentenerhöhungen von etwa 3,7 Prozent erwartet. Die Renten in der Ukraine sind traditionell sehr gering.

Zum 1. Januar verzeichnete der ukrainische Rentenfonds rund 10,1 Millionen Rentner. Die Durchschnittsrente lag dabei bei umgerechnet knapp 130 Euro. Mehr als die Hälfte der Rentner bezog allerdings umgerechnet weniger als 100 Euro. (dpa)

14:11 Uhr

Mittwoch, 25. Februar

USA und Ukraine bereiten neue Gesprächsrunde mit Russland vor

Im Rahmen der von den USA vermittelten ukrainisch-russischen Friedensgespräche ist am Donnerstag in der Schweiz ein neues Treffen zwischen Vertretern der Ukraine und der USA geplant. «Ich habe gerade mit (dem Chefunterhändler) Rustem Umjerow gesprochen. Er wird morgen ein Treffen mit den US-amerikanischen Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner haben», sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenski Journalisten. An dem Treffen werde auch der ukrainische Wirtschaftsminister Olexij Sobolew teilnehmen. Umjerows Pressesprecherin bestätigte den Termin und nannte Genf als Gesprächsort. Zuvor hatte Witkoff bereits die Reise nach Genf am Donnerstag angekündigt.

Thema der Unterredungen sollen ein Wiederaufbauprogramm für die Ukraine und die Vorbereitung eines Dreiertreffens mit einer russischen Delegation «Anfang März» sein. Umjerow habe die Anweisung erhalten, Einzelheiten eines geplanten neuen Gefangenenaustauschs zu erörtern. (dpa)

12:38 Uhr

Mittwoch, 25. Februar

Mehrere Tote nach ukrainischem Angriff auf Fabrik in Russland

Bei Angriffen der Ukraine sind im westrussischen Gebiet Smolensk nach Behördenangaben mindestens vier Menschen getötet worden. Kiew habe die Fabrik Dorogobusch für Stickstoffdünger attackiert, schrieb Gouverneur Wassili Anochin bei Telegram. Vier Mitarbeiter seien dabei ums Leben gekommen, zehn weitere seien verletzt worden.

Um mögliche Gefahren für die Bevölkerung zu minimieren, werde die Evakuierung der Einwohner in umliegende Siedlungen in Erwägung gezogen.

Die Chemiefabrik Dorogobusch liegt etwa 285 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt und gehört zur Gruppe Acron. Nach deren Angaben ist sie Hersteller von Mineraldüngern und Industrieprodukten. Demnach wird dort unter anderem Ammoniak, Ammoniumnitrat und Salpetersäure produziert - Stoffe, die auch militärisch genutzt werden können.

Dem Verteidigungsministerium in Moskau zufolge wurden in der Nacht 69 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet abgewehrt, davon 14 über der Region Smolensk. (dpa)

22:14 Uhr

Dienstag, 24. Februar

Tausende Slowaken protestieren für die Ukraine und gegen Fico

Tausende Menschen sind in Bratislava zu einer Solidaritätskundgebung für die Ukraine auf die Strasse gegangen. Anlass war der vierte Jahrestag des russischen Angriffs vom 24. Februar 2022. Die Demonstranten gedachten der Opfer, schwenkten ukrainische, slowakische und EU-Fahnen und riefen Parolen gegen Russlands Präsidenten Wladimir Putin sowie gegen Ministerpräsident Robert Fico. Dieser hatte wegen eines Streits über russische Öllieferungen einen Stopp slowakischer Stromhilfen für die Ukraine angekündigt.

Menschen nehmen am Solidaritätsmarsch in Bratislava, Slowakei teil. (Bild: EPA)

Hintergrund ist ein von der Slowakei ausgerufener «Erdöl-Notstand», nachdem seit Wochen kein russisches Öl mehr über die durch russische Angriffe beschädigte Druschba-Pipeline geliefert wird. Fico wirft Kiew dennoch vor, die Lieferungen absichtlich zu blockieren. Laut Netzbetreiber Seps liefen die Stromlieferungen am Dienstag jedoch weiter. Trotz des Streits bekräftigte die slowakische Regierung ihre grundsätzliche Unterstützung für die EU-Beitrittsbemühungen der Ukraine. (dpa)

20:51 Uhr

Dienstag, 24. Februar

Zwei Tote in Dnipropetrowsk nach russischem Luftangriff

Kurz nach den Besuchen europäischer Spitzenpolitiker in Kiew zum vierten Jahrestag des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat die russische Luftwaffe die Region Dnipropetrowsk attackiert. Bei einer Explosion seien zwei Menschen getötet worden, teilte der regionale Militärverwalter Olexander Ganscha auf Telegram mit. Fünf weitere Zivilisten seien verletzt, zahlreiche Häuser durch die Bombentreffer beschädigt worden. Es wurde nicht ausgeschlossen, dass sich unter den Trümmern noch Opfer befanden. (dpa)

18:41 Uhr

Dienstag, 24. Februar

Eklat am Jahrestag der Invasion: Ungarn blamiert die EU mit Milliarden-Veto

Im Streit um Öl-Lieferungen aus Russland sorgt Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán für einen Eklat am Gedenktag des russischen Angriffs auf die Ukraine: Sein Veto könnte weitreichende Folgen haben. (chm)

16:25 Uhr

Dienstag, 24. Februar

Westen sagt Ukraine weitere Unterstützung zu

Westliche Unterstützer haben der Ukraine zum vierten Jahrestag der russischen Invasion weitere Hilfe bei ihrem Abwehrkampf zugesichert. «Die Luftverteidigung zum Schutz der Bürger hat absolute Priorität», sagte der britische Premierminister Keir Starmer bei Beratungen der sogenannten «Koalition der Willigen», an denen etliche westliche Staatschefs in Kiew teilnahmen oder zugeschaltet wurden. «Wir müssen den Druck auf Russland und seine Kriegswirtschaft erhöhen», sagte Starmer.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der das Treffen mit Starmer per Videoschalte leitete, warb für ein verstärktes Vorgehen gegen die sogenannte russische Schattenflotte, die Russland zur Vermeidung von Sanktionen etwa beim Öltransport einsetzt.

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski pochte auf eine Einbindung der Europäer in die von den USA angeschobenen Verhandlungen über einen möglichen Friedensschluss. «Wir brauchen Europa in den Verhandlungen. Wir tun alles, was wir können, um die Europäer so weit wie möglich einzubeziehen, und wir zählen auf Ihre Führungsrolle in diesem gesamten Verhandlungsprozess.»

In einer Erklärung rief die Koalition aus über 35 Ländern Russland zwar zu konstruktiven Verhandlungen und einem bedingungslosen Waffenstillstand auf, Teilnehmer äusserten sich aber skeptisch. «Wir brauchen Frieden, aber wir müssen uns auf alle weiteren Herausforderungen seitens Russlands vorbereiten», sagte Selenski. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erklärte in einer englischsprachigen Videobotschaft: «Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass dieser Krieg erst dann enden wird, wenn Putin erkennt, dass er nicht gewinnen kann. Deshalb müssen wir den Druck auf Russland erhöhen. Wir müssen Moskaus Kriegsfinanzierung austrocknen.» (dpa)

14:28 Uhr

Dienstag, 24. Februar

Briten verabschieden neues Sanktionspaket gegen Russland

Die britische Regierung hat zum vierten Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine neue Sanktionen verhängt. Das Vereinigte Königreich stehe so lange, wie es nötig ist, an der Seite der Ukraine, sagte Premierminister Keir Starmer. Er würdigte die «unglaubliche Widerstandsfähigkeit» des europäischen Partners. Das Sanktionspaket ist nach Angaben der Regierung das grösste seit den frühen Monaten des Krieges. Es zielt insbesondere auf die Finanzierung der vom russischen Präsidenten Wladimir Putin angeordneten Invasion.

Mit Sanktionen belegt wurden unter anderem der Pipeline-Gigant PJSC Transneft sowie 175 Unternehmen und 48 Öltanker der sogenannten Schattenflotte. Zu dieser gehören meist ältere Schiffe, mit denen Russland nach westlichen Angaben versucht, Sanktionen zu umgehen. Es sei kein Krieg, der weit vom Vereinigten Königreich entfernt sei, sagte Starmer. Es sei Putin, der einem möglichen Frieden im Wege stehe. Die britischen Sanktionen sollen auch Unternehmen treffen, die Teile für Drohnen liefern. Ausserdem stehen Banken und Firmen aus der Kernenergie- und Gasindustrie auf der Liste. (dpa)

14:27 Uhr

Dienstag, 24. Februar

Medien recherchieren Namen von 200'000 toten Soldaten Russlands

Unabhängige Medien haben die Namen von mindestens 200'000 russischen Soldaten ermittelt, die im Angriffskrieg gegen die Ukraine gefallen sein sollen. Das russische Nachrichtenportal «Mediazona» und die britische Rundfunkanstalt BBC werteten zusammen mit einem Team von Freiwilligen Medienberichte, Beiträge in sozialen Medien und Regierungswebsites aus. Das Ergebnis ihrer Recherche veröffentlichten sie am Dienstag, dem vierten Jahrestag der russischen Invasion in die Ukraine. Insgesamt ermittelten sie die Namen von 200.186 getöteten Militärangehörigen im Zeitraum vom 24. Februar 2022 bis zum 19. Februar 2026.

Weder Moskau noch Kiew liefern zeitnahe Daten zu ihren militärischen Verlusten. Zudem sind beide Seiten bemüht, die Verluste der Gegenseite möglichst hoch erscheinen zu lassen. Die US-Denkfabrik CSIS hatte die obere Grenze der geschätzten Zahl der getöteten, verwundeten oder vermissten Soldaten auf beiden Seiten in einem Bericht im Januar mit etwa 1,8 Millionen angegeben. Für die russische Seite gingen die Autoren von mindestens 325'000 getöteten Soldaten zwischen Februar 2022 und Dezember 2025 aus. Die Zahl der im Kampf gefallenen Ukrainerinnen und Ukrainer wurde auf bis zu 140'000 geschätzt. (dpa)

13:06 Uhr

Dienstag, 24. Februar

Kreml: Russland wird weiterkämpfen

Zum Jahrestag der russischen Invasion in die Ukraine sind Signale der Entspannung aus Moskau ausgeblieben. Kremlsprecher Dmitri Peskow bekräftigte vielmehr, dass sein Land weiterkämpfen werde. Russland habe in der Ukraine noch nicht alle Kriegsziele erreicht, sagte er. Die Operation werde fortgesetzt, die Interessen Moskaus würden abgesichert. Auf die Frage, wie sich das Land in vier Jahren Krieg seit dem Einmarsch ins Nachbarland am 24. Februar 2022 verändert habe, antwortete Peskow, dass die Russen sich hinter Präsident Wladimir Putin gestellt hätten. Die russische Gesellschaft sei zudem gereift und verstehe ihre Wurzeln. Sie habe ein Verständnis dafür entwickelt, was in den internationalen Angelegenheiten weltweit gut und was schlecht sei. Die vergangenen vier Jahre seien ein sehr wichtiger Abschnitt der russischen Geschichte gewesen, sagte Peskow weiter. Russland werde voranschreiten. (dpa)

13:04 Uhr

Dienstag, 24. Februar

EU-Führung gedenkt in Kiew der ukrainischen Kriegstoten

Am vierten Jahrestag des russischen Einmarsches haben EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António Costa gemeinsam mit anderen europäischen Staats- und Regierungschefs in Kiew der Opfer des Krieges gedacht. Zusammen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski stellten sie vor einer Ehrenformation Windlichter an einem provisorischen Gedenkort auf dem zentralen Unabhängigkeitsplatz in Kiew auf. Anschliessend hielten sie für eine Gedenkminute inne. (dpa)

13:03 Uhr

Dienstag, 24. Februar

Macron: Ukraine-Krieg ist «dreifaches Versagen für Russland»

Der französische Präsident Emmanuel Macron sieht die Ambitionen Moskaus in der Ukraine auf ganzer Linie gescheitert. Der Angriffskrieg gegen die Ukraine habe die Fragilität des Imperialismus ein weiteres Mal schonungslos offengelegt, erklärte Macron zum vierten Jahrestag des russischen Einmarschs auf der Plattform X. «Dieser Krieg ist ein dreifaches Versagen für Russland: militärisch, wirtschaftlich und strategisch.» Der Krieg habe die Nato gestärkt. Und er habe die Europäer mobilisiert, statt sie wie von Moskau angestrebt zu schwächen, schrieb Macron. (dpa)

13:01 Uhr

Dienstag, 24. februar

Merz: «Das Schicksal der Ukraine ist unser Schicksal»

Der deutsche Kanzler Friedrich Merz hat zum vierten Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine erneut den Zusammenhalt der Europäer beschworen. «Seit vier Jahren ist jeder Tag und jede Nacht für die Ukrainerinnen und Ukrainer ein Albtraum. Und nicht nur für sie, sondern für uns alle. Denn der Krieg ist zurück in Europa», schrieb Merz auf der Plattform X. «Nur mit gemeinsamer Stärke werden wir ihn beenden. Denn das Schicksal der Ukraine ist unser Schicksal.» Deutschlands Vizekanzler Lars Klingbeil - von der SPD, der sozialdemokratischen Koalitionspartnerin der Christdemokraten von Merz - erklärte: «Niemand sehnt sich mehr nach Frieden als die Ukrainerinnen und Ukrainer. Auf diesem Weg stehen wir weiter fest an der Seite der Ukraine.» (dpa)

12:10 Uhr

Dienstag, 24. februar

Vier Jahre Ukraine-Krieg: EU-Politiker reisen nach Kiew

Zum vierten Jahrestag des russischen Angriffskriegs in der Ukraine sind ranghohe EU-Politikerinnen und -Politiker nach Kiew gereist. Es fand unter anderem eine Gedenkzeremonie für die Kriegsopfer statt.

11:06 Uhr

Dienstag, 24. februar

Nato-Chef: Ukraine braucht wirksame Sicherheitsgarantien

Nato-Generalsekretär Mark Rutte hat zum vierten Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine wirksame Sicherheitsgarantien für einen dauerhaften Frieden gefordert. «Wenn die Kämpfe endlich aufhören, muss der Frieden Bestand haben», sagte Rutte im Nato-Hauptquartier in Brüssel. Dafür brauche es starke ukrainische Streitkräfte und Sicherheitsgarantien von Europa, Kanada und den Vereinigten Staaten, fügte der Niederländer hinzu. Rutte lobte den Mut der ukrainischen Bevölkerung und Soldaten. «Die Ukraine ist eine Nation stiller Helden.» Es sei unerlässlich, dass die Ukraine weiterhin die militärische, finanzielle und humanitäre Hilfe erhalte, die sie benötige. Die Ukraine brauche mehr Unterstützung. «Denn ein Versprechen von Hilfe beendet keinen Krieg.» (dpa)

11:04 Uhr

Dienstag, 24. Februar

Kriegs-Jahrestag: EU sichert Kiew weitere Unterstützung zu

Die Spitzen der Europäischen Union haben der Ukraine zum vierten Jahrestag des Beginns der russischen Vollinvasion weitere Unterstützung zugesichert. «Wir bleiben der grösste Geldgeber für die Ukraine», hiess es in einer Erklärung der EU zum Jahrestag. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António Costa nahmen in Kiew an einer Gedenkzeremonie teil. Für eine Stärkung der Energiesicherheit der Ukraine werde an einem neuen Plan gearbeitet, um beschädigte Kraftwerke schneller zu reparieren und wieder ans Stromnetz zu bringen, hiess es.

Überschattet wird der Besuch allerdings von einer Blockade neuer Russland-Sanktionen durch Ungarn und die Slowakei. (dpa)

10:05 Uhr

Dienstag, 24. februar

Deutscher Verteidigungsminister rügt Nähe Trumps zu Putin

Zum vierten Jahrestag der russischen Invasion in die Ukraine hat der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius dem US-Präsidenten Donald Trump eine Kumpanei mit Kremlchef Wladimir Putin vorgeworfen. Trump habe den russischen Präsidenten beim Gipfeltreffen in Alaska «wie einen Kumpel» auf dem roten Teppich begrüsst und sich gleichzeitig komplett aus der militärischen Unterstützung der Ukraine zurückgezogen, kritisierte der Sozialdemokrat im Radiosender Deutschlandfunk. Und leider habe der US-amerikanische Präsident auch sehr früh unnötigerweise eine Nato-Mitgliedschaft der Ukraine vom Verhandlungstisch genommen – «ohne Not», so Pistorius.

Scharf kritisierte Pistorius die russischen Luftangriffe mit Raketen und Drohnen auf ukrainische Städte. «Was dort jede Nacht passiert, hat ja mit der Eroberung eines Landes nichts zu tun. Hier wird die Zivilbevölkerung terrorisiert – bei minus 20 Grad. Und kein Quadratmeter Boden wird damit gewonnen, sondern die Moral der Ukrainer soll gebrochen und das Land zerstört werden.» Doch gebe es auch nach vier Jahren einen unglaublichen Durchhaltewillen und eine unglaubliche Courage, Stärke und Moral der Bevölkerung. Umfragen zeigten, dass sie sogar steige. (dpa)

09:45 Uhr

Dienstag, 24. Februar

Selenski: Putin hat seine Ziele nicht erreicht

Zum Jahrestag des russischen Angriffs auf sein Land hat der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski auf vier Jahre Krieg zurückgeblickt. «Wenn wir uns an den Beginn der Invasion erinnern und auf die heutige Situation blicken, können wir mit Fug und Recht sagen: Wir haben unsere Unabhängigkeit verteidigt, wir haben unsere Staatlichkeit nicht verloren», sagte das Staatsoberhaupt in einer Videobotschaft. Die Ukraine existiere nicht nur auf der Karte. «(Kremlchef Wladimir) Putin hat seine Ziele nicht erreicht. Er hat die Ukrainer nicht gebrochen. Er hat diesen Krieg nicht gewonnen.»

Auf die laufenden Friedensgespräche bezogen, betonte er: «Fraglos wollen wir alle, dass dieser Krieg endet, doch niemand lässt zu, dass die Ukraine zu existieren aufhört.» Es werde alles dafür getan, damit die Kriegsjahre nicht umsonst waren. «All der Kampf, der Mut, die Würde, alles, was die Ukraine durchgemacht hat, darf nicht entwertet werden», sagte Selenski. In den von den USA vermittelten Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine werde «um jedes Wort, um jeden Punkt» gekämpft. «Das Abkommen darf nicht einfach nur unterzeichnet werden, sondern muss angenommen werden - angenommen von den Ukrainern», unterstrich der Staatschef. Es gehe um reale Sicherheitsgarantien für das osteuropäische Land und ein starkes Abkommen. (dpa)

07:26 Uhr

Dienstag, 24. Februar

Vierter Kriegs-Jahrestag: EU-Spitzen reisen in die Ukraine

Zum vierten Jahrestag der russischen Invasion in die Ukraine werden EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António Costa heute zu einem Solidaritätsbesuch in Kiew erwartet. Die beiden EU-Spitzen wollen mit mehreren europäischen Staats- und Regierungschefs an einer Gedenkzeremonie teilnehmen und ihre Unterstützung für die Ukraine bekunden. Zudem ist geplant, dass sie sich vor Ort ein Bild von der Zerstörung ukrainischer Energieinfrastruktur durch russische Raketenangriffe machen.

Allerdings kommen die EU-Spitzen mit leeren Händen nach Kiew, da sich zwei östliche EU-Mitgliedstaaten gegen die benachbarte Ukraine stellen. Überschattet wird der Besuch von der Blockade neuer Russland-Sanktionen durch Ungarn und die Slowakei, die beide von russischen Energielieferungen abhängig sind. Ungarn hat zudem auch ein Veto gegen eine EU-Entscheidung eingelegt, die wichtige Finanzhilfen für die Ukraine ermöglichen soll. (dpa)

21:14 Uhr

Montag, 23. Februar

UN-Chef: Ukraine-Krieg ist Schandfleck für kollektives Bewusstsein

Anlässlich des vierten Jahrestags des russischen Angriffs auf die Ukraine hat UN-Generalsekretär António Guterres zu einem sofortigen und bedingungslosen Waffenstillstand aufgerufen. «Dieser verheerende Krieg ist ein Schandfleck für unser kollektives Bewusstsein und stellt weiterhin eine Bedrohung für den regionalen und internationalen Frieden und die Sicherheit dar», hiess es in einer Mitteilung des UN-Generalsekretärs.

Guterres stellte die vielen zivilen Opfer in den Vordergrund: «Die Zivilbevölkerung trägt die Hauptlast dieses Konflikts; das Jahr 2025 verzeichnete die bislang höchste Zahl getöteter Zivilisten in der Ukraine. Das ist schlicht inakzeptabel.» Das russische Militär hat in den vergangenen Monaten verstärkt zivile Ziele in der Ukraine angegriffen. (dpa)

19:46 Uhr

Montag, 23. Februar

Neuer Anschlag? Polizisten in Mykolajiw nach Explosion verletzt

In der Südukraine sind erneut Polizisten bei einer Explosion verletzt worden. Es werde geprüft, ob es sich um einen Terroranschlag handele, schrieb Präsident Wolodymyr Selenski bei Telegram. Sieben Menschen seien verletzt worden, zwei von ihnen schwer.

Zuvor hatte die Polizei darüber informiert, dass es an einer stillgelegten Tankstelle in der Grossstadt Mykolajiw eine Explosion gegeben habe. Auf dem Gelände der Tankstelle befanden sich demnach bei einem Schichtwechsel mehrere Polizeifahrzeuge.

Polizeichef Iwan Wyhiwskyj stellte einen Zusammenhang mit einem Anschlag im westukrainischen Lwiw her, bei dem am Samstagabend eine Polizistin getötet und knapp zwei Dutzend Menschen verletzt worden waren. Als mutmassliche Täterin wurde eine 33-Jährige festgenommen, die vom russischen Geheimdienst angeworben worden sein soll. (dpa)

18:48 Uhr

Montag, 23. Februar

EU-Spitze erhöht wegen Ukraine-Blockade Druck auf Orbán

EU-Ratspräsident António Costa hat Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán aufgefordert, die Blockade der neuen EU-Finanzhilfen für die Ukraine umgehend zu beenden. In einem Brief betonte er, Beschlüsse des Europäischen Rates seien für alle Mitgliedstaaten verbindlich; ein Bruch verletze den Grundsatz der loyalen Zusammenarbeit. Kein Land dürfe die Glaubwürdigkeit gemeinsamer Entscheidungen untergraben. Konkret geht es um die beim EU-Gipfel am 18. Dezember vereinbarten Hilfen für Kiew.

EU-Ratspräsident António Costa (Bild: AP)

Orbán begründet seine Blockade mit einem Streit über russische Öllieferungen durch die Druschba-Pipeline, die laut Kiew wegen russischer Angriffe unterbrochen sind. Costa kündigte ein Gespräch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski an und sicherte zugleich den Schutz der Energiesicherheit aller EU-Staaten zu. Die 90 Milliarden Euro schweren Finanzhilfen – davon 60 Milliarden für die Verteidigung – sollten eigentlich zum vierten Jahrestag des russischen Angriffs in Kiew offiziell präsentiert werden. (dpa)

17:37 Uhr

Montag, 23. Februar

Gegenmassnahme: Slowakei stoppt Stromlieferungen an die Ukraine

Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico hat die angekündigten «Gegenmassnahmen» gegen die Ukraine umgesetzt und die Notstromlieferungen eingestellt. Hintergrund ist der weiterhin unterbrochene Öltransit über die Druschba-Pipeline, über die russisches Erdöl durch die Ukraine in die Slowakei fliesst.

Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico. (Bild: EPA)

Fico erklärte in einem Facebook-Video, er habe Präsident Wolodimir Selenski vergeblich um ein rasches Gespräch gebeten. Die Massnahme werde sofort rückgängig gemacht, sobald die Öllieferungen wieder aufgenommen würden. Nach ukrainischen Angaben ist die Pipeline seit Ende Januar wegen russischer Bombardierungen ausser Betrieb.

Die Slowakei hatte bereits einen «Erdöl-Notstand» ausgerufen und greift auf staatliche Reserven zurück. Die Opposition und die Ukraine kritisierten Ficos Schritt scharf. Oppositionsführer Michal Simecka warnte vor wirtschaftlichem Schaden und Imageschäden in der EU, da die Ukraine ein wichtiger Abnehmer slowakischen Stroms sei. Fico wiederum wirft der EU vor, im Streit nicht auf der Seite der Slowakei zu stehen, obwohl das Land eine Ausnahme von den EU-Sanktionen für russisches Öl besitzt. (dpa)

17:48 Uhr

Montag, 23. Februar

WHO: Viel mehr Angriffe auf Gesundheitswesen in der Ukraine

2025 hat es in der Ukraine so viele Angriffe auf das Gesundheitswesen gegeben wie noch nie seit Beginn des russischen Angriffskrieges. Nach Angaben der WHO stieg die Zahl der Attacken im Vergleich zum Vorjahr um fast 20 Prozent. Allein im dritten Quartal wurden 184 medizinische Einrichtungen angegriffen, zwölf Menschen kamen ums Leben, 110 wurden verletzt. Zudem verdreifachte sich die Zahl der Angriffe auf Medikamentenlager.

Vier Jahre nach Kriegsbeginn ist der Bedarf an medizinischer Versorgung weiterhin hoch. Doch viele Menschen erhalten laut WHO nicht die nötige Behandlung – auch wegen zerstörter Infrastruktur und Stromausfällen. Krankenhäuser sind teils ohne Wasser, Wärme oder Elektrizität, und Patientinnen und Patienten kehren nach Eingriffen in unbeheizte Wohnungen zurück. Auch der Zugang zu Medikamenten bleibt kritisch: Vier von fünf Menschen berichten von Schwierigkeiten, vor allem wegen hoher Kosten. WHO-Chef Tedros betonte: «Letztlich ist Frieden die beste Medizin.» (dpa)

16:11 Uhr

Montag, 23. Februar

Ukrainischer Aussenminister: Putin muss bestraft werden

Unabhängig vom Verlauf der Verhandlungen über ein Kriegsende hat der ukrainische Aussenminister Andrij Sybiha eine Bestrafung von Kremlchef Wladimir Putin als «Kriegsverbrecher» verlangt. «Russische Kriegsverbrecher haben kein Recht auf Straffreiheit», sagte Kiews Chefdiplomat auf einer Konferenz («Justice Conference») in der ukrainischen Hauptstadt. Die Verantwortung Russlands reiche von «der Führung dieses Staates, die den Krieg entfesselte, bis zu jedem einzelnen russischen Besatzer, der Kriegsverbrechen begeht».

Der ukrainische Aussenminister Andrij Sybiha. (Bild: AP)

Sybiha erinnerte dabei an den 2023 ausgestellten Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag gegen den russischen Präsidenten. «Wir rufen die Partner zur Umsetzung dieser Massnahme auf», sagte der Minister. Putin sei persönlich für diesen Krieg verantwortlich. Für die aktuell laufenden US-vermittelten Friedensgespräche zwischen den Kriegsgegnern lehnte er den anfänglich einmal angebrachten Punkt einer Straffreiheit ab. Auch Präsident Wolodimir Selenski hatte eine Amnestie abgelehnt. (dpa)

15:46 Uhr

Montag, 23. Februar

Merz sieht Schlüsselrolle Chinas für Ende des Ukraine-Kriegs

Kurz vor seinem Antrittsbesuch in China hat der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz dem Land eine zentrale Rolle bei der Beendigung des Ukraine-Krieges zugeschrieben. Bei einer Veranstaltung der Deutschen Presse-Agentur in Berlin sagte er, China unterstütze Russland weiterhin durch den Bezug von Öl und Gas sowie durch Technologielieferungen. «Wenn Xi Jinping Putin morgen sagen würde, hör' das auf, dann muss er übermorgen aufhören», betonte Merz mit Blick auf die enge Verbindung zwischen Peking und Moskau.

Friedrich Merz während seiner Rede bei der Eröffnung der Konferenz «Cafe Kyiv» in Berlin. (Bild: EPA)

Merz reist am Mittwoch erstmals als Kanzler nach China, am Nachmittag ist ein Vier-Augen-Gespräch mit Staatspräsident Xi Jinping geplant. Er erwarte offene Gespräche und wolle sowohl Chinas Sichtweise besser verstehen als auch die deutsche und europäische Position darlegen. Er freue sich auf die Reise, die ursprünglich bereits im vergangenen Jahr geplant gewesen sei. (dpa)

15:25 Uhr

Montag, 23. Februar

Kiew: 400 Quadratkilometer und acht Dörfer zurückerobert

Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben kurz vor dem Jahrestag des russischen Überfalls Hunderte Quadratkilometer in der Südukraine zurückerobert. «Von Ende Januar an ist am Frontabschnitt Olexandriwka die Kontrolle über 400 Quadratkilometer und acht Siedlungen wiederhergestellt worden», schrieb der ukrainische Oberkommandierende Olexander Syrskyj in den sozialen Netzwerken.

Die Lage an der Grenze der Regionen Dnipropetrowsk und Saporischschja sei dennoch schwierig, und die russischen Truppen würden den Druck aufrechterhalten.

Zuvor hatte es mehrfach Berichte über die Rückeroberung von Hunderten Quadratkilometern gegeben. Ukrainische Militärbeobachter schrieben jedoch von allenfalls «stabilisierenden Massnahmen».

Die Parlamentsabgeordnete Marjana Besuhla warf Präsident Wolodimir Selenski, der zuletzt von 300 Quadratkilometern gesprochen hatte, Desinformation vor. «Warum diese Lüge? Von welchen 300 Quadratkilometern ist die Rede?», schrieb sie bei Telegram. (dpa)

13:31 Uhr

Montag, 23. Februar

Ukraine beharrt auf russischen Reparationszahlungen

Kurz vor dem vierten Jahrestag des russischen Einmarsches fordert die Ukraine verbindliche Reparationen für Kriegsschäden und Opfer. Ein Frieden ohne Konsequenzen für den Aggressor wäre eine Einladung zur Wiederholung, sagte Präsidialamtschef Kyrylo Budanow auf einer «Justice Conference» in Kiew. Autoritäre Regierungen würden sonst das Signal erhalten: «Überfalle, töte, zerstöre, und es wird dir nichts passieren.» Die bislang verursachten materiellen Schäden beziffert Kiew auf mehr als 400 Milliarden Euro und verlangt konkrete finanzielle Mechanismen zur Entschädigung.

Zugleich verwies Budanow auf die schwierigen Friedensgespräche unter US-Vermittlung. Diese müssten nicht nur ein Ende des Krieges bringen, sondern auch eine erneute russische Aggression verhindern. Zudem forderte er die Rückführung der von Russland verschleppten ukrainischen Kinder. Budanow gehört der ukrainischen Delegation an, die zuletzt in Abu Dhabi und Genf verhandelte. (dpa)

12:47 Uhr

Montag, 23. Februar

UN-Hochkommissar warnt vor Macht von Autokraten und IT-Milliardären

UN-Hochkommissar Volker Türk hat zum Auftakt des UN-Menschenrechtsrates in Genf vor wachsendem Einfluss von Autokraten und Technologie-Milliardären gewarnt. Gemeinsam sei die internationale Gemeinschaft stärker als «jeder Autokrat oder Technologie-Tycoon», sagte er. Politiker missachteten zunehmend Gesetze und internationale Regeln, nutzten Desinformation und wirtschaftliche Macht als Druckmittel.

Eine kleine Gruppe von Tech-Unternehmern kontrolliere zudem einen übermässigen Teil der globalen Informationsflüsse und beeinflusse so öffentliche Debatten und politische Systeme. Auch UN-Generalsekretär António Guterres sprach von einem offenen Angriff auf die Menschenrechte, etwa in Konfliktregionen wie dem Sudan, dem Gazastreifen, der Ukraine oder Myanmar.

Die Präsidentin der UN-Generalversammlung, Annalena Baerbock, rief die Mitgliedstaaten zu entschlossenem Handeln auf. Man dürfe nicht tatenlos zusehen, während sich Unrecht ausbreite. Der Menschenrechtsrat mit seinen 47 Mitgliedern tagt bis Ende März und kann Verstösse per Resolution verurteilen, verfügt jedoch über keine Sanktionsmittel. Unter den aktuellen Mitgliedern sind auch Staaten wie China, Kuba und Äthiopien, die Kritik an Menschenrechtslagen häufig als Einmischung zurückweisen.

11:47 Uhr

Montag, 23. Februar

Ungarn vor EU-Treffen zu Ukraine: Veto gegen alles

Vor Beratungen der EU-Staaten über ein wichtiges Darlehen für die Ukraine hat Ungarns Aussenminister Peter Szijjarto das Veto seines Landes bekräftigt. Auch das vorgesehene 20. Sanktionspaket gegen Russland werde Budapest blockieren, sagte Szijjarto in einem auf seiner Facebook-Seite veröffentlichten Video, das während des Flugs zum Treffen der EU-Aussenminister in Brüssel entstand.

«Es wird ein grosser Kampf werden, alle werden nach unserem Blut verlangen, aber so ist es eben.» Man stelle sich diesem Kampf, «weil niemand Ungarn auf die Schippe nehmen darf». Niemand dürfe die Energiesicherheit des Landes gefährden.

Der rechtspopulistische ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hatte das Veto gegen das Ukraine-Darlehen in Höhe von 90 Milliarden Euro bereits Ende der Woche angekündigt. Als Grund gab er an, dass die ukrainische Führung absichtlich die Wiederaufnahme von Öllieferungen über die Druschba-Pipeline blockiere. Diese ist nach ukrainischen Angaben durch russische Bombardierungen seit Ende Januar unterbrochen. Russland überzieht die Ukraine seit vier Jahren mit einem brutalen Angriffskrieg.

Orban gilt als engster Verbündeter Russlands in der EU. (dpa)

10:16 Uhr

Montag, 23. Februar

Ungarn blockiert Ukraine-Darlehen – Wadephul erstaunt

Der deutsche Bundesaussenminister Johann Wadephul hat Ungarn scharf kritisiert, weil es ein EU-Darlehen von 90 Milliarden Euro für die Ukraine blockieren will. Am Rande eines Treffens der EU-Aussenminister in Brüssel warf er der Regierung von Viktor Orban vor, ihren eigenen Einsatz für Freiheit und europäische Souveränität zu verraten.

Trotz einer Einigung im Dezember droht Ungarn nun, sowohl das Darlehen als auch ein neues Sanktionspaket gegen Russland zu verhindern. Als Begründung nennt Budapest die ausbleibenden Öllieferungen über die Druschba-Pipeline, die laut Kiew infolge russischer Angriffe unterbrochen sind.

Der Kredit soll den Finanzbedarf der Ukraine bis Ende 2027 sichern, davon sind 60 Milliarden Euro für die Verteidigung vorgesehen. Auch EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas zeigte wenig Verständnis für die ungarische Haltung und bezweifelte, dass Budapest seine Position ändern werde. Themen, die nichts miteinander zu tun hätten, sollten nicht verknüpft werden, betonte sie. (dpa)

03:27 Uhr

Montag, 23. Februar

Selenski über Trump: «Präsidenten kommen und gehen»

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski fordert langfristige und institutionell abgesicherte Sicherheitsgarantien der USA, die nicht allein vom jeweiligen Präsidenten abhängen. Im Interview mit der BBC in Kiew betonte er, Garantien müssten vom US-Kongress mitgetragen werden: «Präsidenten kommen und gehen, aber Institutionen bleiben.» Es gehe nicht nur um Donald Trump, sondern um verlässliche Zusagen Amerikas insgesamt – idealerweise mit einer Perspektive von 30 Jahren. Vor möglichen Neuwahlen in der Ukraine seien solche Garantien zudem notwendig, um Manipulationen zu verhindern und das Land dauerhaft vor russischen Annexionsbestrebungen zu schützen.

Langfristig halte die Ukraine an der vollständigen Rückeroberung aller besetzten Gebiete und an den Grenzen von 1991 fest, sagte Selenski. Derzeit sei das wegen der militärischen Stärke Russlands, fehlender Waffen und der Gefahr enormer Opferzahlen jedoch nicht möglich. Eine Abtretung weiterer Gebiete in Donezk, Cherson oder Saporischschja schloss er erneut aus. Ein solcher Schritt würde Hunderttausende Menschen im Stich lassen und die ukrainische Gesellschaft spalten, so der Präsident. (dpa)

13:41 Uhr

Sonntag, 22. februar

Selenski: Toter und Verletzte nach russischen Angriffen

Bei neuen russischen Drohnen- und Raketenangriffen sind in der Ukraine nach Angaben von Präsident Wolodimir Selenski mindestens ein Mensch getötet und acht weitere verletzt worden. Unter den Verletzten sei auch ein Kind, teilte Selenski bei Telegram mit. «Das Hauptziel des Angriffs war die Energieversorgung, auch normale Wohngebäude wurden beschädigt, und es gab Schäden an der Eisenbahn», sagte Selenski. Bei dem Toten im Kiewer Gebiet handelte es sich Behörden zufolge um einen 49 Jahren alten Mann. Russland habe mit fast 300 Drohnen und 50 Raketen und Marschflugkörpern angegriffen, teilte Selenski weiter mit. Neben Kiew seien auch die Gebiete Dnipropetrowsk, Kirowohrad, Mykolajiw, Odessa, Poltawa und Sumy betroffen.

«Deshalb müssen wir unsere Luftverteidigung stärken», sagte der Präsident weiter. Die Ukraine brauche Abwehrsysteme, die auf ballistische Raketen reagieren. «Jedes solche Paket schützt kritische Infrastruktur und erhält die Normalität des Lebens», sagte er. (dpa)

06:45 Uhr

Sonntag, 22. februar

«Terroranschlag»: Explosionen in westukrainischer Stadt Lwiw

In der westukrainischen Grossstadt Lwiw (Lemberg) ist es zu einer Serie von Explosionen gekommen, die mindestens eine Polizistin getötet und weitere Sicherheitskräfte verletzt haben sollen. «Das war ein Terroranschlag», wurde Bürgermeister Andrij Sadowyj vom Nachrichtenportal «Kyiv Independent» zitiert. Er sprach demnach von 15 Verletzten und einer 23-jährigen Polizistin, die getötet worden sei. Näheres zu den Hintergründen des Vorfalls war zunächst nicht bekannt. Laut einem Reporter hatten sich die Explosionen kurz nach Mitternacht ereignet.

Das Portal zitierte eine Mitteilung der Staatsanwaltschaft, wonach die Sicherheitskräfte zunächst wegen eines angeblichen Einbruchs zu einem Geschäft nahe der Altstadt von Lwiw geeilt seien. Als sie dort ankamen, sei die erste Explosion ausgelöst worden - und eine zweite dann, als kurz darauf Verstärkung eintraf. Nicht alle Opfer hätten den Anschlag überlebt, teilte die ukrainische Nationalpolizei demnach mit. Laut Bürgermeister Sadowyj wurden auch zwei Autos beschädigt, darunter ein Streifenwagen. Die Region Lwiw liegt im Westen der Ukraine an der polnischen Grenze. Die gleichnamige Stadt ist nur etwa 50 Kilometer Luftlinie vom EU-Gebiet entfernt. (dpa)

20:44 Uhr

Freitag, 20. Februar

Russische Drohne tötet zwei Polizisten in der Ostukraine

Eine russische Kampfdrohne hat zwei Polizisten im ostukrainischen Gebiet Charkiw getötet. Ein weiterer Beamter sei verletzt worden, teilte die ukrainische Polizei mit. Das Team sei mit einem gepanzerten Auto zu einer Evakuierung von Anwohnern beim Dorf Serednij Burluk unterwegs gewesen, als die Drohne ihren Wagen traf. Der Ort im Landkreis Kupjansk befindet sich mehr als 20 Kilometer von der Frontlinie entfernt. (dpa)

14:03 Uhr

Samstag, 21. Februar

Russischer Geheimdienst stuft Telegram als Gefahr ein

Moskaus Inlandsgeheimdienst FSB hat die von Millionen Menschen in Russland genutzte Online-Plattform Telegram als Sicherheitsrisiko eingestuft. Das russische Militär habe durch die Nutzung des Messengers an der Front im Kampf gegen die ukrainischen Truppen wiederholt das Leben von Soldaten gefährdet, teilte der FSB in Moskau mit. Demnach gebe es «zuverlässige Informationen darüber, dass die Streitkräfte und Geheimdienste der Ukraine in der Lage sind, innerhalb kürzester Zeit Informationen aus dem Messengerdienst Telegram abzurufen und für militärische Zwecke zu nutzen», hiess es in der Mitteilung.

Die Vorwürfe des FSB schüren in Russland einmal mehr Befürchtungen, dass das extrem beliebte soziale Netzwerk in dem Land bald abgeschaltet werden könnte. Für viele Russen ist Telegram der wichtigste Weg für den ungehinderten Zugang zu Informationen. Der russische Machtapparat hat den nationalen Messengerdienst Max entwickelt, der Telegram, WhatsApp und andere Netzwerke ersetzen soll. Die App steht als Überwachungsinstrument in der Kritik, durch das Menschen nicht nur kontrolliert, sondern auch mit zensierten Inhalten und mit Propaganda gefüttert werden. (dpa)

10:39 Uhr

Samstag, 21. Februar

Verletzte nach ukrainischem Angriff – Raketenwerk getroffen?

Bei einem ukrainischen Luftangriff auf die für ihre Rüstungsbetriebe bekannte russische Republik Udmurtien sind nach Behördenangaben mindestens elf Menschen verletzt worden. Drei Menschen seien ins Krankenhaus gebracht worden, teilte in der Hauptstadt Ischwesk der regionale Gesundheitsminister der Republik, Sergej Bagin, bei Telegram mit. Laut nicht überprüfbaren Berichten in sozialen Netzwerken wurde ein für die Herstellung von Raketen der Typen Iskander und Oreschnik wichtiger Rüstungsbetrieb in der Stadt Wotkinsk rund 50 Kilometer nordöstlich von Ischewsk getroffen.

Bewohner in der Region westlich des Uralgebirges veröffentlichten auch Aufnahmen in sozialen Netzwerken von einem Brand und Schäden. Demnach soll eine Fabrik zur Herstellung von Raketentriebwerken Ziel gewesen sein. Eine amtliche Bestätigung dafür gab es nicht. In der Hauptstadt Ischewsk gab es wegen Luftalarms auf dem Flughafen zeitweilig keine Starts und Landungen. Laut Medien in Kiew sollen nicht Drohnen, sondern ein Marschflugkörper des Typs Flamingo für den Angriff eingesetzt worden sein. Dafür gab es ebenfalls keine offizielle Bestätigung. (dpa)

12:57 Uhr

Freitag, 20. Februar

Polen will seine Ostgrenze künftig mit Landminen schützen

Polen will seine Ostgrenze nach seinem Austritt aus der Ottawa-Konvention mit Antipersonen- und Panzerabwehrminen schützen. «Diese Minen sind eines der wichtigsten Elemente der Verteidigungsstruktur, die wir an der Ostflanke der Nato in Polen aufbauen», sagte Vizeverteidigungsminister Pawel Zalewski der Nachrichtenagentur AP am Freitag. Sein Land müsse sich gegen Russland verteidigen, das «sehr aggressive Absichten gegenüber seinen Nachbarn» hege.

Polen ist am Freitag aus dem internationalen Vertrag über das Verbot von Landminen ausgetreten, den Russland ebenso wie die USA nie unterzeichnet hat. Polen hatte die Ottawa-Konvention 2012 ratifiziert und seine Minenbestände zerstört. Nach Beginn des russischen Invasionskrieges gegen die Ukraine kündigte es im vergangenen Jahr seinen Austritt an - gemeinsam mit Finnland, Estland, Lettland, Litauen und der Ukraine. Zalewski sagte, Polen werde Antipersonen- und Panzerabwehrminen bei einheimischen Firmen bestellen, um seine Grenze zum russischen Gebiet Kaliningrad und zu Weissrussland schützen zu können. Verlegt werden sollten sie nur, wenn eine realistische Gefahr einer russischen Aggression bestehe. (dpa)

09:28 Uhr

Freitag, 20. Februar

Ukrainische Drohnen greifen Sewastopol an

Die russisch besetzte Marinestadt Sewastopol auf der Halbinsel Krim ist nach Behördenangaben in der Nacht Ziel eines ukrainischen Drohnenangriffs gewesen. Die Flugabwehr habe 26 Drohnen abgeschossen, teilte der Verwaltungschef der Stadt, Michail Raswoschajew, auf Telegram mit. Angaben zu möglichen Treffern, vor allem auf militärische Ziele im Heimathafen der russischen Schwarzmeerflotte, machte er nicht. Ein Mann sei getötet worden, eine Frau verletzt, schrieb Raswoschajew. Er berichtete von zersplitterten Fenstern und anderen kleinen Schäden an Häusern.

Der russischsprachige, aber proukrainische Telegramkanal Krimski Weter berichtete von Explosionen bei Dschankoi im Norden der Krim, wo es einen Militärflugplatz gibt. Wegen der Gefahr durch ukrainische Luft- und Seedrohnen hat die Schwarzmeerflotte schon seit längerem die meisten Schiffe in den Hafen Noworossijsk in Südrussland verlegt. In und um Sewastopol gibt es aber weiter viele Militärstützpunkte.

Ukrainische Stellen berichteten morgens von Treffern russischer Drohnen und Artillerie in der Frontstadt Nikopol im Süden des Gebiets Dnipropetrowsk. Drei Menschen seien verletzt worden. In der Grossstadt Charkiw schlug eine Rakete ein. (dpa)

16:35 Uhr

Donnerstag, 19. Februar

Russland will weiter ohne Europäer mit Ukraine verhandeln

Russland lehnt auch künftig eine von der Ukraine gewünschte Beteiligung der Europäer an den Friedensverhandlungen ab. Russland sehe keinen Sinn in einer Teilnahme von Vertretern Europas an den Gesprächen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Bei den Gesprächen von Ukrainern, Russen und US-Vermittlern in Genf am Dienstag und Mittwoch waren im Hintergrund auch mehrere ranghohe europäische Beamte anwesend, darunter aus Deutschland, Großbritannien und Frankreich.

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hatte die Europäer für ihren Beistand gelobt und eine stärkere Rolle für sie in dem Verhandlungsprozess gefordert. Russland sieht darin ein Manöver Selenskis, die Gespräche in die Länge zu ziehen. (dpa)

11:12 Uhr

Donnerstag, 19. Februar

Selenski erwartet nächste Ukraine-Gespräche in der Schweiz

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski erwartet eine Fortsetzung der Verhandlungen mit Russland über eine Beendigung des Kriegs erneut in der Schweiz. Weil der Krieg in Europa tobe, müssten auch die Gespräche hier laufen, sagte Selenski in einem Interview mit dem britischen Journalisten Piers Morgan. «Ich möchte unterstreichen, dass das nächste Treffen ebenfalls in der Schweiz stattfindet», sagte Selenski nach den zweitägigen Verhandlungen am Dienstag und Mittwoch in Genf. Russland hat bisher weder einen Ort noch einen Termin bestätigt.

Selenski hatte die Ergebnisse der trilateralen Gespräche in Genf unter Vermittlung der USA als unzureichend kritisiert und eine Fortsetzung noch im Februar gefordert. Selenski sagte zugleich, dass die Ukraine die Vereinigten Arabischen Emirate als Partner schätze. Die trilateralen Gespräche liefen zunächst in Abu Dhabi im Januar und Anfang Februar. Er machte aber in den auch in seinem Telegram-Kanal veröffentlichten Interview-Aussagen deutlich, dass er auf die Europäer setzt bei den Gesprächen. (dpa)

21:20 Uhr

Mittwoch, 18. Februar

Selenski kritisiert Verhandlungsergebnis als unzureichend

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat die Ergebnisse nach den zweitägigen Verhandlungen mit russischen Vertretern in Genf über ein Kriegsende als unzureichend kritisiert. «Die Ukraine ist an einem Resultat interessiert. Zum jetzigen Zeitpunkt können wir nicht sagen, dass das Ergebnis ausreichend ist», sagte Selenski in seiner in Kiew verbreiteten abendlichen Videobotschaft. Schon vorher hatte er den Russen eine Verzögerungstaktik bei den Verhandlungen unter US-Vermittlung vorgeworfen.

«Die Militärs haben einige Fragen ernsthaft und inhaltlich diskutiert. Sensitive politische Fragen, Fragen zu möglichen Kompromissen und das notwendige Treffen der Staatschefs sind noch nicht ausreichend erörtert worden», sagte Selenski. Er hatte gefordert, dass in Genf über ein Treffen zwischen ihm und Kremlchef Wladimir Putin gesprochen werde. Putin hat solche direkten Gespräche zwar angeboten – aber nur in Moskau, was Selenski ablehnt.

Zudem habe er für Genf die Aufgabe gestellt, humanitäre Fragen wie den Austausch von Gefangenen und Zivilisten zu klären, sagte Selenski. Während bei früheren direkten Gesprächen in Istanbul im vergangenen Jahr und in diesem Jahr auch in Abu Dhabi der Austausch von Kriegsgefangenen vereinbart und durchgezogen worden war, gab es diesmal zunächst keine Mitteilung dazu.

Selenski erwartet weitere Verhandlungen noch im Februar

Die Ukraine hoffe nun auf weitere Verhandlungen noch im Februar, sagte Selenski. Zuvor hatte die russische Seite mitgeteilt, dass es die nächsten Gespräche in Kürze geben solle. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, noch sei aber kein Ort oder Termin festgelegt. Der russische Chefunterhändler Wladimir Medinski hatte von schwierigen, aber gehaltvollen Verhandlungen in Genf gesprochen. Zu konkreten Ergebnissen äusserte sich keine der Seiten.

Selenskilobte, dass die Europäer bei den Gesprächen in Genf anwesend waren – neben Gastgeber Schweiz waren demnach Vertreter aus Frankreich, Grossbritannien, Deutschland und Italien dabei. «Gerade wir in der Ukraine vertreten immer die Position, dass Europa an diesem Prozess beteiligt sein muss», sagte Selenski. «Ich möchte den Vereinigten Staaten von Amerika dafür danken, dass sie diese Position gehört haben.»

Die Ukraine wehrt sich seit fast vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen den russischen Angriffskrieg. Vor dem Jahrestag am 24. Februar ist kein Ende der Invasion in Sicht. Nächste Woche geht der Krieg in sein fünftes Jahr. (dpa)

20:38 Uhr

Mittwoch, 18. Februar

Pipeline unterbrochen: Ungarn stoppt Diesellieferungen in die Ukraine

Ungarn hat seine Diesellieferungen in die Ukraine unterbrochen. Diese würden erst wieder aufgenommen, wenn ein Engpass durch Schäden an der Druschba-Pipeline, die Öl aus Russland durch die Ukraine befördert, behoben sei, teilte der ungarische Aussenminister Peter Szijjarto am Mittwoch auf der Plattform X mit.

Seit Ende Januar fliesst kein Öl mehr durch die Druschba-Pipeline, weswegen auch die Slowakei am Mittwoch Medienberichten zufolge entschied, einen Teil seiner Ölreserven freizugeben. Die Ukraine machte russische Angriffe für die Schäden verantwortlich. Ungarn und die Slowakei werfen allerdings der Regierung in Kiew vor, das russische Öl absichtlich zurückzuhalten. Nach Ansicht der Ukraine finanzieren die EU-Staaten Russlands Angriffskrieg mit, indem sie weiter russisches Öl beziehen.

In einem am Mittwoch veröffentlichten Video sagte Szijjarto, die Unterbrechung der Öllieferungen sei «eine politische Entscheidung des ukrainischen Präsidenten selbst». Die Ukraine hat diese Vorwürfe zurückgewiesen.

Szijjarto fügte hinzu, dass Ungarn über ausreichende Ölreserven für mehr als drei Monate verfüge und die Energiesicherheit des Landes gewährleistet sei. (dpa)

13:30 Uhr

Mittwoch, 18. Februar

Kein Durchbruch bei den Ukraine-Verhandlungen in Genf

Die jüngsten Gespräche zwischen Russland und der Ukraine unter US-Vermittlung in Genf sind ohne Anzeichen eines Durchbruchs ausgeklungen. Beide Seiten sprachen von schwierigen Verhandlungen; der russische Delegationsleiter Wladimir Medinski bezeichnete sie als «geschäftsmässig», während Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte, es sei zu früh für eine Bewertung.

Präsident Wolodimir Selenski warf Moskau vor, die Verhandlungen bewusst in die Länge zu ziehen. Für die nahe Zukunft ist eine weitere Gesprächsrunde geplant.

Inhaltlich bleiben die Positionen weit auseinander. Kiew bietet eine Waffenruhe und ein persönliches Treffen Selenskis mit Kremlchef Wladimir Putin an, lehnt jedoch Gebietsabtretungen ab.

Moskau fordert unter anderem einen Verzicht der Ukraine auf einen Nato-Beitritt, eine Reduzierung ihres Militärs sowie den Rückzug ukrainischer Truppen aus von Russland beanspruchten Regionen. Während der Verhandlungen gingen die Kampfhandlungen weiter: Bei russischen Angriffen auf die südukrainische Stadt Saporischschja wurde nach Behördenangaben eine Frau getötet, mehrere Kinder verletzt. (dpa)

13:25 Uhr

Mittwoch, 18. Februar

Ukraine verhängt Sanktionen gegen Lukaschenko

Die Ukraine hat Sanktionen gegen den weissrussischen Machthaber Alexander Lukaschenko erlassen und wirft ihm anhaltende Unterstützung für Russlands Krieg vor. Präsident Wolodimir Selenski begründete den Schritt mit weissrussischer Militärhilfe, darunter Drohnen-Infrastruktur und die Stationierung russischer Raketen. Auch Tausende weissrussische Unternehmen seien als Zulieferer für die russische Kriegswirtschaft aktiv.

Das Sanktionspaket umfasst ein Einreiseverbot und das Einfrieren möglicher Vermögenswerte in der Ukraine. Der Schritt erfolgt trotz laufender Verhandlungen über ein Kriegsende unter US-Vermittlung; Washington hatte seine Sanktionen gegen Weissrussland zuletzt teilweise gelockert. (dpa)

13:17 Uhr

Mittwoch, 18. Februar

Slowakei ruft wegen ausbleibender Öllieferungen Notstand aus

Die Slowakei hat einen «Erdöl-Notstand» ausgerufen, um Engpässe an Tankstellen zu verhindern. Ab Donnerstag kann die Regierung staatliche Notreserven freigeben, um die Raffinerie Slovnaft zu versorgen. Hintergrund ist, dass seit Ende Januar kein russisches Öl mehr über die Druschba-Pipeline durch die Ukraine fliesst.

Slovnaft war bislang stark von russischem Öl abhängig; alternative Lieferungen über die Adria-Pipeline sollen erst in einigen Wochen voll greifen. Die Druschba-Leitung ist nach ukrainischen Angaben durch russische Angriffe unterbrochen, während Bratislava Kiew vorwirft, die Wiederaufnahme der Lieferungen zu blockieren. (dpa)

13:08 Uhr

Mittwoch, 18. Februar

Empörung in Kiew: Russin trägt Ukraine-Schild bei Olympia

Die Teilnahme einer russischen Freiwilligen als Trägerin des ukrainischen Länderschilds bei der Olympia-Eröffnungsfeier sorgt in Kiew für scharfe Kritik. . Es scheine so, als seien die IOC-Verantwortlichen «nicht nur Trottel, sondern auch regelrechte Sadisten», schrieb der Sprecher des ukrainischen Aussenministeriums, Heorhij Tychyj, auf der Plattform X.

Die in Italien lebende Russin hatte sich freiwillig gemeldet und nach eigenen Angaben bewusst die Ukraine gewählt. Die Organisatoren erklärten, man habe den Hintergrund der Freiwilligen nicht gekannt und könne nicht alle Helfer überprüfen. Das IOC sieht in dem Vorfall kein Problem. (dpa)

11:24 Uhr

Mittwoch, 18. Februar

Moskau und Kiew beenden Verhandlungen nach zwei Stunden

Die Gespräche zwischen der Ukraine und Russland über ein Ende des seit fast vier Jahren dauernden Kriegs sind am zweiten Verhandlungstag in Genf nach knapp zwei Stunden beendet worden. Das meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass. Die russische Delegation habe den Ort des Treffens verlassen.

Der russische Delegationsleiter Wladimir Medinski sagte nach diesen Angaben, die Gespräche seien «schwer, aber sachlich» gewesen. Zu Ergebnissen wurde nichts mitgeteilt. Medinski kündigte eine neue Verhandlungsrunde für die nächste Zeit an.

Gennady Gatilov, Botschafter der Ständigen Vertretung Russlands bei den Vereinten Nationen in Genf, verlässt das Intercontinental Hotel in Genf (Bild: Keystone)

Eine Sprecherin des ukrainischen Chefunterhändlers Rustem Umjerow bestätigte das Ende der Gespräche. Es gab zunächst keine Informationen dazu, ob die Ukrainer noch weiter mit den Vermittlern aus den USA reden.

Vor dem Beginn des zweiten Gesprächstags hielt die ukrainische Delegation Rücksprache mit Präsident Wolodimir Selenski. «Gestern gab es Treffen, die nicht einfach waren, und wir können festhalten, dass Russland versucht, die Verhandlungen zu verzögern, die bereits in der Endphase sein könnten», schrieb der Staatschef auf Telegram. Die ukrainischen Vertreter erhielten demnach den Auftrag, die Gespräche dennoch zu Ergebnissen zu führen. Zu den Aufgaben gehöre auch die Vereinbarung eines Austauschs von zivilen sowie von Kriegsgefangenen. (dpa)

10:14 Uhr

Mittwoch, 18. Februar

Ukraine und Russland setzen Verhandlungen in Genf fort

Die Ukraine, Russland und die USA haben in Genf den zweiten Tag ihrer Gespräche über ein Ende des seit fast vier Jahren dauernden Kriegs begonnen. Das teilte der ukrainische Verhandlungsführer Rustem Umjerow auf Telegram mit. Russische und ukrainische Medien berichteten ebenfalls.

Diskutiert werde in getrennten Gruppen zu politischen und militärischen Fragen, schrieb Umjerow. Die russische Delegation wird von Ex-Kulturminister Wladimir Medinski geleitet, der jetzt Berater von Kremlchef Wladimir Putin ist. Die USA mit dem Sondergesandten Steve Witkoff sehen sich als Vermittler.

Die Gespräche in Genf sind auf zwei Tage angesetzt. Vorige Runden hatten in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten stattgefunden. Kommende Woche am 24. Februar, ist der vierte Jahrestag der von Putin befohlenen Invasion des Nachbarlands. (dpa)

04:16 Uhr

Mittwoch, 18. Februar

Ukraine-Krieg: Selenski offen für Referendum über Frontverlauf

Die Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine in Genf treten offenbar auf der Stelle. Der erste von zwei Gesprächstagen endete nach rund sechs Stunden ohne konkrete Ergebnisse, die Atmosphäre wurde als angespannt beschrieben. Neben US-Vermittlern waren auch Sicherheitsberater aus mehreren europäischen Staaten vor Ort. Beide Delegationen informierten anschliessend ihre Hauptstädte, Details zu möglichen Fortschritten wurden nicht bekannt.

Wolodimir Selenski warf Moskau mangelnde Verhandlungsbereitschaft vor und kritisierte anhaltende russische Luftangriffe. Einen von Russland geforderten Rückzug aus den noch von Kiew kontrollierten Teilen der Gebiete Luhansk und Donezk lehnt er ab. Zugleich zeigte er sich offen für ein Referendum über ein mögliches Einfrieren des Konflikts entlang der aktuellen Frontlinie. Ein solches Abkommen müsse von der ukrainischen Bevölkerung gebilligt werden, sagte Selenski. Ein direktes Gipfeltreffen mit Kremlchef Wladimir Putin hält er weiterhin für notwendig, konkrete Vorbereitungen dafür sind jedoch nicht in Sicht. (dpa)

Artikel: http://www.vaterland.li/international/ukraine-krieg-alle-meldungen-bis-zum-30-april-art-728631

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